	{"id":57279,"date":"2008-08-22T08:17:00","date_gmt":"2008-08-22T08:17:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/266\/"},"modified":"2026-07-06T04:49:56","modified_gmt":"2026-07-06T04:49:56","slug":"266","status":"publish","type":"strategy","link":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/various-poker\/266\/","title":{"rendered":"Live Poker-Tells"},"content":{"rendered":"<?xml encoding=\"utf-8\" ?><h1>Live Poker-Tells<\/h1><h1 align=\"left\">Einleitung<\/h1><p><b><i>In diesem Artikel<\/i><\/b><\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li><i>Was Tells sind<br>\n\t<\/i><\/li>\n<li><i>Welche Arten von Tells es gibt<br>\n\t<\/i><\/li>\n<li><i>Wie du sie am Tisch erkennst und f&uuml;r dein Spiel nutzt<br>\n\t<\/i><\/li>\n<\/ul><div style=\"text-align: center; margin-bottom: 12px\">\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/download\/content\/bilder\/ps_trennlinie.jpg\" width=\"100%\" height=\"1\">\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nDas Verst&auml;ndnis und Beherrschen der strategischen Grundlagen sind wesentliche Voraussetzungen, um im Poker langfristig Gewinn zu erzielen. Doch &uuml;ber diese Grundlagen hinaus wirst du als ein fortgeschrittener Spieler deinen Profit nicht mehr allein aus deren Anwendung und kontinuierlichen Verbesserung ziehen, sondern aus dem Erlangen der psychologischen &Uuml;berlegenheit &uuml;ber deine Gegner. Du wirst deinen Gewinn dann maximieren k&ouml;nnen, wenn du in der Lage bist, dich in deine Gegner hineinzuversetzen und deine Spielweise an diese anzupassen.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nBesonders wertvoll wird diese F&auml;higkeit beim Livepoker. Anders als beim Onlinepoker versteckt sich dein Gegner nicht hinter einer virtuellen Maske, sondern sitzt dir in Fleisch und Blut gegen&uuml;ber. Ein guter Weg, um mehr &uuml;ber die Motivation und Gedankenwelt deines Gegners zu erfahren, sind Tells.\n<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" align=\"left\">Definition und Arten von Tells<\/h1><p class=\"emoNormal\">\n&bdquo;To tell&ldquo; (sth. about somebody) bedeutet &uuml;bersetzt &bdquo;etwas erz&auml;hlen, berichten&ldquo; (&uuml;ber jemanden).\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\n<b>Definition: Jedes Verhalten eines Spielers, welches R&uuml;ckschl&uuml;sse &uuml;ber seine Hand zul&auml;sst, ist ein Tell. <\/b>\n<\/p><p class=\"emoListintro\">\nGenerell kannst du Tells in zwei Kategorien einordnen:\n<\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li><b>Unbewusste Tells <\/b><br>\n\tvon Spielern, die sich unbeobachtet f&uuml;hlen <\/li>\n<li><b>Bewusste Tells <\/b><br>\n\tvon Spielern, die schauspielern<\/li>\n<\/ul><p class=\"emoNormal\">\nUm sie zu entdecken und f&uuml;r dich nutzen zu k&ouml;nnen, solltest du vor allen anderen eine Regel verinnerlichen:\n<\/p><table class=\"emoMerkbox\" border=\"0\" cellspacing=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"emoMerkbox1\">WICHTIG<\/td>\n<td class=\"emoMerkbox2\">&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"emoMerkbox3\" colspan=\"2\">SCHAUE DEINEN GEGNER AN, NICHT DEINE KARTEN.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table><p class=\"emoNormal\">\nBesonders gilt das in den Momenten, wenn die Holecards verteilt sowie die Gemeinschaftskarten aufgedeckt werden. Deine Karten &auml;ndern sich nicht, die Emotionen deiner Gegner in Bezug auf ihre Hand schon.\n<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">\nUnbewusste Tells\n<\/div><div class=\"emoSubhead\">\nDER ERSTE EINDRUCK\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nDer erste Eindruck von einem Mitspieler kann schon der erste Tell sein. Der Charakter eines Menschen spiegelt sich oft in seiner Spielweise wieder. So agieren Leute, die ihre Chips ordentlich stapeln, eher konservativ. Anders dagegen Spieler, die einen bunten, unordentlichen und un&uuml;bersichtlichen Haufen Chips vor sich liegen haben. Sie spielen wahrscheinlich loose-aggressive.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\">\nDIE K&Ouml;RPERHALTUNG\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nNicht wenige Spieler verraten durch ihre K&ouml;rperhaltung ungewollt die St&auml;rke ihres Blattes. So ist eine unbewusste Ver&auml;nderung der Sitzposition, eine straffere und nach vorne gebeugte Haltung, ein Indiz f&uuml;r eine starke Hand. Bei einer schwachen Hand zeigen sie h&auml;ufig weniger K&ouml;rperspannung, z.B. erkennbar an h&auml;ngenden Schultern.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\">\nNERVOSIT&Auml;T\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nEs wird h&auml;ufig angenommen, dass nerv&ouml;ses Verhalten einen Bluff widerspiegelt. Immerhin steht meist viel auf dem Spiel. Doch in den meisten F&auml;llen ist augenscheinliche innere Unruhe ein Zeichen von St&auml;rke. Zum einen ist wirkliche Nervosit&auml;t sehr schwer schauspielerisch darzustellen. Zum anderen soll der Kontrahent bei einem Bluff eher den Eindruck eines souver&auml;nen, ruhigen Gegners erhalten. Spieler, die eine schwere Entscheidung zu treffen haben, werden daher versuchen, ihre Nervosit&auml;t zu kontrollieren, beispielsweise durch das Festhalten der einen mit der anderen Hand.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nErh&auml;lt ein Spieler eine gro&szlig;artige Karte auf dem River und beginnt auf einmal zu zittern, dann ist das kein Anzeichen von Schw&auml;che, sondern oft eine Art Ventil, die aufgebaute Spannung zu l&ouml;sen. Gerade unerfahrene Spieler schieben erleichtert mit zittrigen, schwitzenden H&auml;nden alle Chips in die Mitte. Tu ihnen nicht den Gefallen zu callen.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nDes Weiteren legen eine Menge Spieler nerv&ouml;se Angewohnheiten an den Tag. Sie trommeln beispielsweise mit den Fingern, wackeln mit einem Bein unterm Tisch oder klappern mit ihren Chips. Wenn also jemand etwas setzt und die ganze Zeit mit seinen Chips klappert, aber damit pl&ouml;tzlich aufh&ouml;rt, wenn ein Gegen&uuml;ber zu seinen Chips greift, dann deutet diese unbewusste Geste auf einen Bluff hin. Der Spieler f&uuml;hlt sich offensichtlich unwohl. Bei einer starken Hand schenken Spieler ihren Gegner generell weniger Aufmerksamkeit, sie gehen ihren Angewohnheiten weiter nach.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\">\nINNERE ANSPANNUNG\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nSpieler, die eine Hand von f&uuml;r sie gro&szlig;er Wichtigkeit spielen, sind innerlich angespannt. Automatisch erh&ouml;ht sich der Adrenalinaussto&szlig;, spannen sich die Muskeln, erweitern sich die Pupillen, erh&ouml;ht sich die Herzschlagrate, die Kehle scheint auszutrocknen und die Stimmlage ver&auml;ndert sich.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nNicht umsonst tragen viele Spieler Kapuzenpullover, um ihre Halsschlagader zu verdecken. Ob diese Reaktionen nun Hinweise auf ein gutes oder schlechtes Blatt sind, l&auml;sst sich nur schwer entscheiden. In der Regel versucht jemand mit einer schlechten Hand seine Anspannung zu unterdr&uuml;cken, bewirkt dadurch aber oft genau das Gegenteil.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\">\nDIE ATMUNG\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nEin sehr aussagekr&auml;ftiger Tell ist die Atmung eines Spielers. Eine Ver&auml;nderung der Atmung ist keine Schauspielerei. Je n&auml;her du deinem Gegner bist, desto besser wirst du diesen Tell f&uuml;r dich nutzen k&ouml;nnen. Eine flache Atmung oder der Versuch lautes Atmen zu vermeiden, kann auf eine schwache Hand deuten.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\">\nDER CALLING-REFLEX\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nBluffer werden alles versuchen, um so normal wie m&ouml;glich zu wirken. Der Grund f&uuml;r dieses Verhalten ist der Calling Reflex. Vor allem unerfahrene Spieler zeigen dieses Verhaltensmuster. Sie lieben den Showdown und suchen bei ihrem Kontrahenten nach Signalen, die ihnen hinterher als Entschuldigung dienen k&ouml;nnen. Sie werden ihre Entscheidung oft weniger von der St&auml;rke ihrer Hand als von ihrem Ego abh&auml;ngig machen. Fast alle Bluffer verhalten sich deswegen instinktiv ruhig und m&ouml;glichst unauff&auml;llig.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\">\nMIMIK\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nFalls jemand seinen Mund mit seiner Hand verdeckt, so h&auml;lt er h&auml;ufig eine schwache Hand. Er m&ouml;chte seine Emotionen verdecken. Im &uuml;bertragenen Sinn m&ouml;chte er eine L&uuml;ge nicht preisgeben, die man in seinem Gesicht lesen k&ouml;nnte. &Auml;hnlich verh&auml;lt es sich mit einem Spieler, der einem Blick nicht standhalten kann. Er hat Angst, dass seine Augen ihn verraten k&ouml;nnten.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\">\nBLICK AUF DIE CHIPS\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nDas ist wahrscheinlich der wertvollste unbewusste Tell. Wirft ein Spieler einen kurzen Blick auf seine Chips und schaut sofort wieder weg, dann m&ouml;chte er betten. Eine Abwandlung ist der schnelle Blick auf die Chips seines Gegners, was jedoch dasselbe bedeutet. Wichtig ist, dass er sich dabei unbeobachtet f&uuml;hlt.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\">\nNOCHMALIGES ANSCHAUEN DER HAND\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nGerade bei Anf&auml;ngern ein zuverl&auml;ssiger Tell. Die Rede ist hier von einem unbewussten, kurzen Blick in die eigenen Holecards. Wenn beispielsweise der Flop drei Karten in Herz offenbart und sich dein unerfahrener Gegner seine Hand nochmals anschaut, dann hat er mit gro&szlig;er Wahrscheinlichkeit keinen Flush.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nGerade Anf&auml;nger merken sich bei ihrer Starthand (offsuit) nicht die Farben. Nur bei einer gleichfarbigen Starthand (suited) merken sie sich die exakten Karten. Von daher kannst du davon ausgehen, dass dein Gegner in dem Beispiel h&ouml;chstens ein Herz h&auml;lt.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\">\nAUSTAUSCH VON NETTIGKEITEN\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nIst ein Gegner nach einer Bet freundlich zu dir, dann spielt er wahrscheinlich einen Bluff. Er m&ouml;chte dich nicht in eine pers&ouml;nliche Konfrontation verwickeln und du sollst dich auf deine Hand konzentrieren. Anders ein freundlicher Spieler, der pl&ouml;tzlich unfreundlich wird. Hier gilt genau das Gegenteil, er m&ouml;chte wahrscheinlich gecallt werden.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nEin weiterer Tell ist das Grinsen. Jemand der versucht ernst zu bleiben und dann unfreiwillig ein L&auml;cheln entbl&ouml;&szlig;t, h&auml;lt mit einiger Sicherheit eine Monsterhand. Ein Spieler mit einem nat&uuml;rlichen L&auml;cheln hat eher eine gute Hand, im Gegensatz zu jemandem, der ein aufgesetztes L&auml;cheln erzwingt.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\">\nBESCH&Uuml;TZEN DER HAND\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nSo wie man einen Goldschatz bewachen w&uuml;rde, tun dies viele Spieler unbewusst mit einer guten Starthand. Sie schauen kurz, verdecken ihre Karten schnell und halten ihre H&auml;nde sch&uuml;tzend dar&uuml;ber.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\">\nH&Auml;NDE AUSSENSTEHENDEN ZEIGEN\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nUnerfahrene Spieler werden h&auml;ufig Freunden oder Partnern w&auml;hrend einer Hand ihre Holecards zeigen. In diesen F&auml;llen halten sie mit gro&szlig;er Zuverl&auml;ssigkeit eine starke Hand. Daf&uuml;r sprechen vor allem zwei Gr&uuml;nde. Erstens m&ouml;chte der Betreffende zeigen, dass er ein guter Spieler ist. Das kann er nur mit einer legitimen Hand, wahrscheinlich einer made Hand, die auch der vermeintliche Laie als solche erkennen k&ouml;nnte. Zweitens k&ouml;nnte derjenige, der sich die Karten anschaut, einen Bluff verraten.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\">\nINSTANT-BET\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nWenn jemand seine Hand anschaut und direkt setzt, dann ist dies besonders bei unerfahrenen Spielern ein Hinweis f&uuml;r ehrliches Spiel. Die meisten Menschen werden sich vor einem Bluff etwas Zeit nehmen, schlie&szlig;lich soll die Aktion &uuml;berlegt wirken. Au&szlig;erdem vermeiden sie jede auff&auml;llige Handlung, um kein Misstrauen zu erwecken.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\">\nDER GRIFF ZUM GLAS\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nOft werden Gegner, die einen Bluff spielen, danach zum (Bier-)Glas greifen. Es soll normal wirken, doch gerade das sollte dir auffallen.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\">\nZIGARETTE\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nAuch an der Art und Weise, wie manche Leute ihre Zigarette rauchen, kannst du R&uuml;ckschl&uuml;sse auf die St&auml;rke einer Hand ziehen. So deutet das unbewusste Aussto&szlig;en einer gro&szlig;en Rauchwolke eher auf eine starke Hand hin und dein Call ist dem Gegner ziemlich egal. Wenn er jedoch m&ouml;glichst unauff&auml;llig ausatmet, so spielt er h&auml;ufiger einen Bluff. Dieser Tell ist sehr vage und sollte nach M&ouml;glichkeit nur in Kombination mit anderen verwendet werden.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\">\nWIE JEMAND SETZT\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nWie jemand seine Chips in die Mitte bewegt, kann ebenfalls einiges &uuml;ber seine Hand verraten. H&auml;lt er ein starkes Blatt und will seinen Gegner zum Callen ermutigen, so wird er kein gro&szlig;es Spektakel machen. Er m&ouml;chte niemanden verschrecken und wird entweder gar nichts sagen oder den Wert seiner Chips beil&auml;ufig verk&uuml;nden.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nAnders verh&auml;lt sich ein Spieler mit einer schwachen Hand. Er wird seine Bet meist optimistisch oder autorit&auml;r laut verk&uuml;nden. Ist dieses Verhalten nicht unlogisch? Denn eigentlich versuchen Bluffer doch, um keinen Preis aufzufallen. Trotzdem ist das Verhalten verst&auml;ndlich, denn solange er die vor&uuml;bergehende Kontrolle innehat, versucht er seinen Gegner aus der Hand zu verjagen, indem er ihn einsch&uuml;chtert. Erst danach wird er versuchen unauff&auml;llig zu erscheinen.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nEin weiteres Signal ist das &uuml;bertriebene Setzen der Chips. Jemand der seine Chips mit Betonung in Richtung seines Gegners bewegt, vielleicht wirft, m&ouml;chte ihn wahrscheinlich einsch&uuml;chtern. Gute Indizien sind ein ausgestreckter Unterarm sowie ein &uuml;bertriebenes Strecken der Fingerspitzen.\n<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">\nBewusste Tells\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nDoyle Brunsons legend&auml;res Buch &bdquo;Super System&rdquo; enth&auml;lt eine sehr aufschlussreiche, von Mike Caro verfasste Passage, die frei &uuml;bersetzt wie folgt lautet:\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\n&bdquo; Die meisten Menschen k&ouml;nnen nicht leben, wie sie m&ouml;chten. Als Kinder mussten sie Hausarbeiten machen, die sie hassten, [...] .\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nAls Erwachsene m&uuml;ssen sie mit Leuten auskommen, die sie nicht m&ouml;gen, vort&auml;uschen, sich gut zu f&uuml;hlen, wenn sie sich miserabel f&uuml;hlen, handeln, als h&auml;tten sie alles unter Kontrolle, obwohl sie verunsichert und &auml;ngstlich sind.&ldquo; <a href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\" title=\"sdfootnote1anc\">1<\/a>\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nDiese Leute sind Schauspieler. Sie geben vor eine Person zu sein, die sie gar nicht sind. Am Pokertisch handeln sie unbewusst nach dem Motto: &bdquo;Wenn ich mich hier nicht verstelle, k&ouml;nnen die anderen mein wahres Ich erkennen.&ldquo;\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nDeshalb werden diese Leute mit einer starken Hand Schw&auml;che vort&auml;uschen und miteiner schwachen Hand St&auml;rke. Das Prinzip von &bdquo;strong means weak and weak means strong&ldquo; wird auf die gro&szlig;e Mehrheit deiner Mitspieler zutreffen.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nDein Ziel muss es immer sein, herauszufinden, ob ein Gegner schauspielert oder nicht. Schauspielert er, dann entscheide, was er bezwecken m&ouml;chte und mache genau das Gegenteil.\n<\/p><p class=\"emoListintro\">\nDas festzustellen ist nicht einfach, doch es gibt zwei zuverl&auml;ssige Indikatoren:\n<\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li>Dein Gegner muss sich von dir beobachtet f&uuml;hlen.<\/li>\n<li>Deine Entscheidung muss f&uuml;r ihn von Bedeutung sein. <\/li>\n<\/ul><p class=\"emoNormal\">\nBeide Indikatoren m&uuml;ssen in der Regel zutreffen.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\">\nGESPIELTE SCHW&Auml;CHE\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nVorget&auml;uschte Schw&auml;che kann sich z.B. als Seufzen darstellen, als Schulterzucken, langes Gr&uuml;beln, als alle m&ouml;glichen Anzeichen von gespieltem Desinteresse. Spieler die Schw&auml;che vorgeben, haben eine starke Hand. Sie m&ouml;chten ihre Gegner durch ihr T&auml;uschungsman&ouml;ver zu einem Call oder sogar zu einem Raise ermutigen.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nJemand der w&auml;hrend einer Hand bewusst wegschaut, ist in der Regel gef&auml;hrlich. Er handelt so, als sei ihm die Hand egal, um eine gegnerische Aktion zu provozieren. Besonders h&auml;ufig passiert das, wenn der Flop gedealt wird. Ein kurzer Blick auf den Flop und der folgende Blick zur Seite sind das Indiz f&uuml;r St&auml;rke.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nDieser Tell wird dir in verschiedenen Formen begegnen, wobei unerfahrene Spieler eher zur &Uuml;bertreibung neigen. &Auml;hnlich verh&auml;lt es sich mit Leuten, die nicht am Zug sind und so tun, als ob sie die Hand wegwerfen m&ouml;chten.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nDie meisten Spieler treffen ihre Entscheidung innerhalb von wenigen Sekunden. Gr&uuml;belt hingegen jemand sehr lange, um schlie&szlig;lich kr&auml;ftig zu erh&ouml;hen, so will er eher vort&auml;uschen, dass ihm die Entscheidung unglaublich schwer gefallen sei. Normalerweise k&ouml;nnt ihr von einer sehr starken Hand oder gar einer Monsterhand ausgehen.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\">\nGESPIELTE ST&Auml;RKE\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nWenn du die Tells der gespielten Schw&auml;che richtig nutzt, kannst du es vermeiden, eine Menge Geld zu verlieren. Wesentlich profitabler, jedoch auch riskanter, ist das Entlarven von gespielter St&auml;rke. Durch einen richtigen Tell und einen mutigen Call kannst du manchmal H&auml;nde f&uuml;r dich entscheiden, deren Gewinn du sonst gar nicht in Betracht gezogen h&auml;ttest.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\n&nbsp;\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nAnders als Spieler mit starken H&auml;nden, die dich ermutigen Chips in die Mitte zu schieben, versuchen Spieler mit schwachen H&auml;nden genau das zu vermeiden. Hier die besten Anzeichen:\n<\/p><div class=\"emoSubhead\">\nMIT DEN CHIPS DROHEN\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nGreift jemand in seine Chips, w&auml;hrend sein Gegner am Zug ist, dann ist das meist ein Einsch&uuml;chterungsversuch. Wenn jedoch ein Spieler st&auml;ndig mit seinen Chips spielt und pl&ouml;tzlich die H&auml;nde von den Chips l&auml;sst, w&auml;hrend du am Zug bist, dann ist das ein Zeichen wahrer St&auml;rke.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\">\nANSTARREN\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nSpieler die mit durchbohrenden Blicken ihre Gegner regelrecht niederstarren, sind meist nicht sehr gef&auml;hrlich. Das Signal &bdquo; Ich beobachte dich genau, also &uuml;berleg Dir was Du tust&ldquo; ist oft als Schw&auml;che zu werten.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\">\nKARTEN ANSCHAUEN\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nSieht ein Gegner besonders lange in seine Startkarten oder auf das Board, h&auml;lt er in der Mehrzahl der F&auml;lle eine schwache Hand. Schaut er lange und setzt, so spielt er wahrscheinlich einen Bluff.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nEin starker Tell ist das nochmalige Ansehen der Starthand, nachdem dein Gegner gesetzt hat und du in deinen Chipstapel greifst. Du kannst hier von einem Bluff ausgehen.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\">\nDEN POT VORSCHNELL ABGREIFEN\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nSpieler mit einer sehr starken Hand hoffen und warten bis zum letzten Moment, dass ihr Gegner mitgeht. M&ouml;chte er die Action vorschnell beenden z.B. durch Aussagen wie: &bdquo;Ich zeig auch&ldquo; oder indem er den Pot in der Mitte beansprucht, so ist das deutlich als Schw&auml;che zu interpretieren.\n<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">\nKombination von Tells\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nTells sind leider nicht immer so eindeutig, wie man sie gerne h&auml;tte. So wirst du oft nicht nur einen, sondern gleich mehrere bei deinemGegner beobachten. Stimmen sie &uuml;berein, so sollten dir deine Entscheidungen leichter fallen.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nFalls jemand z.B. seine Starthand nur kurz anschaut, diese dann schnell verdeckt und mit seinen H&auml;nden besch&uuml;tzt, einen kurzen Blick auf seine Chips wirft und dann scheinbar gelangweilt sein Glas betrachtet, so kannst du von einer starken bis sehr starken Hand ausgehen.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nKompliziert wird es, wenn Tells sich widersprechen. Doch auch f&uuml;r dieses Problem gibt es eine L&ouml;sung. Oft sind sich Spieler nur einem Teil ihrer Aktionen bewusst. Findet heraus, welcher Tell gespielt wird und macht genau das Gegenteil von dem, was der Spieler mit ihm bezwecken m&ouml;chte.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\">\nBEISPIEL 1\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nEin Mann nimmt seine Karten in die rechte Hand und ist im Begriff sie wegzuwerfen. Die linke Hand wandert unmerklich zu seinen Chips. Welcher Tell ist bewusst, welcher unbewusst? Gibt er vor, eine starke oder eine schwache Hand zu halten?\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nDer Mann versucht durch das Wegwerfen der Karten Schw&auml;che vorzut&auml;uschen. Das ist der bewusste Tell. Du sollst seine Schw&auml;che wahrnehmen. Der Griff in die Chips hingegen ist eine unbewusste Handlung, die seine wahre Motivation verr&auml;t.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\">\nBEISPIEL 2\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nDu beobachtest einen Spieler, der nicht am Zug ist. Er wendet sich merklich von seinem Gegner ab, doch seine Augen wandern zwischen dem Gegner und dessen Chipstapel.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nLetzterer soll diese K&ouml;rpersprache als Schw&auml;che interpretieren. Die Augen, welche Kontrahenten wahrscheinlich nicht auffallen, verraten jedoch die wahre Motivation des Spielers.\n<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" align=\"left\">Tells als T&auml;uschung<\/h1><p class=\"emoNormal\">\nIn den obigen Beispielen wird davon ausgegangen, dass deine Gegner zu der Mehrheit geh&ouml;ren, die bei St&auml;rke Schw&auml;che vort&auml;uscht und umgekehrt. Kompliziert wird es jedoch bei erfahrenen Spielern, die genau wissen, was welcher Tell bedeutet. Sie werden versuchen diese gegen dich zu benutzen. Ein gutes Beispiel daf&uuml;r ist Eli Elezra, der bei einem gleichfarbigen Flop seine Hand nochmals anschaute, obwohl er genau wusste, dass er seinen Flush bereits getroffen hatte.\n<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">\nReverse\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nWenn jemand bei einer schwachen Hand bewusst Schw&auml;che zeigt, um dich zu irritieren, handelt er genau umgekehrt, sprich &bdquo;reverse&ldquo;. Erfahrene Spieler denken sogar &bdquo;reverse reverse&ldquo; und &bdquo;reverse reverse reverse&ldquo;. Hierbei dreht sich alles um die Frage &bdquo;Was denkt er, was ich denke (was er denkt, was ich denke etc.)?&ldquo;\n<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" align=\"left\">Beispielh&auml;nde<\/h1><p class=\"emoNormal\">\nIm Folgenden sind drei popul&auml;re H&auml;nde, in denen Tells eine wichtige Rolle gespielt haben, dokumentiert. In der ersten Hand wird gespielte Schw&auml;che enttarnt. Die zweite Hand zeigt nicht nur den Unterschied zwischen Live- und Onlinepoker, sondern auch wie profitabel es sein kann, gespielte St&auml;rke zu entlarven. Die dritte Hand zeigt, dass ein richtiger Tell auch zu einer falschen Entscheidung f&uuml;hren kann.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\">\nBEISPIEL 1\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nBei einem NL-Turnier der WSOP 2004 bekam Anni Duke TT und erh&ouml;hte kr&auml;ftig. Greg Raymer setzte sie All-in. Sie beobachtete Greg Raymer sehr lange und entdeckte einen starken Tell, der ihr verriet, dass er ein starkes Blatt hielt und sie zu einem Call verleiten wollte.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nIhre Pot Odds waren 3:1, nur gegen ein h&ouml;heres Paar lag sie mit 1:4 hinten. Nach langer Denkpause warf sie die Hand weg. Als Raymer kurze Zeit sp&auml;ter ausschied, verriet er ihr, dass er KK gehalten und sie eine gro&szlig;artige Entscheidung getroffen hatte. Anni Duke sollte sp&auml;ter das Turnier sowie ein stolzes Preisgeld in H&ouml;he von 2,4 Millionen $ gewinnen.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\">\nBEISPIEL 2\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nW&auml;hrend der WSOP 2005 hatte Mike &bdquo;The Mouth&ldquo; Matusow einen sehr starken Tell von Dustin Woolf . Obwohl dieser wenig Erfahrung im Livepoker besitzt, ist Letzterer eine Legende des Onlinepokers mit Gewinnen im sechstelligen Bereich.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nAnders als beim Livepoker wird man beim Onlinepoker von niemandem beobachtet. Genau dies sollte Woolf zum Verh&auml;ngnis werden.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nSo konnte Matusow beobachten, dass Woolf bei einer starken Hand die Chips schwungvoll in die Tischmitte warf, bei einer schwachen Hand platzierte er die Chips vorsichtig in die Mitte und sagte: &bdquo;Ich raise&ldquo;.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nDiesen Tell konnte Matusow in folgender Hand ausnutzen:\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nNachdem ein Spieler sowie Matusow mit <b>Q<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/heart.png\">, <b>J<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/heart.png\"> 10,000$ gecallt haben, erh&ouml;ht Woolf auf 80,000$. Er schiebt seine Chips behutsam in die Mitte und sagt: &bdquo;Ich erh&ouml;he&ldquo;.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nAnstatt mit einem Reraise die 100.000$ direkt zu gewinnen, beschloss Matusow seinem Gegner die M&ouml;glichkeit zu geben, ein weiteres Mal zu bluffen. Der Flop K, 10, 4 gab Matusow einen OESD (Openended Straightdraw). Woolf setze vorsichtig 250.000$ und sagte: &bdquo;Ich bette&ldquo;. Matusow wollte Woolf erneut einen Bluff erm&ouml;glichen und callte. Der Turn war eine 6, Woolf checkte und Matusow ging All-in.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nBlitzartig trennte sich Woolf von seiner Hand und Matusow konnte seinen Stack erheblich vergr&ouml;&szlig;ern, weil er den optimalen Nutzen aus dem Tell seines Gegners gezogen hatte.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\">\nBEISPIEL 3\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nEine Hand die du vielleicht kennen wirst, hat sich bei den Party Poker German Open im Heads-up zwischen unserem gesch&auml;tzten PokerStrategy-Member Morgoth und Soraya Homam ergeben:\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nSoraya Homam erh&ouml;hte mit AQ fast All-in. Morgoth hielt QQ und &auml;u&szlig;erte, dass er bei einem Call All-in w&auml;re. Sie verstand jedoch nur All-in und callte sehr schnell die vermeintliche Erh&ouml;hung. Der Irrtum kl&auml;rte sich auf, doch Morgoth war verunsichert. Er &uuml;berlegt sehr lange und foldete schlie&szlig;lich seine Queens.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nDa Homam ein All-in von Morgoth ohne zu z&ouml;gern gecallt h&auml;tte, musste sie &uuml;berzeugt gewesen sein, eine sehr starke Hand zu halten. Die Frage, die sich Morgoth gestellt hatte, war folgende: Von welchen H&auml;nden glaubt Homam, dass sie in dieser Situation stark seien?\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nF&uuml;r den Zuschauer mag Morgoths Entscheidung unverst&auml;ndlich erscheinen, doch setzte er Homam wahrscheinlich auf AA, KK oder AK. Gegen diese Range w&auml;re seine Hand bestenfalls ein Coinflip gewesen. Daher foldete er und versuchte, sie mit seinen restlichen Chips zu besiegen, was ihm schlie&szlig;lich auch gelang. MaDu siehst jedoch, dass ein Tell auch zu einer objektiv falschen Entscheidung f&uuml;hren kann.\n<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" align=\"left\">Zusammenfassung<\/h1><p class=\"emoListintro\">\nVor allem im ersten und im letzten Beispiel ist nicht der Tell der entscheidende Faktor, sondern die Frage:\n<\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li>&bdquo;Von welchen H&auml;nden denkt mein Gegner, dass sie gut seien?\" <\/li>\n<\/ul><p class=\"emoListintro\">\nDie Gegenfrage dazu lautet:\n<\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li>&bdquo;Von welchen H&auml;nden denkt mein Gegner, dass sie schwach seien?\" <\/li>\n<\/ul><p class=\"emoNormal\">\nObwohl Tells ein probates Mittel sind, um Informationen zu sammeln, solltest du dein Spiel nie allein mit ihnen begr&uuml;nden. Sie k&ouml;nnen eine gro&szlig;e Hilfe sein, dich in deine Gegner hineinzuversetzen, doch sind sie nur ein Teil des Puzzles, das ein guter Pokerspieler bei jeder Entscheidung gedanklich zusammensetzt.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nDaher liegt der Schl&uuml;ssel zu gutem, erfolgreichem Livepoker im Beherrschen der strategischen Grundlagen, dem richtigen Deuten von Tells und der F&auml;higkeit, dich in deine Gegner hineinzuversetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Artikel werden verschiedene Live Poker-Tells erl\u00e4utert und mit Beispielen veranschaulicht.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":""},"strategy_category":[160],"strategy_level":[116],"class_list":["post-57279","strategy","type-strategy","status-publish","hentry","strategy_category-various-poker-einsteiger"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - 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