	{"id":57905,"date":"2008-08-31T11:35:00","date_gmt":"2008-08-31T11:35:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/52\/"},"modified":"2026-07-06T05:29:18","modified_gmt":"2026-07-06T05:29:18","slug":"52","status":"publish","type":"strategy","link":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/fixed-limit\/52\/","title":{"rendered":"Gegnertypen: Stilmerkmale"},"content":{"rendered":"<?xml encoding=\"utf-8\" ?><h1>Gegnertypen: Stilmerkmale<\/h1><h1>Loose oder Tight<\/h1><p><\/p><h2>Loose Pre-Flop<\/h2><p>\nDie Looseness Pre-Flop ist extrem leicht zu erkennen und wird durch den VPIP (voluntarily put money in the pot) ausgedr&uuml;ckt.<\/p><p>VPIP unter 15 = Rock<\/p><p>VPIP 15-20 = optimal Tight<\/p><p>VPIP 20-25 = slightly Loose \/ Einige wenige starke Spieler haben einen etwas looseren Stil. Sie sind sehr gute Reader und Post-Flop sehr stark. F&uuml;r sie ist es daher akzeptabel, etwas &ouml;fter in der Hand zu sein. Einen VPIP &uuml;ber 22 w&uuml;rde ich trotzdem niemandem empfehlen.<\/p><p>VPIP &uuml;ber 25 = zu Loose \/ Mit zunehmender Looseness m&uuml;sste auch die Performance abnehmen.<\/p><p>Spieler mit einem VPIP von unter 20 sind kein gro&szlig;es Vergn&uuml;gen, da man wenig Geld von ihnen bekommt. Dicht bei ihnen zu sitzen, hat den Vorteil, dass man ihnen die Blinds stehlen kann, sie aber selten selber stehlen (hier ist jedoch der Steal-Wert aussagekr&auml;ftiger). <\/p><p><\/p><h2><b>Loose Pre-Flop \/ Tight Post-Flop<\/b><\/h2><p>\nLoose Pre-Flop darf nicht gleichgesetzt werden mit Loose Post-Flop. Viele Spieler agieren Pre-Flop zu loose, verhalten sich Post-Flop aber ziemlich tight. Das liegt nat&uuml;rlich auch daran, dass sie den Flop, ausgestattet mit minderwertigem Material, schon treffen m&uuml;ssen, um noch mit gutem Gewissen in der Hand zu bleiben. Gegen solche Spieler sollte man es nicht verpassen, auf Flop und Turn aggressiv vorzugehen, wenn sich die Situation daf&uuml;r bietet. Ich treffe &uuml;brigens immer wieder auf diesen Typus. Ich raise Pre-Flop; mein Gegner callt 2 Bets cold. Ich bette den Flop; er foldet In Position. Das ist immer wieder aufs neue merkw&uuml;rdig.<\/p><p><\/p><h2>Loose Pre-Flop \/ Loose Post-flop<\/h2><p>\nDie Calling-Stations sind uns die liebsten Gegner. Sie spielen viel zu viele H&auml;nde und gehen mit minderwertigen Karten zu weit in die Hand hinein.<\/p><p><\/p><h2>Tight Pre-Flop \/ Loose Post-Flop<\/h2><p>\nTightes Spiel Pre-Flop bedeutet noch lange nicht tightes Spiel Post-Flop (siehe 5. WTS).<\/p><p><\/p><h2>Tight Pre-Flop \/ Tight Post-Flop<\/h2><p>\nDas ist das Merkmal des TAGs.<\/p><p><\/p><h2>Ultra-Tight Pre-Flop \/ Ultra-Tight Post-Flop<\/h2><p>\nSo verh&auml;lt sich der Rock.<\/p><p><\/p><h1>Aggressiv oder passiv<\/h1><p>\nDie H&auml;ufigkeit, mit der ein Spieler im Gegensatz zu der Anzahl seiner Checks und Calls bettet oder raist, zeigt den Grad seiner Aggression an. Erfolgreiche Spieler sind grunds&auml;tzlich aggressiv und &uuml;bernehmen mit Bets und Raises gerne die Initiative. Checking und Calling ist selten eine profitable Strategie. Der Aggression-Factor bei PokerTracker ergibt sich aus folgender Gleichung:<\/p><p>AF = (Bets + Raises) \/ Calls<\/p><p>Der Aggression-Factor ist nur f&uuml;r die Aggression Post-Flop zust&auml;ndig (daher immer H&auml;kchen bei PokerTracker &gt; General Info &gt; More Details &gt; &bdquo;ohne Pre-Flop&ldquo; machen). Pre-Flop wird der Grad der Aggression durch den PFR-Wert angezeigt; in Steal-Situationen durch den Steal-Wert. F&uuml;r den Durchschnitt von Flop + Turn + River gilt:<\/p><p>Unter 1 = passiv<br>\n1-1,5 = &bdquo;normal&ldquo;<br>\n1,5 - 2 = moderat aggressiv<br>\n2 - 3 = aggressiv<br>\n&uuml;ber 3 = sehr aggressiv<\/p><p>Grunds&auml;tzlich sollte man anstreben, mit seinem AF &uuml;ber 2 zu kommen. Um genauere Informationen &uuml;ber das Verhalten der Spieler zu bekommen, kann man den AF der einzelnen Stra&szlig;en gesondert betrachten. Zum Beispiel gibt es Spieler, die &uuml;ber alle Stra&szlig;en gleichm&auml;&szlig;ig aggressiv sind, w&auml;hrend andere auf Turn und River deutlich zahmer werden, wenn sich der Preis einer Bet verdoppelt. Wieder andere sind nur Pre-Flop aggressiv und ab dem Flop dann eher passiv.<\/p><p>Normalerweise m&ouml;chte man gegen passive Spieler antreten, also gegen Leute, die ihr Pokerleben im Check-Call-Modus verbringen. Im Limit Poker geht es ja im Wesentlichen darum, eine Extra-Bet aus den Winning Hands zu extrahieren und bei Pay-Off Hands m&ouml;glichst eine Big Bet zu sparen. Passive Spieler sind dabei behilflich. Sie spielen ihre guten H&auml;nde nicht hart genug und zahlen einen bei den eigenen guten H&auml;nden voll aus.<\/p><p>Wie jeder statistische Wert ist auch der AF mit Vorsicht zu genie&szlig;en, da er f&uuml;r sich genommen nur eingeschr&auml;nkt aussagekr&auml;ftig ist. Er sollte daher zusammen mit dem VPIP und dem WTS (went to showdown) im Kontext betrachtet werden. Angenommen, zwei Spieler haben einen AF von 1.5, der eine mit einem VPIP von 20 % und der andere mit einen VPIP von 50 %. In diesem Fall ist der zweite deutlich aggressiver, da er ja viele minderwertige H&auml;nde aggressiv interpretiert. N&auml;chstes Beispiel: Zwei Spieler haben den gleichen VPIP und den gleichen AF, sagen wir ebenfalls von 1,5. Der eine hat aber einen WTS von 20 %, der andere von 40 %. Da letzterer mit der doppelten Anzahl von H&auml;nden zum Showdown geht, bettet\/raist er ungef&auml;hr die doppelte Anzahl von H&auml;nden. W&uuml;rde sein gr&ouml;&szlig;erer WTS-Wert nur dadurch zustande kommen, dass er da, wo sein Kollege mit den 20 % foldet, Calldowns macht, dann w&auml;re ja sein AF niedriger. Da der AF jedoch bei beiden gleich ist, ist der Spieler mit WTS 40 % deutlich aggressiver als der mit 20 %.<\/p><p><\/p><h1>PFR<\/h1><p>\nDer durchschnittliche Pre-Flop-Raise-Wert sollte zwischen 8 und 12 liegen. Der genaue Wert ist, wie immer, typbedingt. Ich halte aber 10 f&uuml;r wesentlich druckvoller als 8. <\/p><h2>Der PFR ist zu niedrig<\/h2><p>\nUnter 8 ist man nat&uuml;rlich zu passiv. Ein Call in einer Situation, in der man besser raisen sollte, hat folgende Konsequenzen: <\/p><p>1. Zum einen &uuml;bt man keinen Druck auf die Blinds aus. Sollte man den Flop verfehlen, besteht eine gute Chance, dass einer der Blinds etwas geschossen hat. <br>\n2. Zum anderen l&auml;sst man viele Drawing Hands wie QTs oder 55 (ist in der Regel darauf angewiesen, ein Set zu floppen) billig in die Hand. <br>\n3. Man vers&auml;umt, H&auml;nde wie AQ oder AJs zum Folden zu bringen.<br>\n4. Man verpasst die Gelegenheit, durch ein Pre-Flop-Raise die Initiative an sich zu rei&szlig;en. Trifft niemand den Flop, so holt man sich mit dieser Initiative ja h&auml;ufig den Pot mit einer Flop Bet.<\/p><p><\/p><h2>Der PFR-Wert ist zu hoch<\/h2><p>\nEin PFR-Wert von 20 % deutet auf einen ausgepr&auml;gten Loose-Aggressive Spieler hin. Er besitzt niedrige Raising Standards. Mit guten Karten bietet sich hier die Chance eines Reraises. Gegen einen solchen Spieler w&uuml;rde ich grunds&auml;tzlich mit AQ 3-betten. Die gleiche Hand w&uuml;rde ich gegen einen soliden Spieler folden, wenn dieser in Early- oder Middle-Position sitzt. Ein Spieler mit einem PFR von deutlich &uuml;ber 20 % k&ouml;nnte bereits als Maniac bezeichnet werden. Gegen einen solchen Gegner kann man seine Reraising Standards nat&uuml;rlich herunter setzen. Grunds&auml;tzlich kann man gegen sie mit allen Karten reraisen, die gleich gut oder besser sind als ihre durchschnittliche Raising-Hand. Wenn man den Vorteil der (besseren) Position mit 5 % ansetzt, k&ouml;nnte man dies sogar mit H&auml;nden tun, die etwas schlechter sind als die durchschnittliche Raising-Hand des Gegners. Zum Positionsvorteil gesellt sich noch der unmittelbare Gewinn, der aus dem Folden der Blinds resultiert (Dead Money), sowie der Vorteil der Pre-Flop-Initiative. <\/p><p><\/p><h2>Die Differenz zwischen VPIP und PFR<\/h2><p>\nUm die Limping Standards eines Spielers herauszufinden, subtrahiert man einfach den PFR vom VPIP. Raist ein Spieler zum Beispiel 15 % seiner H&auml;nde bei einem VPIP von 25 %, so liegt seine Calling-Range im Bereich 16 - 25 % in der Kartenhierarchie. Seine durchschnittliche Calling-Hand l&auml;ge dann genau bei 20 - 21 %.<\/p><p><\/p><h1>Predictability (Vorhersehbarkeit)<\/h1><p>\nSpieler unterscheiden sich im Grad ihrer Vorhersehbarkeit. Hier die zwei Extreme:<\/p><h2>Der gl&auml;serne Spieler<\/h2><p>\nEr bettet seine guten H&auml;nde, raist die starken, foldet die schwachen und callt mittelstarke Made Hands sowie Draws mit f&uuml;r (f&uuml;r seine Begriffe) ausreichenden Odds. Bluffs kommen bei ihm gar nicht vor. Stark bedeutet stark und schwach bedeutet schwach.<\/p><p>Der gl&auml;serne Spieler ist ein dankbarer Gegner, da man gegen ihn h&auml;ufig die optimale Strategie w&auml;hlen kann. Nat&uuml;rlich kommt diese Schw&auml;che von ihm nur aufmerksamen Spielern zu Gute.<\/p><p><\/p><h2>Der Tricky Player<\/h2><p>\nDer Tricky Player spielt seine schwachen H&auml;nde h&auml;ufig stark und die starken schwach. H&auml;ufig blufft er nach einer Scarecard. Er nutzt jede Gelegenheit zum Semi-Bluff. Starke H&auml;nde slowplayt er mit gro&szlig;em Vergn&uuml;gen. H&auml;ufig benutzt er das Check-Raise.<\/p><p>Die Vorhersehbarkeit ist ein weiches Merkmal und l&auml;sst sich nicht in PokerTracker-Daten wiedergeben. Aus diesem Grunde sollte man die Beobachtung von Gegnern, insbesondere die Vorhersagbarkeit, mit einschlie&szlig;en. In welchen Situationen blufft oder semi-blufft mein Gegner? Welche H&auml;nde benutzt er zum Check-Raise oder Slowplaying? Raist er nur mit Made Hands oder auch h&auml;ufig mit Draws? Tricky Player erkennt man gut in folgender Situation: Nach einem Raise foldet er die Hand auf der n&auml;chsten Stra&szlig;e nach einer Bet. Sein Raise war also ein reiner Bluff.<\/p><p>Starke Spieler sind in einem moderaten Ma&szlig;e unvorhersehbar. Hin und wieder stehlen sie damit ein Pot, auch lassen sie ihre Gegner damit im Guessing Mode. &Uuml;bertriebe Trickyness f&uuml;hrt aber dazu, dass man zu viel Edge abgeben muss und wird daher nur von Loose-Aggressive Spielern zur Schau gestellt.<\/p><p>Aggressive Spieler sind automatisch schwerer zu lesen. Sie betten viele H&auml;nde verschiedener St&auml;rke. Bettet dagegen ein passiver Spieler, offenbart er damit die St&auml;rke seiner Hand.<\/p><p>Sehr schwache Spieler sind auf ihre Art auch (ungewollt) unvorhersehbar. Sie &uuml;bersehen die Gefahren, die sich aus dem Board und der Betting-Sequenzes ihrer Gegner ergeben, und &uuml;bersch&auml;tzen dadurch ihre H&auml;nde. Ihre Aktionen k&ouml;nnen dadurch leicht missinterpretiert werden.<\/p><p><\/p><h1>Went to Showdown<\/h1><p>\nWie oft sollte man zum Showdown gehen? Bricht man den Kampf zu fr&uuml;h ab, ist man Weak-Tight. Sieht man den SD zu h&auml;ufig, ist man ein Caller. Beides wollen wir nicht sein. Sowohl f&uuml;r die Selbsteinsch&auml;tzung als auch f&uuml;r die Einsch&auml;tzung der Gegner w&auml;hrend des Spiels ist der WTS-Wert extrem wichtig. F&uuml;r den TAG stellt sich immer die Frage, wie gut die Aussichten sind, mit einem Bluff oder Semi-Bluff davon zu kommen. Gegen notorische Caller schwinden nat&uuml;rlich die Chancen eines erfolgreichen Bluffs. <\/p><p>Hat man nur den VPIP zur Verf&uuml;gung, kommt man leicht zu falschen Schl&uuml;ssen. Viele Spieler meinen, wer Pre-Flop tight sei, der lie&szlig;e sich leicht aus der Hand bluffen. Das ist aber h&auml;ufig nicht der Fall. Auf der einen Seite hat der tighte Pre-Flop-Spieler &uuml;berdurchschnittlich gute H&auml;nde und damit mehr Grund, in der Hand zu bleiben. Zum anderen sind viele Spieler zwar Pre-Flop tight, jedoch Post-Flop einigerma&szlig;en loose. Dies kann im wesentlichen zwei Gr&uuml;nde haben:<\/p><p>1. Ungeduld<br>\nEinige Spieler warten geduldig auf eine gute Hand. Wenn sie die aber endlich bekommen, k&ouml;nnen sie sich nicht mehr so leicht davon trennen. Genau hier endet also ihre Geduld.<\/p><p>2. Eine niedrige Spielst&auml;rke<br>\nDas ist besonders in den Low Limits anzutreffen. Einige Spieler sind Pre-Flop sehr tight, weil sie sich mechanisch an einen Starting Hand Chart halten. Post-Flop steht ihnen jedoch kein Chart mehr zur Verf&uuml;gung. Nun sind sie auf sich allein gestellt und produzieren Fehler.<\/p><p>Das Callingverhalten dieser beiden Personengruppen kann folgende Gestalt annehmen:<br>\nMit AK callen sie stur bis zum River, auch wenn jemand ihnen signalisiert, dass er mindestens ein Paar besitzt. Angenommen, unser Caller besitzt 99 und der Flop ist A Q T, dann macht er einen Calldown, in der Hoffnung, sein Gegner w&uuml;rde ausgerechnet mit 88 den Pot voll pumpen. Ein solcher Spieler ist nat&uuml;rlich sehr schwach. Er k&uuml;mmert sich zu wenig darum, was seine Gegner haben k&ouml;nnten, oder was auf dem Board liegt.<\/p><p>Der statistische Durchschnitts-WTS-Wert liegt bei 34,50 %. Spieler mit &uuml;ber 40 % callen schon viel zu viel und solche mit &uuml;ber 45 % sind ausgemachte Calling-Stations. Hier sollte man sich nat&uuml;rlich mit Bluffs zur&uuml;ckhalten. Jemand mit unter 30 % spielt dagegen zu tight und sollte nach M&ouml;glichkeit aus der Hand gedr&auml;ngt werden. <\/p><p><\/p><h1>Won at Showdown<\/h1><p>\nEin guter Winning-Player (siehe BB\/100) hat eine WAS-Rate in den hohen 50ern, z. B. 57 %. Der Durchschnittswert der Winning-Player liegt bei 54 %. Ist dieser Wert bei einem Winning-Player deutlich geringer, so ist der Spieler sehr aggressiv. Durch seine Bluffs und Semi-Bluffs gewinnt er viele H&auml;nde vor dem Showdown (uncontested - nicht ausgek&auml;mpft). Geht es aber bis zum Showdown, kommen seine Bluffs h&auml;ufig an den Tag. Daher ist die WAS-Rate geringer.<\/p><p>Gegen diesen Spielertyp w&auml;re ich eher geneigt, ein Raise oder Check-Raise am Turn zu callen. H&auml;ufig handelt es sich dabei um einen Semi-Bluff oder Free Showdown Raise. Dies bezieht sich allerdings nur auf die Middle- oder High Limits. Im Low Limit-Sektor bedeutet jedoch St&auml;rke auf dem Turn meistens auch eine starke Hand.<\/p><p><\/p><h1>BB\/100<\/h1><p>\nBB\/100 bedeutet &bdquo;Big Bets in 100 Hands&ldquo; und gibt die Earn Rate an. Der Wert l&auml;sst sich nat&uuml;rlich relativ leicht in einen Stundenlohn umrechnen. In einem Full-Ring Game spielt man ungef&auml;hr 70 H&auml;nde in der Stunde. An drei Tischen kommt man damit auf gut 200 H&auml;nde. Nun braucht man nur noch den BB\/100-Wert mit 2 zu multiplizieren und man erh&auml;lt den Stundenlohn.<\/p><p>Vorausgesetzt, die Datenbasis ist gro&szlig; genug, gibt der BB\/100-Wert die ungef&auml;hre Spielst&auml;rke des Gegners an. In Relation zum gespielten Limit ist alles &uuml;ber 1 BB\/100 gut, alles &uuml;ber 2 BB\/100 sehr gut. Absolut gesehen sollte man aber bei den kleinen Limits deutlich mehr BB erzielen als bei den gro&szlig;en. Im Small Limit-Bereich erreicht ein guter Spieler deutlich mehr als 2 BB\/100. Bei den High Limits bedeutet bereits 1 BB\/100 gut und 2 BB\/100 sehr gut.<\/p><p><\/p><h1>Blind Defense<\/h1><p><\/p><h2>Foldet SB to steal<\/h2><p>\nDer Durchschnittswert liegt bei 84 %. <\/p><h2>Foldet BB to steal<\/h2><p>\nDer Durchschnittswert liegt bei 63 %. Dieser Wert resultiert allerdings aus einem zu tightem Verhalten unserer 3\/6-Spieler. Korrekt ist eine Range von 45 - 55 %. <\/p><p>Wenn die Blinds &uuml;berdurchschnittlich viel folden, kann man als potentieller Stealer nat&uuml;rlich liberaler bei seinen Stealversuchen sein.<\/p><p>Als Verteidiger sollte man darauf achten, dass man im Big Blind nicht immer automatisch foldet, wenn man den Flop nicht trifft. Ein Check-Raise am Flop als Semi-Bluff oder gar als vollst&auml;ndiger Bluff gegen TAGs erh&ouml;ht die Win Rate. Hier kommt auch der mittelfristige Effekt hinzu, dass man f&uuml;r den Gegner unlesbar wird, wenn man nicht nur Made Hands, sondern auch Semi-Bluffs und reine Bluffs aggressiv spielt. Zudem ist es f&uuml;r den Stealer eher frustrierend, wenn er auf harten Widerstand trifft. Auf diese Weise kommt man sp&auml;ter eher in den Genuss eines Free-Plays. Ist man als Verteidiger nicht bereit zu einer solch aggressiven Spielweise, dann ist ein h&ouml;herer Fold-Wert m&ouml;glicherweise besser.<\/p><p><\/p><h1>Attempts to steal Blinds<\/h1><p>\nDer Durchschnittswert ist 27,4 %. Dies scheint mir zu passiv zu sein. In den High Limits sind die Spieler aggressiver. Angebracht ist ein Steal-Wert von 30 - 35 %.<\/p><p>Der Steal-Wert ist in den Middle- und High Limits sehr wichtig, da es dort durch das tighte Pre-Flop-Verhalten h&auml;ufig zu Steal-Situationen kommt. Als Blind ist man nat&uuml;rlich geneigt, sein bereits eingesetztes Geld gegen Leute mit hohem Steal-Wert aggressiver zu verteidigen.<\/p><p><\/p><h1>Flexibilit&auml;t<\/h1><p>\nWenn ein Spiel l&auml;nger besteht (z. B. im Live Game oder Shorthanded [mehr H&auml;nde in kurzer Zeit gegen den gleichen Gegner]), ist es von Vorteil, den Stil oder einzelne Stilmerkmale zu ver&auml;ndern, um nicht ausrechenbar zu werden. Die bewusste &Auml;nderung des Stils erfordert eine hohe Spielst&auml;rke. Zum einen ist die Umsetzung des Vorhabens nicht einfach, zum anderen muss zun&auml;chst die Notwendigkeit f&uuml;r eine derartige Ma&szlig;nahme erkannt werden.<\/p><p>Flexibilit&auml;t spielt sich nicht nur auf der zeitlichen Schiene ab. Starke Spieler passen ihr Verhalten den Gegnern an. Wenn ein TAG ein Calldown gegen einen Maniac macht, heisst das nicht, dass er es gegen einen Rock machen w&uuml;rde oder gegen einen selbst (hoffentlich ebenfalls TAG).<\/p><p>Selbstverst&auml;ndlich ist ein Gegner besonders ernst zu nehmen, bei dem man ein hohes Ma&szlig; an Flexibilit&auml;t feststellt.<\/p><p><\/p><h2>Stabilit&auml;t<\/h2><p>\nDie optimale Tight-Aggressive Spielweise ist sehr energetisch und rational angelegt. Sie verlangt daher viel Gedankenarbeit und Konzentration. Ein Mangel an Energie und Konzentration kann dazu f&uuml;hren, seinen Emotionen, W&uuml;nschen, Sehns&uuml;chten, &Auml;ngsten und Bequemlichkeiten freien Lauf zu lassen, und dadurch wieder in alte, sch&auml;dliche Angewohnheiten abzudriften. Ein solcher unbewusster oder unfreiwilliger Stilwechsel kann durch den Einfluss von Alkohol, M&uuml;digkeit, Ablenkung, Frustration oder den Stil des Tisches entstehen. <\/p><p>Als Gegner m&uuml;ssen wir ein Auge daf&uuml;r entwickeln, wenn\/wann sich der Stil eines Gegners &auml;ndert. Vor allem, wenn ein Spieler am Verlieren ist, kann es sein, dass er aggressiver wird, also mehr blufft und semi-blufft. Auf Loosing Player m&uuml;ssen wir deshalb ein Auge werfen, um zu sehen, ob sich ihr Verhalten &auml;ndert.<\/p><p>Es kann auch sein, dass wir einen Spieler bei einer sp&auml;teren Session neu bewerten m&uuml;ssen. Erlebten wir ihn beispielsweise als Maniac, muss es nicht bedeuten, dass er sich immer so verh&auml;lt. M&ouml;glicherweise hatte er gerade eine Reihe von Bad Beats erfahren und befand sich On Tilt.<\/p><p><\/p><h1>Strong oder weak<\/h1><p>\nNeben der Earn Rate ist der Stil ein starkes Indiz f&uuml;r die Spielst&auml;rke. Die st&auml;rksten Spieler sind Tight-Aggressive, die schw&auml;chsten Loose-Passive. Es kann aber auch vorkommen, dass ein moderat guter Spieler Loose-Aggresive oder Tight-Passive ist. Die Einsch&auml;tzung der gegnerischen Spielst&auml;rke ist besonders f&uuml;r die Seat Selection wichtig. Schwache Spieler sollte man in der Regel rechts von sich haben.<\/p><p><\/p><h1>Die Datenbasis<\/h1><p>\nDie Anzahl der H&auml;nde relativiert die Bedeutung der einzelnen Kriterien. Wenn ein Rock eine Serie von richtig guten Karten erh&auml;lt, sehen wir ihn viel spielen und auch raisen. Er erscheint uns dann wie ein Loose-Aggressive Player (besonders, wenn es nicht zum Showdown kommt und wir seiner Monsterh&auml;nde nicht gewahr werden). <\/p><p>Wir sollten uns also davor h&uuml;ten, aus kurzfristigen Beobachtungen definitive Schl&uuml;sse zu ziehen. Nach 20 H&auml;nden ist der VPIP normalerweise schon einigerma&szlig;en aussagekr&auml;ftig und zeigt zumindest Tendenzen an. Andere Kriterien, wie z. B. der Steal-Wert, ben&ouml;tigen deutlich mehr H&auml;nde. Es kommt ja nicht so h&auml;ufig zu Steal-Situationen. <\/p><p>F&uuml;r die Selbstanalyse sollte man auf mindesten 20.000 H&auml;nde zur&uuml;ckblicken k&ouml;nnen. Ab 60.000 H&auml;nden sind die Daten schon sehr zuverl&auml;ssig.<\/p><p><\/p><h1>PokerAce-Layout<\/h1><p>\nWelche Daten sollte man sich auf den Tisch projizieren lassen? Am wichtigsten ist der Viererblock bestehend aus <\/p><p>1. VPIP <br>\n2. PFR<br>\n3. AF<br>\n4. Anzahl der H&auml;nde<\/p><p>Hinzuf&uuml;gen w&uuml;rde ich ferner<\/p><p>5. WTS<br>\n6. ATS (besonders in h&ouml;heren Limit) <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jeder Spielstil besteht aus einzelnen Merkmalen. Je konkreter man auf die einzelnen Merkmale eingeht, desto exakter l\u00c3\u00a4sst sich der Gegenspieler charakterisieren. Mit einer Datenbanksoftware wie PokerTracker lassen sich Merkmale quantifizieren. 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