	{"id":57727,"date":"2012-07-30T16:42:00","date_gmt":"2012-07-30T16:42:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/1619\/"},"modified":"2026-07-06T04:56:42","modified_gmt":"2026-07-06T04:56:42","slug":"1619","status":"publish","type":"strategy","link":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/bss\/1619\/","title":{"rendered":"Lighte Preflop 3-Bets"},"content":{"rendered":"<?xml encoding=\"utf-8\" ?><h1>Lighte Preflop 3-Bets<\/h1><h1 align=\"left\">Einleitung<\/h1><p><b><i>In diesem Artikel<\/i><\/b> <\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li><i>Lighte 3-Bets machen dich schwerer lesbar und gewinnen zudem mehr kleine P&ouml;tte.<\/i><\/li>\n<li><i>TAGs und Semi-LAGs sind die besten Ziele.<\/i><\/li>\n<li><i>Mindestens 71 BB als effektiver Stack.<br> <\/i><\/li>\n<li><i>Gegen lighte 3-Bets ist eine weitere 4-Bet-Range ein gutes Mittel.<br> <\/i><\/li>\n<\/ul><div style=\"text-align: center; margin-bottom: 12px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/download\/content\/bilder\/ps_trennlinie.jpg\" alt=\"\" width=\"100%\" height=\"1\"><\/div><p class=\"emoNormal\">Lightes 3-betten preflop meint nichts Anderes, als mit Non-Premium-H&auml;nden aufgrund unterschiedlicher Faktoren exakt einen Spieler (Coldcaller sind nicht erw&uuml;nscht!) zu 3-betten.<\/p><p class=\"emoNormal\">Dieser Artikel wird sich mit den wichtigsten Faktoren bei dieser Entscheidung besch&auml;ftigen und zeigen, worauf du achten musst. Es wird dir hier das grundlegende Konzept n&auml;her gebracht, so dass du dein eigenes Preflopspiel durch 3-Bets etwas mehr &ouml;ffnen und vom tighten ABC-Poker abweichen kannst, das ab NL200 nicht unbedingt ausreicht, um erfolgreich zu sein.<\/p><p class=\"emoNormal\">Durch Konzepte wie das lighte Preflop-3-Betten kannst du dein Spiel kreativer gestalten und dich als Pokerspieler enorm weiterentwickeln.<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px;\" align=\"left\">Warum solltest du mit einer gr&ouml;&szlig;eren Range preflop 3-betten?<\/h1><p class=\"emoNormal\">Die Standard-3-Betting-Range, welche dir bisher von pokerstrategy n&auml;her gebracht wurde, bewegt sich meist um JJ+, AQs+ und AKo herum. Diese Range ist im Grunde v&ouml;llig legitim, jedoch hat sie den Nachteil, dass ein mitdenkender Gegner dich genau auf diese Range setzen kann.<\/p><p class=\"emoNormal\">So wird er es meist sehr einfach haben, postflop die richtigen Entscheidungen zu treffen. Spielst du also beispielsweise in einem 3-Bet-Pot gegen einen mitdenkenden TAG, so wirst du nie wirklich gl&uuml;cklich sein k&ouml;nnen, wenn dieser postflop Action macht.<\/p><p class=\"emoNormal\">Da du wei&szlig;t, dass der Gegner mitdenkt und dich auf deine exakte Handrange setzen kann, bist du in einer sehr schwierigen Situation, da der Pot preflop oft schon so gro&szlig; geworden ist und deine Hand dennoch stark genug ist, um aufgrund der Odds weiterzuspielen, obwohl du sehr sicher sein kannst gegen die Handrange des Gegners hinten zu sein.<\/p><p class=\"emoNormal\">Beginnst du nun deine 3-Bet-Range zu &ouml;ffnen, so wird es unweigerlich vorkommen, dass du irgendwann am Showdown 97s zeigst, und schon hat jeder mitdenkende Gegner Probleme, dich auf eine tighte Range zu setzen, da du im ersten Moment wie ein totaler Maniac aussehen wirst. Diese aktive Beeinflussung deines Tableimages und Metagames wird dir unweigerlich mehr Aktion mit deiner zuvor als legitim bezeichneten 3-Betting-Range geben. Nun wirst du mit Assen nicht nur ausgezahlt, wenn der Gegner Damen oder K&ouml;nige hat. Nun wird er dich auch mal mit einem Toppair\/ middle Kicker lighter runtercallen, da er sich denken kann, dass du durchaus mit einer &bdquo;Trashhand&ldquo; preflop eine 3-Bet gemacht haben k&ouml;nntest.<\/p><p class=\"emoNormal\">Das ist aber nicht der einzige Grund, der dir langfristig eine Winratesteigerung bringt. Du wirst ebenso durch eine gr&ouml;&szlig;ere 3-Betting-Range &ouml;fter mittelgro&szlig;e P&ouml;tte durch eine Continuationbet direkt mitnehmen oder schon preflop die Sache f&uuml;r dich entscheiden. Ab NL200 ist es daher sehr sinnvoll, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen, da man so gerade die multitablenden ABC-TAGs sehr gut exploiten kann, da diese sehr viel aus ihrer Openraisingrange auf eine 3-Bet direkt folden oder 4-betten, wobei man ihre 4-Bet-Range sehr oft auf QQ+ und AK eingrenzen kann.<\/p><p class=\"emoNormal\">Hinzu kommt, dass dir ab den Midstakes immer mehr mitdenkende Gegner begegnen werden, die genau dieses Konzept des lighten Preflop-3-Bettens verfolgen, und du somit von diesen Leuten exploitet wirst, ohne es zu merken, wenn du dich selbst nicht anpasst.<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px;\" align=\"left\">Welche Faktoren musst du beachten?<\/h1><p class=\"emoNormal\">Im folgenden Kapitel werden die wichtigsten Faktoren beschrieben, welche zu beachten sind, bevor man sich dazu entscheidet, einen Gegner light zu 3-betten. Hierbei ist wichtig, dass du nicht nur einen einzelnen Faktor isoliert betrachten darfst. Das gesamte Zusammenspiel der einzelnen Faktoren ist ausschlaggebend. So kann es durchaus vorkommen, dass ein einzelner Faktoren eher eine lighte 3-Bet unterst&uuml;tzt, ein anderer ihr aber eher widerspricht. Du musst dir die Gesamtheit aller Faktoren anschauen und abw&auml;gen, ob die wichtigeren Faktoren f&uuml;r eine 3-Bet sprechen oder nicht.<\/p><p class=\"emoNormal\">Als Anmerkung hierzu ist jedoch zu beachten, dass die &bdquo;Rangfolge&ldquo; der Faktoren nicht in jeder Situation gleich ist. So kann in der einen Situation der Gegner wichtiger sein als die Position, wobei bei einer anderen Situation dies gerade umgekehrt sein kann. Um das selbst immer korrekt einsch&auml;tzen zu k&ouml;nnen, bedarf es einiger Erfahrung am Tisch. Umso mehr man sich mit diesem Thema auseinandersetzt, desto klarer werden die Situationen f&uuml;r einen selbst und deshalb ist es sehr wichtig, dass man anfangs das lighte 3-Betten mit Vorsicht in das eigene Spiel einbaut. &Uuml;bertreibt man es oder wendet es in den falschen Spots an, so kann aus der gewinnbringenden Waffe sehr schnell eine geldvernichtende Maschine werden.<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">1.  Die Position<\/div><p class=\"emoListintro\">Bei der Betrachtung der Position gehen wir standardm&auml;&szlig;ig von einem vollbesetzten Shorthanded-Tisch aus. Bei der Position sind zwei Dinge zu beachten:<\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li>a) Die Position des Openraisers am Tisch <\/li>\n<li>b) Deine relative Position zum Openraiser<\/li>\n<\/ul><div class=\"emoSubhead\">a) Die Position des Openraisers am Tisch<\/div><p class=\"emoNormal\">Je nach Position des Openraisers wird dieser eine gr&ouml;&szlig;ere oder kleinere Openraisingrange haben. Somit ist klar, dass, wenn der Openraiser in UTG oder MP sitzt, seine Range tendenziell kleiner und st&auml;rker ist, als wenn er im CO oder BU sitzt und er sich somit in einer Blindstealingsituation befindet. Vorteilhaft f&uuml;r das lighte 3-Betten ist nat&uuml;rlich, wenn die Range des Gegners gro&szlig; und tendenziell schwach ist, da er dann auf eine 3-Bet einen gro&szlig;en Anteil seiner Range folden muss und du so direkt den Pot mitnehmen kannst.<\/p><p class=\"emoNormal\">Bei einer kleinen und starken Range wirst du hingegen sehr oft eine 4-Bet bekommen, auf die du in der Regel folden musst. Callt dein Gegner hingegen deine Erh&ouml;hung, so ist seine Range dennoch meist gegen&uuml;ber deiner Hand vorne, und du bist darauf angewiesen, die Hand postflop f&uuml;r dich zu entscheiden.<\/p><div class=\"emoSubhead\">b) Unsere relative Position zum Openraiser<\/div><p class=\"emoNormal\">Hierzu gibt es nur zwei M&ouml;glichkeiten. Entweder wirst du postflop in Position spielen oder out of Position. Letzteres wird nur dann auftreten, wenn du deinen Blind mit einer 3-Bet verteidigst. Ein Limp\/Raise ist eine weitere M&ouml;glichkeit, jedoch als eigenst&auml;ndiger Spielzug nicht Thema dieses Artikels.<\/p><p class=\"emoNormal\">Bist du in einer Blinddefendsituation, hast du zwar postflop den Positionsnachteil, andererseits bist du aber auch in der Lage, als Erster zu setzen und so mit einer Continuationbet den Pot f&uuml;r dich zu entscheiden.<\/p><p class=\"emoNormal\">Da der Pot durch die 3-Bet schon recht gro&szlig; ist, wiegt der Positionsnachteil auch nicht so schwer wie bei einem Coldcall aus den Blinds heraus. Daher gilt auch, dass deine Entscheidungen umso einfacher werden, umso gr&ouml;&szlig;er du den Pot preflop machst. Deine 3-Bet sollte out of Position daher gr&ouml;&szlig;er ausfallen als in Position, etwa in Potsize, tendenziell noch h&ouml;her.<\/p><p class=\"emoNormal\">Die Continuationbet in Verbindung mit der etwas gr&ouml;&szlig;eren Preflop-3-Bet Preflop erzeugt somit die maximal notwendige Foldequity, um diese Situation in eine +EV-Situation zu verwandeln. Jedoch solltest du darauf achten, dass du nicht von Gegner exploitet wirst, welche sehr gerne in 3-bet Pots floaten. Um dies zu verhindern, solltest du gegen solche Gegner ab und an den Turn mit starken H&auml;nden checkraisen.<\/p><p class=\"emoNormal\">Bist du postflop IP, hast du den Positionsvorteil auf deiner Seite. Das bedeutet, dass die Preflop-3-Bet nicht so hoch ausfallen muss. Auch hier ist eine Erh&ouml;hung um Potsize, tendenziell etwas weniger, ein guter Richtwert.<\/p><p class=\"emoNormal\">Dein Gegner wird aufgrund seines Positionsnachteils einen gro&szlig;en Teil seiner Openraisingrange folden m&uuml;ssen. Das f&uuml;hrt dazu, dass du in Position weitaus mehr 3-betten kannst als out of Position. Insbesondere bietet sich das an, wenn du im Button sitzt und dein Gegner im Cutoff first in raist. Seine Range wird hier sehr gro&szlig; sein, was deine 3-Bet schon zu einem +EV-Move macht, da er viel zu viel folden muss.<\/p><p class=\"emoNormal\">Erleichternd kommt hinzu, dass du in Position immer die Kontrolle &uuml;ber den Pot hast. Du bist so z.B. viel besser in der Lage, maximalen Value aus H&auml;nden wie 87s oder 88 zu erhalten, solltest du mit ihnen ein Monster treffen.<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">2.  Die Stacksizes<\/div><p class=\"emoNormal\">Bei der Betrachtung der Stacksizes gehen wir immer von den effektiven Stacks aus. Insbesondere ist hier zu beachten, dass du Shortstacks nicht light 3-betten solltest. Du m&uuml;sstest viel zu h&auml;ufig aufgrund der guten Odds einen m&ouml;glichen Push des Gegners callen und ob das Zeigen von 53s als 3-Bet-Hand deinem Tableimage wirklich gut tut, sei dahingestellt.<\/p><p class=\"emoNormal\">Du ben&ouml;tigst eine Stacksizekonstellation, die es dir erlaubt, preflop wie auch postflop noch genug Foldequity zu erzeugen, ohne dich aktiv zu committen.<\/p><p class=\"emoNormal\">Um dies genauer betrachten zu k&ouml;nnen, m&uuml;ssen wir uns zuerst im Klaren sein, wo die Unterschiede zwischen einem raised Pot und einem 3-bet Pot liegen und wie so eine Hand dann meist verlaufen wird. Ein wichtiger Punkt hierbei ist die Gr&ouml;&szlig;e der Continuationbet in einem 3-bet Pot.<\/p><p class=\"emoNormal\">Es w&auml;re ein kleines Leak, wenn man standardm&auml;&szlig;ig seine Continuationbet weiterhin im gleichen Verh&auml;ltnis zum Pot w&auml;hlt, wie man dies in normalen raised Pots macht. Du w&uuml;rdest sehr oft sehr viel Geld in eine Continuationbet investieren, obwohl du den Flop h&auml;ufig weit verfehlt hast.<\/p><p class=\"emoNormal\">In einem 3-bet Pot reicht jedoch eine Continuationbet zwischen &frac12; und &sup2;\/&sup3; Potsize v&ouml;llig aus, um genug Foldequity zu erzeugen und ausreichend zu protecten, sofern du eine sehr gute Hand getroffen hast. Da der Pot zuvor stark angewachsen ist, bist du nicht mehr dazu gezwungen, gro&szlig;e Bets zu machen, um den maximalen Value aus einer Hand zu holen. Ist dein Ziel, am River All-In zu sein, reichen meist Bets in einer Gr&ouml;&szlig;enordnung von 60% des Pots. W&uuml;rde man am Flop, Turn und River jeweils 60% Potsize betten und der Gegner immer callen, so h&auml;tte man schlussendlich ~135 BB selbst hineingestellt<\/p><p class=\"emoListintro\">Eine Bespielrechnung einer m&ouml;glichen Hand k&ouml;nnte nun wie folgt aussehen:<\/p><p class=\"emoNormal\">0,5 BB - Gr&ouml;&szlig;e des SB<br> 1 BB - Gr&ouml;&szlig;e des BB<br> 3,5 BB - Raisegr&ouml;&szlig;e des Openraisers<br> 12 BB - Gr&ouml;&szlig;e deiner 3-Bet<\/p><p class=\"emoNormal\">Nach einem Call des Openraisers w&auml;re der Pot (ohne Rakeabzug) bei 25,5 BB.<\/p><p class=\"emoNormal\">Nach einer Continuationbet zwischen 13 BB und 19 BB und einem Call w&auml;re der Pot am Turn zwischen 51,5 BB und 63,5 BB gro&szlig;.<\/p><p class=\"emoNormal\">Um nun noch gen&uuml;gend Foldequity erzeugen zu k&ouml;nnen, sowie noch die M&ouml;glichkeit zu haben, etwas Value aus der Hand heraus zu holen, br&auml;uchtest du noch mindestens 40B B. So w&uuml;rdest du dich auch nicht mit einer Continuationbet am Flop committen.<\/p><p class=\"emoNormal\">Der Mindeststartstack sollte also bei <i>40BB+19BB+12BB = <u>71BB<\/u><\/i> liegen.<\/p><p class=\"emoNormal\">Man kann zwar auch kleinere Stacks light 3-betten, jedoch sollte man sich dann klar sein, dass man postflop unter Umst&auml;nden den ein oder anderen crying Call machen m&uuml;sste, obwohl man sehr sicher sein kann, dass man geschlagen ist.<\/p><p class=\"emoNormal\">Du siehst, dass bei den Stacksizes ein gewisser Mindestwert gegeben sein muss, um eine lighte 3-Bet auch +Ev ausf&uuml;hren zu k&ouml;nnen. Auf der anderen Seite stellt sich nat&uuml;rlich die Frage, ob die Stacks f&uuml;r eine 3-Bet zu gro&szlig; sein k&ouml;nnen. Im Grunde kann man das verneinen, jedoch sollte man bei Deepstacks vorher &uuml;berlegen, ob es nicht Alternativen gibt. Ein Coldcall IP mit einer drawing Hand ist in diesem Fall durchaus ein profitabler Spielzug. Au&szlig;erdem erhalten die Gegner beim Spiel mit sehr deepen Stacks bessere Implied Odds und k&ouml;nnen daher die 3-Bet auch h&auml;ufiger callen. Bei deepen Stacks wiegt der Positionsvorteil daher auch um einiges schwerer.<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">3.  Der Gegner<\/div><p class=\"emoNormal\">Der Gegner ist mit der wichtigste Faktor bei der Entscheidung f&uuml;r oder gegen eine lighte 3-Bet. Gegen bestimmte Gegnertypen ist eine lighte 3-Bet tendenziell -EV. So willst du weder einen Gegner light 3-betten, der mit einer breiten Range openraist und viele 3-Bets callt, noch einen Gegner, der eine sehr tighte Openraisingrange hat, die zu 95% aus Premiumh&auml;nden besteht, mit denen er h&auml;ufig 4-bettet. Somit sind Spieler des 70\/30- Typs wie auch des 32\/4-Typs nicht wirklich profitabel light zu 3-betten.<\/p><p class=\"emoNormal\">Die besten Gegner sind mitdenkende TAGs und Semi-LAGs, die eine kleine 3-Betting-Callingrange haben. Besonders gut sind auch multitablende Regulars, da diese dazu neigen, Poker im Autopilot-Modus zu spielen und kaum merken, dass du sie light 3-bettest. Sie folden ihre H&auml;nde h&auml;ufig, ohne &uuml;berhaupt dar&uuml;ber nachzudenken, was &uuml;berhaupt gerade geschieht.<\/p><p class=\"emoNormal\">Doch nicht nur die gegnerischen Preflop-Tendenzen sind wichtig, sondern auch die Frage, inwiefern der Gegner dazu neigt, postflop sehr tricky zu werden. Ein Bluffcheckraise am Flop wird dich oft zum Folden bringen, was du nat&uuml;rlich in einem 3-bet Pot vermeiden willst.<\/p><p class=\"emoNormal\">Am besten sind daher Fit-or-Fold-Spieler, die ihre Hand aufgeben, wenn sie nichts getroffen haben, und callen, wenn sie getroffen haben. Bei ihnen kannst du am Turn sehr oft die profitabelste Entscheidung treffen, da du die St&auml;rke ihrer Hand nahezu optimal einsch&auml;tzen kannst.<\/p><p class=\"emoNormal\">Zusammenfassen ist also zu sagen, dass der Gegner preflop eine eher kleine 3-Bet-Callingrang haben und postflop sehr weak spielen sollte, so dass du den Pot mit einer Continuationbet oft direkt mitnehmen kannst.<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">4. Deine Hand<\/div><p class=\"emoNormal\">Nun stellt sich noch eine auf den ersten Blick sehr wichtige Frage: Um welche H&auml;nden solltest du deine 3-Betting-Range erweitern? Einfach wahllos H&auml;nde auszusuchen w&auml;re hier suboptimal. Zwar werden 3-betted P&ouml;tte selten in einem Showdown enden, wenn nicht beide Gegner eine sehr gute Hand getroffen haben, jedoch willst du m&ouml;glichst Showdowns gewinnen, wenn es dazu kommt. Somit ist schon einmal ein Kriterium klar, dass die H&auml;nde erf&uuml;llen m&uuml;ssen: Sie m&uuml;ssen starke H&auml;nde bilden und gro&szlig;e P&ouml;tte holen k&ouml;nnen.<\/p><p class=\"emoNormal\">Gro&szlig;e P&ouml;tte gewinnt man selten mit Toppair\/weak Kicker. Du ben&ouml;tigst Straights und Flushs. Daher eignen sich suited Connectors (54s+), mittlere offsuited Connectors(54o+) und suited Onegapper (75s+) sehr gut f&uuml;r diesen Zweck. Einfach jede suited Hand zu spielen, w&auml;re aber fatal, denn z.B. eine Hand wie Q3s kann dir arge Probleme bereiten, wenn du einen Q-high-Flop mit Backdoordraws triffst. Das Folden kann dann schwer fallen.<\/p><p class=\"emoNormal\">Da ist es dann doch angebrachter, mit 76s ein Midpair, no Draw zu treffen, welches man ohne Bedenken in einem 3-bet Pot folden kann. Schw&auml;chere Asse (A6, A9...) sollten daher nicht in die erweiterte Range aufgenommen werden, da du hier sehr gro&szlig;e reverse implied Odds hast. Du wirst den Pot entweder mit eine Continuationbet mitnehmen oder kannst dir ziemlich sicher sein, sofern du nicht Twopair oder besser getroffen hast, mit deinem Toppair geschlagen zu sein.<\/p><p class=\"emoNormal\">Mittlere und kleine Pocketpaare sind ebenso recht gute H&auml;nde, welche man in die erweiterte Range mit aufnehmen kann, da sie postflop recht einfach zu spielen sind. Entweder man trifft sein Set und ist sich sicher, gut zu sein, oder man trifft ein Mid- oder Underpair und wei&szlig;, dass man auf Aktion folden kann. Bei den Pocketpaaren solltest du aber preflop immer die M&ouml;glichkeit eines einfachen Coldcalls auf Setvalue in Betracht ziehen. Sind passive Spieler in den Blinds, so kannst du eher auf Setvalue callen, da du sehr wahrscheinlich einen Multiwaypot spielen wirst. Sind hingegen squeezefreudige Spieler in den Blinds, w&auml;re das ein Argument f&uuml;r eine lighte 3-Bet anstatt, ohne nachzudenken, einfach coldzucallen, um dann auf ein Squeeze folden zu m&uuml;ssen.<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">5. Die Tischdynamik<\/div><p class=\"emoNormal\">Obwohl dieser Faktor nun als letztes angesprochen wird, ist er doch sehr, sehr wichtig. Du solltest immer wissen, wie sich der Tisch gerade verh&auml;lt!<\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li>Tiltet ein Spieler? <\/li>\n<li>Sind viele neue Spieler hinzu gekommen und du hast nahezu keine History mehr? <\/li>\n<li>Hast du zuvor sehr viele Preflop-3-Bets gemacht? <\/li>\n<li>Wie adapten die Gegner jeweils auf deine gr&ouml;&szlig;ere 3-Betting-Range?<\/li>\n<\/ul><p class=\"emoNormal\">Man sollte also nur lighte 3-Bets machen, wenn die allgemeine Tischsituation es anbietet. Warst du zuvor, aufgrund von Kartengl&uuml;ck oder lighten 3-Bets, sehr aktiv, solltest du dich etwas zur&uuml;ckhalten und es nicht &uuml;bertreiben. Einer der Gr&uuml;nde f&uuml;r die vermehrten 3-Bets ist schlie&szlig;lich, dass du mit deiner legitimen Range, die aus Preflopmonstern besteht, mehr Action erhalten m&ouml;chtest. Die Kunst ist hierbei also, die Balance zu finden zwischen vermehrten 3-Bets, die zu mehr Action f&uuml;hren, aber das auch nicht zu &uuml;bertreiben und diese Action dann zu haben, wenn du schlechtere H&auml;nde h&auml;ltst, die du auf eine 4-Bet sehr oft folden musst.<\/p><p class=\"emoNormal\">Neben deinem Tableimage musst du auch den Gem&uuml;tszustand der anderen Spieler betrachten. Soeben verteilte Bad Beats, ob von dir oder einem anderen Spieler, k&ouml;nnen jemanden auf Tilt bringen. Der kann dann eher geneigt sein, auf deine 3-Bet hin einfach zu 4-betten oder zu pushen. Das willst du nicht, deshalb solltest du &uuml;ber die wichtigen vergangenen H&auml;nde im Bilde sein.<\/p><p class=\"emoNormal\">Da das etwas &Uuml;bung braucht, ist es anfangs anzuraten, weniger Tische zu spielen, denn gerade bei den ersten Versuchen, dieses Konzept in sein eigenes Spiel einzubauen, gilt es die Situationen bestm&ouml;glichst zu analysieren. Beginnt man beim 6-Tabling einfach ab und an querbeet 3-Bets einzustreuen, welche durchaus dann auch funktionieren k&ouml;nnen, so kann dies zu einem Leak f&uuml;hren, das zu beseitigen, sp&auml;ter wieder viel Zeit in Anspruch nimmt.<\/p><h1 align=\"left\">Wie wehrst du dich gegen lighte 3-Better?<\/h1><p class=\"emoNormal\">Bisher haben wir nur die Sicht des Aggressors betrachtet, der \"dauernd\" 3-bettet. Gerade auf den h&ouml;heren Limits wird man aber immer wieder selbst zum Opfer eines lighten 3-Betters und dann stellt sich die Frage, wie man darauf am besten reagiert. Sollte man einfach auf gute H&auml;nde warten und dann Action geben oder sollte man vermehrt 4-betten oder vielleicht einfach mehr callen und versuchen, den Gegner am Flop auszuspielen?<\/p><p class=\"emoNormal\">Egal wie die Antwort ausf&auml;llt, ist eines wichtig: Nimm die Preflop-Aggression nicht pers&ouml;nlich und fange nicht an, dich auf diesen Spieler einzuschie&szlig;en, um ihn nun unbedingt light zu 4-betten oder postflop durch einen tollen Move aus dem Pot zu dr&auml;ngen. Analysiere die Situation am Tisch immer objektiv!<\/p><p class=\"emoNormal\">Generell kommst du sehr oft in schwierige Situationen, wenn du eine Preflop-3-Bet nur callst. Auf eine Continuationbet musst du oft aufgeben oder deine Hand in einen Bluff verwandeln und dann hoffen, dass der Gegner seine Hand foldet, obwohl sie durchaus h&auml;ufig besser ist als deine. Zudem ist ein Float im 3-bet Pot sehr teuer und aufgrund der Potgr&ouml;&szlig;e ist es f&uuml;r den Gegner nicht einfach, Toppair-H&auml;nde zu folden.<\/p><p class=\"emoNormal\">Daher solltest du diese Variante nur w&auml;hlen, wenn du dir sicher bist, dass dein Gegner postflop mittelstarke H&auml;nde folden kann, und wenn die Stacks gro&szlig; genug sind, um Postflop einen Move anzubringen, ohne dass du dich direkt committest bzw. dem Gegner die Odds gibst, dass er zu 90% committed ist. Ebenso musst du die implied Odds betrachten, die du preflop erh&auml;ltst, denn nur wenn die gut aussehen, solltest du einen Call in Betracht zu ziehen.<\/p><p class=\"emoNormal\">Je gr&ouml;&szlig;er die Stacksizes sind, desto h&ouml;here implied Odds bekommst du preflop f&uuml;r deinen Call. Das kombiniert mit der Tatsache, beispielsweise aus dem BU geraist zu haben und einem Defend des BB gegen&uuml;berzustehen und somit postflop IP zu spielen, gibt einem eine gute M&ouml;glichkeit, preflop nur zu callen, um dann postflop den ein oder anderen Move als Bluff zu machen oder das Gl&uuml;ck zu haben eine sehr gute Hand zu treffen und f&uuml;r diese dann den maximalen Value zu bekommen.<\/p><p class=\"emoNormal\">Da du jedoch selbst wei&szlig;t, dass du als ligther 3-Better ungern eine 4-Bet sehen m&ouml;chtest, liegt die beste Antwort auf die Frage, wie man sich gegen lighte 3-Better wehrt, auf der Hand. Du solltest einfach deine 4-Bet-Range etwas &ouml;ffnen. Das ist nat&uuml;rlich mit Vorsicht zu genie&szlig;en, da du mit einer 4-Bet schon extrem viel Geld in den Pot investierst und auf auf 5-Bet oftmals sogar noch einigerma&szlig;en gute Odds erh&auml;ltst, um gegen eine bestimmte Range callen zu k&ouml;nnen.<\/p><p class=\"emoNormal\">Beachte auch, mit Monstern ungef&auml;hr in der gleichen H&ouml;he zu 4-betten. Wenn du &uuml;ber unterschiedliche Raiseh&ouml;hen dem Gegner die M&ouml;glichkeit gibst, zwischen Bluff und legitimier 4-Bet deinerseits zu unterscheiden, kann er profitabel gegen dich pushen oder auch folden.<\/p><p class=\"emoNormal\">Um sich also gegen lighte 3-Better zu wehren, ist es oftmals besser, selbst wieder zum Aggressor zu werden und direkt eine Preflop-4-Bet zu machen. Dadurch ver&auml;ndert sich dein Tableimage wiederum, was einen &auml;hnlichen Effekt wie zuvor bei der 3-Bet hat. Du wirst in Zukunft mehr Action auf deine 4-Bets erhalten.<\/p><p class=\"emoNormal\">Solltest du dich mit dieser aggressiven Anpassung nicht anfreunden k&ouml;nnen, da du z.B. zu starke Bedenken hast, mit JTs als Bluff eine 4-Bet zu platzieren, kannst du auch stattdessen deinen Openraisingrange tighter gestalten. Dann hast du h&auml;ufiger legitime 4-Bet-H&auml;nde in so einer Situation.<\/p><p class=\"emoNormal\">Nachteil dieser Adaption ist, dass du schlichtweg zu tight und auf dem besten Wege zum Rock bist, der nur schwer Action f&uuml;r seine guten H&auml;nde erh&auml;lt. Daher ist der aggressivere Weg der zu empfehlende.<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px;\" align=\"left\">Zusammenfassung<\/h1><p class=\"emoNormal\">Wie wir also gesehen haben, ist es nicht einfach damit getan, mit irgendwelchen H&auml;nden 3-Bets einzustreuen, um die Vorteile des lighten 3-bettens genie&szlig;en zu k&ouml;nnen. Man muss stets auf den jeweiligen Spot warten und die 3-Bets mit Sorgfalt anwenden, da ansonsten diese Ver&auml;nderung im eigenen Spiel sehr schnell negative Ausma&szlig;e nehmen kann, welche man dann in der Winrate sehen wird.<\/p><p class=\"emoListintro\">Hier sind nun noch mal die wichtigsten Punkte der einzelnen Kapitel kompakt zusammengefasst:<\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li><b>Die Position:<\/b>\n<ul class=\"emoList3\">\n<li><b>Position des Openraisers am Tisch<\/b>\n<ul class=\"emoList2\">\n<li>M&ouml;glichst weite Range =&gt;  bevorzugt CO und BU =&gt; UTG vermeiden<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><b>relative Position zum Openraiser<\/b>\n<ul class=\"emoList2\">\n<li>IP ist OOP vorzuziehen<\/li>\n<li>IP 3-bettingrange &gt; OOP 3-bettingrange<\/li>\n<li>OOP preflop h&ouml;her 3-betten als IP und &ouml;fter C-Bet machen<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><b>Die Stacksizes<\/b>\n<ul class=\"emoList3\">\n<li>Der effektive Stack z&auml;hlt!! <\/li>\n<li>Keine Shortstacks light 3-betten<\/li>\n<li>Ungef&auml;hrer Mindeststack sollte um 70bb herum liegen <\/li>\n<li>Je gr&ouml;&szlig;er die Stacks, desto wichtiger wird die relative Position<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><b>Der Gegner<\/b>\n<ul class=\"emoList3\">\n<li>Sollte nicht zu tight sein und sehr viel 4-betten <\/li>\n<li>Sollte nicht 3-Bets zu light callen und postflop tricky\/spewy sein<\/li>\n<li>Bevorzugt sind Fit-or-Fold-Spieler, welche direkt den Flop folden, wenn sie nichts treffen <\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><b>Deine Hand<\/b>\n<ul class=\"emoList3\">\n<li>Die Hand muss gro&szlig;e P&ouml;tte gewinnen k&ouml;nnen (off-\/suited Connectors, suited Onegapper) <\/li>\n<li>Toppair, weak Kicker H&auml;nde sind zu meiden (Ax, Kx, Qx)<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><b>Die Tischdynamik<\/b>\n<ul class=\"emoList3\">\n<li>Man sollte immer &uuml;ber sein Tableimage bescheidwissen <\/li>\n<li>Gem&uuml;tszustand der Gegner ist von gro&szlig;er Bedeutung (Tilt, Bad Beats, wer gambelt?)<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Artikel befasst sich mit der Frage, warum und wie man lighte 3-Bets in sein Preflopspiel integriert.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":""},"strategy_category":[195],"strategy_level":[119],"class_list":["post-57727","strategy","type-strategy","status-publish","hentry","strategy_category-bss-exploits"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - 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