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[Geschlossen] Warum immer alles planen?

14 Beiträge
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Hey,

mir schwirrt gerade ein Gedanke durch den Kopf, der mir in einem "hellen" Moment kam.

Ich fragte mich:

"Warum planst du dein Training so genau? Weißt genau, an welchen Tagen du was und wie trainieren musst."

"Warum planst du deine persönliche Entwicklung?"

"Warum planst du deine Ernährung?"

"Warum planst du dein Leben so genau durch"?

Um immer wieder festzustellen, dass der Plan scheitert bzw. nicht zu 100% so abläuft, weil immer wieder was dazwischen kommt, dass nicht voraussehbar war. z.B. beim Training, Krankheit, dass einen zurückwirft. Was einen dann unglücklich macht, da man den Plan nicht einhalten konnte.

Warum trainiere ich nicht einfach das und so wie ich gerade Bock habe? Esse das wo ich gerade Lust darauf habe. Lebe mehr in den Tag herein, als alles zu planen. Lasse mich eher treiben wie ein Blatt im Winde. Denn es gibt viel zu viele Einflüsse, die man nicht beeinflussen kann.

Planung ist doch von vorneherein schon zum Scheitern verurteilt. Weil alles, das Ziel der Planung, in der Zukunft "ist". Und was bis dahin geschehen wird, weiß man nicht. Denn es gibt/existiert nur die "Gegenwart". Also bin ich doch glücklicher, wenn ich die vielen Planungen zur Seite lege und einfach jetzt in der Gegenwart lebe/mache/tue.

In ca. 40-50 Jahren werde ich vermutlich sterben, vlt. auch früher. Das ist sicher. Was nützt mir das Geplante dann noch? Hätte ich viel lieber im Moment leben sollen? Anstatt immer zu denken "Heute muss ich noch dies und das machen, morgen das und übermorgen das" "Oh man was ein Programm, aber ich muss es machen um später (in der Zukunft) glücklicher zu sein und besser dazustehen.

Also, warum plane ich?

Vlt. spricht ja sogar die "Chaos Theorie" dafür, weniger zu planen.

Wie seht ihr das Ganze?


13 Antworten
vokalmatador
Beigetreten: 15.01.2007

Da gilt es zwischen kurz und langfristiger Planung zu unterscheiden sowie zwischen den Graden an Ernsthaftigkeit, mit der du etwas betreiben möchtest.

Beispiel Sport:
Willst du dich wirklich zu einem mehr an Beweglichkeit, Ausdauer, Kraft entwickeln ist ein Trainingsplan unerlässlich. Sonst wird das ganze Unterfangen eher ein Schuss ins Blaue und selten von Erfolg gekrönt. Kommt es eher auf den Spaß an, der natürlich auch bei dem gezielten Training dabei sein sollte, kann man auch einfach mal so drauf los trainieren, wie man so sagt. Eben das an Sport machen, worauf man im Augenblick Lust hat.

Von einer durchgeplanten Entwicklung seines Lebens bzw seiner persönlichen Entwicklung halte ich nicht viel. Es kommt wie es kommt, ob mit oder ohne Planung. Sicherlich ist man mit einer Planung besser auf Schicksalsschläge sogenannte besser vorbereitet, aber ist eben auch die Frage, in wie weit man das denn sein möchte. Um im Moment zu leben braucht es aber auch eine gewisse Flexibilität um sich eben auf all die unvorhergesehenen Situationen entsprechend einzustellen.


Also ich halte eine gewisse Planung prinzipiell für gut und förderlich. Wichtig ist imho, dass man nicht irgendwann einen Plan aufsetzt und sich dann für alle Ewigkeiten zwanghaft daran bindet (um es mal extrem auszudrücken). Das betrifft v.a. die längerfristige Planung des Lebens.

Gerade was längerfristige Planungen betrifft machen ganz konkrete Pläne mMn nicht viel Sinn. Das heißt aber nicht, dass man sich gar keine Gedanken machen sollte. Um mal ein sehr einfaches Beispiel zu nennen. Angenommen man studiert und am Anfang macht einem das Ganze auch viel Spaß und man denkt sich "Vielleicht könnte ich im Anschluss noch weitermachen (sei es nun in Form des Masters, sei es Promotion etc.)". Oder man würde gerne noch ein Semester oder im Anschluss ans Studium ins Ausland.

So etwas würde ja auch zu einer längerfristigen Planung gehören. Sollte man nun den Gedanken ganz außer Acht lassen, da es ja möglich wäre, dass man später doch nicht weitermachen will oder doch nicht ins Ausland will? Ich denke nicht. Man kann ja in der Zwischenzeit schon einmal darauf hinarbeiten (um bei dem Bespiel zu bleiben könnte man versuchen an gewissen Projekten teilzunehmen, sonstige Veranstaltungen zu besuchen, seine Sprachkenntnisse verbessern etc.). Wenn man dann feststellt, dass es doch nichts für einen ist, dann ist das halt so. Deswegen muss man ja nicht promovieren oder in das entsprechende Land gehen etc. Das Beispiel ist natürlich sehr einfach, aber ich hoffe ihr wisst was ich damit ausdrücken will.

Kurzfristigere Planungen können natürlich etwas konkreter ausfallen. Und auch diese halte ich prinzipiell für sinnvoll. Gerade wenn man viel zu erledigen hat, hilft es imho, wenn man sich einfach klar macht, was zu tun ist und das dann auch grob "priorisiert". Mich würde es nicht glücklicher machen, wenn ich jeden Tag einfach ein paar Dinge erledigen würde, die mir gerade so einfallen, wenn es noch viele andere Dinge gäbe, die auch erledigt werden müssten. Da hilft eine grobe Planung auf jeden Fall.

just my 2 cents


dersl88
Beigetreten: 09.02.2007

Original von BJsucker
Um immer wieder festzustellen, dass der Plan scheitert bzw. nicht zu 100% so abläuft, weil immer wieder was dazwischen kommt, dass nicht voraussehbar war. z.B. beim Training, Krankheit, dass einen zurückwirft. Was einen dann unglücklich macht, da man den Plan nicht einhalten konnte.

Du hast nicht verstanden, was ein Plan ist.

Ein Plan ist nicht nur ein starres Ziel, das du erreichen willst. Ein Plan ist auch immer dynamisch, flexibel. Zwischenziele setzen, gucken ob man diese erreicht hat, und wenn nicht weitere Maßnahmen einleiten, um das Ziel zu erreichen oder ggf. sogar das Ziel ändern -- DAS ist die Essenz eines Planes.

Lerne mit Rückschlägen zu leben und gib deshalb nicht von Anfang an auf.


KalleTorsten
Beigetreten: 21.07.2006

Ich habe 2 Jahre nach dem Grundsatz gelebt nichts länger als 2 Tage vorraus zu planen und so zu leben als ob ich übermorgen sterben würde, also immer das zu tun was ich gerade in dem Moment will. Keine Ziele die in die Zukunft gerichtet sind, einfach das Leben genießen. Das klappte in meiner Lebenssituation damals auch wunderbar, weil einfach kein Druck oder Aufgaben auf mir lasteten. Ich war wesentlich glücklicher als zuvor und ich denke auch als die meisten planenden Menschen um mich herum.

Dann fing mein Studium an und ich merkte, dass das Konzept nicht mehr funktioniert. Die Universität bombadierte meinen Lebensstil wo sie nur konnte. Anmeldungen zu Klausuren, Kleingruppen Wochen im Vorraus. Baföganträge, Rückmeldungen sogar Monate. Die Klausuren waren auch nicht mehr so anspruchslos das man mit 2 Tagen Vorbereitung durch alles durch kam und einige Fächer machten nicht so viel Spaß, dass ich umbedingt das Verlangen verspürte dafür zu arbeiten, wenn ich völlig außer Acht ließ, das mir das in Zukunft Vorteile bringen mag. Das hat mich ganz schön runtergezogen. Ich laufe immer noch leicht depressiv durch die Gegend und vermisse die angenehme Vergangenheit.

Fazit: Nicht umbedingt empfehlenswert. Seine Pläne so weit wie möglich zu beschränken erhöht die Lebenszufriedenheit sicherlich enorm, aber es ist sehr schwer davon wieder Abstand zu nehmen, wenn es erforderlich sein sollte. Leider lässt uns unsere Gesellschaftsform dieses Konzept nicht völlig konsequent durchziehen und wenn es jemals gebrochen wird ist es im Ganzen wertlos.


Ich denke ein Plan ist gewissermaßen ein Maß an Ordnung welches man in das Chaos an Möglichkeiten bringt, welchen wir ausgesetzt sind und welche in unserem Wirkungsbereich liegen. Damit gliedert man ein was man braucht und erreichen möchte und gliedert unnötige und hinderliche Elemente aus.

Dass dabei immer auch Spielraum für Unerwartetes und Abweichungen sein muss, düfte auch klar sein.
Imho ist ein Plan (im Sinne von einer groben Richtlinie, im weitesten Sinne auch Traum oder Ziel im Leben) einfach nur auch eine Art Triebfeder welche inspiriert und motiviert etwas bestimmtes zu erreichen. Eine Art Ventil zwischen einem konkreten Ziel und eben jenem Meer an Möglichkeiten.


Majes
Beigetreten: 14.08.2006

"Life is what happens when you are busy
making other plans."

John Lennon

ich denke gerade er würde im nachhinein wissen wovon er sprach...


raggae
Beigetreten: 29.01.2006

ich hau einfahc mal was in die runde.

"ohne planung kein fortschritt."

keine planung bedeutet keine ziele und ohne ziele keine weiterentwicklung.


HedePro
Beigetreten: 27.04.2008

Die wenigsten Menschen sind stark genug um in Freiheite - ohne Plan - zu leben. Aber sie sind glücklicher :)


raggae
Beigetreten: 29.01.2006

Original von HedePro
Die wenigsten Menschen sind stark genug um in Freiheite - ohne Plan - zu leben. Aber sie sind glücklicher :)

dumme menschen sind auch glücklicher


HedePro
Beigetreten: 27.04.2008

Original von raggae

Original von HedePro
Die wenigsten Menschen sind stark genug um in Freiheite - ohne Plan - zu leben. Aber sie sind glücklicher :)

dumme menschen sind auch glücklicher

Ich bin sicher du kannst das belegen...


PetrosiliusZ
Beigetreten: 26.08.2006

komm hier mal nich mit sonem wissenschaftl belegsanspruch wenn du selbst die wildesten thesen raushaust^^


raggae
Beigetreten: 29.01.2006

Original von HedePro

Original von raggae

Original von HedePro
Die wenigsten Menschen sind stark genug um in Freiheite - ohne Plan - zu leben. Aber sie sind glücklicher :)

dumme menschen sind auch glücklicher

Ich bin sicher du kannst das belegen...

dito!


TheRealJoker
Beigetreten: 12.03.2009

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ein Leben in der Wildnis von der Hand in den Mund und "im Moment leben" durchaus zeitweilen zufridenstellt doch denke ich dass dann den meisten Menschen der Ehrgeiz und Neugier fehlen werden.
Schließlich basiert unsere Gesamte Zivilisation aus Ehrgeiz. Hätte der Urmensch zufrieden in den Tag hinein gelebt wäre es nie zu einer Entwicklung gekommen. Ich bin auch der Ansicht dass diese Neugier/Drang nach Neuem ein essentieller Bestandteil der Evolution ist und deßhalb in jedem Menschen mehr oder weniger verankert ist.

Planung ist solange nichts negatives und einengendes, solange man nicht reaktiv handelt. Beispielsweise das Lernen auf Prüfungen nicht auf den letzten Drücker zu erledigen.
Dadurch dass du selbst bestimmen kannst wann und wieviel du lernst hast du eine entscheidende Freiheit gewonnen. Dadurch wird das "ich muss lernen um die Prüfung zu bestehen" zu "ich will lernen um mein langfristiges, großes Lebensziel zu erreichen".

Durch die auf den ersten Blick einschränkende Wahl der Planung der Lernzeiten gewinnst du bei genauerer Betrachtung jedoch das Gegenteil. Durch initiatives und nicht reaktives Handeln bist du nicht nur selbstbestimmt und freier weil du das Ruder komplett selbst in der Hand hälst, sondern im Endeffekt auch glücklicher, weil du von vornherein nicht mit der Mentalität des Zwanges sondern der kompletten Selbstbestimmung da rangehst.