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Poker und Ausdauersport

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TiltnonstopIsBack
Joined: 02.01.2025

Sport:

Spoiler

tl;dr Hintergrund

Spoiler

Laufen
Mit 14 oder 15 ohne Lauftraining einfach mal eine 38:27 über 10km gelaufen, danach noch zwei, drei Jahre mit ganz netten Zeiten auf der Bahn, aber kaum trainiert und auch das, wenn ich mich richtig erinnere, exakt einmal über drei, vier Wochen mit einem Plan, den mir ein netter Mensch geschrieben hatte, nachdem ich in einem 3.000m-Rennen viel zu schnell angegangen und auf den letzten zwei Runden derart gestorben bin, dass ich das Rennen als Letzter beendet habe und am Ende so erledigt war, dass ich im ersten Moment vielleicht nicht einmal auf Anhieb hätte sagen können, welcher Tag heute ist. Besagte drei, vier Wochen Training (einfach 3x >10km pro Woche, null Intervalltraining oder so) später dann sub 10 über 3.000m. Mein Name steht noch in ein paar Bestenlisten auf Landesebene im Internet, gereicht hat es auch für eine Landesmeisterschaft in einem 3er-Team, wobei zur Wahrheit gehört, dass es wohl diverse Ausfälle im Verein gab und ich schlussendlich der "Auffüller" in einem Team mit zwei Leuten war, die bis in den Junioren-Bereich zur absoluten deutschen Spitze gezählt haben.

Dass ich heute keine Ahnung habe, was damals wirklich möglich gewesen wäre, ist schon etwas nervig, aber letztlich nicht mehr zu ändern.

Immer fetter
Meine Bestzeiten bin ich mit so um die 65kg gelaufen, zwanzig Jahre später war ich dann dank null Sport und katastrophaler Ernährung 50 Kilo schwerer. Ernsthaft mit Sport angefangen habe ich um 2018/2019, kurz vor Corona war ich auf 83 Kg runter. Das Ziel war immer, wieder schmerzfrei laufen zu können, was wegen Problemen mit der Achillessehne leider bisher heute nicht funktioniert. Leider habe ich damals viel zu intensiv trainiert, jede Session konnte damit enden, dass ich mich komplett abschieße. In Kombination mit relativ strikter Diät war meine Laune nicht die beste, mit den mehrmonatigen Studioschließungen in den ersten Corona-Monaten ist dann alles zusammengebrochen und Ende 2020 war ich wieder auf >100kg hoch, Sport war für mich unterbewusst wohl mit schlechter Laune verbunden und in den nächsten Jahren habe ich praktisch nichts gemacht und exzessiv Poker gespielt, was insgesamt profitabel, für meine finanzielle Gesamtsituation aber letztlich bedeutungslos war.

Rock bottom
Ende 2023 war mir mit inzwischen 110 kg klar, dass es so nicht weitergehen kann. Poker habe ich zu fast 100% gequittet und langsam wieder mit Sport angefangen. Komplett angefixt hat mich dieses Video zu Magnus Ditlev:

. 320 Watt zum Aufwärmen in Zone 2, 2 Stunden später mal eine 15:xx über 5k, auf der dritten 5k Laktat ABBAUEN bei 16:xx, einfach Wahnsinn. Youtube schlägt dann gleich Videos zu den Ingebrigtsens, Blummenfelts oder Sanders dieser Erde vor und schon bin ich wieder voll im Training. Die ersten Wochen waren hart, insbesondere die Blicke, die man in meinem damaligen Zustand in einem Fitnessstudio bekommt, das randvoll mit viel jüngeren und viel besser trainierten Leuten ist, aber hey, das haben wir überstanden.

Status Quo:
90kg bei 1,82m, aber relativ fit und belastbar. Seit April 2024 hatte ich keine Woche unter 6 Stunden Training, Höchstwert im Urlaub waren mal 13 Stunden. Gestartet bin ich bei 108kg, danach ging es zügig runter, wobei mein Gewicht seit 6-8 Wochen stagniert. Meine VO2Max habe ich lt. meiner Uhr (Polar Pacer Pro) von Ende April 2024 bis Ende November 2024 von 26 über 32 auf 40 gesteigert (jeweils als Walking Test). Ein Maximaltest auf dem Fahrradergometer hat noch einmal einen deutlich höheren Wert ergeben, der in meiner Altersgruppe schon am unteren Ende von "ausgezeichnet" wäre (avg. 340 Watt über 6 Minuten ergäbe lt. diesem Rechner einen VO2Max-Wert von 48).

Keine Ahnung, inwieweit das belastbar ist.

Ziel:
Maximale Fitness bei Normal- bzw. Idealgewicht, mittelfristig auch wieder Laufen. Wenn ich das aktuelle Trainingspensum beibehalte und an der Ernährung schraube, sollte der erste Teil auf jeden Fall machbar sein. Wenn ich wieder ins Laufen komme, wäre aber schon das klare Ziel, das schmerzfrei und auf einem ordentlichen Niveau zu machen. Wenn beides zusammen nicht möglich ist (einige 2m Laufen/1m Gehen-Sessions auf dem Laufband, bei denen mein Puls bei nem 6:00-Schnitt schnell auf >80% HFMax war und ich anschließend Probleme mit der Achillessehne hatte, deuten darauf hin), ballere ich gerne einfach so weiter wie bisher und schaue, was ich im Sommer davon auch draußen machen kann.

Belastungssteuerung
Ich versuche, Be- und Entlastungen nach Wochentagen angemessen zu verteilen (z.B. in den letzten Wochen Mo/Mi/Fr locker und Di/Do/Sa härtere Belastungen, So lange Belastung - so hat ein Ingebrigtsen auf Youtube sein Training beschrieben), aber der Grundimpuls ist halt schon oft, einfach mal hart loszuballern und zu schauen, wie man das "ins Ziel bringt" :f_biggrin:. Die Story oben im "tl;dr"-Bereich zum 3.000m-Lauf, in dem ich komplett eingebrochen bin, klingt vielleicht für einige nach Horror, aber irgendwie ist die Kombination aus Überlastung, metallischem Geschmack im Mund, brennender Muskulatur und dem Geruch einer sommerlich aufgeheizten Tartanbahn für mich immer noch eine herrlich Erinnerung an meine "Sportler-Karriere". Wie schon Steve Prefontaine sagte, "The best pace is suicide pace, and today is a good day to die" :f_biggrin:

Ich überlege, in den nächsten Wochen mal die 200-300 Euro für eine Leistungsdiagnostik hinzulegen, damit ich klare Trainingszonen habe und danach trainieren kann. Mal sehen.

Sportarten:
Aktuell fast 100% Cardio im Fitnessstudio - Fahrradergometer, Crosstrainer, Rudern, wobei das fast eingeschlafen ist, Laufband mit Einschränkungen, 3-4x bisschen Krafttraining, aber ohne hohe Gewicht und vor allem zur Kräftigung, seit ein paar Tagen nutze ich auch eine "Faszienrolle".

Training 04.01.2025 (1. Session):
"Geplant" (im Sinne von "gestern war doch locker mit 1:15h unter 70% HFmax bei avg. 190 Watt, da könnten wir heute doch mal das hier machen" :f_biggrin:) war

3x20 @ 260 Watt unter 90% HFmax mit jeweils 5 Minuten Pause.

Tatsächlich trainiert wurde

1x20 @ 260 Watt unter 90% HFmax, 5 Minuten Pause,
1x 20 @230 Watt unter 90% HFmax (die ersten zwei Minuten von 90 auf 230 Watt waren schon hart, danach geht der Puls dann schnell nach oben), 5 Minuten Pause,
1x 10 Minuten @ 230 Watt unter 90% HFmax, 2,5 Minuten Pause, Rest mit Schwerpunkt auf 190 Watt und
3x 1 Minute @330 Watt mit 1 Minute Pause.

Ja, mein Training ist eher chaotisch. :f_biggrin:

Vielen Dank!

Training 04.01.2025 (2. Session)
Plan war 2 x 30 Minuten @ 260-270 Watt mit 5 Minuten Pause. Nach etwa 10 Minuten in der zweiten Runde habe ich den Plan spontan geändert. Tatsächlich wurden also trainiert:

30 Minuten @ 256 Watt avg., 5 Minuten Pause
15 Minuten @ 240 Watt avg., 5 Minuten Pause
15 Minuten @ 236 Watt avg., 5 Minuten Ausfahren

In der ersten Session hatte ich Probleme, von 100 Watt "Leerlauf" gleich auf 260 Watt zu wechseln, daher habe ich am Nachmittag in den 5 Minuten Pause wirklich überhaupt nichts gemacht und bin jeweils am Anfang erst mal innerhalb der ersten drei Minuten von 50 auf 260 Watt "hochgefahren" und ansonsten jeweils 27 bzw. 12 Minuten im Zielbereich gewesen.

Morgen geht es entweder ganz locker weiter oder ich mache einen Tag Pause.

Training 05.01.2025

Vielleicht habe ich einen falschen Eindruck erweckt, weil der erste Tag eher intensive Belastungen hatte. Den Großteil des Volumens mache ich relativ locker. Im gelben oder roten Bereich (zweithöchste bzw. höchste Belastungsstufe) bewege ich mich eher selten, auch um ein "Crash & Burn" wie vor Corona durch zu hohe (auch mentale) Belastung zu vermeiden und stattdessen kontinuierlich eine gute Grundlage aufzubauen.


Der zeitliche Ablauf bzw. die Belastungsbereiche wurde von meiner Uhr vorgegeben:

10 Minuten Einfahren
51 Minuten in Zone 2 (avg. 170 Watt)
16 Minuten in Zone 3 (avg. 220 Watt)
5 Minuten Ausfahren

Verteilung für die gesamte Woche:

Poker:
Wie mein Nick verrät, war das hier mein alter Thread, den ich vor ziemlich genau einem Jahr habe schließen lassen:
https://forums.pokerstrategy.com/de/forum/thread.php?threadid=1830258 . Meinen Account habe ich damals gleich mit abgeschossen.

Speziell die letzten Wochen sind auch für mich heute keine schöne Lektüre. Auch beim Pokern macht die Dosis das Gift und damals bin ich nicht zum ersten Mal Schritt für Schritt durch zu hohe Dosierung und fehlende Balance mental gegen eine Mauer gelaufen. Am Ende war ich auf Dauertilt und hatte praktisch überhaupt keine Lust mehr zu spielen, aber noch knapp 400 Euro in T$. Die Lösung: Wild Leute in Micro bis Mid Stakes Mistery Bounty Dingern staken mit durchschnittlich vielleicht -20% ROI und einem netten Bink (1% an nem Typen, der eine $50,000-Bounty abgeräumt hat). Danach alles ausgecasht, was dazu geführt hat, dass GG mich für Promos gesperrt hat, was ich aber erst einige Wochen danach erfahren habe. Ich habe danach noch hin und wieder 50 Euro auf GG eingezahlt, aber kaum noch gespielt (keine 10.000 Hände in 2024 insgesamt) und irgendwann eine Mail an GG geschickt mit den Alternativen "Promos wieder freischalten oder Account dichtmachen". GG hat sich netterweise für die erste Option (und lieber bisschen als 0 Umsatz) entschieden, teilweise nehme ich die Aktionen mit, wobei ich bewusst meistens die kleinere Variante nehme. Zumindest bis gestern, und jetzt habe ich nach längerer Zeit mal wieder ein Wochengehalt im Account, das umgesetzt werden will.

In den letzten Tagen vor der Einzahlung habe ich vielleicht so 5.000 Hände Rush & Cash gespielt, war aber seeeeeehr oft komplett lost, weil ich mit 20/18 oder so wohl doch etwas zu loose für mein Kompetenzniveau spiele, diese ganzen heads-up Pötte von PLO überhaupt nicht gewöhnt bin und immer wieder bei unpassenden Gelegenheiten den Dicken markieren will mit absurden Bluffs.

Insgesamt bin ich aber "nur" 3-4 Buy-ins down und überlege jetzt, wie ich die Kohle am besten umsetze. Was den reinen Umsatz angeht, ist Rush & Cash wohl unschlagbar, mit PLO würde das länger dauern, aber ich könnte das aus dem Stand sofort wieder profitabel spielen, weil ich ganz unten anfange und wahrscheinlich eh nur in den besten games am Wochenende spiele.

So oder so werde ich zeitlich aber höchstwahrscheinlich mehr Sport machen als Poker spielen.


Antwort
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15 replies
TiltnonstopIsBack
Joined: 02.01.2025

Training 06.01.2025
Morgens 2,8km (75 Minuten) geschwommen. Das war dann wohl das erste und letzte Mal für dieses Jahr, dass eine Session von mir schneller war als die Entsprechung von Kristian Blummenfelt, die mir auf Strava aufgepoppt ist, als ich wieder zu Hause war. Für ihn war es (natürlich) nur Chillen nach einer Stunde Pumpen mit den Gewichten.

Schwimmen war ich schon ganz lange nicht mehr. Nach ein paar Bahnen war ich aber in einem guten Rhythmus unterwegs und konnte die Belastung gut steuern. Danach war ich auch deutlich weniger erschöpft als nach vergleichbaren Sessions im Fitnessstudio. Auf jeden Fall eine gute Alternative.

Nachmittags noch 2,4km (insgesamt 1 Stunde - 30m, 15m, 15m, ich lasse die Screenshots mal weg) geschwommen und mir vermutlich irgendeine Reizung oder so "erarbeitet". Schmerzfrei gehen kann ich jedenfalls nicht, aber ich habe keine muskulären Probleme oder so.

Morgen dann auf jeden Fall Pause.


Antwort
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TiltnonstopIsBack
Joined: 02.01.2025

Zwei Tage Pause und einige Wärmepflaster später kann ich immer noch kaum schmerzfrei gehen. So stelle ich mir das Körpergefühl nach einem Marathon vor. Die Sessions am Sonntag waren auch ganz schön dämlich - nach locker zehn Jahren ohne Schwimmen mal eben 5km über den Tag verteilt, im Grunde praktisch aus dem Nichts so etwas wie Minimum ein Halbmarathon im Laufen. Die Pause tut mir nach den letzten Wochen ganz gut, die Laune ist deutlich besser und ich habe auch zwei Tage schön tiltfreies Poker gespielt, aber irgendwo im Hinterkopf fühlt man sich schon ein bisschen wie ein Versager, so in etwa wie Leute, die große Challenges ausrufen, sich eine Woche lang in den Zombie-Mode grinden und dann heimlich, still und leise ihre Threads closen lassen. Grüße gehen raus in den hohen Norden. :f_biggrin::f_biggrin:


Antwort
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sascha788
Joined: 29.01.2013

lol Ja nun Weiss ich wer du bis Hallo bist wieder im Theater GGPoker GL und Gute Besserung


Antwort
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TiltnonstopIsBack
Joined: 02.01.2025

Original von sascha788
lol Ja nun Weiss ich wer du bis Hallo bist wieder im Theater GGPoker GL und Gute Besserung

Danke!

Poker
Ein paar Euro gewonnen diese Woche - Verluste in PLO, Gewinne in Rush & Cash, das ich in erster Linie deshalb gespielt habe, weil man da leicht die Daily Mission für das Flipout morgen abhaken konnte. Der Spaßfaktor gegen tighte ranges und Dauer-3-bets vom Button ist aber in Kombination mit meinem Holdem Skill Level Null.

In den Daily Freebies habe ich all meinen run good aufgebraucht, im $250-Turnier aus der Einzahlungspromo war dann nichts mehr übrig. Geflogen bin ich mit einem wahrscheinlich fragwürdigen 3bb BTN jam mit A5o bei 51 left (46 kamen weiter). Mincash wären >$400 gewesen. Wenn ich das aus der Satellite-Strategie richtig in Erinnerung habe, war mein Stack wahrscheinlich über $300 wert, wobei ich bei einer verlorenen Hand halt auf 0 falle, bei einem double-up aber kaum etwas an Equity gewinne. Korrekt wäre also wohl ein fold and pray gewesen in der Hoffnung, dass ich irgendwie die Blinds überstehe und mit meinem letzten Ante weiterkomme :f_biggrin:.

Verloren habe ich letztlich gegen 99, am Flop hatte ich die Hand schon fast abgehakt, Turn A, River 9.

Insgesamt sah das Turnier ziemlich soft aus, was man auch daran erkennt, dass ich mit geringen Turnier-Skills letztlich relativ knapp gescheitert bin, obwohl ich im ganzen Turnier keinen einzigen Double-up hatte.

Sport
Dienstag bis Donnerstag war Pause, wobei sich die Situation Schritt für Schritt gebessert hat. Ganz verschwunden ist das Problem immer noch nicht (je nach Körperhaltung teilweise noch ein leichtes Ziehen), aber ich habe fast keine Schmerzen mehr und konnte seit Freitag wieder ein bisschen trainieren, erst ganz ruhig (Freitag 45m @ 170-180W sub 70% HFmax, Samstag 2x 45m @ 170-180W sub 70% HFmax), heute schon ein bisschen mehr (morgens 65m, davon je 3x 10 Minuten @ 250-260W und 5 Minuten @ 170-180W im Wechsel, nachmittags 60m @ 170-180W sub 70% HFmax).

Ab morgen geht es dann normal weiter. Mal sehen, was aus dem Schwimmen wird. Die Reizung oder was auch immer ich da hatte rührt wohl daher, dass ich an den ganzen Bewegungsablauf 0 gewöhnt war, die volle Abstoßbewegung bei der Wende (>200x an einem Tag mit 0 Übung lol) hat mir dann wohl den Rest gegeben. Ich müsste also wohl mal ganz ruhig anfangen und Schritt für Schritt aufbauen, ähnlich wie aktuell noch beim Laufen. Im Grunde habe ich darauf Stand heute keine große Lust, von daher mache ich wohl vorerst einfach zu >90% im Fitnessstudio weiter und schiebe hier und da eine halbe Stunde Schwimmen dazwischen.

Die "Zwangspause" hat mir wohl nicht geschadet und wahrscheinlich sogar eher genutzt. In Kombination mit den reduzierten Umfängen und Intensitäten hatte ich heute morgen jedenfalls einen Ruhepuls, der sich zwischen 49 und 51 bewegt hat. Normalerweise bin ich eher zwischen 57 und 60. Ich nehme das mal als gutes Zeichen.

Wochenbilanz:


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TiltnonstopIsBack
Joined: 02.01.2025

Kaum Poker gespielt diese Woche - bisschen break-even Gedonke, Daily Freebies mitgenommen, ausgerechnet die eine (von zwei dieses Jahr?) Einzahlungspromo für Cash Games verpasst, weil ich noch ein Deposit Limit im Account hatte, na ja.

Sporttechnisch allerlei Verrenkungen - teilweise hat die Achillessehne links schon ziemlich gebrannt, rechts hatte ich am Oberschenkel und an der Hüfte Probleme, beides lasse ich Ende der Woche mal orthopädisch abklären. Es war jetzt nicht so, als ob ich schlimme Schmerzen gehabt hätte oder so (eigentlich hatte ich fast keine), aber irgendwie fühlen sich beide Bereiche gereizt an, so dass der Alltag zwar halbwegs schmerzfrei, aber nur mit allerlei "Ausweichbewegungen" abgelaufen ist. "Bisschen" Sport haben wir auch gemacht, aufgrund der Einschränkungen allerdings Cardio zu 100% auf dem Fahrradergometer und zusätzlich ein bisschen Stabilisierung und Abrollen.

Seit heute war ich nach einem Schuhwechsel (ob der wirklich eine Rolle gespielt hat?) praktisch schmerzfrei, was ein gutes Gefühl war, also konnte ich wieder ein bisschen ballern, heute morgen 4x 4' @ 300 Watt und 4' @ 200 Watt im Wechsel, heute nachmittag 3x 6x 20sec on @ > 600 Watt /20 sec off auf einem Air Bike. Am Anfang habe ich da noch mit etwas längeren Belastungen gespielt, aber da ging mir dann doch sehr schnell die Puste aus und es war klar, dass ich damit sicher keine Intervallserie durchhalte. Keine Ahnung, was diese >600 Watt auf dem Air Bike jetzt "übersetzt" auf den Fahrradergometer bedeuten.

Die längeren Einheiten - wenn man davon bei mir überhaupt sprechen kann, bei 75 Minuten ist für mich eigentlich in den allermeisten Fällen Schluss - sind schon ganz ok, aber am meisten Spass machen mir halt die Intervalle, in denen man sich mal so richtig abschießen kann, wobei ich von den dutzenden Youtube-Videos, die diverse Coaches/Influencer so posten, um neue Kundschaft zu generieren, schon eine gewisse Struktur mitgenommen habe, was die Intervallpausen und Serienpausen angeht. Abschießen mit Sicherheitsnetz quasi. In der zweiten Session war ich in den harten Intervallen speziell am Ende schon am Limit und habe ganz schön gekeucht wie in alten Läuferzeiten, aber es war halt eingerahmt durch jeweils 10 Minuten lockeres Fahren in den Serienpausen. Das beste Gefühl für mich ist, wenn man nach so einer Session das Fitnesstudio verlässt und auf dem Heimweg schon merkt, wie der eigene Organismus sich gerade wieder "zusammenbaut", null Schmerzen, gar nichts. Long may it continue.

Wochenbilanz

Die zwei Sessions von heute


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Tak3r
Joined: 30.07.2007

Na das ist mal eine gute Post-Gewinn Ratio- Glückwunsch zu den 150$ :) Ich durfte letzte Woche in den Genuss kommen


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TiltnonstopIsBack
Joined: 02.01.2025

Danke!


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sascha788
Joined: 29.01.2013

GG Alles Betrug hast wieder mit den 12 Account Gewonnen GW geb nicht alles auf Einmal Aus


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TiltnonstopIsBack
Joined: 02.01.2025

...


Antwort
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TiltnonstopIsBack
Joined: 02.01.2025

Mal wieder ein Update:

Wenig Poker in den letzten Wochen, das aber gemessen am Volumen und für meine Verhältnisse sehr erfolgreich. Vor zwei, drei Wochen die lustigste "Session" in jetzt auch fast 20 Jahren Online Poker. Ein Typ straddlet jede einzelne Hand blind all-in, ich calle gleich in der ersten Hand und gewinne irgendwie 400bb oder so und calle dann mit einem weiteren Typen erst mal einfach weiter, d.h. jeder Pott ist bei 300bb, bevor irgendein anderer Spieler etwas getan hat. Nach 5 Händen bin ich bei 10 Buy-ins Plus angelangt, u.a. mit 7322dd in nem 4-way pot :f_biggrin:. Nebenbei gibts noch massig Chips für das Flipout, in dem es am nächsten Tag auch noch für einen Mincash reicht. Insgesamt also 20 Buy-ins Plus in vielleicht 10 Händen, easy game. In einer der Deposit Promos hat GG 4 $25-Tickets spendiert, von denen eines noch übrig ist und die anderen drei in je 1x Busto, $50 oder so Mincash und ein $150-Ticket für das $5m GTD umgewandelt wurden. Für besagtes $150-Ticket gibt es aktuell eine weitere Deposit Promo, bei der ich mich schon gefragt habe, ob ich die 300 Euro dafür auch noch in den Account packen will, diese Frage wäre also auch beantwortet.

Stichwort "Tiltnonstop": Heute hatte ich zum zweiten Mal nach einer noch krasseren Aktion vor ein paar Wochen unfassbares Glück. Auf dem Weg zurück zum Fitnesstudio habe ich meine Kreditkarte verloren, was mir aber erst zwei, drei Stunden später aufgefallen ist, weil ich im Grunde nur die Taschen gewechselt habe und dann gleich ins Schwimmbad gegangen bin. Nach Rückkehr suche ich vergeblich in meiner Wohnung, komme irgendwann darauf, doch mal im Heizungskeller nachzuschauen, wo ich die Sportsachen aufgehängt hatte, kucke dann doch eher random auch mal in den Briefkasten und siehe da, eine gute Seele/ein Nachbar hat mir die Kreditkarte in den Briefkasten gelegt. Ich nehme an, dass ich sie entweder gleich vor dem Haus oder im Keller verloren habe. So oder so hätte das ganz böse ausgehen können, passiert ist letztlich nichts. Bei der anderen Aktion wäre der finanzielle Gegenwert noch einmal höher gewesen, aber verschmerzbar im Vergleich dazu, welche peinlichen Nebenwirkungen das hätte haben können. Ich war auf dem Weg zurück von einer Dienstreise ernsthaft so verpeilt/komplett erledigt, meinen Koffer inklusive Dienst-Laptop in einem Bahnhofs-McDonalds stehen zu lassen, SITZE schon im ICE zurück zu meinem Wohnort, als mir dieser totale Aussetzer vielleicht zehn Minuten später auffällt und kann die Situation, weil ich viel Glück habe und danach völlig richtig reagiere, doch wieder zurechtbiegen. Die Vorstellung, was in jeder dieser Situationen oder gar in beiden zusammen hätte passieren können, ist Horror. Und nach derartigem Glück soll ich mich ernsthaft darüber aufregen, ob jetzt die Münze auf der einen oder anderen Seite landet, gerne auch 10 oder 20x nacheinander? Vielleicht ist es auch eine Alters- oder Erfahrungsfrage, dass man nach so etwas dann doch endlich mal wirklich demütig wird. Ich wünschte, ich hätte so ein Gegengewicht gehabt, als ich Poker zum ersten Mal für mich entdeckt habe, dann wäre mir wohl einiges erspart geblieben.

Sport läuft einfach ganz normal weiter, in den letzten vier Wochen jeweils 8-10 Stunden pro Woche mit je einem Tag Pause, wobei sich der Schwerpunkt jetzt doch ganz klar aufs Schwimmen verschoben hat. Am Anfang hat es wirklich nur fürs Brustschwimmen gereicht, inzwischen bin ich bei einer wahrscheinlich immer noch schlechten Kraultechnik angelangt, mit der ich gut zurechtkomme, auch wenn die Kraft für längere Strecken hier natürlich noch fehlt. Im Vergleich zum Fitnessstudio hat das Schwimmen für mich diverse Vorteile, also habe ich mir - warum muss man es immer gleich übertreiben - gleich mal eine Halbjahreskarte gekauft. Hier die letzten drei Wochen:
Die Riesenprobleme nach der ersten Schwimmaktion mit 5km am ersten Tag hatten sich vor dem Termin beim Orthopäden erledigt, zur Achillessehne war das Ergebnis nach einem weiteren Termin in der Radiologie, dass sie sicher stark gereizt ist, man aber im Grunde auch nichts tun kann außer abzuwarten, thank you very much. Meine Pulsuhr finde ich herrlich zur Dokumentation und Selbstkontrolle, was die Intensitäten angeht, aber ich muss auch immer wieder schmunzeln, wenn sie mir nach einer randvollen Woche mit allein 3 Stunden Sport am Sonntag anzeigt, mein Training wäre total unterfordernd. Vor ein paar Tagen habe ich mich nach längerer Zeit auch mal wieder auf die Waage getraut, Ergebnis: 88kg. So kann es weitergehen.

Hier im Forum habe ich jetzt gelernt, dass man auch, wenn man meint, man hätte von kleinen Randbereichen vielleicht doch etwas mehr Ahnung oder könnte zumindest einen kleinen, fiesen Kommentar zu irgendwas schreiben, auch einfach mal DIE KLAPPE HALTEN kann. :f_biggrin: Will sagen, ich habe oft natürlich doch etwas gepostet, es mir dann aber nach 2 Minuten doch wieder anders überlegt und im Ergebnis steht an diversen Stellen dann einfach ein "...". Der nächste Schritt ist dann einfach nur noch zu Dingen zu schreiben, die einen betreffen oder zu denen man etwas beitragen kann. Oder auch einfach nur den Mund zu halten wie bei Kurt Tucholsky:


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TiltnonstopIsBack
Joined: 02.01.2025

Und die nächste solide Woche.

Kraulen macht jetzt schon richtig Bock, ab und zu gibt es auch einen echten Flow, in dem man einfach nur noch seine Bahnen zieht, ein wenig auf die Atmung achtet und ohne Übertreibung wirklich überhaupt nichts denkt. Mit der entsprechenden Ausrüstung gibt es auch keine Langeweile, weil ich einfach zwischen Brustschwimmen, Kraulen und Aquajogging hin und her springen kann, so ähnlich war bzw. ist es ja auch schon mit den 3 oder 4 Geräten, die ich im Fitnesstudio regelmäßig nutze.

Generell nehme ich mal für mich mit, dass ich an x Stellen schon gegen eine Mauer gelaufen bin (Achillessehnenprobleme beim Laufen, Rückenprobleme beim Rudern, mehrere Tage mit allerlei Problemen nach der ersten Schwimm-Aktion) und die ganze Geschichte schon längst beendet wäre, wenn ich nicht immer flexibel reagiert hätte und nicht einfach am Ball geblieben wäre.

Das Endziel, ab Mitte des Jahres wieder schmerzfrei längere Strecken laufen zu können, bleibt vorerst mal weiter bestehen, aber vielleicht ist das Thema als Ganzes auch einfach durch. Wenn ich in der Stadt Leute an mir vorbeihecheln sehe, die für diesen Sport offensichtlich null geeignet sind, frage ich mich teilweise schon, ob das überhaupt noch mein Sport sein kann und ob ich mich nicht einfach auf "diskrete" Sportarten konzentrieren sollte, bei denen man niemanden groß belästigt und einfach sein Ding macht. Falls es also einfach vorbei ist, weil die Achillessehne nicht mehr mitmacht, könnte ich damit im Grunde auch gut leben. Voraussetzung ist halt, dass ich nicht noch einmal komplett aus meinen aktuellen Gewohnheiten herausfalle.


Antwort
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TiltnonstopIsBack
Joined: 02.01.2025

Sporttechnisch eine weitere solide Woche mit viel Schwimmen und Aquajogging, teilweise auch ohne Uhr. Die Sessions sind oft in kürzere Abschnitte unterteilt, weil ich mich schnell langweile und dann zwischen den verschiedenen Optionen hin- und herspringe. Poker habe ich nur heute gespielt, wobei ich in relativ wenigen Händen je 1x komplett geownet wurde*) wie schon lange nicht mehr und 1x gepuntet habe wie so oft**) - und schon war das $150-Ticket auch wieder verbrannt. Oh well ...

*) Tighter UTG open 2x, ich call aus dem SB mit 88, BB callt auch, Flop J83r, ich check-calle 1/3 pot, Turn 5s (flush draw), Villain checkt behind, River Qd, Villain checkt wieder und zeigt AJo lol. Wenn mein Gegner KJ, QJ, TT etc. ausschließt, bleibt wohl nicht mehr so besonders viel übrig, was ich da haben kann, aber beim Showdown musste ich schon etwas schlucken, diesen Turn Check muss man erst mal hinbekommen ...

**) UTG open 2x, ich 6x mit JJ mit 28 oder so BB Stack, Gegner 20x, die Raise Size verwirrt mich stark in Richtung AK, Gegner hat aber KK und das wars dann auch.


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TiltnonstopIsBack
Joined: 02.01.2025

Weiterhin praktisch kein Online-Poker, obwohl ich inzwischen seit mehreren Monaten zwei Wochengehälter im Account habe. Sofort auszahlen und mich faktisch wieder von allen Promos ausschließen lassen möchte ich aber auch nicht. Vor ein paar Wochen hätte ich fast endlich mal in Berlin live gespielt, war dann aber doch zu ungeduldig wegen langer Warteliste, alle anderen Floors haben mich gelangweilt oder deprimiert. Morgen habe ich dienstlich ein Hotelzimmer in 500 Meter Entfernung zu einer Spielbank, vielleicht gehe ich aber auch - hat da jemand Suchtverlagerung gesagt? - zum Sport. Der läuft weiterhin ziemlich glatt durch, wobei ich mich teilweise schon etwas abgeschossen hatte und dauernd müde war. In den letzten Wochen habe ich deutlich Volumen herausgenommen und den Schwerpunkt aufs Schwimmen verlagert. Meine Kraultechnik ist inzwischen ganz ok, zum Teil gab es auch so etwas wie Flow, ich darf die unglaublichen Schwimmerkörper (Männer wie Frauen, ich meine das also nicht sexuell) und aufrichtig das echte technische Könnertum von Leuten bewundern, die seit Jahren und Jahrzehnten schwimmen und nicht wie ich jetzt seit etwa drei Monaten wieder, herrlich.

Aktuelle Lektüre:

Gambling Man von Lionel Barber. Der Autor war von 2005 bis 2020 Herausgeber der Financial Times und verfügt, wie aus den Quellenverweisen ersichtlich, unverändert über exzellente Kontakte zur globalen Wirtschaftselite. Zitate aus gedruckten Quellen sind eher selten, Barber bevorzugt stattdessen direkte Gespräche mit Personen, die unmittelbar an zentralen Momenten der Geschichte beteiligt waren, gerne auch mal off the record. Gegenstand des Buchs ist Masayoshi Son, Gründer und CEO von Softbank, der - aus relativ wohlhabenden Verhältnissen stammend - während der Dotcom-Bubble für einige Wochen der reichste Mann der Erde war - nur um in den folgenden zwei Jahren mehr als 95% seines Vermögens zu verlieren (den Ehrentitel für die größten Vermögensverluste innerhalb eines Jahres hat ihm später Elon Musk abgenommen). Das hätte einigen das Genick gebrochen oder zumindest ihre persönliche Risikofreude eingedampft, aber Son hat nach Einschätzung des Autors einen immense appetite for risk, der an zwanghafte Zockerei grenzt. Neben einigen epischen hits - dass Son in der Summe ein erfolgreicher Investor ist, gründet sich im Wesentlichen auf zwei Investments in Yahoo! (>100x) und Alibaba (zwischenzeitlich >1.000x), einen weiteren potentiellen >100xer (Nvidia) muss er abstoßen, als die Bilanz wegen einiger desaströser Investments bereinigt wird - stehen ebenso desaströse misses wie WeWork. Das Buch hat - wie sein Gegenstand - literarische Qualitäten. Barber ist ein gewandter und offenbar exzellent informierter Erzähler mit einem Blick für sprechende Details und Anekdoten, der erkennbar große Freude daran hat, wenn er in die offizielle (u.a. Softbank- und Son-)Propaganda pieksen kann. Man staunt und lächelt mit ihm über seinen kleinwüchsigen Helden mit dem schütterem Haar und dem kolossalen Ego - und bewundert doch dessen Visionen und unfassbaren Mut - ein Weggefährte attestiert ihm balls of steel -, wenn man denn nicht gerade den Kopf schüttelt über äußerst waghalsige bis absolut größenwahnsinnige, in jedem Fall aber meist kreditfinanzierte - den Ehrentitel für das zwischenzeitlich höchstverschuldete Unternehmen trägt Softbank meines Wissens auch - Investments. Der Spieler meets technokapitalistische Hyperglobalisierung meets Exzesse der Finanzalchemie. Eine vergleichbare Geschichte wird es so schnell wohl nicht mehr geben. What a - so der treffende Untertitel - wild ride.


Antwort
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TiltnonstopIsBack
Joined: 02.01.2025

Vor drei Wochen habe ich tatsächlich zum ersten Mal live gespielt. Letztlich habe ich 200 Euro (2 50bb buy-ins auf 2/2) verloren. Insgesamt war es aber ganz witzig. Technisch bin ich gefühlt in jeden Fettnapf getreten, den es gibt (null Ahnung gehabt, wie ich mir jetzt überhaupt meine Karten anschaue :f_biggrin:, String Raises, Blinds vergessen, eine Karte beim Mucken aufgedeckt, eine Karte beim Showdown aufgedeckt und gedacht, dass das reicht, nach all-in nicht gecheckt, dass ich zuerst aufdecken muss etc etc), als notorischer Chat Rager im Online Poker habe ich es live aber geschafft, praktisch keine Hände der Gegner zu kommentieren, auch wenn ich innerlich teilweise schon sehr geschmunzelt habe über bestimmte Hände.

Der beste Moment neben ganz gut ausbezahlten Daily Quads war so eine Art Hero Fold in einem single raised pot gegen drei Gegner - auf QJ9ss habe ich ernsthaft KsKx gecheckt und nach bet-call-call dann mit 70bb oder so gefoldet :f_biggrin:, es wird dann auf praktisch unverändertem Board bis zum River weitergeballert, ich denke schon, dass einer 99 hat, er tablet dann aber KTo. Wieso das ein guter Moment war? Vielleicht Quatsch, aber der Gedanke "du hast ja keine Ahnung, was ich da gefoldet habe und dass du mich unter normalen Umständen zu 100% bustest" war schon ganz nett.

Am Ende steht halt ein Verlust, aber ich konnte beim zweiten Busto ganz gut damit umgehen (beim ersten Mal, siehe Technik oben, wusste ich nicht, dass ich gleich mit Bargeld am Tisch nachkaufen kann), wünsche dem Tisch noch viel Glück und GG. Die ersten 50bb hätte ich nicht verlieren müssen (string raise = limp mit AKo UTG, Top Pair wollte ich gegen einen Gegner, der davor 2 oder 3x River Bluffs gemuckt hat, nicht folden, der war aber eigentlich wohl guter LAG und hätte den Raise eher nicht gegen den zweiten Gegner aus der Kategorie "limp/call any raise pre" (ist mir dann erst wenig später so richtig bewusst geworden) ausgepackt, über Gewinn oder Verlust entscheidet letztlich KK<97 auf T76, wo mein Reraise vorm Flop wohl zu klein war und mein 50bb oder so Jam zügig gecallt wird und ich im 150bb oder so Pot halt nicht halte.

Dass ich sehr viel falsch gemacht habe und letztlich doch +EV war, sagt natürlich einiges über den Tisch aus.

Gleich danach war ich ganz gut angefixt und habe gleich mal nachgeschaut, wie ich denn mal relativ günstig nach Vegas kommen könnte, aber mein Reisepass ist eh abgelaufen, von daher mache ich in den nächsten Tagen wohl einfach mal einen Kurzurlaub in Salzburg mit ein bisschen Poker, zumal ich da auf niedrigeren Stakes mal testen kann, ob mir das über die 2-3 Stunden dieser einen Session hinaus überhaupt taugt.

Sport läuft ganz normal weiter (Stichwort Suchtverlagerung - selbst auf der Dienstreise habe ich nach dem Poker-Abend allen Ernstes morgens geschaut, welche Schwimmbäder es denn in der Nähe gibt und bin dann auch wirklich dorthin zum Sport gegangen), auf Online Poker habe ich irgendwie keine große Lust im Moment. Demnächst bin ich wahrscheinlich für einige Wochen im außereuropäischen Ausland und ich habe immer noch keine Ahnung, ob ich mich darauf jetzt freuen soll oder ich es insgeheim nicht doch ganz gerne sehen würde, wenn jemand mir die Entscheidung abnimmt und das alles cancelt.


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TiltnonstopIsBack
Joined: 02.01.2025

Gestern habe ich meine zweite Live Session gespielt. Ich dachte, ich probiere mal ein "billiges" Sachpreisturnier ganz in der Nähe, PLO spiele ich ja sowieso gerne, what could possibly go wrong? Fing dann gleich gut an damit, dass das Buy-in 60% höher war als es auf der Internetseite stand, der Rebuy kostet dann noch einmal 20% mehr als das erste Buy-in, ach ja, und nach Gott weiß wie vielen Stunden (waren wohl 3 oder 4?) gibt's ja noch ein Add-on für den selben Preis, nur gibt's dafür halt 3x so viele Chips. Der "Floorman" kassiert immer Cash auf die Hand, was davon Rake oder seine Aufwandsentschädigung ist und was wirklich in den Preispool wandert, wer weiß es schon? :f_biggrin: Alles in allem 90 investierte und verlorene Euro, die sicher allein von den Rahmenbedingungen her schon fett -EV waren.

Aber wir waren ja zum Lernen da? Von der reinen Mechanik her hat es deutlich besser geklappt als beim letzten Mal - keine String Raises, die passenden Chips waren schnell gefunden und ich bin auch mit den Karten deutlich besser klargekommen - nur waren es jetzt halt vier statt zwei. Ich habe immer mal wieder nach links und rechts geschaut, wie die anderen Spieler das denn so machen und dabei zumindest auf einer Seite auch Karten zu sehen bekommen. Spaß hatte ich von meinen eigenen Händen her weniger, weil ich kaum gehittet habe und es halt recht schnell abwärts geht, wenn man jede Hand raist, die man Online raisen würde, aber nichts hittet. Irgendwann bin ich dann dazu übergegangen, auch viel mitzulimpen. Im Endeffekt habe ich zwei größere Pötte gewonnen und bin am Ende mit 10 oder so BB von den magischen J853ds gebustet worden, und das war es dann auch schon.

Witzige Momente: Ich raise AKT8ds aus EP, potte (wieso auch immer) fast all-in auf 862hh, MP snappt und lacht mich, als er sieht, wie ich zusammenzucke, aus, vermutlich, weil er ziemlich genau wusste, was ich da gedacht habe. :f_biggrin: Ansonsten herrliche Hände/Plays en masse, single raised pot, Flop kommt K44r, Opi neben mir pottet in 5 Gegner hinein, kriegt natürlich keine action und zeigt dann ganz stolz seine K4 :f_biggrin:; weiterer single raised pot, Flop kommt AQ9hh, italienischer "Super Pro" (hat wohl die letzte Runde gewonnen und ist etwas affig aufgetreten) pottet, wird vom selben Opi geraist und callt, Turn 6h check/Opi all-in für 20bb, Super Pro callt, aha, also Flush over Flush? Ähm, nein, Opi hat Top Two gejammt und Super Pro hatte am Flop Middle Set (QQQ), wait what? :f_biggrin:. Ein anderer Spieler schiebt auf einem KJKJ8ddd Board am River 20bb in die Mitte, freut sich über den Crying Call von AdQd, muss sich dann aber erklären lassen, wieso sein bare King ihm jetzt nicht den Pott bringt. Zwei Spieler callen am River mit den absoluten Nuts, einer checkt seine Nuts behind (Top Set), weil der Pot heads-up war und beide vorm Flop vereinbart hatten, dass sie die Hand runterchecken. Einige Spieler sind selbst für Leute wie mich mit fast keiner Live-Erfahrung absolute Tell Boxes wie der Typ, der auf J8x in drei Gegner pottet, am J Turn erkennbar nach Chips für die nächste Bet greifen will, dann aber mit leichten facial ticks doch checkt (tja, was mag er da nur haben? :f_biggrin:), auf der River 7 setzt er dann doch und wird von einer Straight bezahlt. Anschließend lässt er uns ungefragt an seinen Gedanken teilhaben, die halt zu 100% dem entsprechen, was (selbst) ich am Turn gesehen habe. Schon beneidenswert, wenn Leute mit viel Live Erfahrung so etwas aus viel subtileren Sachen ableiten können, in meinem Fall hat der Gegner es ja praktisch schon herausgeschrien. Wie Doyle Brunson auf High Stakes Poker so schön gesagt hat, "If my daddy knew I was losing in this poker game, he'd come out of the grave and beat the crap out of me". :f_biggrin:

Nicht so witzig: Der Gegner, der mich oben noch ausgelacht hat - vielleicht war es auch nur ein "We've all been there"-Grinsen -, wird mit Top set gerivert, flucht zuerst laut vor sich hin, haut dann seine eigenen Chip Stacks um, die sich auf dem halben Tisch verteilen und verlässt schließlich - immer noch laut fluchend - den Tisch. Tilt so direkt persönlich aus der Nähe zu sehen ist schon ziemlich unangenehm, da kommt man sich noch dümmer als sonst schon vor, wenn man sich überlegt, dass man derartige Aktionen online auch schon mehr als einmal gebracht hat. Einige Chips sind noch an seinem Seat liegen geblieben, selbst grob geschätzt (ach ja, Stack sizes von Gegnern aufaddieren kann ich jetzt auch so halbwegs) hat er noch locker 40bb da liegen, die der "Floor Man" einfach EINZIEHT, kein Runterblinden, gar nichts. Ja, genau, das war die Art von Poker-Turnier, an der ich da teilgenommen habe.


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