	{"id":57731,"date":"2012-10-07T08:31:00","date_gmt":"2012-10-07T08:31:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/poker-risiko-nutzen-konzept\/"},"modified":"2026-07-06T04:56:45","modified_gmt":"2026-07-06T04:56:45","slug":"poker-risiko-nutzen-konzept","status":"publish","type":"strategy","link":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/various-poker\/poker-risiko-nutzen-konzept\/","title":{"rendered":"Das Risiko-Nutzen Konzept im Poker"},"content":{"rendered":"<?xml encoding=\"utf-8\" ?><h1>Das Risiko-Nutzen Konzept im Poker<\/h1><div align=\"top\" style=\"border: 1px solid #d0d0d0; padding: 0pt; width: 128px; float: right; margin-bottom: 8px; margin-top: 0pt;\">\n<div style=\"margin: 0pt; padding-top: 12px; padding-left: 10px; padding-right: 10px;\"><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/video\/16237\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/Strategy\/images\/bild_videoverweis.gif\" alt=\"\" width=\"108\" height=\"76\" onmouseover=\"this.src='https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/Strategy\/images\/bild_videoverweis_mo.gif';\" onmouseout=\"this.src='https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/Strategy\/images\/bild_videoverweis.gif';\" onmousedown=\"this.src='https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/Strategy\/images\/bild_videoverweis_click.gif';\"><\/a><\/div>\n<div style=\"padding: 8px 10px;\"><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/video\/16237\">Video zum Artikel<\/a><\/div>\n<\/div><div style=\"padding: 0px 10px 8px;\">\n<h1 style=\"margin-top: 0px; padding-top: 0px;\" align=\"left\">Einleitung<\/h1>\n<p><b><i>In diesem Artikel<\/i><\/b> <\/p>\n<ul class=\"emoList1\">\n<\/ul>\n<ul class=\"emoList1\">\n<li><i>Wie dir das Risiko-Nutzen Konzept beim Poker hilft<\/i><\/li>\n<li><i>Warum du ein Bankrollmanagment betreibst<br> <\/i><\/li>\n<li><i>Wie du den f&uuml;r dich optimalen Spielstil findest<\/i><\/li>\n<\/ul>\n<ul class=\"emoList1\">\n<\/ul>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/download\/content\/bilder\/ps_trennlinie.jpg\" alt=\"\" width=\"100%\" height=\"1\"><\/p>\n<p class=\"emoNormal\">In diesem Artikel wirst du ein Konzept kennenlernen, das viele Pokerspieler bereits unbewusst anwenden: Das Risiko-Nutzen Konzept. Dieses einfache Konzept ist ein n&uuml;tzliches Werkzeug. Es liefert eine theoretische Erkl&auml;rung einiger grundlegender Ideen von erfolgreichem Pokerspiel.<\/p>\n<p class=\"emoListintro\">Das Risiko-Nutzen Konzept (RNK) ist f&uuml;r dich in folgenden Bereichen hilfreich:<\/p>\n<ul class=\"emoList1\">\n<li>Es veranschaulicht die Notwendigkeit eines Bankrollmanagements.<\/li>\n<li>Es zeigt Vor- und Nachteile verschiedener Spielstile auf.<\/li>\n<li>Es gibt dir eine umfassende Erkl&auml;rung der Wechselwirkungen von Erwartungswert und Varianz. <\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"emoListintro\">Doch genug der Vorrede! Das RNK fu&szlig;t auf einer zentralen &Uuml;berlegung. Pokerspieler m&ouml;gen Situationen mit einem positiven Erwartungswert. Pokerspieler wollen jedoch keine Varianz. Der Nutzen eines Pokerspielers l&auml;sst sich dann in einer simplen Risiko-Nutzen Funktion schreiben:<\/p>\n<p style=\"margin-left: 12px; margin-top: 0pt; padding-top: 0pt;\" class=\"emoNormal\"><i> Spielernutzen = EV &ndash; a * Varianz <\/i><\/p>\n<p class=\"emoNormal\">Der Parameter a gibt an, wie stark du unter der Varianz leidest. Je gr&ouml;&szlig;er a ist, desto mehr macht dir die Varianz aus. Die Auspr&auml;gung von a h&auml;ngt nat&uuml;rlich von individuellen Faktoren ab. Zum Beispiel von deiner psychologischen Robustheit oder von der Angemessenheit deines Bankrollmanagements.<\/p>\n<p class=\"emoNormal\">Die Interpretation der Formel ist nun einfach. Ein h&ouml;herer EV erzeugt einen h&ouml;heren Nutzen. Eine h&ouml;here Varianz mindert hingegen den Nutzen. Anhand zweier Fallstudien soll das RNK nun getestet werden.<\/p>\n<h1 style=\"margin-top: 24px;\" align=\"left\">Fallstudie 1: Bankrollmanagement<\/h1>\n<p class=\"emoNormal\">Stell dir vor, du hast eine Bankroll von 1000$. Du hast die M&ouml;glichkeit deine ganze Roll in eine All-In Situation mit Aces zu stecken. Dein Gegner hat einen gleich gro&szlig;en Stack und h&auml;lt Kings. Deine Gewinnwahrscheinlichkeit betr&auml;gt rund 80%. Zweifelsohne eine profitable Situation.<\/p>\n<p class=\"emoListintro\">Der EV berechnet sich einfach aus Potsize x Gewinnwahrscheinlichkeit:<\/p>\n<p style=\"margin-left: 12px; margin-top: 0pt; padding-top: 0pt;\" class=\"emoNormal\"><i> In diesem Falle: 2000$ x 80% = 1600 Dollar <\/i><\/p>\n<p class=\"emoNormal\">Die Berechnung der Varianz gestaltet sich komplizierter. Grunds&auml;tzlich misst die Varianz die Streuung der tats&auml;chlichen Ergebnisse rund um den Erwartungswert. Je h&ouml;her die Varianz, desto weiter weichen einzelne Ergebnisse im Durchschnitt vom Erwartungswert ab.<\/p>\n<p class=\"emoListintro\">Folgenderma&szlig;en gehst du bei der Berechnung vor:<\/p>\n<ul class=\"emoList1\">\n<li>Der EV ist dir aus obiger Rechnung bekannt und betr&auml;gt 1600$.<\/li>\n<li>Entweder gewinnst du 2000$ (Fall 1, deine Aces gewinnen) oder du gewinnst nichts (Fall 2, deine Aces verlieren).<\/li>\n<li>Im ersten Fall betr&auml;gt die Abweichung vom EV +400$. Im zweiten Fall betr&auml;gt die Abweichung vom EV -1600$.<\/li>\n<li>Quadriere nun beide Abweichungen, um durchg&auml;ngig mit positiven Vorzeichen arbeiten zu k&ouml;nnen. F&uuml;r den ersten Fall betr&auml;gt die quadrierte Abweichung 400$ x 400$ = 160000$&sup2;. Im zweiten Fall betr&auml;gt sie (-1600 $) x (&ndash; 1600$) = +2560000$&sup2;.<\/li>\n<li>Um die Varianz zu erhalten, musst du die Abweichungen noch mit den Eintrittswahrscheinlichkeiten multiplizieren. Fall 1 tritt mit der Wahrscheinlichkeit 80% ein. Fall 2 tritt mit der Wahrscheinlichkeit 20% ein.<\/li>\n<li>Also rechnest du: 80% x 160000$&sup2; = 128000$&sup2;, und: 20% x 2560000$&sup2; = 512000$&sup2;.<\/li>\n<li>Im letzten Schritt addierst du beide Abweichungen zu deinem Endergebnis:  \tVarianz = 128000$&sup2; + 512000$&sup2; = 640000$&sup2; <\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"emoListintro\">Die vollst&auml;ndige Rechnung ohne Zwischenschritte sieht wie folgt aus:<\/p>\n<p style=\"margin-left: 12px; margin-top: 0pt; padding-top: 0pt;\" class=\"emoNormal\"><i> 80% (2000$-1600$)&sup2; + 20% (0$-1600$)&sup2; = 640000$&sup2;<\/i><\/p>\n<p class=\"emoListintro\">Wie interpretierst du nun die Varianz? Und warum erh&auml;ltst du als Ergebnis so einen riesigen Betrag? Die Antwort lautet folgenderma&szlig;en:<\/p>\n<ul class=\"emoList1\">\n<li>Die Varianz ist nicht als Geldbetrag zu verstehen. Denke dir die Varianz hier einfach als Zahl ohne irgendeine Ma&szlig;einheit. Je h&ouml;her diese Zahl, desto weiter weichen einzelne Ergebnisse im Durchschnitt von deinem EV ab.<\/li>\n<li>Der riesige Betrag ergibt sich aus dem Quadrieren der Abweichungen. \tJedoch kannst du aus der Varianz eine Gr&ouml;&szlig;e berechnen, die du als Geldbetrag interpretieren kannst und die eine realistischen Betrag hat: Die Standardabweichung. <\/li>\n<li>Die Standabweichung berechnet sich ganz einfach als Wurzel der Varianz.<\/li>\n<li>Die Wurzel deiner Varianz in H&ouml;he von 640000$&sup2; betr&auml;gt  800$. <\/li>\n<li>Der Name ist Programm. Die Standardabweichung gibt an, welche Abweichung vom EV standardm&auml;&szlig;ig zu erwarten ist. <\/li>\n<li>In diesem Fall ist also eine Abweichung vom EV in H&ouml;he von 800$ zu erwarten.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"emoListintro\">Stell dir nun vor, du steckst die Roll von 1000$ in 20 wiederkehrende All-In Situationen mit Aces gegen Kings und investiert dabei jeweils 50$.<\/p>\n<p class=\"emoListintro\">Der EV bleibt gleich: 100$ x 80% x 20 Situationen = 1600 Dollar<\/p>\n<p class=\"emoListintro\">Was passiert mit der Varianz? Die Varianz im Falle wiederkehrender Situationen l&auml;sst sich wie folgt berechnen:<\/p>\n<ul class=\"emoList1\">\n<li>Du berechnest den EV einer einzelnen All-In Situation. Dieser betr&auml;gt 80$.<\/li>\n<li>Du berechnest wie oben die quadrierten Abweichungen f&uuml;r Fall 1 (die Aces gewinnen) und Fall 2 (die Aces verlieren) vom EV.<\/li>\n<li>Dann multiplizierst du die quadrierten Abweichungen mit den Eintrittswahrscheinlichkeiten.<\/li>\n<li>Addiere nun beides und du erh&auml;ltst die Varianz einer einzelnen All-In Situation. Sie betr&auml;gt 1600$&sup2;. <\/li>\n<li>Da du die All-In Situation 20 mal erzeugst, musst du die Einzelvarianz mit 20 multiplizieren. Dann erh&auml;ltst du die Gesamtvarianz von 32000$&sup2;. Die Standardabweichung (die Wurzel von 32000$&sup2;) betr&auml;gt rund 179$. <\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"emoListintro\">Die ausf&uuml;hrliche Rechnung stellt sich wie folgt dar:<\/p>\n<p style=\"margin-left: 12px; margin-top: 0pt; padding-top: 0pt;\" class=\"emoNormal\"><i> 20 x [80% x (100$-80$)&sup2; + 20% x (0$-80$)&sup2;] = 32000$&sup2;<\/i><\/p>\n<p class=\"emoListintro\">Abschlie&szlig;end nun beide M&ouml;glichkeiten im Vergleich:<\/p>\n<p class=\"emoNormal\">Das Ergebnis ist eindeutig. Das Szenario mit zwanzigfacher Wiederholung hat eine viel kleinere Varianz. Die Aufteilung deiner Bankroll auf verschiedene Situationen f&uuml;hrt zu einer geringeren Schwankung deines Gewinns. Diese Aufteilung bezeichnet man als Diversifikation.<\/p>\n<p class=\"emoNormal\">Gem&auml;&szlig; der Risiko-Nutzen Funktion ist die Diversifikation klar vorzuziehen, denn du reduzierst deine Varianz, ohne daf&uuml;r EV aufzugeben. Ein vern&uuml;nftiges Bankrollmanagement erh&ouml;ht also deinen Nutzen.<\/p>\n<p class=\"emoNormal\">Das Risiko-Nutzen Konzept liefert somit eine theoretische Erkl&auml;rung f&uuml;r die Notwendigkeit eines Bankrollmanagements.<\/p>\n<h1 style=\"margin-top: 24px;\" align=\"left\">Fallstudie 2: Verschiedene Spielstile<\/h1>\n<p class=\"emoNormal\">&Uuml;ber eine ausreichend lange Beobachtungsperiode stehen EV und Varianz miteinander in Beziehung. Grunds&auml;tzlich geht ein h&ouml;herer EV mit einer h&ouml;heren Varianz einher. F&uuml;r h&ouml;here Gewinne sind auch h&ouml;here Risiken erforderlich. Diese alte B&ouml;rsenweisheit l&auml;sst sich problemlos aufs Pokern &uuml;bertragen.<\/p>\n<p class=\"emoNormal\">Wir vergleichen beispielhaft drei Spielertypen. Den Fish, den tight-aggressiven Spieler (TAG) und den loose-aggressiven Spieler (LAG).<\/p>\n<div class=\"emoSubheadbig\">Der Fish<\/div>\n<p class=\"emoNormal\">Der Fish spielt in der Regel zum Spa&szlig;. Er agiert oftmals irrational. EV-Maximierung ist f&uuml;r ihn ein Fremdwort. Oftmals investiert er seinen ganzen Stack in haneb&uuml;chene Moves oder Calldowns. Daher spielt der Fish langfristig mit einem negativen Erwartungswert. Zudem unterliegt sein Spiel einer hohen Varianz.<\/p>\n<ul class=\"emoList1\">\n<li>Die Risiko-Nutzen Funktion macht deutlich, dass eine Kombination aus negativem EV und hoher Varianz mit am schlechtesten ist.<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"emoSubheadbig\">Der TAG<\/div>\n<p class=\"emoNormal\">TAGs sind solide Gewinner. Sie extrahieren Value aus ihren starken H&auml;nden und vermeiden schwierige Situationen. Moves werden eher selten ausgepackt. TAGs realisieren einen positiven Erwartungswert bei geringer Varianz.<\/p>\n<ul class=\"emoList1\">\n<li>Eine Kombination aus positivem EV und geringer Varianz f&uuml;hrt mit Sicherheit zu einem positiven Spielernutzen.<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"emoSubheadbig\">Der LAG<\/div>\n<p class=\"emoNormal\">LAGs nutzen nahezu jeden +EV Spot gnadenlos aus. Dadurch erzielen sie den maximalen Erwartungswert. Jedoch begibt sich der LAG hierf&uuml;r oft in schwierige und marginale Situationen. Dies f&uuml;hrt wiederum zu einer erh&ouml;hten Varianz.<\/p>\n<ul class=\"emoList1\">\n<li>Eine Kombination aus sehr hohem EV und hoher Varianz f&uuml;hrt ebenfalls zu einem positiven Spielernutzen.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"emoListintro\">Die folgende Grafik stellt die einzelnen Spielstile nochmals dar. Auf der horizontalen Achse ist der EV abgetragen. Auf der vertikalen Achse die Varianz. Jeder einzelne Spielertyp realisiert nun eine angenommene Kombination aus EV und Varianz.<\/p>\n<ul class=\"emoList1\">\n<li>Der Fish hat einen negativen EV von -1. Seine Varianz betr&auml;gt 3.<\/li>\n<li>Der TAG hat einen positiven EV von 1,5. Seine Varianz betr&auml;gt 1.<\/li>\n<li>Der LAG hat einen positiven EV von 2,5. Seine Varianz betr&auml;gt 3.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"emoListintro\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/Education\/articles\/FISHLAGTAG.png\" alt=\"\" title=\"FISHLAGTAG\" width=\"634\" height=\"410\"><\/p>\n<p class=\"emoListintro\">Nun kannst du mit Hilfe der Risiko-Nutzen Funktion und der Grafik die verschiedenen Spielstile vergleichen. Funktion und Grafik zeigen deutlich: Der Fish ist sowohl dem TAG als auch dem LAG unterlegen, denn:<\/p>\n<ul class=\"emoList1\">\n<li>Der TAG erzielt bei geringerer Varianz einen h&ouml;heren EV.<\/li>\n<li>Der LAG erzielt bei gleicher Varianz einen weitaus h&ouml;heren EV.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"emoNormal\">Sowohl der TAG als auch der LAG realisieren also einen h&ouml;heren Spielernutzen als der Fish. Der Fish macht eigentlich alles falsch. Aufgrund seines negativen EV generiert er keinen Nutzen. Zus&auml;tzlich realisiert er eine hohe Varianz, die seinen Nutzen noch weiter mindert.<\/p>\n<p>Es wurde also gezeigt, dass TAG und LAG besser abschneiden als der Fish. Kannst du nun &bdquo;den&ldquo; besten Spielstil identifizieren, indem du TAG und LAG vergleichst?    <\/p>\n<ul class=\"emoList1\">\n<li>Der TAG-Style hat den Vorteil der geringen Varianz. Allerdings geht dies mit einem geringeren EV einher.<\/li>\n<li>Der LAG-Style hat den Vorteil eines hohen EV. Allerdings geht dies mit einer h&ouml;heren Varianz einher.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"emoListintro\">Beide Stile haben also jeweils einen besonderen Vorteil und einen besonderen Nachteil. Wie wirkt sich dies auf den jeweiligen Spielernutzen aus? Finde es heraus:<\/p>\n<ul class=\"emoList1\">\n<li>Setze die von TAG und LAG realisierten EVs und Varianzen in die Risiko-Nutzen Funktion ein. Den Parameter a nimmst du als gegeben mit 0,5 an.<\/li>\n<li>Der TAG hat einen EV von 1,5 und eine Varianz von 1. Den Nutzen berechnest du als &bdquo;EV &ndash; a * Varianz&ldquo;. Das ergibt f&uuml;r den TAG einen Nutzen von 1,5 &ndash; 0,5*1 = 1.<\/li>\n<li>Der LAG hat einen EV von 2.5 und eine Varianz von 3. Das ergibt f&uuml;r den LAG den Nutzen 2,5 &ndash; 3*0,5 = 1.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"emoNormal\">Du kannst zun&auml;chst also nicht feststellen, inwieweit der Spielernutzen eines TAGs oder eines LAGs gr&ouml;&szlig;er ist. Beide realisieren einen Nutzen von 1.<\/p>\n<p class=\"emoNormal\">Du hast hier jedoch eine vereinfachende Annahme getroffen. F&uuml;r beide Spielertypen gilt a = 0,5. Nochmals zur Erinnerung: Der Parameter a gibt an, wie stark sich die Varianz negativ auf den Spielernutzen auswirkt. Ein Wert von 0,5 zeugt von einer normalen Einstellung zu Risiko und Varianz.<\/p>\n<p class=\"emoNormal\">Wenn ein Spieler nun besonders ungern Varianz erf&auml;hrt, z.B. aufgrund eines labileren Mindsets, vergr&ouml;&szlig;ert sich a. Wenn a nun z.B. den Wert 0,75 annimmt, wird der TAG-Style pl&ouml;tzlich klar besser. Denn als TAG betr&auml;gt der Nutzen dann 1,5 &ndash; 0,75*1 = 0,75. F&uuml;r den LAG hingegen betr&auml;gt der Nutzen nur 2,5 &ndash; 0,75*3 = 0,25.<\/p>\n<p class=\"emoNormal\">Wenn ein Spieler umgekehrt besonders gut mit Varianz umgehen kann, wird a kleiner. F&uuml;r einen Wert von a = 0,25 ist nun der LAG-Style vorteilhaft. Der Nutzen des LAGs betr&auml;gt 2,5 &ndash; 0,25*3 = 1,75. Der Nutzen des TAGs betr&auml;gt lediglich 1,5 &ndash; 0,25*1 = 1,25.<\/p>\n<p class=\"emoNormal\">Ein Spieler mit einem hohen a f&auml;hrt demnach tendenziell als TAG am besten. Ein Spieler mit einem niedrigen a kann durch den LAG-Style seinen Nutzen vergr&ouml;&szlig;ern.<\/p>\n<div class=\"emoImportant\">Wichtig: Der Artikel ist nicht als Aufforderung zu verstehen, LAG zu werden. Der Artikel blendet aus, dass der LAG-Style ungleich schwieriger zu handhaben ist als der TAG-Style. Er erfordert fortgeschrittene Kenntnisse in verschiedenen Gebieten wie dem Handreading.<\/div>\n<p class=\"emoNormal\">Dan Harrington hat hierzu in seinem Buch &bdquo;Harrington on Cashgames&ldquo; eine interessante Theorie aufgestellt. Seiner Meinung nach schlie&szlig;en TAGs und LAGs implizite Vertr&auml;ge. TAGs gestehen den LAGs f&uuml;r eine geringere Varianz einen h&ouml;heren EV zu. Dieser h&ouml;here EV entsch&auml;digt den LAG wiederum f&uuml;r die h&ouml;here Varianz. Du kannst abh&auml;ngig von a selbst entscheiden, welcher Vertragspartei du beitreten solltest.<\/p>\n<p class=\"emoNormal\">Nat&uuml;rlich kannst du den Parameter a in der Praxis nicht genau ermitteln. Aber du kennst dich selbst am besten. Nur du wei&szlig;t, wie sehr dir die Varianz wirklich zu schaffen macht. Tiltest du bereits nach zwei verlorenen Coinflips? Oder steckst du Bad Beats ruhig weg? Vielleicht befindest du dich auch zwischen den beiden Extremen? Wenn du dich selbst einer der drei Rubriken zuordnen kannst, hilft dir das RNK, den f&uuml;r dich optimalen Spielstil zu finden.<\/p>\n<h1 style=\"margin-top: 24px;\" align=\"left\">Zusammenfassung<\/h1>\n<p class=\"emoNormal\">Das Risiko-Nutzen Konzept ist ein Werkzeug, um die zentralen Ergebnisse deiner Pokerbem&uuml;hungen zu analysieren: Den EV und die Varianz.<\/p>\n<p class=\"emoNormal\">Jeder Mensch, der Geld investiert, unterliegt einem fundamentalen Konflikt. Dies gilt an der B&ouml;rse, dies gilt f&uuml;r Unternehmen und es gilt eben auch f&uuml;r Pokerspieler. Ein Zugewinn an EV geht langfristig immer mit einer Erh&ouml;hung der Varianz einher. Und die F&auml;higkeit mit der Varianz umgehen zu k&ouml;nnen bestimmt, wie risikoreich dieser Mensch optimalerweise investieren sollte.<\/p>\n<p class=\"emoNormal\">Der &bdquo;B&ouml;rsen-TAG&ldquo; investiert eher in Standardaktien und Staatsanleihen, der &bdquo;B&ouml;rsen-LAG&ldquo; hingegen in Nischenprodukte und Derivate. Es lassen sich beliebig weitere Beispiele konstruieren.<\/p>\n<p class=\"emoListintro\">F&uuml;r dich ist es wichtig, den Zusammenhang zwischen EV und Varianz zu verstehen und mit ihm bestm&ouml;glich umzugehen. Und hierbei soll dir das RNK helfen. Einige klassische Debatten lassen sich mithilfe des RNK aus einem neuen, analytischen Blickwinkel relativ pr&auml;zise beantworten. Das sind z.B. die Fragen:<\/p>\n<ul class=\"emoList1\">\n<li>Warum betreibst du ein BRM? Wie aggressiv darf es sein?<\/li>\n<li>Welcher Spielstil ist besser? TAG oder LAG?<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"emoNormal\">Das RNK ist aber auch auf weitere Gebiete anwendbar. Beispielsweise ganz konkret auf die Analyse einzelner H&auml;nde. Gerade Spots mit einer hohen Varianz, wie etwa way ahead\/way behind Situationen oder das Spiel von Combodraws lassen sich unter einem neuen Blickwinkel analysieren, denn just diese marginalen +EV-Situationen m&uuml;ssen f&uuml;r Spieler mit einer geringen Varianztoleranz nicht notwendig +Nutzen sein.<\/p>\n<p class=\"emoNormal\">Das Risiko-Nutzen Konzept ist f&uuml;r dich eine M&ouml;glichkeit, sowohl auf abstrakter als auch auf konkreter Ebene dein Spiel zu analysieren. Denn letztlich sind der EV und das gewonnene Geld nicht alles. Die Varianz und deine individuelle Varianztoleranz sind ebenso wichtige Dimensionen. Nur wenn du alle diese Dimensionen integriert betrachtest, findest du zu dem f&uuml;r dich in allen Belangen optimalen Spiel. Hierbei kann dir das RNK wertvolle Dienste leisten.<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" class=\"emoLinkbox\" style=\"margin-top: 24px;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkbox1\">LINKS<\/td>\n<td class=\"emoLinkbox2\">&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkboxinner\" colspan=\"2\">\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkboxicon\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/download\/content\/bilder\/ps_icon_artikel.jpg\" alt=\"\" width=\"33\" height=\"25\"><\/td>\n<td class=\"emoLinkboxlinks\"><b>Verwandte Artikel:<\/b><br> <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/various-poker\/26\/\" target=\"_blank\">Upswings und Downswings<\/a><br> <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/poker-psychology\/81\/\" target=\"_blank\">Spielstile aus psychologischer Sicht <\/a><br> <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/poker-psychology\/72\/\" target=\"_blank\">Die richtige Einstellung zum Geld <\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkboxicon\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/download\/content\/bilder\/ps_icon_forum.jpg\" alt=\"\" width=\"32\" height=\"24\"><\/td>\n<td class=\"emoLinkboxlinks\"><b>Diskussionsforen:<br> <\/b><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/forum\/thread.php?threadid=755849\" target=\"_blank\">Diskutiere den Inhalt dieses Artikels im Forum<\/a><b><br> <\/b><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Artikel lernst du das Risiko-Nutzen Konzept kennen, wie du es im Poker verwenden kannst und welche Auswirkungen sich daraus f\u00fcr das Bankrollmanagement ergeben. <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":""},"strategy_category":[162],"strategy_level":[117],"class_list":["post-57731","strategy","type-strategy","status-publish","hentry","strategy_category-various-poker-silber"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - 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