Viele Live-Spieler checkraisen kaum – und schon gar nicht als Bluff. Wenn bis zum River dreimal gecheckt wurde, ist die Range fast immer schwach. Ein ideales Szenario, um aggressiv zuzuschlagen.
Niall Farrell
In Pokerkreisen kursiert eine Theorie, die nach ihrem Erfinder Niall "Firaldo" Farrell benannt wurde: das Firaldo-Theorem.
Es besagt, dass ein Spieler aus dem Big Blind, der weder am Flop noch am Turn einen Check-Raise ansetzt, eine gecappte Range hält.
Mit anderen Worten: In seiner Range fehlen sämtliche starken Hände – selbst ein Top Pair ist äußerst unwahrscheinlich.
Gecappte Ranges ausnutzen
Dara O'Kearney
Wenn solch ein Spieler am River erneut checkt, bietet sich eine ideale Gelegenheit, den Pot mit einer Overbet zu stehlen.
Gerade Live-Spieler checkraisen viel zu selten – und schon gar nicht als Bluff. Stattdessen setzen sie lieber auf Pot Control, selbst mit starken Händen wie Top Pair.
Das Firaldo-Theorem gilt erst recht in Multiway-Pots. Wenn in einem Three-Way-Pot alle drei Straßen gecheckt werden, sind die Ranges der Gegner erfahrungsgemäß extrem schwach. Mit gezielter Aggression am River lässt sich der Pot in solch einem Szenario in den meisten Fällen problemlos gewinnen.
Doch Vorsicht: Wie Niall „Firaldo“ Farrell selbst schmerzlich erfahren musste, ist es durchaus möglich, dass der Gegner am River überraschenderweise trifft. Doch wie so häufig beim Pokern sollte man langfristige Strategien nicht durch kurzfristige Ergebnisse überschatten lassen.