	{"id":57197,"date":"2011-08-31T12:21:00","date_gmt":"2011-08-31T12:21:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/85-2\/"},"modified":"2026-07-06T04:48:49","modified_gmt":"2026-07-06T04:48:49","slug":"85-2","status":"publish","type":"strategy","link":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/various-poker\/85\/","title":{"rendered":"Online-Tells (Wettbewerb)"},"content":{"rendered":"<?xml encoding=\"utf-8\" ?><h1>Online-Tells (Wettbewerb)<\/h1><h1>1. - 2.Platz:<strong> tthmb<\/strong><\/h1><p>&nbsp;<\/p><h1>Vorbemerkung<\/h1><p> Der Begriff &bdquo;tell&ldquo; ist ambivalent und (anders als vieles andere bei Hold&acute;em) mathematisch nicht fassbar. Das macht den Reiz, aber auch die Schwierigkeit des Themas aus. Es gibt kaum Aussagen oder Pr&auml;missen, die man (wie beispielsweise die Prinzipien von outs und odds) als &bdquo;objektiv richtig&ldquo; bezeichnen kann.<br> Vor diesem Hintergrund k&ouml;nnen die folgenden Aussagen keinen Anspruch auf Vollst&auml;ndigkeit und Richtigkeit erheben. Dies gilt umso mehr, da ich nahezu ausschlie&szlig;lich auf eigene Gedanken und Erfahrungen zur&uuml;ckgreife. Die B&uuml;cher, die ich bislang gelesen habe, gehen auf onlinetells allenfalls am Rande ein. Eine Ausnahme ist &ndash; soweit ersichtlich &ndash; lediglich Matthew Hilger in &bdquo;Internet Texas Holdem&ldquo;, S. 266 &ndash; 270. Ich sch&auml;tze dieses Buch sehr; seine Aussagen &uuml;ber tells sind allerdings teilweise widerspr&uuml;chlich und stimmen in mehreren Punkten auch nicht mit meinen Erfahrungen &uuml;berein (dazu unten mehr). <\/p><p><\/p><h1>Definition und Wert<\/h1><p> Tell wird definiert als verr&auml;terische &Auml;u&szlig;erung &uuml;ber den Wert einer Hand, und zwar unbewusster Art. Damit kn&uuml;pfen alle Aussagen &uuml;ber tells an einen objektiven Umstand an. Diese Umst&auml;nde m&uuml;ssen herausgefunden werden. Im Folgenden werden daher einzelne dieser Umst&auml;nde (d.h. einzelne tells) dargestellt und bewertet.<\/p><p><\/p><h1>Einzelne tells<\/h1><p> Im Regelfall wird im online-Poker lediglich das bet-Verhalten (generell oder eines bestimmten Spielers) als tellverd&auml;chtig angesehen. Es gibt nach meiner Erfahrung aber auch viele anderer tells, auf die ich zun&auml;chst eingehen m&ouml;chte:<\/p><h2>Name eines Spielers<\/h2><p> Die erste Information, die ich von einem Spieler habe, ist sein Name. Dieser Name kann mir durchaus einige Informationen preisgeben. Wenn dies der Fall ist, sind diese Informationen fundamental, da sie R&uuml;ckschl&uuml;sse auf die Gesamteinstellung zulassen.<br> Ein Beispiel: Steve Davis, der beherrschende Spieler im Snooker der 80er Jahre, hatte den nickname &bdquo;the machine&ldquo; wegen seines k&uuml;hlen, berechnenden, emotionslosen Spielstils. Einen Pokerspieler &bdquo;the machine&ldquo; verbinde ich also sofort mit den genannten Eigenschaften, d.h. im Ergebnis f&uuml;r mich gef&auml;hrlich. Matthias Wahls tritt u.a. unter diesem Namen auf und wenn er so spielt, wie er hier postet (woran ich keinen Zweifel habe!), spielt er Poker ebenso wie Steve Davis Snooker. Ein echter tell, den ich bei meinem Spiel ber&uuml;cksichtigen w&uuml;rde, wenn ich nicht ohnehin w&uuml;sste, wer mir da gegen&uuml;bersitzt &hellip;<br> Noch ein Beispiel: Es gibt hier und auf PP einen Spieler namens Schnibbel. Schnibbeln ist ein Ausdruck vom Skat, wenn man versucht, die besetzte 10 des Gegners mit seinem As zu fangen, sprich herauszuschneiden, eben zu schnibbeln. Schnibbeln steht also f&uuml;r eher trickreiches, riskantes Spiel. Ich habe nun Schnibbel mehrmals auf PP beobachtet und glaube, dass Schnibbel tats&auml;chlich trickreich und unkonventionell spielt. Auch hier hat sich mein Eindruck, den ich allein aufgrund des Namens hatte, best&auml;tigt und ich kann mein Spiel danach ausrichten.<br> Oft sieht man nat&uuml;rlich Namen, die etwas mit der Pokersprache zu tun haben. Hier ist meine Erfahrung, dass der Name das Gegenteil von dem aussagt, was der Name suggerieren will. Rocks sind selten tight; donks oder maniacs oft passable Spieler. Aber: wer foldet KK nicht vielleicht gegen einen Axx-flop einen Tick &ouml;fter, wenn man gegen &bdquo;Aceholder&ldquo; spielt?? Wie ist es gegen &bdquo;Imonabluff&ldquo;??<\/p><h2>Betreten des Tischs<\/h2><p> Schl&uuml;sse ziehen kann man sodann aus der Art, wie ein Spieler den Tisch betritt. Ich sehe immer wieder Spieler, die sich an einen Tisch setzen und sofort &bdquo;auto post blind&ldquo; einstellen, selbst wenn sie under the gun sind. Das l&auml;sst auf wenig tightness schlie&szlig;en. Umgekehrt genie&szlig;t ein Spieler, der sogar nach dem button noch auf den BB wartet, bei mir einen gewissen Vorsprung an Respekt. <br> Gleiches gilt nach einer Toilettenpause mit sitout: ein guter Spieler w&uuml;rde m.E. nie in early position BB + SB (dead) posten. Man sieht es aber immer wieder und kann seine Schl&uuml;sse daraus ziehen.<\/p><h2>Verlassen des Tischs<\/h2><p> Teilweise k&uuml;ndigen Spieler an, dass sie in der letzten Runde sind, bevor sie den Tisch verlassen m&ouml;chten. Das geschieht h&auml;ufig nach einer Reihe von bad beats oder sch&ouml;nen Gewinnen, d.h. entweder frustriert oder redselig. <br> In beiden F&auml;llen habe ich die auff&auml;llige Tendenz festgestellt, dass derartige Spieler noch eine letzte Hand spielen wollen, sei es, um auch einmal mit schlechter Hand zu gewinnen, sei es, da es eh egal ist, man hat ja gut gewonnen. Diese letzten H&auml;nde (utg oder utg + 1) werden oft zur leichten Beute; es lohnt sich, raises zu callen oder rezuraisen und in Position auf dem flop zu attackieren. Das gilt speziell im NL-Bereich. <\/p><p>&nbsp;<\/p><h1>Chat<\/h1><p> Chat ist eine wahre Fundgrube. Ich meine damit weniger den Inhalt des chats (das ist nicht unbewusst und damit kein tell), sondern die Art und Weise des Chats.<\/p><h2>Der Vielschreiber<\/h2><p> Der Vielschreiber ist in der Regel loose. Er l&auml;sst die n&ouml;tige Aufmerksamkeit vermissen. Oft kann man ihn auf dem flop oder turn aus der Hand dr&auml;ngen. <br> Wenn der Vielschreiber bei NL allerdings eine hohe bet macht bzw. bei limit raised oder gar check\/raise spielt, hat er in der Regel eine sehr starke Hand. Denn er ist selten auf einem bluff, weil er sich nicht auf das Spiel konzentriert. Erfolgreiches bluffen ist jedoch situationsbedingt. Die Umst&auml;nde, die einen bluff erfolgreich machen k&ouml;nnten, bekommt der Vielschreiber nicht mit; er versucht auch gar nicht, sie aufzusp&uuml;ren. Deshalb: Vorsicht bei hohen bets des Vielschreibers!<\/p><h2>Verhalten nach bad beats<\/h2><p> An der Art des chats nach einem bad beat kann man h&auml;ufig erkennen, ob der Spieler bad beats als zum Spiel geh&ouml;rig akzeptiert und damit umzugehen wei&szlig; oder ob er sich als mit aller Ungerechtigkeit der Welt &uuml;berzogen betrachtet. Erstere Spieler sind zu respektieren, letztere geraten oft sehr schnell on tilt. Das ist ein wichtiger tell. <\/p><h2>Analyse von H&auml;nden bzw. Kommentare<\/h2><p> Teilweise kann man Spieler dadurch als stark identifizieren, dass sie die Hand ungefragt, aber sehr zutreffend analysieren. Das gilt sowohl f&uuml;r eigene H&auml;nde als auch f&uuml;r H&auml;nde, an denen der Spieler nicht beteiligt war.<br> Das ganze wirkt nat&uuml;rlich auch in die andere Richtung. Auf niedrigem level sieht man oft Kommentare, denen sich entnehmen l&auml;sst, dass der Spieler mit fundamentalen Grunds&auml;tzen des Spiels nicht vertraut ist. Notieren und ausnutzen!<\/p><h2>Der Neuling<\/h2><p> Ab und zu geben Spieler im chat zu erkennen, dass sie neu sind (z.B. statements wie &bdquo;ich h&auml;tte nie gedacht, dass Poker so viel Spa&szlig; macht&ldquo;). Notieren und ausnutzen!<\/p><h2>Der Sheriff<\/h2><p> Betrifft NL. Der Sheriff checkt, z.B. auf dem flop out of position, reraised gegen eine kleine steal-bet all in verbunden mit der Bemerkung nach dem fold des Gegners &bdquo;Stop trying to steal&ldquo;. Wenn er dann kurz danach nach einem preflop-raise ein pocket-pair zeigt, wei&szlig; man, mit welcher Sorte Spieler man es zu tun hat und kann sch&ouml;ne P&ouml;tte von ihm generieren, speziell wenn man ihn mit einer kleinen Bemerkung im chat etwas aufmuntert oder stimuliert.<br> Hier kann es sich sogar anbieten, einen kleinen pot mit trash zu callen oder einen untauglichen minibluff anzusetzen (mu&szlig; nicht gegen den Sheriff sein, es geht auch ein anderer Gegner). Man wei&szlig;, dass man verliert und zeigt eine schwache Hand (wie gesagt unbedingt zeigen!!). Der Sheriff wird es registrieren und bei der n&auml;chst besten Gelegenheit mit hohen bets auf uns losgehen. Das ist dann sehr dankbar.<\/p><h2>&bdquo;Zuviele short-stacks hier&ldquo;<\/h2><p> Betrifft NL. Ein Spieler k&uuml;ndigte an, den Tisch zu verlassen, weil zu viele Spieler mit short stacks am Tisch seien (zur Bedeutung des short-stack-Spiels in NL siehe hier: <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/strategy\/32\/\">short stack-Strategie<\/a> ). Ich habe das sofort notiert. Es d&uuml;rfte ein Indiz daf&uuml;r sein, dass dieser Spieler gern gegen big stacks mit hohen bets blufft in dem Wissen, dass big stacks seltener callen als small stacks.<\/p><h2>Kommentare zum Flop<\/h2><p> Wenn ein Spieler den flop kommentiert (zumeist sein Unverst&auml;ndnis &auml;u&szlig;ert, wenn mehrmals hintereinander keine hohen Karten kommen), kann man erahnen, dass er zumeist solche Karten spielt und eher selten kleine suited connectors.<\/p><h1>Bietverhalten<\/h1><p> Dem Bietverhalten wird traditionell die gr&ouml;&szlig;te Bedeutung beigemessen, speziell dem Zeitmoment. Nach meiner Erfahrung spielt allerdings gerade das Zeitmoment nur eine untergeordnete Rolle. Andere Indikatoren sind f&uuml;r mich wichtiger. <br> Ich spiele vorrangig NL, weshalb sich meine Erfahrungen naturgem&auml;&szlig; auf diese Variante beziehen.<\/p><h2>Geschwindigkeit<\/h2><p>&nbsp;<\/p><h2>Regelfall:<\/h2><p>Geschwindigkeit hat m.E. wenig Wert<\/p><p> Wie schon gesagt, kann ich pers&ouml;nlich der bet-Geschwindigkeit generell nur wenig Bedeutung zumessen. Es handelt sich dabei n&auml;mlich h&auml;ufig nicht um unbewusste &Auml;u&szlig;erungen verr&auml;terischer Natur. Spieler spielen mehrere Tische, so dass man aus der bet-Geschwindigkeit von vornherein wenig ableiten kann. Wie man aus den Antworten zu diesem Wettbewerb ersehen kann, wird die Geschwindigkeit h&auml;ufig auch zur bewussten T&auml;uschung eingesetzt. Im Forum hat ein Spieler dies einmal zutreffend zusammengefasst mit den Worten: &bdquo;ok, ich wei&szlig; jetzt, dass starkes betten die moderne Form von slow-play ist&ldquo;. <br> Bei NL kommt noch hinzu, dass man teilweise in der Tat nachdenken mu&szlig;, ob und wenn ja wie viel man bettet &ndash; auch und gerade bei einem bluff. Die Geschwindigkeit hat hier also noch weniger Wert als bei limit.<br> Ableitungen zur Geschwindigkeit basieren auf dem general tell &bdquo;strong means weak and weak means strong&ldquo; (Hilger, ITH, S. 266), z.B. wer vor einem check l&auml;nger wartet als &uuml;blich, zeigt &uuml;blicherweise Schw&auml;che; bettet er aber nach l&auml;ngerem Warten, soll das St&auml;rke zeigen. In den meisten Foren im Internet finden sich dazu keine klaren Aussagen. Langes Nachdenken vor einem check wird zu ca. 50 % als Schw&auml;che, zu ebenfalls 50 % als St&auml;rke interpretiert.<br> Wie unsicher das ganze ist, zeigen die Ausf&uuml;hrungen vom Hilger auf S. 268. Dort hei&szlig;t es sogar in Fettdruck, dass ein Spieler &uuml;blicherweise Schw&auml;che zeigt, wenn er schnell checkt, aber St&auml;rke, wenn er dann reraised. Also kann lt. Hilger sowohl schnelles als auch langsames Checken Schw&auml;che zeigen, eine Aussage, die doch einiges relativiert. Und einem ckeck-raise ist zumeist in der Tat zu entnehmen, dass der Gegner stark ist &hellip;<\/p><h2>Ausnahme:<\/h2><p>Wertvolle tells<\/p><p> Zum Spiel auf turn und river meint Hilger, dass ein schnelles raise bzw. eine schnelle bet in der Regel St&auml;rke zeigen. Diese Meinung teile ich, aber nicht uneingeschr&auml;nkt. Erscheint auf turn oder river eine scare card, die insbesondere eine straight oder einen flush machen k&ouml;nnte, bedeutet Schnelligkeit in der Regel, dass die scare card nicht getroffen hat. Bei langem Nachdenken bedeutet eine bet dagegen zumeist, dass der Gegner den bef&uuml;rchteten flush oder straight gemacht hat.<br> Speziell bei NL: wer auf turn oder river sofort den raise-button (= Mindestraise) dr&uuml;ckt, ohne sich Gedanken &uuml;ber ein h&ouml;heres raise zu machen, hat in der Regel zwar nicht die nuts, aber eine starke Hand.<br> Pl&ouml;tzliche Wechsel in der Geschwindigkeit, dass ein grunds&auml;tzlich bed&auml;chtiger Spieler pl&ouml;tzlich schnell spielt, bedeutet in der Regel eine sehr starke Hand.<br> Spieler kehren die allgemeine Regel &bdquo;strong means weak and weak means strong&ldquo; gerne bewusst um (vgl. Hilger S. 266). Das ist nachvollziehbar, da die Betgeschwindigkeit als angeblich unbewusster tell am bekanntesten ist. Wenn man dies herausfindet, wird der general tell zu einem sehr wertvollen individual tell!<\/p><p><strong><br> <\/strong><\/p><h1>Voreinstellungen<\/h1><p> Im Gegensatz zur Betgeschwindigkeit sind Voreinstellungen meiner Meinung nach sehr hilfreich. Sie repr&auml;sentieren zumeist die Hand, die der Aktion entspricht. Call BB ist eine durchschnittliche Hand, raise any ist sehr stark. <br> Ich habe es bei NL (niedriges level) so gut wie nie gesehen, dass ein Spieler, der bet pot voreingestellt hatte, auf einem bluff war. Das erscheint auch folgerichtig. Erfolgreiches Bluffen ist situationsbedingt. Mit Voreinstellungen kann man diese situationsbedingten Umst&auml;nde allerdings nicht erfassen, so dass Voreinstellungen an objektive Umst&auml;nde (und damit an die St&auml;rke der Hand) ankn&uuml;pfen.<br> Vorsicht ist bei voreingestelltem check geboten, da man nie wei&szlig;, ob check\/call oder check\/fold. In der Regel bedeutet check voreingestellt aber Schw&auml;che, speziell beim BB preflop. Wenn er dann bettet, ist er stark; wenn er gar check-raised, hat er ein Monster geflopt. <br> Noch zu Big Blind: Wer den BB gegen ein steal-raise vom cutoff oder dem button erst nach l&auml;ngerem Nachdenken foldet, versucht oftmals lediglich den Eindruck zu erwecken, dass er aus Respekt vor dem raise und nicht nach Startchart foldet, um k&uuml;nftige blind-Verteidigungen zu erleichtern (insbesondere steal-reraises). <\/p><h2>Fold out of turn<\/h2><p> Wer am flop oder turn foldet, obwohl check m&ouml;glich ist, outet sich m.E. als schlechter Spieler, oft auch als frustriert oder on tilt. Wer dagegen auf dem river foldet, ohne zu checken, sollte dagegen respektiert werden (will nicht zeigen, mit welchen H&auml;nden er wie agiert, was jedenfalls keinen schwachen Spieler verr&auml;t).<\/p><h1>Wieviele Tische spielen meine Mitspieler?<\/h1><p> Hilger empfiehlt, zun&auml;chst zu &uuml;berpr&uuml;fen, an wie vielen Tischen meine Mitspieler spielen, um deren tells in Hinblick auf die Geschwindigkeit besser einsch&auml;tzen zu k&ouml;nnen. Das ist meiner Meinung nach illusorisch und nicht zu schaffen; allenfalls bei den beiden Spielern zu meiner linken und zu meiner rechten. &Uuml;berhaupt konzentriere ich mich bei der Analyse der tells auf die genannten Spieler, mehr kriege ich bei mehreren Tischen nur schwer auf die Reihe &ndash; deshalb lieber eine genaue Analyse der Spieler, gegen die ich oft in der Hand bin.<\/p><p><\/p><h1>Eigene tells<\/h1><p> Da&szlig; man eigene tells vermeiden und sein Spiel entsprechend ausgestalten mu&szlig;, versteht sich von selbst. Weitere Ausf&uuml;hrungen dazu m&ouml;chte ich deshalb an dieser Stelle nicht machen. Entscheidend ist, dass man nicht in bestimmte Gewohnheiten oder Rhythmen verf&auml;llt.<br> Aber noch ein Beispiel: Ich habe gute Erfolge damit erzielt, folgenden &bdquo;tell&ldquo; zu setzen: vor dem fold auf dem button, im cutoff oder auf dem small blind wird l&auml;nger als &uuml;blich gewartet. Der Gegner denkt, man &uuml;berlegt, ob man ein steal-raise ansetzt. Wenn man das mehrmals gemacht hat, ist die Wahrscheinlichkeit gro&szlig;, dann mit einem schnellen steal-raise durchzukommen.<\/p><p><\/p><h1>Schluss<\/h1><p> Poker basiert haupts&auml;chlich auf dem Wert der eigenen Hand sowie dem Verh&auml;ltnis von outs und odds. Wer sein Spiel nur daran ausrichtet, spielt mit positivem Erwartungswert. <br> Dieser Erwartungswert erh&ouml;ht sich, wenn man in der Lage ist, die St&auml;rke der gegnerischen Hand einzusch&auml;tzen. Daf&uuml;r helfen tells. Tells sind ein Hilfsmittel, um die richtige Entscheidung zu finden. Deshalb sollte man m.E. niemals eine Entscheidung allein aufgrund erkannt geglaubter tells treffen, insbesondere keinen totalen bluff auf einen tell hin starten, ohne dass andere Umst&auml;nde daf&uuml;r sprechen, der bluff k&ouml;nnte erfolgreich sein. Daf&uuml;r sind tells einfach zu ambivalent. Viele Fehler werden gemacht, weil ein Spieler die eigene Hand deswegen &uuml;berbewertet, da er seinen Gegner falsch gelesen hat. &bdquo;Thought you were on a draw&ldquo; habe ich schon von vielen Spielern gelesen, die mit einem kleinen Paar von einer keineswegs fern liegenden besseren Hand &uuml;berrascht wurden.<br> Ich w&uuml;rde mich sehr freuen, wenn eine kleine Diskussion zustande kommen w&uuml;rde. Das Thema ist sehr spannend und es gibt sicherlich noch vieles andere, das zu sagen w&auml;re.<\/p><p>&nbsp;<\/p><p>Artikel 2:<\/p><p>&nbsp;<\/p><h1>1. - 2. Platz: <strong>Arngrim<\/strong><\/h1><p> <strong>Einleitung<\/strong><\/p><p> An einem echten Pokertisch trifft man auf die verschiedensten Spieler, die durch ihre Gestik, K&ouml;rperhaltung, Mimik oder auch Ticks verraten, wie stark ihre derzeitige Hand ist. Mike Caros Werk Book Of Poker Tells[1] ist eine erstklassige Einf&uuml;hrung in diese Thematik.<\/p><p> Es ist ein verbreiteter Irrglaube, dass diese Tells beim Online Spiel nicht zu finden sind. Nat&uuml;rlich ist es nicht m&ouml;glich, seinem Gegner in die Augen zu schauen, doch gibt es eine Reihe anderer Indizien, die &auml;hnliche R&uuml;ckschl&uuml;sse zulassen wie beim Live-Spiel. Um diese Online-Tells geht es in der vorliegenden Abhandlung.<\/p><p> <strong>I. Zeitbasierte Online-Tells und Aktionsauswahl beim Online Poker<\/strong><\/p><p> Es gibt in der Regel zwei verschiedene M&ouml;glichkeiten, um in einem Online-Spiel zu bestimmen, welche Aktion durchgef&uuml;hrt werden soll: durch Warten auf den eigenen Zug, oder durch eine Vorbestimmung in Form von Vorauswahl-K&auml;stchen. Wer sich mit Online-Tells besch&auml;ftigen will, muss ein Auge daf&uuml;r entwickeln, auf welchem Weg die Aktion anderer Spieler durchgef&uuml;hrt wird. F&uuml;hrt ein Spieler, sobald er an der Reihe ist, seinen Zug sofort aus, deutet das daraufhin, dass er mit den K&auml;stchen-Auswahlen gearbeitet hat. <\/p><p> Die zweite wichtige Komponente beim Analysieren von Online-Tells ist, wie schnell eine Aktion durchgef&uuml;hrt wird, wenn keine K&auml;stchen-Auswahl stattgefunden hat. Abh&auml;ngig von der Dauer und der resultierenden Aktion lassen sich R&uuml;ckschl&uuml;sse auf die St&auml;rke der Hand des jeweiligen Spielers schlie&szlig;en.<\/p><p> Im folgenden habe ich die verschiedenen M&ouml;glichkeiten aufgef&uuml;hrt, wie bzw. wie schnell die Aktion eines Spielers durchgef&uuml;hrt wurde und worauf diese Handlung hindeutet.<\/p><p> <strong>Bedeutung von Spielverhalten<\/strong><\/p><p> 1. Check\/Fold-Vorauswahl deutet auf Schw&auml;che hin<br> Die vermutlich beliebteste Vorauswahl ist Check\/Fold [2]. Sie wird in der Regel dann verwendet, wenn der Spieler seine Hand als schlecht einstuft und sie nur weiterspielen m&ouml;chte, solange er eine kostenlose weitere Karte sehen kann. Verwendung von Check\/Fold sagt also aus: &bdquo;Ich habe ein schlechtes Blatt, und eigentlich kein Interesse an dieser Hand&ldquo;.<\/p><p> Es kann &uuml;beraus ertragreich sein, einen Check\/Fold zu erkennen. Angenommen es befinden sich zum Flop noch 4 Spieler im Spiel, von denen wir der letzte sind, der an der Reihe ist. Der erste Spieler checkt regul&auml;r, w&auml;hrend die beiden folgenden einen Check\/Fold einsetzen. Effektiv spielen wir nun nur gegen einen Gegner, da sich die beiden mittleren gedanklich bereits von ihrem Blatt verabschiedet haben. Ein Bluff k&ouml;nnte hier also erfolgreich sein.<\/p><p> 2. Check\/Call, Call Any Vorauswahl deutet auf Slowplay hin<br> Im Gegensatz zu Check\/Fold ist Check\/Call bzw. Call Any ein Hinweis auf ein deutlich st&auml;rkeres Blatt, das der Gegner langsam spielen m&ouml;chte.<\/p><p> 3. Bet\/Raise Vorauswahl deutet auf St&auml;rke hin<br> Beim Einsatz von Bet\/Raise muss mit einem starken Blatt gerechnet werden. Solange der Spieler nicht extrem loose ist (oder auf Tilt), ist besondere Vorsicht geboten. Gerade beim Einsatz auf dem River ist nicht mit einem Bluff zu rechnen. W&auml;hrend des Turns kann hier aber auch nur der Versuch gestartet werden, eine freie Karte auf dem River zu erkaufen.<\/p><p> 4. Schneller Check deutet auf Schw&auml;che hin<br> Ein schneller Check ist in der Regel als Zeichen von Schw&auml;che aufzufassen &ndash; der Spieler ist froh, die n&auml;chste Karte kostenlos sehen zu k&ouml;nnen. Meine Erfahrung zeigt aber, dass gute Spieler diesen Zug gerne durchf&uuml;hren, in der Hoffnung einen Check-Raise initiieren zu k&ouml;nnen. Findet ein solcher nach einem schnellen Check statt, l&auml;uft man meist in eine sehr starke Hand.<\/p><p> 5. Sofortiger Call bei vorangegangenem Bet deutet auf Schw&auml;che hin<br> Wenn ein Spieler eine zuvor gemachte Bet sehr schnell called (nicht via Vorauswahl), h&auml;lt er vermutlich eine schwache Hand, wahrscheinlich irgendeine Art von Draw. Der Grund f&uuml;r das schnelle Callen ist vorzugeben, dass der Spieler eine gute Hand hat. Er hofft, in den folgenden Runden das Bieten zu unterdr&uuml;cken, um g&uuml;nstiger an die weiteren Karten zu kommen.<\/p><p> 6. Pause gefolgt von einem Check deutet Schw&auml;che an<br> Ein Spieler, der zun&auml;chst eine Weile z&ouml;gert und dann checkt, m&ouml;chte bei den Mitspielern Angst vor einem Check-Raise sch&uuml;ren. Die Pause soll symbolisieren, dass er &uuml;ber eine Erh&ouml;hung nachgedacht hat. In Wirklichkeit aber m&ouml;chte er, dass die anderen Spieler auch nur checken, um so an eine weitere Karte heranzukommen. Ein Gegner, der tats&auml;chlich einen Check-Raise durchf&uuml;hren m&ouml;chte, wird den Check in der Regel relativ z&uuml;gig ausf&uuml;hren.<\/p><p> 7. Pause gefolgt von einem Bet\/Raise deutet St&auml;rke an<br> Wird vor einem Bet\/Raise eine Weile gewartet, so h&auml;lt der Spieler vermutlich eine starke Hand. Das Nachdenken soll den anderen Spielern suggerieren, dass er ein schwaches Blatt hat und jetzt nur blufft, um somit einen Call oder sogar einen Re-Raise zu induzieren. F&auml;lle 6 und 7 sind Paradebeispiele, wie die Regel weak is strong and strong is weak [3] falsch ausgelegt werden kann.<\/p><p> <strong>II. Online-Tells basierend auf Unterhaltungen im Chat<\/strong><\/p><p> Viele Spieler schalten den Chat von Mitspielern aus, weil sie ihn als st&ouml;rend empfinden &ndash; oder vielleicht auch wissen, dass sie negativ darauf reagieren, wenn ihr eigenes Spiel im Chat kritisiert wird. Allgemein gesagt ist dieses jedoch ein Fehler; es ist eher als Gl&uuml;ck anzusehen, wenn sich Spieler im Chat mehr unterhalten, als nur nice hand und thank you [4] zu sagen.<\/p><p> 1. Vielredner<br> H&auml;ufig sitzt am Tisch jemand, der es nicht lassen kann, die ganze Zeit zu reden. Das vielleicht nicht einmal spielbezogen, aber in hohem Volumen, unabh&auml;ngig davon, ob er in eine Hand involviert ist, oder nicht. Wenn so ein Spieler pl&ouml;tzlich w&auml;hrend einer Hand, in der er mitspielt, nichts mehr schreibt, ist davon auszugehen, dass er eine starke Hand h&auml;lt und deshalb vom Chatten abgehalten wird &ndash; aus Angst, aus Versehen eine falsche Aktion auszuw&auml;hlen oder etwas &uuml;ber seine Hand zu verraten.<\/p><p> 2. An- oder Betrunkene<br> Gerade am Wochenende und zu (amerikanischen) Nachtzeiten, kommt man hin und wieder in den Genuss, mit einem offensichtlich Angetrunkenen am Tisch zu sitzen. Entweder gibt er das selbst Preis (just came home from a party) oder man erkennt es an seinen zusammenhangslosen Bemerkungen, die sich nicht selten auf seine aktuelle Hand beziehen (at last a decent hand). Diese Spieler versuchen h&auml;ufig ihre schlechten Bl&auml;tter durch dezente Einsch&uuml;chterungen (just call, you&rsquo;ll lose anyway) zu verschleiern. Hier gilt dann wieder der weak is strong and strong is weak-Ansatz.<\/p><p> 3. Hei&szlig;gelaufene Spieler<br> Ein Spieler, der zum Beispiel aufgrund einer Reihe von Bad Beats auf Tilt ist, f&auml;ngt h&auml;ufig an, beleidigend oder anderweitig ausfallend zu werden. In einem No-Limit Spiel wird dieses Bild durch deutlich gr&ouml;&szlig;ere als herk&ouml;mmlich von ihm bekannte Erh&ouml;hungen unterstrichen. Spieler, die hei&szlig;gelaufen sind, k&ouml;nnen, nachdem man sie erkannt hat, zu guten Geldlieferanten werden.<\/p><p> 4. Der Besserwisser<br> Wer hat sich noch nicht &uuml;ber die ewigen Besserwisser ge&auml;rgert, die zu jedem Blatt ihre Meinung sagen und erkl&auml;ren, dass sie selbst sowieso die absoluten Profis sind und viel intelligenter gespielt h&auml;tten. Es gibt aber eigentlich gar keinen Grund, sich zu &auml;rgern: im Grunde kann man aus diesen Spielern den gr&ouml;&szlig;ten Nutzen ziehen, indem man sich eine einfache Eigenart dieser Spezies zunutze macht: man erkennt ihre &Uuml;berlegenheit ehrf&uuml;rchtig an und fragt sie nach Ratschl&auml;gen zum Spiel. Mit vor Stolz schwellender Brust werden sie dann ihre ganze Spielweise erl&auml;utern und sitzen ab sofort wie ein offenes Buch am Tisch.<\/p><p> <strong>Zuverl&auml;ssigkeit von Online-Tells<\/strong><\/p><p> Wie zuverl&auml;ssig sind Online-Tells nun? Die Antwort ist die gleiche wie auf viele andere Fragen bei Texas Hold&rsquo;em: es kommt darauf an und nichts ist absolut.<\/p><p> F&uuml;r sich allein genommen sind die Online-Tells eine sehr vage Vermutung &uuml;ber die St&auml;rke eines gegnerischen Blatts. Ein schwacher Spieler, der noch nie &uuml;ber die M&ouml;glichkeiten eines Slowplays nachgedacht hat, raised seine Quads vielleicht genau so schnell oder langsam, wie er das bei einem Medium Pair tun w&uuml;rde, von dem er denkt, dass es bestimmt gewinnen wird. Oder er denkt l&auml;nger &uuml;ber seine Kartenkombinationen nach, weil er erst nachz&auml;hlen muss, ob er die Straight wirklich hat.<\/p><p> Ein guter Spieler wiederum kennt die Bedeutung von Online-Tells und versucht sie zu seinem Zweck auszunutzen, in dem er beispielsweise die Pause gefolgt von einem Check tats&auml;chlich dazu einsetzt, um einen Check-Raise durchzuf&uuml;hren &ndash; in der Hoffnung, dass ein anderer Spieler denkt, es w&auml;re nur eine haltlose Androhung dieser Gefahr.<\/p><p> Optimal geeignet sind Online-Tells deswegen vor allem bei Spielern, die sich im unteren bis mittleren Spielniveau bewegen und die oben aufgef&uuml;hrten F&auml;lle f&uuml;r &bdquo;clever&ldquo; halten. Sie werden nicht verstehen, warum die anderen nicht auf die Tricks hereinfallen.<\/p><p> Ein wenig Beobachtung der regul&auml;ren Spielweise ist also unabdingbar, um zu sinnvollen Resultaten kommen zu k&ouml;nnen.<\/p><p> <strong>Wann Online-Tells nicht funktionieren<\/strong><\/p><p> Gerade die zeitbasierten Online Tells funktionieren nicht, wenn die Bedingungen nicht optimal sind. Das bezieht sich auf drei Faktoren, die eigene Internetverbindung, die der Gegner und das Spielverhalten der anderen Mitspieler. Im einzelnen:<\/p><p> 1. Die eigene Internetverbindung<br> Ohne eine gut funktionierende Internetverbindung ist eine Aussage &uuml;ber Online-Tells unm&ouml;glich. Vielleicht reagiert ein Spieler blitzschnell, aber aufgrund eines Lags kommt die Aktion erst 5 Sekunden sp&auml;ter auf dem heimischen Rechner an. Bei Party Poker steht in den Fenstertitelzeilen, wie der Status der eigenen Verbindung ist. Steht dort etwas von Internetconnection delayed, ist die wahrgenommene Aktion nicht live, sondern zeitverz&ouml;gert. Online-Tells haben nun keine reelle Basis mehr und sollten nicht in die Bewertung einer Spielsituation einflie&szlig;en.<\/p><p> 2. Die Internetverbindung der anderen Mitspieler<br> Das in 1. gesagte trifft umgekehrt nat&uuml;rlich auch f&uuml;r die anderen Mitspieler zu. Wenn beobachtet wird, wie ein Spieler keine Aktion durchf&uuml;hrt, weil seine Verbindung abbricht (im Chatfenster bei Party Poker steht dann etwas wie Player XYZ has been disconnected) muss davon ausgegangen werden, dass dieser Spieler eine schlechte Verbindung zum Internet hat. Seine Aktionen sind zeitlich also nicht mehr zuverl&auml;ssig einsch&auml;tzbar - Online-Tells f&uuml;r diesen Spieler sollten au&szlig;er Acht gelassen werden. Das gilt &uuml;brigens nicht nur f&uuml;r den aktuellen Moment, sondern sollte wenigstens f&uuml;r die restliche Sitzung auch weiterhin so behandelt werden.<\/p><p> 3. Spielverhalten der Mitspieler<br> Grob gesagt kann man die Mitspieler in drei Klassen unterteilen. Die Ernstnehmer, die Professionellen und die Nebenherspieler [5]. <\/p><p> Ein Nebenherspieler surft im Internet, chattet und telefoniert mit Freunden oder arbeitet am Computer, w&auml;hrend er eine Partie Poker nebenher spielt. F&uuml;r ihn besteht das Spielen darin, dass irgendwann das Spielfenster in den Vordergrund kommt, er kurz auf seine Karten schaut, die Aktion w&auml;hlt und dann das Fenster wieder in den Hintergrund schiebt. In der Regel wird er nur die besten Karten spielen und alles weitere halbautomatisiert &uuml;ber die Vorauswahlk&auml;stchen laufen lassen. Nebenherspieler verpassen hin und wieder ihren Spielzug, ohne die Internetverbindung zu verlieren oder verwenden auffallend h&auml;ufig die Vorauswahlk&auml;stchen. Sie nehmen das Spiel nicht sonderlich ernst und werden nur die besten Starth&auml;nde etwas konzentrierter spielen. Hat man einen Mitspieler als Nebenherspieler klassifiziert, ist Vorsicht geboten, sobald er einmal ordentlich mitspielt &ndash; jetzt hat er ein wenigstens als gut zu bezeichnendes Blatt auf der Hand.<\/p><p> Die Ernstnehmer spielen einen Tisch zur Zeit und agieren selten &uuml;ber die Vorauswahlk&auml;stchen. Das ist auch gerade das Kriterium, an dem man sie am besten erkennen kann. Ihnen sind die im letzten Abschnitt beschriebenen Spielweisen zuzutrauen und sie stellen eine gute Ausgangsbasis f&uuml;r das Auswerten von Online-Tells dar.<\/p><p> Die &bdquo;Professionellen&ldquo; spielen an mehreren Tischen gleichzeitig. Sie sind bei Party Poker leicht &uuml;ber den Men&uuml;punkt Game Rules &amp; Options-&gt;Playersearch zu finden: einfach die Accountnamen dort eintragen und schauen, wer an mehreren Tischen spielt. Diese Spieler sind f&uuml;r Online-Tells ungeeignet, zum einen, weil sie vermutlich selbst Erfahrung damit haben und sie als Spielelement einsetzen, zum anderen weil das Spielen auf mehreren Tischen Verz&ouml;gerungen bei Aktionen automatisch mit sich f&uuml;hrt, ohne, dass darin eine Aussage verborgen w&auml;re.<\/p><p> <strong>Vermeiden von eigenen Online-Tells<\/strong><\/p><p> So wie die anderen Mitspieler auf Online-Tells hin untersucht werden, so ist man auch selbst Opfer der gleichen Analyse. Nachdem in diesem Artikel beschrieben wurde, wie die zeitbasierten Online-Tells aussehen, ist es ein leichtes, sie selbst zu vermeiden.<\/p><p> Dazu gibt es zwei einfache M&ouml;glichkeiten, die untereinander auch variiert werden sollten. Das einfachste ist es, einfach immer in der selben Geschwindigkeit zu agieren, egal welche Aktion durchgef&uuml;hrt wird. Somit ist es f&uuml;r einen Analysierenden nicht mehr m&ouml;glich festzustellen, welche Bedeutung eine Aktion hat. <\/p><p> Etwas trickreicher ist die Variante, in zuf&auml;lligen Zeiteinheiten zu agieren, zum Beispiel abh&auml;ngig von der Uhrzeit (die ersten 30 Sekunden einer Minute nach 2 Sekunden, die zweiten nach 4 Sekunden) oder von der Farbe der zuletzt aufgedeckten Karte (rot: 2 Sekunden, schwarz: 4 Sekunden).<\/p><p> <strong>Zusammenfassung<\/strong><\/p><p> Online-Tells stellen eine weitere m&auml;chtige Waffe im Arsenal eines Poker-Spielers dar. Wichtig ist es, die Basis f&uuml;r eine sinnvolle Analyse zu schaffen (Stichwort Internetverbindung und Spielerverhalten) und dann die richtigen Schl&uuml;sse zu ziehen.<\/p><p> Wie auch jeder andere Teilbereich ist es entscheidend, keine voreiligen Schl&uuml;sse zu ziehen, und sachlich &uuml;ber die Geschehnisse nachzudenken, denn der heilige Gral sind Online-Tells auch nicht.<\/p><p> Richtig eingesetzt, erm&ouml;glichen sie aber wieder einen kleinen Vorteil mehr gegen&uuml;ber der breiten Masse und gestatten es so, die Hand Ranges der Gegner f&uuml;r eigene &Uuml;berlegungen wirkungsvoll einzuschr&auml;nken.<\/p><p> <strong>Fu&szlig;noten<\/strong><\/p><p> [1] Caro's Book of Poker Tells von Mike Caro, erschienen im M&auml;rz 2003 bei Cardoza<br> Publishing. ISBN: 1580420826, US-Preisempfehlung: $24.95<br> [2] Genannte Vorauswahlen entsprechen den Bezeichnungen von Party Poker. Andere<br> Pokerseiten k&ouml;nnen abweichende Bezeichnungen f&uuml;r identische Vorauswahlen <br> verwenden.<br> [3] Diese Regel ist ein allgemeiner Grundsatz beim Pokern und bezieht sich darauf,<br> dass jeder Spieler verschleiern m&ouml;chte, wie stark seine aktuelle Hand ist. Es ist eine<br> viel beobachtete Angewohnheit, gerade des Gegenteil von dem zu tun, was man <br> eigentlich erwarten w&uuml;rde, zum Beispiel ein Check anstelle eines Raises bei einem<br> starken Blatt oder umgekehrt.<br> [4] Nice Hand oder Nice Play zu sagen, ist &uuml;brigens ein erprobtes Mittel, um schlechte Spieler darin zu unterst&uuml;tzen, l&auml;nger am Tisch zu bleiben, nachdem sie einmal eine<br> Hand (vielleicht oder gerade auch gl&uuml;cklich) gewonnen haben.<br> [5] Es handelt sich hierbei um keine Klassifizierung im Sinne von guter oder schlechter<br> Spieler, sondern schlicht auf die Betrachtung, wie intensiv ein Spieler sich einem<br> einzigen Tisch widmet.<\/p><p>Platz Nummer 3:<\/p><p>&nbsp;<\/p><h1>3. Platz: <strong>Charousek<\/strong><\/h1><p> Beim Pokern dreht sich alles um Informationen. Jeder Pokerspieler ist stets bem&uuml;ht, m&ouml;glichst viele Informationen &uuml;ber die Karten der Gegner zu erhalten. Normalerweise geschieht dies durch genaue Beobachtung der gegnerischen Wettsequenzen und einer Abw&auml;gung dieser im Vergleich zu ihrer Position und ihrem Spielstil.<\/p><p> Gute Spieler kennen noch mehr M&ouml;glichkeiten die Hand ihres Gegen&uuml;bers einzusch&auml;tzen, im Livegame kann jede Geste, Mimik oder K&ouml;rperhaltung etwas &uuml;ber die St&auml;rke der eigenen Hand verraten. Dies nennt man Tell.<\/p><p> Im Internet gestaltet sich derartiges , Readen` des Gegners etwas schwieriger. <br> Die Wege der Informationsbeschaffung sind hier deutlich begrenzter, da der einzelne Spieler kaum M&ouml;glichkeiten hat individuelle Informationen &uuml;ber sich abzugeben. <\/p><p> 2 Dinge k&ouml;nnen hilfreich sein, der gew&auml;hlte Nickname des Spielers kann in Einzelf&auml;llen Hinweise zu seinem Stil oder seiner Auffassung des Spiels geben, die Geschwindigkeit seiner Moves kann etwas &uuml;ber die Hand die er spielt verraten.<\/p><p> <strong>Der Nickname:<\/strong><\/p><p> Nat&uuml;rlich wird die Analyse eines Nicknames nur in Einzelf&auml;llen hilfreich f&uuml;r das Spiel sein, oder sich langfristig gar in Dollarn ausdr&uuml;cken. So sieht man jemanden mit dem Namen Shark123 tats&auml;chlich oft recht aggressiv spielen, w&auml;hrend jemand mit dem Namen Rock321 vielleicht wirklich recht tight ist. Allerdings bieten solche Nickname Analysen weder zuverl&auml;ssige Hilfe, noch bieten sie irgendetwas, was uns nicht auch Pokertracker liefern k&ouml;nnte. Und wer den ehemaligen Namen des neunfachen Bracelet Gewinners Phil Helmuth auf UltimateBet kennt, wei&szlig;, Namen k&ouml;nnen einen auch absichtlich in die Irre f&uuml;hren.<br> Helmuth hie&szlig; damals ,,cannotbluffme``.<\/p><p> <strong>Die Wettgeschwindigkeit:<\/strong><\/p><p> Die Geschwindigkeit mit der der Gegner seine Aktionen ausf&uuml;hrt, gibt oft n&uuml;tzliche Informationen &uuml;ber dessen Hand. Zwei Dinge spielen hierbei eine Rolle, die Preselection und das ,,Wartespielchen``. <br> Mit den Preselectiontasten hat ein Spieler die M&ouml;glichkeit seinen Move zu w&auml;hlen, bevor er am Zug ist. Dieser wird sobald er dran ist aber so schnell ausgef&uuml;hrt, dass die Preselection f&uuml;r den Aufmerksamen Betrachter (normalerweise) eindeutig zu erkennen ist. Oft geschieht dies, da Spieler sich beim multitabling so viel Zeit sparen k&ouml;nnen, oft auch aus Gem&uuml;tlichkeit. Eine Instantaktion zeigt meist deutlich, wie der Spieler die Hand bewertet und spielen w&uuml;rde, ganz gleich welche Aktionen vor ihm stattfinden. <br> Instantaktionen sind Tells, die oft unabsichtlich entstehen.<\/p><p> Das ,,Wartespielchen`` passiert oft absichtlich, w&auml;hrend der Gegner vorgibt zu &uuml;berlegen. Es soll dem Gegner einer falsche Information &uuml;ber die Hand geben und ihn so dazu verleiten eine starke Hand zu callen oder gegen eine schwache Hand nicht zu wetten.<br> Anstatt Wartespielchen wird im Folgenden der Begriff time sink verwendet.<\/p><p> <strong>Preflopaction:<\/strong><\/p><p> <u>Fixed Limit:<\/u><\/p><p> Instantraise: Der Instantraise vor dem Flop deutet auf eine Hand hin, die nicht nur einen Raise, sondern im Falle eines gegnerischen raises auch eine 3-Bet wert ist. Einige Spieler versuchen dies zu imitieren, indem sie m&ouml;glichst schnell raisen, nachdem keine Gegneraktion geschehen ist, was entschlossen wirken und den Effekt des Instantraises haben soll. Ein schneller raise ist allerdings deutlich langsamer als ein Instantraise und damit leicht zu unterscheiden.<\/p><p> Time sink: In Late Position kann man oft beobachten, wie ein Spieler ein paar Sekunden wartet, bevor er sich zum raise entschlie&szlig;t. Logisch betrachtet bedeutet dies eine mittelm&auml;&szlig;ige Hand, es scheint, als m&uuml;sse der Spieler sich erst zum Raise entschlie&szlig;en. Zwar trifft das in manchen F&auml;llen auch zu, allerdings ist dieser Tell so offensichtlich, dass man hinter ihm eher eine besonders starke Hand vermuten sollte, die die Gegner nicht durch zu schnelle Aktionen vertreiben soll. Bedeutet time sink in late position aber eine starke Hand, so wird es oft vorkommen, dass ein Spieler mit Absicht z&ouml;gert, um eben diese Hand zu symbolisieren, die er in Wirklichkeit jedoch nicht hat. Wie man diesen Tell auslegt, h&auml;ngt daher stark davon ab wie man den Gegner einsch&auml;tzt. Da man aber nicht wei&szlig;, auf welchem Gedankenlevel der Gegner sich bewegt, sollte man diesen Tell nur vorsichtig in seine &Uuml;berlegungen mit einbeziehen und seine eigenen Aktionen eher auf die vermutete Handrange des Gegner st&uuml;tzen.<\/p><p> <u>No Limit:<\/u><\/p><p> Beim No Limit Spiel ist das ausmachen von Tells vor dem Flop deutlich schwieriger. Alleine dadurch, dass durch das Verschieben des Balkens f&uuml;r die Gr&ouml;&szlig;e der Wette bzw. durch das Eintragen der Wettsumme Zeit vergeht und nicht jeder motorisch gleich begabt ist, kann man nur schwer Schl&uuml;sse aus der Zeit ziehen, die der Spieler zum wetten braucht. Man kann hier dr&uuml;ber nachdenken, ob ein Spieler, der normalerweise Zahlen per Hand eingibt und auf einmal in Late Position nur den Regelbalken gezogen hat (zu erkennen an der ungeraden Wette), besonders schnell wetten und so St&auml;rke zeigen wollte, man kann es auch lassen. Ein solcher Tell hat so wenig Aussagekraft, dass ich mir keine Hand vorstellen kann, die man deshalb anders spielen sollte.<br> Time sink in Late Position ist hier &auml;hnlich zu bewerten wie im Fixed limit, in jedem Fall mit Vorsicht.<\/p><p> <strong>Postflop:<\/strong><\/p><p> Instant \/ sehr schneller Call: Der Instant Call ist oft ein klares Anzeichen daf&uuml;r, dass der Spieler auf einem Draw ist. Hier muss er sich keine gro&szlig;en Gedanken &uuml;ber die Hand des Gegners machen, da er sich sicher ist, im Moment hinten zu liegen, die Hand aber zu gewinnen, sollte er den Draw treffen. Dieser Tell ist auch im No Limit Spiel sehr hilfreich, bettet man z.B. sein Top Pair auf einem Twoflush-Board und wird sehr schnell gecalled, so ist es sehr wahrscheinlich, dass der Gegner auf einem Flushdraw ist und man sollte die hand weiter protecten. Beim SH Spiel, wo man oft ohne starke H&auml;nde spielt, kann ein Instant Call auch oft so was wie ein mittleres Pocketpair bedeuten.<\/p><p> Instant \/ sehr schneller Check: Ein Instant Check ist ein recht deutliches Indiz daf&uuml;r, dass der Spieler mit der aktuellen Hand wenig zu tun haben will. Oft wird er sogar Check\/Fold gedr&uuml;ckt haben. Der Spieler ist sich zumeist bewusst, dass er mit dieser Aktion etwas &uuml;ber seine Karten aussagt, was f&uuml;r ihn jedoch nicht von Wichtigkeit ist, da er in die Hand ohnehin nicht weiter verwickelt werden will. Vertraut man dem Tell, so liegt es nahe, auf der n&auml;chsten Stra&szlig;e zu betten, gleich was man selbst h&auml;lt.<\/p><p> Instant Bet\/Raise: Ein Instant Bet\/Raise dient oft dazu, eine bis dahin starke Hand zu verteidigen. Durch Tempo wird die Aussagekraft der Wette noch erh&ouml;ht. Oft handelt es sich hierbei um einen absichtlichen Tell, der die Gegner zum Folden bringen soll. Eine Instant Bet am Flop symbolisiert daher Oft Top Pair oder Two Pair. Eine Instant Bet am Turn kann jedoch dazu dienen, den Gegner zum Callen zu bringen, da dieser sich fragt, was ein derart starkes Wettverhalten bei einer wirklich starken Hand soll. Lesbar ist dieser Tell nur bedingt, da er auch zu Standardmoves wie ,Raise for free card` oder ,Raise for free Showdown` geh&ouml;ren k&ouml;nnte. Auch gilt zu beachten, dass jeder Spieler einen eigenen Stil des Wettens hat, manche benutzen grunds&auml;tzlich Instant Bet oder wetten ihre Draws auf diese Weise. Eine Deutung des Tells ist daher erst nach l&auml;ngerem Beobachten des entsprechenden Spielers m&ouml;glich. <\/p><p> Instant Bet Pot: Dieser Tell entspricht in etwa dem Instant Bet im Fixed Limit, jedoch ist er meist Aussagekr&auml;ftiger. Ein Instant Bet am Flop dient oft dazu, dem Gegner nicht gen&uuml;gend Outs zu geben, um gegen den Spieler zu drawen. Der Spieler zeigt hierbei, dass er sicher ist, zur Zeit vorne zu liegen, was die Gegner oft dazu bringt ihm zu glauben. Die Wette w&uuml;rde allerdings auch einen Bluff am Flop verst&auml;rken.<\/p><p> Time sink Check: &Auml;hnlich wie im Livespiel, in der der Spieler vort&auml;uscht &uuml;ber eine Bet nachzudenken und dann checkt, bedeutet ein Check nach einer kurzen Wartezeit oft eine schwache Hand. Der Spieler gibt hier vor sich zwischen Bet und Check entscheiden zu m&uuml;ssen, er will seine Hand noch nicht aufgeben, nach einer Wette des Gegners m&uuml;sste er jedoch folden. Der Tell soll den Gegner dazu bringen, aus Angst vor einem eventuellen Raise ebenfalls zu checken. Grunds&auml;tzlich k&ouml;nnte man daher raten, nach einem Time sink Check zu betten, allerdings muss man bedenken, dass man hier auch gut in ein Slowplay, sowie in einen Standartmove Move rein laufen k&ouml;nnte. Im No Limit Spiel ist auch dieser Tell oft zuverl&auml;ssig.<\/p><p> Time sink Bet: Die Bet nach einer kurzen Wartezeit deutet sehr oft auf eine ziemlich starke Hand hin. Wie beim time sink Check will der Spieler vort&auml;uschen, sich zwischen Check und Bet entscheiden oder sich hier gar f&uuml;r einen Bluff entschlie&szlig;en zu m&uuml;ssen. Dieser Tell ist recht zuverl&auml;ssig, eine Regel besagt, willst du am River gecalled werden, warte 2 Sekunden mit der Bet. Hier ist allerdings die Zeit die man wartet sehr wichtig. Wartet man deutlich l&auml;nger als 2 Sekunden, so ist dem Gegner oft klar, dass es sich um absichtliches Warten handelt. Er behandelt den Tell also entgegen der eigenen Vorstellungen oder ignoriert ihn g&auml;nzlich.<\/p><p> Time sink nach einem Move: Nachdem man den Gegner mit einem Move konfrontiert hat z.B. Check\/Call Flop Check\/Raise Turn, wird er oft einen Moment nachdenken m&uuml;ssen. Wird er sofort callen, so kann man davon ausgehen, dass er sich zum Calldown entschlossen hat und auch den River callen wird. Oft kann man von einem direkten Call ableiten, ob man am River noch betten oder lieber checken sollte.<\/p><p> <strong>Reverse Psychology<\/strong><\/p><p> Strong means weak and weak means strong...... or .... weak..... ?<\/p><p> Einige Tells geschehen unabsichtlich und werden von den Gegnern erkannt und genutzt, um sich einen Vorteil gegen&uuml;ber dem Spieler zu verschaffen. Andere Tells sind beabsichtigt und sollen dem Gegner falsche Informationen geben. Im Livespiel ist Reverse Psychology eine Kunst. Jeder kann sagen, ui ich hab ne starke Hand wenn er eine schwache Hand hat oder aber wenn er tats&auml;chlich Kings h&auml;lt. Die unz&auml;hligen versehentlichen Gestiken und Bewegungen zu unterdr&uuml;cken, ist f&uuml;r die meisten Spieler jedoch kaum zu schaffen.<br> Ganz anders aber ist das beim Onlinespiel. Hier kann jeder Tell zu 100 % imitiert oder vermieden werden. Einige Leute sagen, man solle die Wartezeit vor Aktionen zuf&auml;llig variieren, andere sagen, man solle schlicht immer etwa die gleiche Zeit in Anspruch nehmen. Fakt ist, wenn man will, kann man sich aussuchen, ob man Tells gibt oder eben nicht und ab einer gewissen Spielst&auml;rke sind sich die meisten Onlinespieler dieser Tatsache durchaus bewusst.<br> Oft ist die Leistung dabei, einzusch&auml;tzen, auf welchem Level des Denkens sich der Gegner befindet und auf welchem Level der Gegner einen selbst vermutet. Soll man seine starke Hand stark spielen, weil sie stark ist. Sollte man sie schwach spielen um die Gegner in die Irre zu f&uuml;hren, oder sollte man sie doch lieber stark spielen, weil der Gegner bei einer starken Hand ein schwaches Spiel erwarten w&uuml;rde.<br> Im No Limit Spiel reichen diese &Uuml;berlegungen oft tiefer als im Fixed limit, denn oft fehlt es hier an Zeit sich &uuml;ber Sinn und Unsinn der Wettgeschwindigkeit im Klaren zu werden. <br> Einige Spieler legen sich bestimmte Aktionen, z.B. Bet auf eine Taste, um bei Gelegenheit besonders Schnell zu agieren und so eine Instantaktion auszuf&uuml;hren und den Gegner mit falschen Informationen zu versorgen. Andere Spieler versuchen auch auf h&ouml;heren Limits sich m&ouml;glichst wenig mit dem Thema zu befassen, da das Analysieren der verschiedenen Denklevel ihrer Meinung nach schlicht in Zufallsprodukten endet.<br> Folgende &Uuml;berlegung sollte die Problematik verdeutlichen: Wenn wir von einem relativ guten middle Limit Spieler einen Tell bekommen, den wir auf irgendeine Weise zu unserem Vorteil nutzen k&ouml;nnen, warum hat der Spieler den Tell dann gegeben, wo er doch wei&szlig; wie er ihn h&auml;tte vermeiden k&ouml;nnen?<br> Verl&auml;sst man sich im Online Spiel auf Tells, so wird es sicher H&auml;nde geben, die leichter und offensichtlicher zu spielen sein werden, andere werden jedoch unter Umst&auml;nden umso teurer sein. Im Gegensatz Zur Aussage des Films Rounders kann man nur ganz selten klare und zuverl&auml;ssige Schl&uuml;sse daraus ziehen, wie jemand einen Keks bricht oder mit welcher Geschwindigkeit er seine Tasten anklickt.<\/p><p>&nbsp;<\/p><h1>4. - 6. PLatz:<strong> fry3<\/strong><\/h1><p> <strong>Definition<\/strong><\/p><p> <strong>tell<\/strong> [tel] (poker) ausplaudern, verraten<\/p><p> Ein Tell gibt Aufschluss dar&uuml;ber wie stark oder schwach ein Gegner bzw. seine aktuelle Hand ist. Im Vergleich zum realen Pokerspiel fehlt im Online-Cardroom die optische Wahrnehmung der Gestik und des Verhaltens eines Mitspielers. Auf den ersten Blick scheint dies ein Vorteil f&uuml;r unerfahrene Spieler zu sein, da sie wohl bei einem gefloppten Full-House ihre Euphorie und bei einer schwachen Hand ihre Angst den Pot zu verlieren nicht vor dem Gegner verstecken m&uuml;ssen. <\/p><p> Dass es online sehr wohl M&ouml;glichkeiten gibt, Schw&auml;che bzw. St&auml;rke des Gegners zu entlarven und, wenn auch nur in geringem Ma&szlig;e, eigene Schw&auml;che bzw. St&auml;rke vorzut&auml;uschen, werden die folgenden Punkte zeigen.<br> Wir werden sehen, dass auch online jeder ein &bdquo;Gesicht&ldquo; und &bdquo;Charakter&ldquo; hat.<\/p><p> <strong>Vorbemerkung<\/strong><\/p><p> Tells sind nur Verallgemeinerung. Dies bedeutet, dass (schwache) Gegner meistens ihren Tells treu bleiben, aber auch sie lernen dazu. Deshalb sollten die meisten Tells nur ein weiteres Kriterium zur Einsch&auml;tzung der (momentanen) St&auml;rke eines Gegners sein, da ihr Gewicht gegen&uuml;ber handfesten Kriterien nur marginal ist. Benutzt man ein Analyse-Programm, sind lediglich die in-Game Tells interessant, evtl. lassen sich hier auch Gegens&auml;tze zwischen Darstellung und den 'inneren' Werten eines Gegners erkennen.<br> Bei vielen der hier vorgestellten Tells besteht die M&ouml;glichkeit, durch bewussten Einsatz den Gegner zu t&auml;uschen. Allerdings ist dies meist nur gegen schwache Gegner erfolgreich und eher von kurzer Dauer, da die eigene Spielst&auml;rke von erfahrenen Gegnern anhand anderer Faktoren (VPIP etc.) gemessen wird. Man sollte seine Zeit also lieber mit Lernen verbringen, damit man nicht auf solche 'Tricks' angewiesen ist. Des Weiteren sind viele Tells nur mit dem Risiko einsetzbar, die eigene EV auf lange Sicht zu verschlechtern. Dies gilt im Prinzip f&uuml;r alle Aktionen, die mit dem Einsatz von Geld zu tun haben (siehe .in-Game) und wurde schon in diversen Threads im Forum diskutiert.<\/p><p> <strong>Globale Tells<\/strong><\/p><p> Richten wir unseren Blick zun&auml;chst auf das Erscheinungsbild unseres Gegners, das uns einen ersten Eindruck erm&ouml;glicht, ohne dass wir gegen ihn gespielt haben. Da im Micro-Limit fast ausschlie&szlig;lich ohne Analyse-Programe gespielt wird, spielt die Auff&auml;lligkeit des Gegners eine gro&szlig;e Rolle, da man ihn dadurch besser im Ged&auml;chtnis beh&auml;lt. Dies gilt sowohl f&uuml;r gute als auch schlechte Gegner und au&szlig;erdem auch f&uuml;r uns selbst. Wer also nicht direkt jeden (schlechteren) Gegner vom Tisch verjagen will, sollte sich unauff&auml;llig verhalten. <\/p><p> &middot; Nickname<br> Jeder Spieler hat ihn, aber nach welchen Kriterien hat er ihn gew&auml;hlt?<\/p><p> Ein paar Beispiele:<br> Man nannte sich schon immer so im Internet<br> Benutzt man denselben Nickname, den man schon in 37 Foren in den letzten 5 Jahren registriert hat, so ist es mit mehr oder weniger Aufwand m&ouml;glich das Internet danach zu durchforsten. St&ouml;&szlig;t man dabei auf einen bekannten Online-Gamer muss man sich eigentlich nur noch eine Frage beantworten:<br> Zocker oder cooler Stratege? \ud83d\ude09<\/p><p> Gut, ich gebe zu, dass dies schon einen Hauch von 'social hacking' hat, aber dennoch kann es Aufschluss &uuml;ber die Gegnerst&auml;rke geben. <\/p><p> Irgendetwas mit 'fish'<br> Bereits nach den ersten Seiten jedes Einsteiger-Pokerbuchs wei&szlig; man, was ein 'fish' ist. Wieso stellt sich der Gegner dann als solcher dar?<br> Hat er im Lotto gewonnen und verteilt jetzt wahllos sein Geld? Wahrscheinlich ist eher das Gegenteil der Fall. Entweder will er Gegnern suggerieren, dass er ein 'fish' ist, damit man gegen ihn l&auml;nger in der Hand bleibt und auf seine schlechten Karten hofft. Da dies sehr plump w&auml;re, ist es eher die Absicht, den st&auml;rkeren Gegnern zu sagen: 'Ich wei&szlig;, was ein Fisch ist! Da ich keiner sein will, foldet schnell Eure besseren Karten, wenn ich spiele.'<br> Wer also w&uuml;rde sich so nennen? <br> Absolute Anf&auml;nger und Profis scheiden aus, da die einen zumeist eben ein solcher sind und die Profis aufgrund des vorhandenen (!) skills nicht gen&ouml;tigt sind, dem Gegner Gef&auml;hrlichkeit vorzut&auml;uschen. <\/p><p> Vort&auml;uschung falscher Tatsachen<br> Ich m&ouml;chte hier in kein(st)er Weise den Skill unserer weiblichen Mitspieler bezweifeln, ganz im Gegenteil, aber jeder hat ihn schon gesehen, den Gegner mit dem unwiderstehlichen weiblichen Nickname. Assoziiert man da nicht sofort die (vermeintliche) Diskrepanz zwischen Sch&ouml;nheit und Intelligenz? Wenn man sich dadurch zu einer loosen Spielweise verleiten l&auml;sst, weil man den Gegner untersch&auml;tzt, sollte man anfangen nachzudenken. W&uuml;rde sich Fr&auml;ulein P**** H***** &ouml;ffentlich als Dummchen darstellen, wenn sie kein Geld damit verdienen w&uuml;rde? Liegt hier also eine Beeinflussung der m&auml;nnlichen Mitspieler vor, die das Ausschalten des Gehirns beabsichtigt? M&ouml;glich ist es. <br> Ebenfalls mehr Schein als Sein t&auml;uschen Namen vor, die den besten Pokerspieler aller Zeiten darstellen (z.B. Ace-Killer). Spielt derjenige aber nicht entsprechend gut, merkt man sich den Namen schnell, weil er das Gegenteil bedeutet.<br> Nat&uuml;rlich kann sich am anderen Ende auch das befinden, wonach sich der Name anh&ouml;rt, letztendlich muss man entscheiden, wie &uuml;bertrieben der Nickname gew&auml;hlt wurde.<\/p><p> Unlesbar oder 'das kenne ich doch'<br> Ewig lange und nicht aussprechbare Namen (z.B. oidfzrtzqwuzasjhsgdzwuq) oder franz&ouml;sische Luxus-Marken haben einen erh&ouml;hten Wiedererkennungswert. Auch Fische merken sich, gegen wen sie viel verloren haben und fl&uuml;chten evtl. vom Tisch, wenn der Hai wieder da ist.<br> Um selber m&ouml;glichst unauff&auml;llig zu sein, w&uuml;rde sich der Allerweltsname empfehlen, alternativ w&auml;re theoretisch auch das &Auml;ndern des Nickname von Zeit zu Zeit denkbar.<\/p><p> &middot; Bild<br> Diverse Poker-Sites stellen die M&ouml;glichkeit eines pers&ouml;nlichen Avatars zur Verf&uuml;gung. Eine Schw&auml;che des Gegners l&auml;sst sich hier h&ouml;chstens in Kombination mit seinem Nickname erkennen (siehe Vort&auml;uschung). Auf jeden Fall aber steigt der Wiedererkennungswert des Gegners, da die meisten Menschen visuell st&auml;rker ausgepr&auml;gt sind als auditiv. Ein Bild bleibt demnach st&auml;rker in Erinnerung als der Klang eines Nickname. Ein Wechseln des Avatars erschwert dies nat&uuml;rlich bzw. stiftet Verwirrung.<br> Ist man anf&auml;llig gegen Ablenkung, sollte man versuchen, die Avatare ausblenden zu lassen, damit man sich voll und ganz auf das Spiel konzentrieren kann.<\/p><p> &middot; spielen an mehreren Tischen<br> Spielt ein Gegner an mehreren Tischen gleichzeitig, so kann man davon ausgehen, dass er kein absoluter Anf&auml;nger sein wird. Ab drei Tischen kann man auch von einer gewissen Erfahrung und Spielst&auml;rke ausgehen. Je mehr Tische er jedoch gleichzeitig spielt (Sit-Out gilt nicht), desto geringer ist seine Aufmerksamkeit f&uuml;r jeden einzelnen. Die Hand, die er spielt, wird er mehr oder weniger aufmerksam spielen. Hat er aber gefoldet oder setzt aus, so wird seine Aufmerksamkeit gegen Null tendieren, so dass er nur langsam zu einer Einsch&auml;tzung der Gegner in der Lage ist.<\/p><p> &middot; Bankroll am Tisch bzw. insgesamt<br> Anhand der Bankroll l&auml;sst sich ein Gegner ebenfalls einsch&auml;tzen. Sollte er mit knapp 12BB oder weniger an einem Tisch sitzen und keine Chips nachkaufen, so ist er h&ouml;chstwahrscheinlich nicht von ps.de (oder noch nicht zum Bankrollmanagement vorgedrungen ;-)) und im Allgemeinen auch kein guter Spieler, da er sich bei einer entsprechenden Hand die eigene EV bei einem All-In beschneidet und auch seine Hand nicht protecten kann. Im Micro-Limit ist dies evtl. vernachl&auml;ssigbar, da dort nicht so viel geraist wird.<br> Gegner, die kurz vor einem All-In stehen, tendieren au&szlig;erdem oft dazu, kurz bevor die Blinds zu Ihnen kommen, und ein All-In erzwingen, mit einer halbwegs guten Hand alles zu riskieren. Starke Schwankungen der Bankroll in kurzer Zeit lassen auf einen loose agressiven Gegner schlie&szlig;en.<\/p><p> Spielt ein Gegner mit einer weit &uuml;berdurchschnittlichen Bankroll am Tisch, hat er entweder zum ersten Mal eingezahlt und will voll einsteigen... \ud83d\ude09 Oder will vielleicht die Fische ver&auml;ngstigen, weil er Vegetarier ist. Vielleicht aber auch nur mal Maniac im 0.02\/0.04 ct Limit spielen. Durch eine unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig hohe Bankroll steigt auf jeden Fall der Wiedererkennungswert.<br> Ist ein Gegner mit einer vergleichbaren (hohen) Bankroll an mehreren Tischen gleichzeitig, spricht es f&uuml;r einen eher tighten und dadurch auch wieder etwas berechenbaren Gegner. <\/p><p> &middot; Frequenz<br> Gegner, die nur zum Zeitvertreib spielen, wird man wohl nicht jeden Tag von morgens bis abends antreffen. Diese Gegner m&uuml;ssen auf Dauer gut spielen k&ouml;nnen (um so besser, je h&ouml;her das Limit). Man kann mit weniger Bad Beats und einem eher tighten Spieler rechnen. <\/p><p> &middot; Chat - Lobby<br> Nicht bei allen Poker-Sites gibt es einen Chat in der Lobby, aber falls ja trifft man dort h&auml;ufig auf interessante Konversationen. Manch einer verr&auml;t seine Taktik, andere prahlen, schimpfen oder schreiben einfach nur M&uuml;ll. Wie auch immer, manch einem (bekannten Gegner) kann man vielleicht seine Taktik entlocken und bei anderen auf den Blutalkoholgehalt schlie&szlig;en.<\/p><p> &middot; Land<br> Woher kommen die Gegner? Das ist hier im Forum anscheinend ein beliebtes Kriterium zur Auswahl des Table im Micro-Limit. Dabei gehen die Meinungen weit auseinander. Bevorzugen die einen eher Tische mit Amerikanern, die angeblich immer in Feierlaune spielen, so suchen andere Tische mit vielen ps.de-lern. Da wir hier aber nicht bei der Table Selection sind, zur&uuml;ck zu den Tells. Beantworten kann man nach ein paar H&auml;nden des deutschsprachigen (und bald auch s&uuml;dafrikanischen?) Gegners meistens die Frage, ob er nach shc spielt. Das w&uuml;rde ihn ggf. etwas berechenbarer machen. Und Vorurteile stimmen au&szlig;erdem nicht immer...<\/p><p> <strong>in-Game Tells<\/strong><\/p><p> Das Verhalten des Gegners w&auml;hrend eines Spiels hat mit einer Ausnahme, dem Chat, ausschlie&szlig;lich mit der Geschwindigkeit zu tun, mit der er den check\/call\/bet\/raise\/fold-Button dr&uuml;ckt. Ist unser Read des Tells korrekt, wirkt es sich direkt auf unsere Bankroll aus, da wir jetzt mehr oder kein Geld in den Pot geben.<\/p><p> &middot; Sit-In<br> Im Micro-Limit, evtl. auch noch im Low-Limit, gibt der Einstiegszeitpunkt eines Gegners am Tisch &uuml;ber seine Spielweise Auskunft. Wie im Blind-Posting Artikel beschrieben, ist der Einstieg auf den Positionen MP3 bis UTG negativ f&uuml;r die EV. Dort steigen demnach gr&ouml;&szlig;tenteils Maniacs oder Anf&auml;nger ein, die es eben nicht besser wissen, was auch auf schlechtes Spiel in anderen Situationen schlie&szlig;en l&auml;sst. In h&ouml;heren Limits wird der Einstieg kurz vor dem Big Blind auch benutzt, um sich ein Table Image als Maniac zu verschaffen und die eigene tighte Spielweise zu verschleiern. <\/p><p> &middot; Chat<br> Wie auch beim Chat in der Lobby, gibt es w&auml;hrend des Spiels verschiedene Gr&uuml;nde, warum Gegner chatten. Sei es, weil ihnen langweilig ist, sie ihre Gegner verwirren, oder beschimpfen wollen, andere belehren, t&auml;uschen oder auf spanisch mit einem anderen ihre H&auml;nde austauschen, ein guter Spieler hat sich unter Kontrolle und eigentlich besseres zu tun. Daher beschr&auml;nkt er sich auch bei einem Bad Beat auf ein 'nh' im Chat. Ausschalten sollte man den Chat nicht, da man oft auf den Gem&uuml;tszustand oder auch den Blutalkoholgehalt des Gegners schlie&szlig;en kann. <br> Schimpft er, weil er wiederholt einen Bad Beat oder mehrere BB im Pot verloren hat, kann es gut sein, dass er bei seinen n&auml;chsten (mittelm&auml;&szlig;igen) H&auml;nden mit aller Gewalt versucht, die anderen aus der Hand zu betten und raisen. Alkoholisierte Spieler wiederum erkennen oft nicht ihre Second-best Hand und callen alles runter.<br> Es passiert auch, dass ein Gegner im Chat seine Hand verr&auml;t bzw. vorgibt dies zu tun. In den meisten F&auml;llen will er damit nur alle zum folden bringen, weil er nichts getroffen hat. Spielt man allerdings gegen Scotty Nguyen ist es wohl doch besser zu folden. \ud83d\ude09<br> Wenn man sich gar nicht sicher ist, was der Gegner damit bezweckt, muss man es ignorieren und weiter nach Pot-Odds spielen.<br> Sp&auml;testens, wenn sich zwei Gegner in einer Fremdsprache unterhalten, sollte man den Tisch wechseln, sofern man nicht sicher ist, dass sie sich nicht &uuml;ber ihre H&auml;nde unterhalten.<\/p><p> &middot; Timeout<br> Erreicht ein Gegner das Timeout, kann man davon ausgehen, dass er mit anderen Dingen besch&auml;ftigt ist und seine Aufmerksamkeit nicht die beste ist. Vielleicht spielt er an mehreren Tischen gleichzeitig oder ist anderweitig abgelenkt. Viele Gegner spielen nebenbei im B&uuml;ro, schauen fern, kochen etc. und sind stark abgelenkt.<\/p><p> &middot; Spielgeschwindigkeit<br> Prinzipiell gibt es bei allen Poker-Sites die M&ouml;glichkeit, den n&auml;chsten Move im Voraus zu w&auml;hlen. Von dieser M&ouml;glichkeit sollte man keinen Gebrauch machen, es sei denn man m&ouml;chte auf jeden Fall folden. Dadurch l&auml;sst sich einfach Zeit sparen, man bekommt schneller die n&auml;chste Hand und &auml;rgert die Gegner nicht durch ewiges Warten bis man endlich foldet. Durch alle anderen vorausgew&auml;hlten Moves verr&auml;t man in der Regel zu viel &uuml;ber die St&auml;rke bzw. Schw&auml;che seiner Hand. Besser ist es, immer in derselben Geschwindigkeit zu handeln, wodurch man evtl. den Gegner durch ein pl&ouml;tzlich langsameres oder schnelleres klicken beeinflussen kann. Alternativ kann man die eigene Reaktionsgeschwindigkeit abh&auml;ngig vom Sitzplatz am Tisch machen, um dem Gegner keine M&ouml;glichkeit eines Reads zu geben.<\/p><p> Die nachfolgenden Beispiele k&ouml;nnen einen Hinweis geben, der lediglich durch den Zeitpunkt des Handelns unabh&auml;ngig von der Handlung (check\/call\/bet\/raise) selbst bestimmt wird, verlieren jedoch bei einem abgelenkten Spieler sehr stark an Bedeutung.<\/p><p> check<br> Ein check ist im Allgemeinen ein Zeichen f&uuml;r Schw&auml;che, da der Gegner offensichtlich nicht bereit ist, Geld in den Pot zu geben. Bei einer schwachen Hand durchaus vern&uuml;nftig. M&ouml;chte er aber gerne eine Freecard, so wird oft versucht durch langes 'Nachdenken' &uuml;ber eine bet St&auml;rke vorzut&auml;uschen, damit die anderen durchchecken. Auch ein schneller check ist ein Zeichen f&uuml;r Schw&auml;che, lediglich bei einem folgenden check-raise muss man von einer sehr starken Hand ausgehen. Schnelle checks vor oder hinter der eigenen Position erm&ouml;glichen es oft, die Gegner durch eine bet zum folden zu bringen. <br> Vor allem im Big Blind deutet dies auf eine schwache Starthand hin, da in den meisten F&auml;llen check\/fold gew&auml;hlt wurde. <\/p><p> call<br> Ein unmittelbarer call nach einer bet deutet auf eine schwache Hand hin. Der Gegner m&ouml;chte seine Hand nicht aufgeben, aber auch nicht mehr Geld wie n&ouml;tig in den Pot geben. Oft hat er eine gute Starthand, die sich nicht verbessern konnte, evtl. einen Gutshot (den er entgegen aller Pot-Odds callt), kommt nicht von seiner Hand weg o.&auml;. In jedem Fall spielt er mit einer beabsichtigten call-only Strategie auf lange Sicht -EV. In Abh&auml;ngigkeit von der Anzahl der Mitspieler und seiner Position kann sich dies sogar sehr negativ auswirken. <\/p><p> bet<br> Ein h&auml;ufiges Schema, wenn es um Verwirrung des Gegners geht, ist, stark zu wirken bei Schw&auml;che und schwach zu wirken bei St&auml;rke. Aus diesem Grund kommt es vor, dass ein Gegner psychologische Umkehrung benutzt. Kurz gesagt, wenn alle denken der Gegner sei schwach, wird gegen seine bet nicht gefoldet, so dass er auch mit einer starken Hand keine Schw&auml;che (check) zeigen muss. Dadurch w&auml;ren wir wieder bei der eigentlichen Bedeutung einer bet, St&auml;rke. Der Gegner ist bereit, Geld in den Pot zu geben und m&ouml;chte auch calls haben, um mehr zu gewinnen. Der Wunsch nach calls wird oftmals durch l&auml;ngeres Warten verst&auml;rkt, da der Gegner wiederum 'Nachdenken' &uuml;ber check oder bet simuliert und somit seine Hand eher schwach darstellen will. <\/p><p> raise<br> &Auml;hnlich wie bei einer bet kommt hier die psychologische Umkehrung zum Tragen. Besonders durch einen unmittelbaren raise versucht der Gegner einen Bluff vorzut&auml;uschen und andere in den Pot zu locken. Meistens kann man sich nicht vorstellen, dass der Gegner so schnell raist, wenn er eine starke Hand h&auml;lt, und geht von einem Bluff aus.<\/p><p> fold<br> Foldet ein Gegner, obwohl ein check m&ouml;glich war (ja so etwas gibt es), spricht dies nat&uuml;rlich nicht gerade f&uuml;r fundamentales Wissen.<\/p><p> Manche Poker-Sites bieten eine &Uuml;bersicht &uuml;ber die durchschnittliche Reaktionsgeschwindigkeit aller Spieler eines Tisches. Dies ist ein guter Anhaltspunkt f&uuml;r die Auswertung der Spielgeschwindigkeit des Gegners bei bestimmten Aktionen, da die Wahrscheinlichkeit einer beabsichtigten Verz&ouml;gerung bzw. Beschleunigung seiner Reaktion auch die Wahrscheinlichkeit einer T&auml;uschung erh&ouml;ht.<\/p><p>&nbsp;<\/p><h1>4. - 6. Platz: <strong>abel75<\/strong><\/h1><p> Im Gegensatz zum Live-Poker, hat man beim Online-Poker wesentlich weniger M&ouml;glichkeiten so genannte Tells zu entdecken. Sie beschr&auml;nken sich im Wesentlichen auf die Geschwindigkeit mit der jemand eine Aktion t&auml;tigt und &uuml;ber den oftmals nicht beachteten Chat. Doch sind auch diese wenigen Informationen mitunter schon eine gro&szlig;e Hilfe.<\/p><p> <strong>1. Klassische Online-Tells<\/strong><\/p><p> Vorweg muss gesagt werden, dass die hier aufgef&uuml;hrten F&auml;lle Verallgemeinerungen sind, also im Regelfall passende Tells. Da jeder Mensch aber seine eigene Pers&ouml;nlichkeit hat, kann man die individuellen Tells eines Menschen nur durch Beobachten herausbekommen. Hat man bei einem Spieler abweichende individuelle Tells festgestellt, so sollte man sich nach diesen richten und sie f&uuml;r zuk&uuml;nftige Spiele in den &bdquo;Player-Notes&ldquo; festhalten. Im Optimalfall hat man dann ein kleines Psychogramm des entsprechenden Gegners.<br> Die unten stehenden Begriffe &bdquo;schnell&ldquo; und &bdquo;langsam&ldquo; meinen, dass der betreffende Spieler schneller oder langsamer agiert, als er es gew&ouml;hnlich tut.<\/p><p> <u>&bdquo;Sofort&ldquo;-Raises Pre-Flop<\/u><br> Hiermit zeigt euer Gegner eine starke Starthand an, sofern er in middle oder sogar in early position ist. Dies gilt besonders, wenn der Raise &uuml;ber einen Vorauswahl-Button get&auml;tigt wurde, also er seinen Raise schon angeklickt hat, bevor er &uuml;berhaupt dran war. In late position ist dieser Tell weniger klar. Es kann sich hier auch um einen Bluff handeln, besonders wenn der Spieler als erster in der Hand ist.<\/p><p> <u>&bdquo;Sofort&ldquo;-Raises nach dem Flop<\/u><br> Sofern noch mehrere Spieler in der Hand sind, hat der Raiser meistens mindestens das Top-Pair oder einen Draw. Je weniger Spieler am Flop noch dabei sind, desto weniger kann man sich darauf aber verlassen. Gerade Heads up wird am Flop auch oft geblufft.<\/p><p> <u>&bdquo;Sofort&ldquo;-Raises am Turn<\/u><br> Euer Gegner hat wahrscheinlich eine starke Hand. Manchmal kommt es allerdings auch vor, dass euer Gegner den Turn raist, weil er plant, am River zu checken (free Showdown).<\/p><p> <u>&bdquo;Sofort&ldquo;-Raises am River<\/u><br> Euer Gegner sollte &uuml;ber eine &auml;u&szlig;erst starke Hand verf&uuml;gen. Hier blufft so gut wie keiner mehr. Viele H&auml;nde sind hier &bdquo;the nuts&ldquo; oder nah dran.<\/p><p> <u>&bdquo;Sofort&ldquo;-Checks<\/u><br> Ganz schnelle checks, besonders die &uuml;ber den Vorauswahl-Button (Check\/Fold) get&auml;tigten, signalisieren eine schwache Hand. Hat man nur noch einen oder zwei solcher Gegner, kann ein Bluff lohnend sein.<\/p><p> <u>Schneller Check, dann Raise<\/u><br> Mit dem schnellen checken m&ouml;chte euer Gegner euch in die Hand locken. Hat das funktioniert, dann zeigt der Raise, dass euer Gegner eine sehr starke Hand hat. Heads up am Flop gilt das allerdings h&auml;ufig nicht. Hier ist es auch gut m&ouml;glich, dass der Gegner glaubt, dass man selber blufft und er mit dem Raise testen will, ob er Recht hat oder nicht.<\/p><p> <u>Langes Nachdenken, dann Raise<\/u><br> Das lange Nachdenken soll gr&uuml;beln signalisieren, also Schw&auml;che. Der Spieler hofft, dadurch seine Mitspieler zum Callen zu bewegen. In Wirklichkeit hat euer Gegner wahrscheinlich ein sehr gutes Blatt.<\/p><p> <u>Langes Nachdenken, dann Check<\/u><br> Hier soll das lange Nachdenken signalisieren, das euer Gegner &uuml;berlegt zu betten, also St&auml;rke. Er hofft also darauf, dass es kein anderer wagt eine Bet abzugeben. Oft hat der Checker aber wenig bis nichts auf der Hand.<\/p><p> <u>Schneller Call bei Flush- oder Straight-M&ouml;glichkeit<\/u><br> Hier hat der Caller oft einen Flush-Draw oder einen (open-ended) Straight-Draw. Bei der Vielzahl an Outs lohnt sich ein Call f&uuml;r diese Spieler meistens. Deshalb erfolgt er auch recht schnell.<\/p><p> <u>Callingstation denkt viel nach und callt.<\/u><br> Hier macht jemand seinem Spitznamen wieder alle Ehre. Er &uuml;berlegt, ob er wirklich noch mitgehen sollte, weil er keine so gute Hand hat. Hat man selber eine gute Hand sollten weitere Bets den Profit steigern.<\/p><p> H&auml;ufige Erh&ouml;hungen Pre-Flop, nach dem Flop oft Fold<br> Hier ist ein Spieler h&auml;ufig &bdquo;on tilt&ldquo;. Hat man sich den Flop angesehen, so kann ein solcher Gegner oftmals durch eine Bet aus der Hand gedr&auml;ngt werden.<\/p><p> <strong>2. Vorsicht bei Online-Tells<\/strong><\/p><p> Wie schon erw&auml;hnt, sind die hier aufgef&uuml;hrten Beispiele Verallgemeinerungen. Es kann viele Gr&uuml;nde geben, weshalb die Hand des Gegners auch mal genau andersherum sein kann, als oben beschrieben. Hier einige Beispiele:<\/p><p> <u>Falsche Interpretation<\/u><br> Wenn euer Gegner glaubt, dass er eine starke Hand hat, kann er nat&uuml;rlich wirklich eine starke Hand haben. Vielleicht h&auml;lt er seine Hand aber auch nur f&uuml;r stark, sie ist es aber in Wirklichkeit nicht (z.B. Top Pair bei einer Flush-M&ouml;glichkeit auf dem Board).<\/p><p> <u>Umgekehrte Psychologie<\/u><br> Hat euer Gegner gute Kenntnisse von den Online-Tells und er glaubt, dass man selber diese auch hat, so kann er genau andersherum agieren als oben beschrieben. Er hofft dann, dass man auf den falschen Online-Tell hereinf&auml;llt.<\/p><p> <u>Multitabling<\/u><br> Spielt euer Gegner an mehreren Tischen gleichzeitig, so k&ouml;nnen seine Phasen des l&auml;ngeren Nachdenkens auch als Ursache haben, dass er an den anderen Tischen gerade besch&auml;ftigt ist. Je mehr Tische ein Spieler gleichzeitig spielt, desto weniger Aussagekraft haben die oben genannten Online-Tells.<\/p><p> <strong>3. Der Chat<\/strong><br> Da ein Teil der Spieler w&auml;hrend des Spiels auch chatted, kann man hier ebenfalls Informationen &uuml;ber die Gegner, besonders &uuml;ber ihren Gem&uuml;tszustand bekommen.<\/p><p> <u>Fragen<\/u><br> Mitunter fragt ein Spieler mal seine Mitspieler, ob er eine bestimmte Situation richtig gespielt hat. Man selbst wei&szlig; jetzt, was er zumindest nicht wei&szlig;. Wahrscheinlich ist er sich in &auml;hnlichen Spielsituationen ebenfalls nicht sicher.<\/p><p> <u>Antworten auf Fragen<\/u><br> Einige andere Spieler sind dann so nett und beantworten die gestellten Fragen. An der Antwort kann man sehen, wie es um den Wissensstand des Antwortenden bestellt ist, vorausgesetzt er antwortet wahrheitsgem&auml;&szlig;. Auch hier kann man die eine oder andere Wissensl&uuml;cke entdecken.<\/p><p> <u>Behauptungen<\/u><br> Wieder andere geben mal die eine oder andere Behauptung von sich. Einige Behauptungen sind so abenteuerlich, dass man keine paarhundert H&auml;nde abwarten muss, um einen Spieler als &bdquo;schwach&ldquo; zu identifizieren. Er klebt sich praktisch einen Zettel auf die Stirn.<\/p><p> <u>Unmuts&auml;u&szlig;erungen<\/u><br> Jemand der einige Bad Beats eingesteckt hat, beklagt sich beispielsweise &uuml;ber das launische Kartengl&uuml;ck. Dieser Spieler befindet sich eventuell bereits in einem Tilt-Zustand oder ist auf dem besten Wege dahin. Das gilt noch nicht so stark, wenn einer einmal &bdquo;Mist&ldquo; sagt nach einer verlorenen Hand. Doch wenn jemand fragt, ob mit den Karten was nicht stimmt, weil er bisher nur 3 % der H&auml;nde gewonnen hat &uuml;ber einen Zeitraum von 2 Stunden, dann geht demjenigen das meistens nicht mehr so gut.<\/p><p> <u>Beleidigungen<\/u><br> Jemand der andere Spieler (grundlos) beleidigt, ist wahrscheinlich ebenfalls schon in einem Tilt-Zustand. Doch selbst wenn nicht. Emotionale Stabilit&auml;t sieht sicher anders aus. Ein ausgeglichener Mensch hat das nicht n&ouml;tig. Vielleicht dreht so jemand nach ein oder zwei (weiteren) Bad-Beats am Tisch total durch.<\/p><p> <u>Kritisierungen<\/u><br> Mitunter kommt es vor, dass ein Spieler die angeblich falsche Spielweise seiner Mitspieler kritisiert. Ist diese Kritik falsch, so wei&szlig; man wieder, dass hier jemand keine Ahnung hat. Doch selbst wenn die Kritik berechtigt ist, so muss man sich fragen weshalb er das tut. Denn es ist ja nur zu seinem Vorteil, wenn seine Gegner verkehrt spielen. Manchmal ist das einfach nur nett gemeint, weil er den anderen Spieler vielleicht gut kennt. Oft steckt aber auch ein gewisses Geltungsbed&uuml;rfnis dahinter, nach dem Motto: Ich kann es besser als du! Man kann das unter anderem daran erkennen, wie jemand etwas sagt. Sollte Geltungssucht dahinter stecken, so wei&szlig; man, dass auch dieser Mensch nicht so stabil ist. Wer wei&szlig;, wie der einen Bad-Beat verkraftet.<\/p><p> <u>Aufforderungen<\/u><br> Mitunter fordert jemand, der eine Bet abgegeben hat, seinen Gegner zu einer bestimmten Handlung auf. Er schreibt z.B. &bdquo;Call!&ldquo; und will damit eine starke Hand anzeigen. Frei &uuml;bersetzt hei&szlig;t das aber h&auml;ufig so viel wie &bdquo;bitte call nicht, da ich eine schwache Hand habe.&ldquo; Wie dem auch sei, kommt es zum Showdown, dann kann man genau sehen wie viel hinter seiner Aufforderung steckt. Wenn man sich das notiert, dann wei&szlig; man beim n&auml;chsten Mal (vielleicht eine Woche sp&auml;ter) noch viel besser, wie man auf seine Aufforderung reagieren soll.<\/p><p> <u>Geschw&auml;tzigkeit<\/u><br> Meistens sind es einige wenige Spieler, die viel chatten w&auml;hrend des Spiels. Man kann R&uuml;ckschl&uuml;sse daraus ziehen, an wie vielen Tischen jemand gleichzeitig spielt. Dies ist interessant wenn euer Gegner die &bdquo;hide me from search&ldquo;-Funktion aktiviert hat. Denn an je weniger Tischen jemand spielt, desto mehr Zuverl&auml;ssigkeit haben die oben beschriebenen Online-Tells. Schreibt jemand ganze Romane im Chat, so wird er kaum an 8 Tischen sitzen.<\/p><p> <strong>FAZIT<\/strong><\/p><p> Man sollte, um sein Spiel noch profitabler zu gestalten, die Online-Tells auf jeden Fall kennen und bei seinen Entscheidungen mit ber&uuml;cksichtigen. Ferner sollte man darauf achten, dass man selber keine Online-Tells verk&uuml;ndet oder man sollte so agieren, dass die Gegner einen nicht durchschauen, also mit variablen Geschwindigkeiten spielen. Beim Chat sollte man sich ebenfalls genau &uuml;berlegen was man schreibt.<\/p><p>&nbsp;<\/p><h1>4. - 6. Platz: Rolo23<\/h1><p> <strong>Einleitung<\/strong><\/p><p> Wer schon einmal Live Poker im Casino oder mit Freunden privat gespielt hat, wird die Bedeutung vom Lesen der Gegner kennen. Man beachtet bei seinen Entscheidungen nicht nur die Betsequenzen, sondern schaut sich genau das Verhalten seiner Mitspieler an. Ein verr&auml;terisches Grinsen oder ein nerv&ouml;ses Zucken kann die gegnerische Hand unter Umst&auml;nden in der Art preisgeben, dass man sie in eine der Kategorien Stark, Mittel, Schwach einordnen kann. Man schaut sich seine Gegner an: Ver&auml;ndert sich die Stimmlage? Sucht er Augenkontakt oder vermeidet er ihn? Redet er viel oder sagt er auf einmal kein Wort mehr? Was hat er f&uuml;r einen Gesichtsausdruck? Das Studieren der Eigenheiten seiner Mitspieler kann durchaus hilfreich und lukrativ sein. Man muss sich dabei auf jeden Spieler einzeln einstellen, denn bei 2 verschiedenen Spielertypen kann ein bestimmter Tell eine ganz andere Hand zur Folge haben, so kann beispielsweise ein Grinsen bei Person A &bdquo;Monster&ldquo; hei&szlig;en und bei Person B &bdquo;Bluff&ldquo;. So spielen dann auch live einige Profis im klassischen Pokerlook mit Sonnenbrille und M&uuml;tze, um m&ouml;glichst schwer zu beobachten zu sein. (Nur nebenbei, weil dies nicht Thema dieses Artikels ist:Auf Mike Caro&rsquo;s Seite gibt es ein paar nette Videos, die ein paar Hilfestellungen zu Live Tells geben, hier der Link: <a href=\"https:\/\/www.poker1.com\/mcu\/mculib_video.asp\" target=\"_blank\">http:\/\/www.poker1.com\/mcu\/mculib_video.asp<\/a> )<\/p><p> Was hilft einem das Ganze nun im Online Poker? Die Antwort lautet: Gar Nichts! Da man die Gegner nicht sehen kann, kann man au&szlig;er der Betsequenz im Normalfall nur eine andere Komponente bewerten: Die Geschwindigkeit, mit der die Aktionen der Gegner ausgef&uuml;hrt werden. Aus ihr kann man allerdings Vermutungen &uuml;ber die H&auml;nde der Gegner anstellen. Dies ist besonders wichtig, wenn man selbst Karten h&auml;lt, die man als mittelgut einsch&auml;tzt, denn deren Wert h&auml;ngt nat&uuml;rlich viel st&auml;rker von den H&auml;nden der Gegner ab, als wenn man die Nuts h&auml;lt oder v&ouml;lligen M&uuml;ll.<\/p><p> Der gr&ouml;&szlig;te Unterschied in der Geschwindigkeit ist sicherlich sichtbar, wenn ein Spieler seinen Move schon festlegt, bevor er dran ist, indem er das entsprechende K&auml;stchen anklickt(zum Beispiel: &bdquo;raise any&ldquo;, &bdquo;check\/call any&ldquo;, &bdquo;call 0,50&ldquo;...). Dann wird die entsprechende Aktion sofort ausgef&uuml;hrt, sofern sie m&ouml;glich ist. Dies bezeichnet man als instant call, instant check usw. Das Intervall von der sofortigen Antwort bis zum langen Nachdenken und kompletten Ausnutzen der Zeit ist daher recht gro&szlig; und Unterschiede sind sehr gut beobachtbar.<\/p><p> <strong>Was f&uuml;r Schl&uuml;sse kann ich ziehen?<\/strong><\/p><p> Bevor ich zu den Tells komme, die sich aus der Geschwindigkeit der Aktionen der Gegner ablesen lassen, ein paar Worte zu ein paar anderen Beobachtungen. <strong>Ignoriere die Nicknames der Mitspieler!<\/strong> &bdquo;Bluffer05&ldquo; ist nicht unbedingt ein Bluffer, &bdquo;Sharky&ldquo; ist vielleicht ein schlechter Spieler, &bdquo;Imafish&ldquo; dagegen m&ouml;glicherweise ein starker Spieler und f&uuml;r &bdquo;Callingstation99&ldquo; gilt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht Nomen est Omen. Die Wahl des Namens kann viele Gr&uuml;nde haben, viele Spieler werden tats&auml;chlich versuchen, dadurch ein falsches Signal &uuml;ber ihre vermeintliche Spielweise zu senden. Hier gilt: Nicht davon beeindrucken lassen, den Spieler beobachten und Daten sammeln(zb mit Pokertracker, Player Notes editieren), wenn man ihn irgendwie einstufen will!<\/p><p> <strong>Wenn du den Chat eingeschaltet hast, so beobachte ihn!<\/strong> Hier kann man eine Analogie zum Live Poker ziehen: Ein Spieler, der die ganze Zeit ruhig war, bettet in einer Hand agressiv und f&auml;ngt auf einmal an zu labern. Das bedeutet normalerweise ein sehr gutes Blatt. Spieler mit schwachen H&auml;nden versuchen normalerweise sich nicht zu verraten. Wenn ein Gegner all in geht und pl&ouml;tzlich im Chat ein &bdquo;come on, I am bluffing&ldquo; erscheint, w&auml;hrend vorher von ihm nichts zu h&ouml;ren war, so sitzt man wahrscheinlich einer starken Hand gegen&uuml;ber. &Auml;hnlich ist es auch im umgekehrten Fall bei einem Spieler der pl&ouml;tzlich ganz still wird, sowohl im Live Poker als auch im Internet; wobei man hierbei sehr vorsichtig sein muss, da es auch andere Gr&uuml;nde im Internetpoker f&uuml;r die pl&ouml;tzliche Funkstille geben kann.<\/p><p> Nun zu den <strong>Tells<\/strong>, die man aus der Geschwindigkeit der Aktionen der Mitspieler ablesen kann, und wie man darauf reagiert:<\/p><p> a) Man bettet und wird sofort gecallt: Die meisten Spieler, die einen instant call machen, haben eine schwache Hand zum runtercallen. Warum callen sie sofort? Was wollen sie damit erreichen? Nun, durch den instant call versuchen sie St&auml;rke zu repr&auml;sentieren und wollen damit verhindern, dass man in einer der sp&auml;teren Wettrunden noch einmal einen bet macht, damit sie m&ouml;glichst billig davon kommen.<\/p><p> &gt;die n&auml;chste Handlung sollte also wieder eine bet sein, um den Absichten des Instant-Callers nicht entgegenzukommen!<\/p><p> b) Der Gegner z&ouml;gert lange und checked dann: Im Normalfall sind die Absichten dieses Gegners die gleichen wie bei a). Er m&ouml;chte einen dazu zu verleiten, nicht zu betten. Dadurch, dass er lange &uuml;berlegt, bevor er checked, signalisiert er, dass er sich &uuml;berlegt hat, selbst zu betten, also eine Hand zu haben, die eine bet Wert ist. Dadurch zeigt er St&auml;rke und m&ouml;chte dies ausnutzen, die n&auml;chste Karte umsonst zu sehen.<\/p><p> &gt;bet, damit er eben keine free card bekommt!<\/p><p> c) Der Gegner z&ouml;gert lange und bettet dann: Dieser Gegner hat meistens eine starke Hand. Durch sein langes &Uuml;berlegen signalisiert er, dass er es sich ernsthaft &uuml;berlegt, zu betten. Wenn er es sich ernsthaft &uuml;berlegen m&uuml;sste, h&auml;tte er eine Hand, die nicht allzu stark ist, da bei einer starken Hand eine bet normalerweise auf der Hand liegt, wenn man nicht gerade ein slowplay startet. Er m&ouml;chte also, dass man seine Hand f&uuml;r schwach h&auml;lt und entweder callt oder sogar raised.<\/p><p> &gt;folden!Es sei denn nat&uuml;rlich, man h&auml;lt selbst gerade eine starke Hand.<\/p><p> d) Du bettest und dein Gegner raised dich sofort: Dieser Spieler hat sehr wahrscheinlich eine ganz starke Hand. Er ist so in Ekstase &uuml;ber seine Monster-Hand, dass er gleich einmal den bet\/raise-Button angeklickt hat. Gegen diese Hand muss man nat&uuml;rlich sehr vorsichtig sein. Hier ist es nat&uuml;rlich auch wichtig, zu wissen, welcher Spielertyp sein Gegner ist. Bei einem Maniac\/Bluffer ist dieser Move nicht so stark zu bewerten wie bei einem Rock. Aber bei dem Durchschnittsspieler ist es ein Signal f&uuml;r eine sehr starke Hand.<\/p><p> &gt;Wenn man nicht gerade ebenso eine starke Hand hat, ist folden angebracht, bzw check\/call bei einigerma&szlig;en guten H&auml;nden!<\/p><p> e) Der Gegner checked sofort: Ein solcher Gegner ist vor allem in late position meistens nicht zu f&uuml;rchten. Er wird h&ouml;chstwahrscheinlich den check\/fold-Button angeklickt haben, um sich damit Zeit zu sparen, wom&ouml;glich f&uuml;rs Multitabling, um sich auf die anderen Tische zu konzentrieren. Manchmal ist allerdings Vorsicht vor Slowplay geboten, denn wenn die anderen einen f&uuml;r einen solchen check-folder halten, kann man dies eventuell sp&auml;ter zu seinem Vorteil ausnutzen. In den allermeisten F&auml;llen kann der instant check allerdings als schwache Hand interpretiert werden.<\/p><p> &gt;betten, um sich den Pot zu holen!<\/p><p> <strong>Ganz wichtig<\/strong>: Es kommt nicht nur darauf an, die Gegner zu beobachten und daraus seine Schl&uuml;sse zu ziehen. Man selber m&ouml;chte von sich und seinen Karten ja auch m&ouml;glichst wenig preisgeben. Im Optimalfall habe ich ein sehr gutes Gef&uuml;hl f&uuml;r die Karten meiner Gegner und sie kein gutes f&uuml;r meine Karten. Worauf muss ich also achten? Ich m&ouml;chte nicht zu viel verraten, und da die Gegner sich auch an der Geschwindigkeit meiner Handlungen orientieren, versuche ich immer etwa die gleiche Zeit verstreichen zu lassen, bis ich meine Aktion mache. Dadurch gebe ich eben keine Tells, denn wie gut meine Karten auch sein m&ouml;gen, das Zeitintervall das vergeht, bis ich bette\/checke... ist immer gleich. Beispiel: Ich versuche einen Bluff und werde zu meinem Pech gereraised. Wenn ich jetzt augenblicklich folde, wissen alle am Tisch, dass ich soeben geblufft habe. Warum sollte ich das preisgeben? Normalerweise m&ouml;chte ich m&ouml;glichst wenig preisgeben, es sei denn ich m&ouml;chte mir in dem Falle zb ein Tableimage als Bluffer aufbauen. Also lasse ich das &uuml;bliche Intervall (vielleicht in dem Falle sogar etwas l&auml;nger) verstreichen und folde erst dann.<br> Weniger wichtig ist dieser Aspekt, wenn man preflop foldet, denn dann wei&szlig; sowieso eigentlich jeder, dass man eine Trash-Hand hat, die nicht spielbar ist. Wenn man allerdings in den Blinds sitzt und auf eine Raise zu folden beabsichtigt, sollte man nicht sofort folden, denn dies k&ouml;nnte sp&auml;tere Versuche zum blind stealing nach sich ziehen. Da sollte man das &uuml;bliche Intervall verstreichen lassen und hat damit signalisiert, dass man die Blinds das n&auml;chste Mal wom&ouml;glich nicht einfach so hergibt.<\/p><p> <strong>Fazit<\/strong><\/p><p> Es wurden jetzt einige Hilfestellungen anhand der beschriebenen Situationen gegeben. Der Leser kann vielleicht einmal anhand seiner eigenen Erfahrung &uuml;berpr&uuml;fen, inwieweit und wie h&auml;ufig die angestellten Vermutungen korrekt oder hilfreich waren. Eins sollte man allerdings nie vergessen: Die Betsequenz ist ein viel wichtigerer Faktor als m&ouml;gliche beobachtete Tells. Denn man darf nie vergessen: Der Gegner k&ouml;nnte genau in der Geschwindigkeit gehandelt haben, um einen zu der provozierten Aktion zu verleiten. Au&szlig;erdem darf man daran erinnern, dass die Geschwindigkeit der Aktionen der Mitspieler auch davon abh&auml;ngen kann, wie konzentriert er gerade auf den Tisch ist. Wenn er Multitabling betreibt, h&auml;ngt die Geschwindigkeit seiner Aktionen im Normalfall einfach davon ab, wie besch&auml;ftigt er gerade an den anderen Tischen ist. M&ouml;glicherweise chattet er auch gerade nebenbei oder schreibt eine E-mail und spielt deshalb gerade etwas langsamer. Umgekehrt spielt er vielleicht gerade besonders schnell, weil er an den anderen Tischen &uuml;berall schon gefoldet hat und er daher mitten im Geschehen ist. <br> Ansonsten kann man noch empfehlen, ein bisschen Heads up zu spielen, wo die Bedeutung des Hand Reading ja eine gro&szlig;e Rolle einnimmt, um aus den gewonnenen Erfahrungen seine Schl&uuml;sse zu ziehen.<\/p><h1>7. Platz: <strong>FreDee<\/strong><\/h1><p> <u>1 Einf&uuml;hrung<\/u><br> Was sind tells?<br> Offline tells<\/p><p> <strong>ONLINE<\/strong><br> <u>2 Erkennen fremder tells<\/u><br> Reaktionszeit <br> Name, Trashalking, Donkbet, tilt<br> Data Mining<br> Spielertypen<br> Muster<\/p><p> <u>3 Vermeiden eigener tells<\/u><br> Selbstsicht<br> Konventionelles Spielen \/ table-image<br> deception<\/p><p> <u>4 Tipps<\/u><\/p><p> <u>5 Ressourcen<\/u><\/p><p> <strong>1. Einf&uuml;hrung<\/strong><\/p><p> Dies ist ein Aufsatz &uuml;ber ein Thema, welches seinen Anspruch auf ein wissenschaftliches Fundament schwerlich verteidigen kann, da wir es hier mit einem rein psychologischen Thema zu tun haben. <br> So ist dieses Thema trotz alledem nicht minder wichtig - schrieb schon einst (1921) der franz&ouml;sische Mathematiker &Eacute;mile Borel folgendes dazu: <br> &bdquo;Die Wahrscheinlichkeitsrechnung kann nur dazu dienen, schlechtes Spiel auszuschlie&szlig;en; dar&uuml;ber hinaus h&auml;ngt die Kunst des Spielens von der Psychologie und nicht von der Mathematik ab.&ldquo;<\/p><p> Alsdann bleibt mir zu zeigen, wie diese &bdquo;Kunst&ldquo; - n&auml;mlich das &bdquo;lesen&ldquo; der H&auml;nde - aussieht. <br> Einen K&uuml;nstler kann ich hier selbstverst&auml;ndlich nicht schaffen. <br> Diese Entwicklung, von einem schlechten \"Leser\" zu einem guten \"Leser\", ist ein Prozess aus Erfahrung, Menschenkenntnis und etwas Talent. <\/p><p> Dar&uuml;ber hinaus kann ich hier keine statistisch signifikanten Daten liefern, wie es in anderen - von der Wahrscheinlichkeitstheorie inspirierten - Ausarbeitungen auf <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/\" target=\"_blank\">www.pokerstrategy.com<\/a> der Fall ist. <br> Auch wird das Ergebnis am Ende des Aufsatzes keine L&ouml;sung zum &bdquo;Lesen&ldquo; der H&auml;nde beinhalten, denn es wurde bereits 1961 gezeigt, dass es unm&ouml;glich ist eine ideale Strategie zu entwickeln, um die Hand des Gegners zu lesen: <br> &bdquo;g&auml;be es eine solche Strategie, dann w&uuml;rden gute Spieler diese Theorie kennen ...&ldquo; so Von Neumann und Morgenstern im Buch &ldquo;Spieltheorie und wirtschaftliches Verhalten&ldquo;.<\/p><p> <strong>Was sind tells?<\/strong><br> Angewohnheiten, Blicke, Stimmlage, K&ouml;rpersprache und vieles mehr sind uns eine wichtige Informationsquellen zur Bestimmung der Handrange (die m&ouml;glichen Bl&auml;tter die ein Spieler h&auml;lt). <br> Meist gen&uuml;gt es, zu &bdquo;wissen&ldquo; wie der Gegner auf &bdquo;gute&ldquo; bzw &bdquo;schlechte&ldquo; Karten reagiert (ScareCards, Volltreffer etc.)<br> Deuten wir diese Information falsch, wird uns das viel Geld kosten. Hingegen &bdquo;lesen&ldquo; wir diese H&auml;nde richtig, so k&ouml;nnen wir unseren Gewinn &uuml;ber den einer strategisch korrekten Spielweise steigern. <\/p><p> <strong>Offline tells:<\/strong><br> Sitzt man mit dem Gegenspieler an einem Tisch und kann Ihn beobachten, so helfen uns zur Entscheidungsfindung tells. Die wohl h&auml;ufigsten tells entnimmt man dem Setzverhalten:<\/p><p> <u>quick caller<\/u> - Meist ein deutliches Zeichen f&uuml;r eine draw hand. Hier muss der betreffende Spieler nicht lange &uuml;ber seinen Zug nachdenken.<br> <u>defensive check<\/u> - Meist bei schw&auml;cheren H&auml;nden; (Slowplay!?)<br> <u>strong bet<\/u> - Oft ein Zeichen f&uuml;r bluff.<br> <u>shy call\/bet<\/u> - St&auml;rke<\/p><p> Ferner sagt einem erfahrendem Spieler die K&ouml;rpersprache und der direkte Augenkontakt etwas &uuml;ber die Qualit&auml;t des Blattes seines Gegners. <br> Hier neigen die meisten Spieler bei einem Bluff zu &bdquo;Posen&ldquo;. <br> Aufrechtes Sitzen und Augenkontakt ist als Zeichen der Einsch&uuml;chterung zu sehen.<br> Hingegen ist die zaghafte - fast unterw&uuml;rfige - Anwesenheit eines Konkurrenten auf dem Pott oft ein Zeichen der St&auml;rke. <\/p><p> Das Inspizieren des eigenen stacks nach dem Erscheinen des Flops deutet auf einen starken Treffer hin.<br> Das deutliche(!) Inspizieren des gegnerischen stacks hingegen wird als &bdquo;Posen&ldquo; und damit als Bluffen (wird gerne von den Chipleader gemacht) identifiziert.<\/p><p> F&uuml;r Profis - die K&uuml;r sozusagen - ist das verwickeln des Gegners in ein Gespr&auml;ch (Frage nach dem stack oder die R&uuml;ckfrage nach der get&auml;tigten Erh&ouml;hung) eine wahre Fundgrube an Informationen. <br> Die Stimme ist unser gr&ouml;&szlig;ter Feind! <br> Nur wirkliche Profis schaffen es Ihre Stimme zu manipulieren. <br> Sprachforscher (Psycholinguisten) zeigten dass ein Zusammenhang zwischen der Stimmlage und dem Wohlbefinden existiert.<br> Eine tiefe Stimme stellt somit ein Zeichen f&uuml;r Entspanntheit, Gute Gef&uuml;hle und Freude dar.<br> Eine hohe Stimme kann als ein Zeichen f&uuml;r eine Stress- bzw. Angstsituation interpretiert werden.<br> Wer diesen Parkur meistert ist n&auml;her an einem Guten als an einem Schlechten Pokerspieler.<\/p><p> Dazu ein Zitat von Richard Nixon: <br> &bdquo;Leise und angenehm sprechende Personen halten meist ein gutes Blatt; <\/p><p> <strong>ONLINE<\/strong><\/p><p> Online hat man weit weniger M&ouml;glichkeiten sich die Schw&auml;chen des Gegners zunutze zu machen. Daf&uuml;r ist man selbst auch viel schwieriger zu lesen. Man ist Anonym.<\/p><p> <strong>2 Erkennen fremder tells:<\/strong><\/p><p> <strong>Reaktionszeit<\/strong><br> Die Reaktionszeit (Setzverhalten) ist Offline, an einem Tisch, schon ein sehr, sehr starker tell. Online kann man das nicht 100prozent so &uuml;bernehmen. <br> Man kann in der Reaktionszeit nur zum einen ein SCHNELL (quickness to respond) und zum anderen ein LANGSAM (slowness to respond) erkennen.<br> Beides kann man interpretieren als direkte Reaktion auf die Hand des Mitspielers. <br> Doch wissen wir nicht, ob der Gegenspieler einfach schnell bedient (automatic play) oder ob er gerade abgelenkt war (TV, multitabling, Web...). <\/p><p> Testen {*1*} konnte man, dass ein Gro&szlig;teil der Spieler, beim Online Poker, sich vom schnellen setzen (76%) dicht gefolgt vom langsamen Setzen (73%) ein Bild von der Hand Ihres Gegners machen.<\/p><p> Auto-Respond ist Online ein deutlicher L&ouml;wenschrei. <br> Wer das Ignoriert wird sicher viel Geld verlieren. Aber auch Bluffen l&auml;sst sich mit Automatic Play &bdquo;perfekt&ldquo;. Da man dem Gegner nicht den Hauch von Zweifel l&auml;sst.<\/p><p> Eine Fehldeutung bei der Reaktionszeit ist nat&uuml;rlich nicht ausgeschlossen und hier m&ouml;chte ich davon abraten, diese tells als Hauptkriterium bei der Entscheidungsfindung zu nutzen.<br> Viele Spieler wissen um diese Statistik und spielen Ihre Monster genau darum schon sehr langsam - wohingegen der Bluff sehr oft schnell und aggressiv gespielt wird. <\/p><p> <strong>Name, Trashtalk, Donkbet, tilt<\/strong><br> <u>Name<\/u> - Spieler mit dem Namen: &bdquo;MadDog&ldquo; oder &bdquo;Gambler&ldquo; tendieren zu aggresiven loose Spiel wohingegen &bdquo;TheRock&ldquo; auf eine tighte Spielernatur schlie&szlig;en l&auml;sst.<br> Sich von dem Namen des Gegners ein Bild von seinem Blatt zu machen, ist wohl eher in die Sparte der Kaffeesatzleserei zu schreiben. <br> Dennoch nuten 8% der Onlinespieler den Namen als Kriterium zur Entscheidungsfindung. Faszinierend!<\/p><p> <u>Trashtalk<\/u> - das chatten - meist wenig sinnbehafteter - Gedanken ist oft ein Zeichen f&uuml;r Konzentrations-\/ Geduldsmangel und meist auf den Genuss von Alkoholika zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. <br> Das dies die Hand des Gegners nicht &auml;ndert, scheint klar. Doch steigt mit dem Alkoholpegel die Risikofreude.<br> Dieses kann (und wird in 29% aller F&auml;lle) mit einbezogen werden in die Deutung der Hand des Gegners und zwar in dem Sinne, dass man die H&auml;nde des Gegners etwas(!) nach unten transpositioniert. <\/p><p> <u>Donkbet<\/u> - eine etwas &bdquo;eselhafte&ldquo; Aktion weist meist auf einen schw&auml;cheren Gegner hin. <br> St&auml;rkere Spieler wollen h&auml;ufig damit Freecards verhindern. Hat man ein gutes Bild vom Gegner so kann man donkbets in Verbindung mit seinem Blatt bringen. Treffer auf den Stra&szlig;en werden gerne &bdquo;gedonkbet&rsquo;ed&ldquo;.<\/p><p> <u>tilt<\/u> - Bei wenigen Spielern &bdquo;sp&uuml;rt&ldquo; man - aufgrund der j&uuml;ngsten Vergangenheit (bad-beat) -dass sie schlechter spielen als ihre Werte aus dem Data Mining vermuten lassen. Dort sollte man seine Daten &uuml;berdenken und vielleicht etwas angleichen an die aktuelle Situation. <\/p><p> <strong>Data Mining<\/strong><br> Die wohl st&auml;rkste Waffe, die wir haben, um die tells unserer Gegner einzuordnen, ist die Auswertung vergangener Spiele. Die Klassifikation unserer Gegner in Spielertypen l&auml;sst Ihre verschiedenen Aktionen an Gewicht gewinnen\/einb&uuml;&szlig;en. <br> Der vorsichtige Spieler, der erh&ouml;ht oder mitgeht ist sehr (!) gef&auml;hrlich. Ein Maniac, der erh&ouml;ht, folgt nur seinem Standardmuster: Gegner durch Aufgabe in die Knie zwingen.<\/p><p> <strong>Spielertypen<\/strong><br> Wenn man etwas &uuml;ber den Spielertyp herausfindet, ist der erste Schritt getan, um seine Karten zu &bdquo;lesen&ldquo;.<br> Wir unterscheiden zwischen tight und loose sowie zwischen aggressive und passiv.<br> Daraus ergeben sich die bekannten 4 Grundmuster, darunter die Callingstation: <br> Tight Aggressive (TAG)<br> Loose Aggressive (LAG)<br> Tight Passiv (Rock)<br> Loose Passiv <\/p><p> <u>TAG:<\/u> Hier deutet ein Call Preflop schon fast auf eine draw Hand hin, viel zu sehr mag er das blind-stealing. Ein check\/call postflop ist schon fast ein sicheres Indiz f&uuml;r eine schwache Hand bzw. ein unkomplettierter Draw. <br> Hier sollte man ihm am besten voll zahlen lassen. <br> Wenn sein draw kommt, l&auml;sst er es einen wissen. Hier ist folden meist eine gute Wahl. TAG&rsquo;s sind recht selektiv in ihren Anfangsh&auml;nden und k&ouml;nnen damit mit scare-boards kaum umgehen und folden schnell. <\/p><p> <u>LAG<\/u>: Trennt sich gerne und viel von Gewinnerh&auml;nden. Fr&uuml;hes callen\/checken sollte man mit raisen beantworten.<\/p><p> <u>Rock<\/u>: Jeder Bet\/Raise sollte hier als sehr starke Hand (Monster) gewertet werden. Ein Rock hasst es Geld zu verschenken. Er ist eigentlich kein Spielertyp und spielt damit nur H&auml;nde, die ihm gefallen und womit man auch &uuml;berdurchschnittlich oft gewinnt. Gegen einen Rock spielt man am besten nach dem Prinzip ausweichen oder bluffen. <\/p><p> <u>Maniac<\/u>: Die H&auml;nde von Maniacs zu lesen, ist naturgem&auml;&szlig; schwer, da sie wirklich alle Karten spielen, denen sie in Ihrer momentanen Gef&uuml;hlslage eine Chance einr&auml;umen. <br> Dann sind sie sich nicht zu fein eine 72o-Hand zu spielen als w&auml;re sie Gold. <br> Maniacs, die zum Ende hin ruhiger werden, haben meist gar nichts auf der Hand und da ist wohl die einzige Chance diese Spieler zu bluffen. Mit mittelstarken H&auml;nden lohnt sich hier oft ein Calldown. <\/p><p> <u>Callingstation: <\/u><br> CS sind bereit auf jeder Stra&szlig;e den &bdquo;normal n&ouml;tigen&ldquo; Betrag von 1SB bzw. 1BB zu &bdquo;zahlen&ldquo;.<br> Sie sehen das als Kosten, die man nicht umgehen kann &ndash; Fold ist meist keine Option. <br> Im Full Ring kann man Sie durch &bdquo;Doppelkosten&ldquo; sprich reraise zur Aufgabe bzw. zu einer Aussage Ihrer H&auml;nde &bdquo;zwingen&ldquo;. <br> Im Heads Up hat man so gut wie keine M&ouml;glichkeiten die Hand des Gegners zu lesen, da hier bei Guten wie bei Schlechten H&auml;nden ausschlie&szlig;lich gecallt wird und damit keine reads m&ouml;glich sind. <br> Als Resultat steht damit:<br> Da Ihre Aktionen im Spiel bei jeder Situation immer die Gleiche ist f&auml;llt es einen schwer - bzw. man kann es f&ouml;rmlich vergessen - diese Spieler zu lesen. <br> Ihr Problem ist, dass Sie auf Ihre Guten Bl&auml;tter kein Value bekommen und auf Ihre Schlechten Bl&auml;tter immer draufzahlen. <br> Man sollte nicht versuchen gegen CS tricky zu spielen (slowplay, c\/r&hellip;). Das geht sicher nach Hinten los.<br> Somit sollte man sich bei jedem &bdquo;besseren&ldquo; Blatt einfach die CS zu nutze machen und mit Ihnen bis zum River spielen. Meist gehen Sie dann beim River, wenn all Ihre &bdquo;M&ouml;glichkeiten&ldquo; ausgesch&ouml;pft sind. <br> Wenn sie einem dann nach 4 Stra&szlig;en passiven Callens zwei Asse zeigen &ndash; frei nach Bobby McFarrin: Don&rsquo;t worry be happy!<\/p><p> Kann man also einem Gegner zu einem Spielertypen zuordnen so verf&auml;llt diese Spieler immer wieder in sein klassisches Muster. <br> Diese Mustererkennung ist sicherlich der entscheidende Vorteil eines guten Spielers gegen&uuml;ber eines weniger guten Spielers und auf das Erlernen dieser Fertigkeit sollte man allerh&ouml;chste Priorit&auml;t legen.<\/p><p> <strong>Mustererkennung<\/strong><br> Untersuchungen zeigen, dass Menschen eher ein konsistentes Wahlverhalten haben.<br> Da wir in jedem Schritt beim Pokern vor eine Wahl zwischen check\/bet, fold\/call\/raise bzw. fold\/call gestellt werden, ist davon auszugehen, dass unsere Gegner maschinell bei vergleichbaren Situationen immer gleich handeln. <br> Somit kann man vermuten, dass ihre Pr&auml;ferenzen zielend (transitiv) sind.<\/p><p> Diese Mustererkennung ist eine reine Erfahrungssache. <br> Man kann einem lerneifrigen ps.Spieler dort nur den Tipp geben, sich das Verhalten der Spieler anzuschauen, w&auml;hrend man nicht spielt. (immerhin in 80% der F&auml;lle!) <\/p><p> <strong>2 Vermeiden eigener tells<\/strong><\/p><p> <strong>Selbstsicht<\/strong><br> Es ist ein Prozess der Selbsterkenntnis sich selbst richtig einzuordnen. Wem das gelingt, der hat es leichter im Leben und nat&uuml;rlich allegorisch auch beim Pokern. <br> Wenn ich &uuml;ber meinen Status als Rock\/Maniac\/TAG auf dem Tisch wei&szlig;, so kann ich auch Spielz&uuml;ge meines Gegners besser einordnen. <br> Damit kann man das Spiel &bdquo;ich wei&szlig;, dass Du wei&szlig;t...&ldquo; spielen und schon beginnt der Antizipationswettkampf. <br> <strong><br> Konventionelles Spielen \/ table Image<\/strong><br> Das table image ist eine reine Wahrnehmungsangelegenheit. Jeder versucht jeden einzusch&auml;tzen. Menschenkenntnis gegen Menschenkenntnis.<br> Eure Gegner versuchen, genau wie Ihr, Euch zu klassifizieren. Sie versuchen Euch in die oben genannten 4 Kategorien plus den Zusatz Gut\/Schlecht zu ordnen. Nutzt dies, indem Ihr Eurem eigenen table-image trotzt. Seit unberechenbar. <br> - Spielt auch mal nicht nach SHC und bindet es alle Welt auf die Nase.<br> - donkbet \/ trashtalk<br> - Ein gezeigter Bluff ver&auml;ndert Euer table image.<\/p><p> <strong>Deception<\/strong><br> Wenn Ihr ausschlie&szlig;lich mit guten H&auml;nden spielt und mit schlechten H&auml;nden foldet, so seid Ihr von Eurem Gegner zu leicht zu durchschauen. Deception (das tarnen und t&auml;uschen) soll Euch vor dem Lesen Eurer Hand sch&uuml;tzen. Kein guter Spieler kann ohne diese T&auml;uschungsman&ouml;ver leben. Die folgenden Tells sollte man zur Tarnung der eigenen Hand an den richtigen Stellen immer mal wieder einf&uuml;gen.<br> -bluff<br> -semibluff<br> -slowplay<br> -donkbet<br> -check-raise<br> -check.behind<br> Sehr oft gewinnt Ihr vor dem showdown. Das findet ausschlie&szlig;lich im Kopf Eures Gegners statt.<\/p><p> <strong>4 Tipps<\/strong><\/p><p> Zum Ende m&ouml;chte ich noch den ein oder anderen Tipp geben, die mir bei der Bearbeitung des Themas &bdquo;Online Tells&ldquo; ein-\/ aufgefallen sind.<\/p><p> <u>1 Deaktiviert die Buddylist<\/u>: Ihr wollt in der Buddylist eines anderen Spielers stehen. Das hat sicher etwas mit Stolz zu tun und den Gedanken &bdquo;...aber ich bin doch kein fish&ldquo; <br> Doch wenn ein Gegner Euch in der Buddylist hat und Euch studiert hat, nimmt er Euch vielleicht viel Geld ab und Ihr merkt es nicht einmal. [PartyPoker\/\/GameRules&amp;Option\/\/Hide Me From Search]<p> <u>2 Aggression beim Gegner erzeugen:<\/u> Wenn Ihr dreimal gegen einen Gegner durch sein folden gewinnt, denkt dr&uuml;ber nach, ein mal &bdquo;trash-downcall&ldquo; zu machen und Ihn Eure Hand unter die Nase zu reiben. Das Emotionalisiert seine Sicht auf Euch und kann nur zu Eurem Vorteil sein.<\/p><p> <u>3 Scare Card:<\/u> Manchen Gegnern &bdquo;merkt&ldquo; man an, dass sie mit der gerade erschienenen ScareCard nicht umgehen k&ouml;nnen. Nutz dies zu einem Bluff (nicht gegen Maniacs).<\/p><p> <u>4 Stack:<\/u> Eure eigene Stackgr&ouml;&szlig;e sollte angemessen sein. Zu Hoch l&auml;sst entweder auf Geltungssucht schlie&szlig;en oder auf einen sehr guten Spieler. Zu niedrig l&auml;sst auf &bdquo;letzte Chance&ldquo; deuten. Alles f&auml;llt den Gegnern auf und es gibt gegen alles ein Mittel. Nur wollen wir ja, dass die Gegner unkonzentriert gegen uns spielen. <\/p><p> <u>5 Wohnort:<\/u> Die Herkunft des Gegners l&auml;&szlig;t keine Schl&uuml;&szlig;e auf die Spielweise oder gar die Hand zu. Auch wenn im Forum gern und viel von den \"schlecht spielenden\" Amerikanern die Rede ist, gibt es auch sehr gut spielende Amerikaner. Es gibt auch schlecht\/gut spielende Deutsche, Finnen und D&auml;nen. Somit eignet sich diese Information nicht zur Deutung der Hand. <\/p><p> <u>6 Anzahl der Mitspieler:<\/u> Wenn sich die Anzahl der Mitspieler an einem Tisch lichten, so spielen die Spieler mit weniger guten Bl&auml;ttern. <\/p><p> <u>7 Position:<\/u> Laut T.J.Cloutier (Autor u.a. von How to Win the Championship: Hold'em Strategies for the Final Table) werden die meisten Bluffs auf der Position small blind und button gespielt (also der erste und der letze Spieler einer Setzrunde - je nach Board und Aggressivit&auml;t der Spieler). Wenn man das wei&szlig;, kann man das schneller durchschauen und auch f&uuml;r sich einsetzen. <\/p><p> <u>8 multi-tabling:<\/u> Wenn man an mehreren Tischen auf seinem Level spielt und dort diverse Spieler sieht, dann kann man von maschinellen Spielen ausgehen und braucht nicht &uuml;berm&auml;&szlig;iger &bdquo;trickness&ldquo; des Gegners erwarten. <br> Ist hingegen ein Spieler &bdquo;nur&ldquo; an einem Tisch zugange (player-search-Fkt. von PP!), kann man nicht mit Aufmerksamkeitsprobleme rechnen. <\/p><p> <strong>5 Ressourcen:<\/strong><\/p><p> <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.pokerstrategy.com\/<\/a><br> <a href=\"https:\/\/twoplustwo.com\/\" target=\"_blank\">http:\/\/twoplustwo.com\/<\/a><\/p><p> {*1*} Alle Prozentangaben wurden bei einem Online durchgef&uuml;hrten Fragebogen ermittelt von <a href=\"https:\/\/www.pokertop10.com\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.pokertop10.com\/<\/a><\/p><p> ISBN: 3-492-23493-3<strong> Lust am Spielen<\/strong><br> ISBN: 348656448X <strong>Spieltheorie f&uuml;r Nichtmathematiker<\/strong><br> ISBN: 3528269979 <strong>Gl&uuml;ck Logik und Bluff<\/strong><br> ISBN: B0000BLYV1 <strong>Spieltheorie und wirtschaftliches Verhalten<\/strong><br> ISBN: 3528068973 <strong>Wer gewinnt das Spiel<\/strong><br> ISBN: 3-9808562-4-0 <strong>Texas Hold'Em Poker<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier findest du der Reihe nach sieben Artikel die an dem Wettbewerb Online Tells teilgenommen haben. 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