Vienna, Riesenlob für die Idee und Ausführung des Threads!
Du hast hoffentlich nichts gegen folgende Verschiebung, denn das betrifft kein aktuelles Problem, sondern eben Selbstmanagement.
Verschoben Sorgenhotline ---> Selbstmanagement
Einige Spieler aus dieser Community sind an diesem Problem gescheitert. Es kann niemandem schaden, sich mit der Materie auseinanderzusetzen, da jeder Pokerspieler früher oder später davon "heimgesucht" wird.
@ topic
Warum kann einen der erste gro�?e Downswing die Bankroll kosten?
Der finanzielle Ruin passiert in der Regel durch Selbstüberschätzung oder Verunsicherung.
Selbstüberschätzung
Der Spieler rechnet nicht mit solchen Verlusten, meistens geht es um den nicht gekannten Zeitraum, den der Verlust andauert. Die Arroganz, das Limit "eigentlich" schlagen zu können, raubt jede Objektivität für die Situation und baut Druck auf.
Verunsicherung
Fragen wie "Was passiert hier denn?" können einen ordentlich aus der Bahn werfen. Wenn Gedanken aufkommen, die mit Aussendarstellung zu tun haben, wird es oft ganz schlimm. Zum Beispiel öffentlich einen Limitabstieg eingestehen zu müssen belastet einige Spieler stark und führt schon im Vorfeld zu irrationalen Risiko-Entscheidungen.
Wer sicher wei�?, da�? es einen schlimmeren Downswing geben wird als bisher erlebt, hat einen klaren Vorteil.
Der Spieler ist einfach vorbereitet. Er ist weder so stark verunsichert, noch erkennt er die Situation nicht oder zu spät.
Dieses Gedankenmodell ist defensiver Natur und entspricht dem eines erfolgreichen Fondmanagers.
Andersrum wird es genau so wichtig. Diesen Punkt unterschätzt meiner Erfahrung nach fast jeder Pokerspieler (musste ich selbst auch erleben).
Ein heftiger Upswing raubt die Selbstkritikfähigkeit.
Wir kennen es (fast) alle:
Man macht, was man will und gewinnt einen Pot nach dem anderen. �?ber Tage, Wochen, manche über Monate.
Das Konto wächst, die Träume werden grö�?er, aber auf die Idee, das eigene Spiel in einer solchen Phase in Frage zu stellen, kommt kaum jemand.
Das Ende eines solchen Upswings ist für recht unerfahrene Spieler eine Riesengefahr.
Die Selbstkritikfähigkeit ist nahe dem Nullpunkt, man hat sich ans Geldverdienen gewöhnt und plötzlich dreht es sich um.
Man ist in diesem Moment in der Bankroll angreifbar wie sonst selten.
Es beginnt oft mit "rechnen in Bankrollhöchstständen".
Zum Beispiel hat Spieler X in einem 3 Wochen dauernden Mega-upswing das Limit 0,5/1 und 1/2 geschlagen und die Bankroll für 2/4 zusammen. Nach ein paar Tagen dort läuft nichts mehr. Wenn die ersten 300 Dollar weg sind, kommen Gedanken wie " Boah, vor drei hatte ich noch 300$ mehr". Das ist ein erster künstlicher Druck, der objektiv gesehen nicht nötig wäre.
Spieler X hat den Upswing nicht gewürdigt, sondern sich schnell an diese "Normalität" gewöhnt.
Der Rest der Geschichte ist eine Frage des Selbstmanagements.
Wer drauf vorbereitet ist, den Upswing als etwas nicht Normales genossen hat, der kann sich in einer solchen Situation wacher als andere zurechtfinden.
Meiner Erfahrung nach besteht das grö�?te Problem bei der Umsetzung.
Theoretisch ist es vielen Spielern klar, was dort passiert.
Wer das erste Mal selbst mit solch einer Extremsituation konfrontiert wird, verhält sich oft trotzdem irrational.
Diese Erfahrungen können einem Pokerspieler nicht erspart werden. Es zu leben halte ich für den wichtigsten Aspekt in dem Lernproze�? bis zu einem professionellen Umgang mit Downswings.