@Scooop:
Da du ja vermutlich meinen letzten Post gelesen haben solltest weißt du ja schon, dass ich ebenfalls gegen die übertriebene Einnahme und natürlich auch Abgabe an Medikamenten plädiere.
Des weiteren plädiere ich für ein Gesundheitssystem, dass es Ärzten ermöglicht sich wesentlich zeitintensiver um ihre Patienten zu kümmern. Dadurch könnten viel intensivere Gespräche zwischen Arzt und Patient stattfinden, was ja genau eine der Ursachen für eine psychische Veränderung beim Patienten hervorbringen könnte, die tatsächlich die Selbstheilungskräfte des Körpers beschleunigt.
Das ist es ja gerade was der in der Praxis der Homöopath dem Schulmediziner voraushat. Es nimmt sich im Regelfall mehr Zeit dem Patienten zuzuhören und auf ihn einzugehen.
Des weiteren bin ich eindeutig für den Einsatz von Placebos. Eine Vielzahl an Erkrankungen haben psychische Natur und brauchen nicht mit 'Chemiehämmern' bekämpft zu werden. Die Abgabe eines Placebos verstärkt genau das Gefühl im Patienten, was mit dem Kümmern des Arztes angestrebt werden sollte: Der Patient bekommt das Gefühl er sei in guten Händen, er wird bald wieder vollkommen gesund sein. Genau das baut den Stress ab und führt zu zum Teil deutlich kürzeren Heilungsdauern.
Ich meine also im Prinzip, dass der Bereich, der sehr erfolgreich von Homöopathen abgedeckt wird eigentlich zum Aufgabenbereich des Schulmediziners gehören sollte (was bei den besseren Hausärzten ja auch meist der Fall ist) und die Hausärzte eben nicht zu reinen Pillenverteilern mutieren sollten.
Es gibt eigentlich lediglich 2 Sachen, die mich an der Homöopathie wirklich stört:
1.) Es gibt auch Krankheiten, die eben nicht von selbst verschwinden und deren Heilungsdauer auch nicht von Placebos verkürzt werden kann. Es gibt leider viel zu viele Homöopathen, die auch 'Heilmittel' gegen solche Krankheiten anbieten und somit Patienten um wirkliche Hilfe bringen. (Ob man die jetzt alle als schwarze Schaafe bezeichnen sollte bei einer solch großen Anzahl weiß ich jetzt nicht - da ist eher der Fehler im System der Homöopathen den Glauben verleiht sie könnten Dinge die sie definitiv nicht leisten können)
2.) Die Unehrlichkeit.
Jeder Homöopath der sich mit seiner eigenen Materie beschäftigt weiß, dass es nicht eine wissenschaftlich anerkannte medizinische Studie gibt, in der homöopathische Mittel eine bessere Wirkung hatten als Kontrollplacebos.
Wenn ich als Homöopath also Placebos verschreibe, dann sollte ich auch dazu stehen und nicht behaupten es wäre anders.
Hochverdünnte Lösungen sind nicht mehr von Wasser zu unterscheiden und Wasser hat auch kein Gedächtnis (Zum Glück eigentlich wenn man bedenkt wo unser Leitungswasser überall schon war...) Die Tatsache, dass das wissenschaftlich widerlegt worden ist sollte eigentlich Grund genug sein das nicht weiterhin zu behaupten. Und kein persönlicher Erlebnisbericht kann eine wissenschaftliche Studie ersetzen, wenn es um die Richtigkeit einer Behauptung geht.
Abgesehen davon habe ich aber nichts gegen Homöopathie - die Grundideen sind aber auch einfach viel zu lustig ♦ :
1. Ich gebe gesunden Menschen irgendwelche Substanzen (Gifte,etc) und lasse mir berichten welche Beschwerden bei ihnen aufgetreten sind. Wenn mir also ein Mann, dem ich Koffein gegeben hat über Schlaflosigkeit berichtet habe ich nach Homöopathenlogik ein Mittel gegen Schlaflosigkeit gefunden :
Koffein! ♦
2. Da die hochdosierte Einnahme von Koffein zur Bekämpfung der Schlaflosigkeit eines neuen Patienten wider Erwarten nicht zur Besserung der Problematik führt ♦ wird munter verdünnt... und siehe da: schlafen funtioniert tatsächlich besser als mit hochdosiertem Koffein ♦
3. Ergo: Je mehr ich verdünne desto besser wirkt es ♦ Also verdünne ich doch gleich meinen Wirkstoff mit Faktoren wie D8, also 1:10^8 oder besser gleich C30, also 1:100^30 (hat 60 Nullen ♦). Dabei lasse ich die atomare Auflösungsgrenze irgendwo bei 10^23 außer Acht, die mir ja lediglich sagt, dass jetzt tatsächlich Gläser existieren in denen kein einziges Molekül des Wirkstoffs sein kann ♦
4. Wenn ich nun also nachgewiesen bekomme, dass in meiner Lösung kein Molekül des ursprünglichen Wirkstoffs sein kann behaupte ich einfach die Wirksamkeit würde entscheidend davon abhängen auf welche Art ich die Gläser vorher geschüttelt habe ♦
Einfach Herrlich!