	{"id":57213,"date":"2008-08-31T14:23:00","date_gmt":"2008-08-31T14:23:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/109-2\/"},"modified":"2026-07-06T04:48:54","modified_gmt":"2026-07-06T04:48:54","slug":"109-2","status":"publish","type":"strategy","link":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/poker-psychology\/109\/","title":{"rendered":"Mindmapping"},"content":{"rendered":"<?xml encoding=\"utf-8\" ?><h1>Mindmapping<\/h1><h1>Einleitung<\/h1><h2>Problemstellung<\/h2><p>\n Poker ist kein reines Gl&uuml;cksspiel. Es gibt viel zu wissen und viel zu beachten, um Winning Player zu werden und zu bleiben. Gleichg&uuml;ltig, auf welchem Level. Gerade Texas Hold&rsquo;em ist eine der komplexesten Pokervarianten &uuml;berhaupt. Daher ist es wichtig, zu jeder Zeit das maximale Wissen unmittelbar zur Verf&uuml;gung zu haben. Dies gibt dem Winning Player den Vorsprung vor seinen Gegnern.<br>\n Gerade die Komplexit&auml;t des Spieles macht es aber erforderlich, sein Wissen konstant aufrecht zu erhalten und es st&auml;ndig zu erweitern. Dieser Prozess sollte m&ouml;glichst effizient gestaltet werden. Dazu ist es hilfreich, Methoden und Konzepte zu kennen, die Lernprozesse unterst&uuml;tzen und vereinfachen.<\/p><p> Der Anf&auml;nger sieht sich vor einem Wust aus Informationen. Es f&auml;llt ihm schwer, das oft chaotisch auftretende Wissen korrekt einzuordnen und zu vernetzen, um daraus Denkprozesse zu entwickeln, die ihm erlauben, sein Wissen praktisch umzusetzen.<br>\n Der Fortgeschrittene oder Profi hat sich bereits mit so viel Theorie befasst, dass es ihm nicht immer m&ouml;glich ist, den &Uuml;berblick zu behalten. Manchmal werden auch Missverst&auml;ndnisse und Wissensl&uuml;cken mitgeschleppt.<br>\n Es besteht also in allen F&auml;llen ein Bed&uuml;rfnis, sein Wissen und seinen Wissenserwerb ordentlich zu strukturieren.<\/p><h2>L&ouml;sungsansatz<\/h2><p> Hier kommt nun das Mindmapping zum Zuge. Mindmapping selbst ist im Grunde genommen nichts anderes als eine Technik, sich Notizen zu machen. <\/p><p> Die herk&ouml;mmliche Methode kennt jeder: unter einer &Uuml;berschrift werden Zeile f&uuml;r Zeile Stichworte, ganze S&auml;tze oder kleine Tabellen geschrieben. Diese Art von Aufzeichnung nennt man &bdquo;linear&ldquo;, da sie von oben nach unten Schritt f&uuml;r Schritt passiert.<br>\n Was ist daran falsch? &bdquo;Falsch&ldquo; ist sie sicherlich nicht. Sie ist aber nicht optimal. Das liegt daran, dass das menschliche Gehirn nicht in dieser linearen Weise funktioniert. Das Gehirn arbeitet eher &bdquo;radial&ldquo;, d.h. kreisf&ouml;rmig. Man gibt dem Hirn ein Stichwort und es bildet direkt Assoziationsketten und verwandte Begriffe kommen einem in den Sinn. Diese sind bei jedem Menschen unterschiedlich, je nachdem, wie er bisher gelebt und gelernt hat. Der Effekt ist wahrscheinlich jedem vom sogenannten &bdquo;Brainstorming&ldquo; bekannt.<\/p><p> Der Sinn von Mindmapping ist nun, diese f&uuml;r den Verstand nat&uuml;rlichere Herangehensweise zu nutzen. Es gilt also, Assoziationen zwischen bereits bekanntem und neuem Wissen herzustellen oder auch die Verbindung zwischen bekanntem Wissen zu verst&auml;rken. Hier ein Beispiel spontaner Einf&auml;lle auf das Stichwort &bdquo;Poker&ldquo; hin als Mindmap dargestellt:<\/p><p> <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/download\/wishmaster\/Bild1.gif\" width=\"742\" height=\"268\"><\/p><h1>Die Technik<br>\n<\/h1><p>\n Mindmapping ist ein kreativerer Prozess als traditionelles Notizenmachen. Mindmaps werden nicht geschrieben. Sie werden &bdquo;gemalt&ldquo;. Ein Beispiel f&uuml;r eine Mindmap ist schon das Bild oben.<\/p><p> <b>Hier die Schritte:<\/b><br>\n a) Zuerst muss man einen zentralen Begriff finden. Dieser soll Ausgangspunkt und Thema der Mindmap sein. Dies ist normalerweise das, was man gerade lernen will. Z.B. &bdquo;Standardmoves&ldquo; oder &bdquo;Overcards&ldquo; oder &bdquo;Spielertypen und Anpassung&ldquo;. Ideal ist es, wenn man diesen zentralen Begriff als Bild darstellen kann. Also ein gemaltes &bdquo;AK&ldquo; als Sinnbild f&uuml;r Overcards, beispielsweise.<\/p><p> b) Dieser zentrale Begriff wird in die Mitte eines quer gelegten leeren Blattes geschrieben und umkreist. Der Ausgangspunkt der Mindmap liegt immer in der Mitte. Das Zentrum muss im Zentrum sein. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zur herk&ouml;mmlichen Notiz. Die Gedanken sollen sich von diesem Mittelpunkt in alle Richtungen ausbreiten k&ouml;nnen.<\/p><p> c) Nun wird von diesem zentralen Punkt aus ein Unterpunkt gebildet und dieser mit einem sch&ouml;n geschwungenen Strich verbunden. Gerade Linien sind auf Dauer langweilig f&uuml;r das Gehirn. Die Linien k&ouml;nnen daher alle Formen und Farben haben.<\/p><p> d) Von diesen Unterpunkten aus werden weitere Unterpunkte gebildet, die ebenfalls immer mit dem n&auml;chsth&ouml;heren Verbunden werden. Es entsteht mit der Zeit ein Netz aus Punkten, die miteinander verbunden sind.<\/p><p> Dinge, die beachtet werden sollten:<\/p><p> - Mindmaps sollten m&ouml;glichst ganz analog mit der Hand gemalt werden. Es gibt Computerprogramme, mit denen man Mindmaps herstellen kann. Dies ist aber nicht 100% Sinn der Sache. Der Lernprozess gestaltet sich am besten, wenn man m&ouml;glichst viele Lernkan&auml;le nutzt. Das Zeichnen mit der Hand ist ein wesentlicher Aspekt, weil das Gehirn die Inhalte besser verkn&uuml;pft, als wenn man sie am Bildschirm entstehen l&auml;sst.<\/p><p> - Es sollte immer mit Farben gearbeitet werden. Mindmapping ist ein kreativer Prozess. Dazu geh&ouml;rt auch, dieser Kreativit&auml;t ihren Lauf zu lassen. Mindmaps sollen farbenfroh sein und das Auge in allen m&ouml;glichen Weisen ansprechen. Grau in grau wird schlechter behalten als bunt und auff&auml;llig.<\/p><p> - Es sollten Bilder verwendet werden. Das Gehirn denkt nicht in Schrift sondern in Bildern. Dies sollte auch beim Mindmapping mit eingearbeitet werden. Es bietet sich zum Beispiel an, f&uuml;r Check, Raise und Fold immer die gleichen Symbole zu nutzen. Es muss nicht sch&ouml;n sein, sondern individuell.<\/p><p> - Man sollte nicht die Maps anderer Leute &uuml;bernehmen, sondern nur eigene anfertigen. Wie schon in der Einleitung gesagt, sind die Assoziationsketten, die jeder Mensch hat und die durch Mindmapping erzeugt und verst&auml;rkt werden sollen, individuell. Keine zwei Menschen denken gleich. Daher ist die Mindmap eines anderen Menschen meist nicht zum eigenen Lernen geeignet. Der Ersteller der Map hatte andere Denkwege, die ihren Einzug in die Map gehalten haben. Diese k&ouml;nnen wir nicht &uuml;bernehmen. Es ist v&ouml;llig in Ordnung, Inspiration aus anderer Leute Maps zu ziehen. Die eigene Version sollte aber immer selbst&auml;ndig erzeugt werden.<\/p><p> - Die Unterpunkte sollten immer nur aus einem Wort bestehen. Dies h&auml;ngt auch damit zusammen, dass das Gehirn nicht in Schrift und Worten denkt. Die einzelnen Unterpunkte sollen daher keine Romane enthalten. Ein wesentlicher Schritt, sein Wissen zu meistern ist auch, es auf Kerninhalte reduzieren zu k&ouml;nnen. Die Devise lautet: finde den &Uuml;berbegriff. Sollte dieser zu abstrakt und zu wenig aussagekr&auml;ftig erscheinen, m&uuml;ssen Unterpunkte gebildet werden, die dann n&auml;her ins Detail gehen. Das ist gerade der Sinn von Mindmapping. Die deutsche Sprache l&auml;sst es nicht immer zu, nur ein Wort zu verwenden. Sollte man einmal in der Situation sein, dass der Punkt sonst unverst&auml;ndlich wird, kann man nat&uuml;rlich auch mehrere Worte benutzen. Nur sollte man sich dabei bem&uuml;hen, ihre Anzahl m&ouml;glichst gering zu halten.<\/p><p> - Zwischen Punkten, die inhaltlich zusammengeh&ouml;ren oder aufeinander Einfluss haben, k&ouml;nnen und sollen Verbindungen gezogen werden. Es bietet sich meist an, Pfeile einzuzeichnen. Dadurch spart man sich Wiederholungen. Au&szlig;erdem werden die zusammengeh&ouml;renden Teile durch die grafische Querverbindung st&auml;rker miteinander vernetzt. Also genau der Effekt, den wir erreichen wollen.<\/p><p> - Die Linien, die die Unterpunkte miteinander verbinden, d&uuml;rfen nicht unterbrochen sein. Es muss sich im Ergebnis ein &bdquo;Stra&szlig;ennetz&ldquo; ergeben, auf dem man von einem Punkt ohne Unterbrechung zum gegen&uuml;berliegenden Punkt kommt.<\/p><h1>Anwendungsbeispiele<br>\n<\/h1><p>\n Es folgen nun einige Beispiele, wie man Inhalte mit Mindmaps grafisch aufbereiten kann. Die Maps sind nicht vollst&auml;ndig und geben den verwendeten Stoff nur in Ausz&uuml;gen wieder. Es soll ein Eindruck vermittelt werden, was man alles machen kann.<\/p><h2>Eigene Fehleranalyse<\/h2><p>\n Ein wesentlicher Aspekt auf dem Weg zum Winning Player oder bei dem Versuch, ein solcher zu bleiben, ist, ehrlich und aggressiv mit den Schw&auml;chen des eigenen Spiels umzugehen. Es bietet sich daher an, eine Mindmap zu f&uuml;hren, in die die eigenen Fehler, die einem w&auml;hrend des Spiels oder bei der Analyse einer Session auffallen, aufgenommen werden.<br>\n Dies k&ouml;nnte beispielsweise so aussehen:<\/p><p> <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wishmaster\/Bild2.gif\" width=\"742\" height=\"198\"><\/p><h2>Artikelinhalte: Standardmoves<\/h2><p>\n Eine andere M&ouml;glichkeit ist es, Lerninhalte aus Artikeln grafisch aufzubereiten. Eine M&ouml;glichkeit sind z.B. die Standardmoves in HU-Situationen postflop. Je nach Grad des Fortschritts mit oder ohne Ber&uuml;cksichtigung der Gegnertypen. Hier zeigt sich auch der Vorteil der besseren &Uuml;bersichtlichkeit: alle Moves auf einem Blatt und leicht zu finden. In diesem Beispiel nach Gegnertypen geordnet:<\/p><p> <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wishmaster\/Bild3.gif\" width=\"743\" height=\"465\"><\/p><h2>Artikelinhalt: Gegnertypen<\/h2><p>\n Es k&ouml;nnen aber auch Inhalte wie die unterschiedlichen Gegnerarten herangezogen werden zusammen mit den Anpassungen des eigenen Spiels. Was sonst auf mehreren Seiten Flie&szlig;text verteilt ist, wird nun auf einem gro&szlig;en Blatt (am besten einen Din-A3-Block anschaffen) leicht verdeutlicht.<\/p><p> <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wishmaster\/Bild4.gif\" width=\"741\" height=\"214\"><\/p><h2>Gedankeng&auml;nge automatisieren<\/h2><p>\n Gerade Anf&auml;nger haben oft Schwierigkeiten, sich an alles zu erinnern, was sie w&auml;hrend einer Hand bedenken m&uuml;ssen. Daher eignet sich Mindmapping besonders gut, hier Prozesse zu automatisieren. Diese Map kann immer mehr erweitert werden, je mehr man lernt. Die &bdquo;alten&ldquo; Kenntnisse geraten dabei nicht in Vergessenheit. Hier ein Beispiel f&uuml;r Gedanken, die man sich regelm&auml;&szlig;ig preflop und am Flop machen sollte:<\/p><p> <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wishmaster\/Bild5.gif\" width=\"742\" height=\"164\"><\/p><p> Weitere M&ouml;glichkeiten w&auml;ren z.B. Equityanalysen f&uuml;r einzelne Handtypen (suited Aces, Suited Connectors) gegen&uuml;ber verschiedenen Ranges aufzuzeichnen, da diese zumeist schwer zu behalten sind oder Profile einzelner Gegner anzulegen, gegen die man sehr h&auml;ufig spielt.<\/p><h1>Abschlie&szlig;ende &Uuml;berlegungen<br>\n<\/h1><p>\n Es zeigt sich also, dass Mindmapping es m&ouml;glich macht, auch komplexe Sachverhalte grafisch aufzubereiten. Dies braucht etwas &Uuml;bung. Wenn man sich aber einmal daran gew&ouml;hnt hat, geht es unglaublich einfach von der Hand, da es den nat&uuml;rlichen Denkprozess des Gehirns nutzt.<br>\n Wenn man neue Inhalte lernen m&ouml;chte, empfiehlt es sich zus&auml;tzlich, einen guten Wiederholungsrhythmus zu haben. Die Mindmaps sollten nach 24 Stunden, dann wieder nach einer Woche, anschlie&szlig;end nach einem Monat und dann ein halbes Jahr sp&auml;ter wiederholt werden. Dies geht meist durch einfaches durchlesen der Mindmap von der Mitte aus. Danach sind die Inhalte tief in das Gehirn eingepr&auml;gt und stehen jederzeit zur Verf&uuml;gung.<\/p><p> Ein Wort zum Abschluss: dieser Artikel enth&auml;lt einige Beispielmindmaps, die der eine oder andere vielleicht mag und deshalb nutzen m&ouml;chte. Es sollte sich daher noch einmal vergegenw&auml;rtigt werden: eine gute Map ist nur eine Map, die man selber gemalt hat. Es sollten also aus diesem Artikel keine Maps blind &uuml;bernommen werden. Nutze sie besser als Inspiration und erstelle eine eigene. Die &Uuml;berraschung ist oft gro&szlig;, wenn hinterher dann deutlich wird, dass die eigene Map doch anders geworden ist als die Vorlage.<\/p><h1>Literatur und Software<\/h1><p>\n Wer sich tiefergehend mit dem Thema Mindmapping besch&auml;ftigen m&ouml;chte, insbesondere, weil er die Technik f&uuml;r andere Bereiche im Leben einsetzen will, dem sei hier etwas Literatur ans Herz gelegt:<\/p><p> F&uuml;hrender Autor ist Tony Buzan. Seine B&uuml;cher sind oft etwas rei&szlig;erisch und streckenweise inhaltsarm. Wie Lebensratgeber eben so sind. Zu empfehlen als Ein- und &Uuml;berblick ist aber &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/344216656x\/sr=8-3\/qid=1155129384\/ref=pd_ka_3\/302-2709692-7208831?ie=utf8&amp;s=gateway\">Das kleine Mind-Map-Buch<\/a> &ldquo; <\/p><p> <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/344216656x\/sr=8-3\/qid=1155129384\/ref=pd_ka_3\/302-2709692-7208831?ie=utf8&amp;s=gateway\" target=\"_blank\"><\/a><\/p><p> Dies ist f&uuml;r ca. 4 &euro; erh&auml;ltlich. Wer es etwas umfangreicher mag, der m&ouml;ge einen Blick in &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/0563487011\/sr=8-7\/qid=1155129384\/ref=sr_1_7\/302-2709692-7208831?ie=utf8&amp;s=gateway\">The Mind Map Book<\/a> &ldquo; vom gleichen Autor werfen <\/p><p>\n Wer einmal Mind Maps am Computer herstellen m&ouml;chte oder muss (f&uuml;r eine Pr&auml;sentation oder &auml;hnliches), der sollte sich &bdquo;<a href=\"https:\/\/freemind.sourceforge.net\/wiki\/index.php\/main_page\">FreeMind<\/a> &ldquo; anschauen. Dies ist ein kostenloses Java-Programm, mit dem auch die Beispiele f&uuml;r diesen Artikel erstellt wurden. Funktioniert der Link nicht, dann googelt einfach nach \"Freemind\".<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Artikel wird Mindmapping vorgestellt. 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