Haha, ja ich glaub ohne natürliche Feinde und mit genügend Zeit können Tiere ziemlich lustig werden. Die Riesenschildkröten auf Galapagos sind wohl auch nur so groß, weil sie bis zur Ankunft der Menschen keine Feinde hatten. Und Fluchtdistanzen werden ziemlich gering, dass ist natürlich von Vorteil, wenn man (wie ich) kein Teleobjektiv dabei hat.
Fotos kann ich leider gerade noch nicht liefern, bin hier grad in nem kleinen Örtchen an der Küste und das Internet lässt mich hier noch keine großen Sprünge machen.
Ich erzähl aber mal kurz von einem meiner neuen Lieblingstiere der Meerechse (marine iguana). Wie alle Echsen sind die exotherm und finden sich daher oft in großen Gruppen beim Sonnenbaden, ohne dass sie dabei irgendeine Form von Sozialverhalten zeigen. Dazu haben sie den erwhnten Vorteil der geringen Fluchtdistanz. Und wenn man Ihnen doch mal zu nahe kommt, dann laufen sie zwar gezielt aber seeehr gemächlich davon. Ihren Namen tragen sie natürlich nicht umsonst, denn sie ernähren sich ausschließlich Unterwasser. Mit ein bisschen Glück konnten wir einen von ihnen beim Schnorchel beim Fressen beobachten. Die halten minuten lang die Luft an, finden einen veralgten Stein, halten sich mit den Vorderbeinen daran fest und grasen ihn ab. Wieder an Land hocken sie sich in die Sonne um aufzuwärmen und machen dabei ab und zu ganz putzige Nieser, mit denen sie das überschüssige Salz ausrotzen.
Was ich aber außer ihrer für Echsen ungewöhnlichen Ernährungsweise noch sehr interessant finde ist ihr evolutionärer Ursprung. Die älteste der heute existierenden Galapagosinseln wird auf ca. 5 Millionen Jahre geschätzt. Die heutigen Meerechsen haben sich aber bereits seit ca. 15-17 Millionen Jahren getrennt von ihren nächsten Verwandten auf dem Festland entwickelt. D.h. sie haben schon 2-3 Inselgenerationen überdauert. (Die Galapagosinseln erodieren wie alle Inseln vulkanischen Ursprungs langsam, sie driften dabei auch auf der Nazca-Platte in Richtung und schließlich unter den südamerikanischen Kontinent.)














