Die 5 tollsten WSOP-Bracelet-Bets
Daniel Negreanu und Phil Ivey sind nicht die ersten Spieler, die zur WSOP eine Bracelet-Wette ins Leben rufen gehaben. Barry Carter blickt auf einige epische Wetten zurück, in denen es um WSOP-Bracelets ging.
5. Eli Elezra bringt Bracelet-Wetten in Mode

Im Jahr 2007 entwickelte sich zwischen Doyle Brunson, Phil Ivey, Chip Reese und Eli Elezra jedoch die Diskussion, ob es auch nach dem Poker-Boom von 2003 noch so einfach wie früher sei, Bracelets zu gewinnen. Elezra war der Meinung, dass dies deutlich schwieriger geworden sei, weil die Felder einerseits viel größer geworden waren und die Verfügbarkeit von Informationen über Pokerstrategie ebenfalls enorm zugenommen hatte.
Ivey regte daraufhin eine Wette mit Elezra an, in der er ihm 5:1-Odds und $100.000 für den Gewinn eines Bracelets anbot. Die Armbänder bekamen so schlagartig eine ganz neue Bedeutung. Gefühlt wollte die gesamte High-Stakes-Community ebenfalls in die Wette einsteigen, und bevor er sich versah, hatte Elezra ähnliche Wetten mit Spielern wie Doyle Brunson, Chip Reese, Barry Greenstein, Gus Hansen und David Benyamine abgeschlossen.
Die Wette entwickelte sich für Elezra traumhaft. Er gewann nicht nur $750.000 mit Wetten, die er seinen Freunden angeboten hatte, sondern sicherte sich auch selbst ein Bracelet. Im $3.000 Seven Card Stud Hi/Lo Event holte er sich für knapp $200.000 den Titel und bekam alleine von Barry Greenstein weitere $250.000, der ihm 10:1-Odds angeboten hatte.
Die High-Stakes-Community mag zwar 2007 etwas unter den Wetten gelitten haben, das Jahr war jedoch der Startschuss für viele interessante Bracelet-Bets, die auch heute noch sehr beliebt sind (danke an diesen tollen ESPN-Artikel, der diese Geschichte ursprünglich veröffentlicht hat).
4. Daniel Negreanu gegen Phil Ivey

Die beiden haben seit langer Zeit eine Wette laufen, in der jeder der beiden dem anderen einfach $200.000 zahlt, wenn dieser ein Bracelet holt. Es gibt keine Odds und es werden auf jeden Fall sechsstellige Summen fließen. Bei der Wette geht es einzig darum, dass der andere mehr zahlen muss als man selbst.
Im letzten Jahr bedeutete die Wette, dass Negreanu Ivey $200k für dessen Bracelet-Gewinn bei der WSOP APAC zahlen musste. Im Gegenzug durfte er sich über $400k von Ivey freuen, weil er sowohl bei der WSOP APAC als auch bei der WSOPE ein Armband gewann.
3. Justin Bonomos Panorama-Towers-Wette

Ungefähr 70 Profis wurden im Hotel pro Jahr erwartet, unter ihnen Antonio Esfandiari, Isaac Haxton, Scott Seiver, Steve O’Dwyer, Shaun Deeb, Liv Boeree und Sorel Mizzi.
Auf der einen Seite wettete Bonomo auf einige der besten Spieler der Welt, auf der anderen Seite gibt es nur ungefähr 60 Events pro Jahr, sodass er sich alles andere als sicher sein konnte. Die von ihm angebotenen Odds waren für ihn nicht ungefährlich und er bot Wetten von $1.000 bis $10.000 an.
In beiden Jahren zahlte sich das Risiko jedoch aus: 2009 gewann Greg Mueller zwei Bracelets und 2010 David Baker eins. Beide waren Gäste des Hotels.
2. Wie Tom Dwan beinahe Vegas ruinierte

Dwan ist nicht dafür bekannt, Turnierspieler zu sein. Aber die Faszination der Bracelet-Wetten weckte sein Interesse und Tom bekam viel Action. Sehr viel Action.
Praktisch die gesamte High-Stakes-Community wettete gegen ihn, dass er kein Armband gewinnen würde. Die Odds lagen bei 3:1. Einige Spieler machten zusätzliche Wetten mit ihm aus, in denen es darum ging, dass er keine zwei Bracelets in drei Jahren gewinnen würde.
Wie viel Geld am Ende wirklich auf dem Spiel stand, weiß niemand so genau. Die Gerüchte schwankten zwischen 9 und 20 Millionen US-Dollar, die Dwan im Erfolgsfall bekommen hätte. Mike Matusow hatte $30.000 gesetzt, Eli Elezra $750.000, Phil Ivey $3 Millionen und auch Howard Lederer stand in Verdacht, eine große Summe im Spiel gehabt zu haben.
Als Dwan bereits in Event #11 ($1.500 No-Limit Hold’em) im Heads-up war und um ein Bracelet spielte, bekam man es in Vegas mit der Angst zu tun. Dwan saß Simon Watt gegenüber, einem verdienten Spieler aus Neuseeland, der bereits ein großes regionales Event in seiner Heimat gewinnen konnte, die ANZPT für $200.000.
Die Atmosphäre war entsprechend gespannt am Final Table und fast mit dem WSOP Main Event vergleichbar, nicht mit dem scheinbar unwichtigen Turnier, das es eigentlich war. Für Watt ging es um das Preisgeld von $614.248, gleichzeitig konnte er Tom Dwan aber auch eine Summe verwehren, die mehr als 20 Mal größer war.
Die High-Stakes-Community befand sich praktisch schon in den Seilen: Huck Seed, der $300k gegen Dwan gewettet hatte, war so von dessen bevorstehendem Erfolg überzeugt, dass er diesem seinen Einsatz bereits überwiesen hatte, bevor das Turnier beendet war. Am Ende setzte sich jedoch Watt durch. Er gewann die $614.248 und sorgte gleichzeitig dafür, dass Dwan auf viele Millionen Dollar verzichten musste. Gleichzeitig rettete er die Liquidität der Poker-Community in Las Vegas.
Besonders Mike Matusow, der wohl einen der geringsten Einsätze gewettet hatte, jubelte wenig überraschend am ausgelassensten. Er rief Watt zu: "Dein Bild wird in Bobby's Room an der Wand hängen! Hier ist Simon, der alle davor bewahrte, broke zu gehen."
1. Wie Phil Ivey Vegas ruinierte

Die größte separate Wette, die von ihm jemals abgeschlossen worden sein soll, war eine Bracelet-Bet mit Howard Lederer. Sie lief von 2010 bis 2011 und ging darum, dass Ivey keine zwei Bracelets in dieser Zeit gewinnen können sollte. Gerüchten zufolge ging es für jeden der beiden um fünf Millionen US-Dollar. Ivey gewann 2010 ein Bracelet, 2011 nahm er in der Folge des Black Friday jedoch nicht an der WSOP teil und verlor so die Wette.
Dies mag zwar seine größte separate Wette gewesen sein, insgesamt aber war sein Jahr mit den meisten Bracelet-Bets 2009, in dem er vor dem Main Event bereits zwei Armbänder gewinnen konnte. Wie viel Geld er mit diesen Wetten vor dem Main Event verdiente, ist nicht bekannt, Eli Elezra gab aber einmal an, dass er alleine schon $400.000 verlor ("Das ist, wie wenn man gegen Gott wettet", sagte Elezra damals). Auch von Daniel Negreanu wissen wir, dass er $400.000 zahlen musste.
Diese zwei bestätigten Zahlen alleine sind doppelt so viel, wie es für die Events, die Ivey gewann, an Siegprämie gab. Um zu beweisen, wie unwichtig das Preisgeld für ihn war, stand Ivey nach dem Sieg eines Events auf und fragte laut "Wie viel gab es eigentlich für den ersten Platz zu gewinnen?"
Doch Ivey hatte noch nicht genug und versetzte die High-Stakes-Community so richtig in Schrecken, als er es auch noch in die November Nine schaffte. Auf dem Weg dorthin hatte er weitere Bracelet-Bets abgeschlossen. Eine der bekanntesten dieser Wetten war mit Andy Bloch, der Ivey bei noch 2.500 verbleibenden Spielern Odds von 99:1 anbot.
Auch von Tom Dwan hieß es damals, dass er im Falle von Iveys Sieg im Main Event $1 Million verlieren würde, bei Phil Gordon ging es angeblich um eine sehr große Summe. Gordon gab dabei an, er habe ziemliche Angst, dass Ivey gewinnen könnte.
Zum Glück der in die Wetten involvierten Spieler erwischte Ivey keinen guten Tag am Final Table, er schied auf dem 7. Platz aus. Zum Leidwesen aller Pokerfans wird dieses Jahr Phils letzte WSOP sein, in der er noch Wetten über Bracelets in einer für ihn interessanten Größenordnung machen wird. Es könnte also unsere letzte Chance sein, ihn in unsere Fantasy-WSOP-Teams zu wählen.
Habe ich eine interessante Bracelet-Bet nicht erwähnt? Schreibt sie doch in die Kommentare!
Barry Carter ist Redakteur bei PokerStrategy.com und Co-Autor von 'The Mental Game of Poker 1 & 2'. Er arbeitet seit neun Jahren in der Pokerbranche und wurde im Jahr 2013 mit einem APAT-Award in der Kategorie "Best Poker Media Provider" ausgezeichnet. Mehr über Barry erfahrt ihr hier.
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Barry Carter