Poet Fyrefish - das wird schon Supi
Welches limit spielst du denn aktuell? Geht aus dem graphen leider nicht so hervor, außer ich bin blind und übersehe es
Anyways, good luck my friend. Schade, dass man dich nicht mehr in meinem stream sieht, hab dich wohl zu oft genervt bei deinen Hilfeversuchen
NL25 spiele ich seit ner Ewigkeit.
Nene wie man hier reagiert hat nichts damit zu tun ob ich Streams schaue oder nicht. Ich kenne halt nur 6max Cash Game No Limit. Alles andere schaue ich nicht.
Ich schaue keine MTTs, kein Omaha und kein 9max. Das sind für mich alles extrem varianzreiche Formate. Entweder ziehen die Leute das eh nicht lange durch, und quitten beim ersten richtigen Downswing, oder sie sind schon Vollblutprofis.
Ich verstehe schon, warum ihr aktuell alle das ausprobiert und spielt – es läuft gerade gut, alles ist neu, es gibt gutes Rakeback und es macht Laune.
Aber mich persönlich nervt schon die Varianz im 6max 100bb deep. Man wird, ohne extrem hohes Volumen zu grinden, einfach mal 3 bis 6 Monate im Jahr im Minus sein – obwohl man langfristig gewinnt und alles richtig macht.
9max 200bb deep mit Ante müsste eine der varianzreichsten Varianten im Cash Game sein.
Cash Game 6max hat eine Standardabweichung (je nach Stärke der Gegner und je nachdem, wie viele marginale Spots man mitnimmt) von 80 bis maximal 120.
Omaha liegt schon bei irgendwas um die 150,
und 9max laut anderen Online-Spielern bei 175 bis 200.
Das heißt, deine Winrate wird extrem starke Abweichungen zu deiner tatsächlichen Winrate haben und von Monat zu Monat je nach Kartenglück schwanken. Die Downswings werden extrem eklig, lang und hart, die Upswings dafür umso schöner – aber am Ende weiß man halt nie genau, wo man steht.
Und je varianzreicher die Variante, desto mehr wird Poker einfach nur zum Glücksspiel. Das Volumen, das man bräuchte, um die tatsächliche Winrate überhaupt zu erfahren, werden viele nie erreichen. Ich mag sowas einfach nicht.
Und wenn ich solche Formate spielen würde, wäre ich jemand, der sich erstmal stundenlang Videos dazu reinzieht und alles aufsaugt wie ein Schwamm. Einfach hinsetzen und spielen könnte ich nicht – das konnte ich noch nie, in keinem Game der Welt. Sei es WoW, Counter-Strike, WC3, SC2, Poker oder Magic: The Gathering.
Ja stimmt schon, bei SH habe ich gemerkt, dass ich mit meiner spiel/lern ratio nicht viel weiter komme. Fullring rakeback war geil vor dem update, jetzt haben sie etwas geändert und es ist um einiges schlechter geworden bei den flip outs. Aber das positive ist immer noch, dass die Tische einfach softer sind und man viel mehr ausbezahlt wird (selbst für 200bb), leider ist dadurch halt auch die Varianz höher.
Naja aktuell gehts wieder bissl runter bei mir, aber Bankroll immer noch über 800$ und ich habe ein paar Sachen ausgebessert, von daher bin ich zufrieden.
Magic: The Gathering, das waren noch Zeiten
Kann mich noch an meinen ersten Meistermeuchler erinnern.
Noch ein Nachtrag – Selbstkritik und Selbstreflexion
Natürlich versuche ich, mein Bestes zu geben. Aber manchmal reicht das einfach nicht – oder man sabotiert sich unterbewusst selbst. Ich bin davon nicht frei.
Zu viele Tische, zu viel Ablenkung nebenbei, zu wenig Fokus und zu oft alte Muster abspielen.
Ich habe mir mal wieder die Stats der letzten 30k Hände angeschaut – ihr wisst schon:
Preflop-Frequenzen, Postflop die allgemeinen Stats wie WWSF, Went to Showdown, AF, Bet Flop/Turn/River, Fold vs Flop/Turn/River Bet, und bei den Flop-Plays Fold vs Raise, Check/Raise usw.
Alles Stats, für die man keine riesige Samplesize braucht, die aber einen guten Überblick über das eigene Game geben – und die man mit den Stats starker Regs vergleichen kann. Die meisten hier kennen das Spiel ja.
Alte Muster
Wenn ich nicht voll fokussiert bin, falle ich immer wieder in alte Muster zurück:
Overfold vs Bets
Overfold vs 3-Bets preflop
Generell: Ich knicke viel zu schnell gegen Aggression ein
Das ist einfach schlecht. Klar, man kann viele marginale Spots vermeiden, indem man einfach foldet – aber auf Dauer bringt das nichts. Es macht keinen Sinn, alle marginalen +EV-Spots zu meiden, nur weil man „keine Lust“ drauf hat. Das funktioniert auch nur bis zu einem bestimmten Limit.
Es gab hier mal eine Phase wo ich auch zeigte wie man mit Flopzilla gute Defend Frequenzen findet, ohne komplexe Mixxed Strategien zu spielen. Das war auch so eine Phase wo ich massiv overfolded habe, und danach ging es auch wieder aufwärts.
Merged Bets und schlechtes Betting-Muster
Was mir auch wieder aufgefallen ist: Ich mache genau das, wovon ich anderen oft abrate.
Zu viele merged Bets, zu kleine Betsizes, und dann mit schwachen Made Hands Flop/Turn nochmal anspielen um danach check (eventuell auch check-fold) zu spielen.
Das ist vielleicht nicht direkt -EV, aber es ist auch kein gutes, solides Poker.
Besser wäre es Polare Ranges zu betten, starke Valuehände, die man durchbarreln kann, und eine gute Mischung an Bluffs.
Woher kommen diese Leaks?
Zur Fehlersuche und zu meiner eigenen Verteidigung:
Ich habe nahezu mein gesamtes Pokerwissen ursprünglich von Pokerweasel (ehemaliger Pokerstrategy-Coach und ehemaliger Coach von BPC und diversen anderen Seiten). Viele seiner Videos sind hier in der Videorubrik immer noch zu finden.
Aber ich denke langsam wirklich, dass sein Content mich oder andere langfristig eher behindert.
Er war ein großer Verfechter davon, „for protection“ zu betten, in Autoprofit-Spots einfach „any2“ zu betten und sich nicht zu viele Gedanken um Details zu machen.
Auch sein Spruch:
„Lieber öfter folden – preflop und postflop –, dafür mit stärkeren Ranges später leichteres Spiel haben.“
Vielleicht war das früher mal okay, aber wer weiß, ob das 2025 nicht längst überholt ist.
Die Winrates im 6max NL Cash Game auf GGPoker sind einfach sehr klein.
Vielleicht geht es wirklich um viele kleine Edges, die sich summieren – und genau diese Spots meide ich oft noch zu sehr. Und für die ganzen Rakeback Bonis abzusahnen, wie es manche breakeven/losing Regs tun, fehlt mir einfach die Zeit und auch die Lust.
Nächste Schritte
Die letzten zwei Tage war ich wieder im „Lab“ – mit GTO+ und dem Wizard.
In den nächsten Tagen will ich da noch tiefer einsteigen und meinen Gameplan auf das nächste Level bringen.
Was will ich sehen?
Weniger folds vs bets am Flop und am Turn.
Weniger folds vs 3bets preflop.
Weniger medium Madehands in der eigenen Betting Range.
Was will ich? Ein besseres Gefühl für Equity Postflop bekommen. Ich denke in viele Spots überschätze ich auch einfach die Equity von gemachten Händen und übertreibe es mit "für dünn value betten".
Beispiel zur Veranschaulichung:
Nehmen wir an, es gibt einen Spieler, der seit zwei Jahren viel Poker spielt. Content konsumiert er eher passiv: Er lässt Videos laufen, während er spielt, und schaut sich nur sporadisch Hände und Ranges an.
Im ersten Jahr lernt er die Einsteigerstrategie und alles, was es hier bei Pokerstrategie.com zu sehen und zu lesen gibt.
Im zweiten Jahr lernt er Pokerweasel kennen, tauscht sich mit ihm aus und schaut dessen Videos als „fortgeschrittenen Content“.
Was man in den ersten beiden Jahren lernt
Jahr 1 – Einsteigerstrategie
Made Hands (für dieses Beispiel relevant: Top Pairs und Overpairs) werden bet/fold gespielt.
Wir betten, um noch Value von schlechteren Händen zu bekommen, und folden gegen Raises, weil wir gegen die Raising-Range meist hinten liegen.
Wir lernen: Diese Hände können je nach Runout an Wert verlieren.
Pauschal gilt: Two Pair+ sind besonders starke Hände.
Jahr 2 – Weasel-Content
Mehr Details, aber für dieses Beispiel relevant:
Top Pair soll man lieber selbst anspielen und dünn für Value betten, anstatt in den Check/Call-Modus zu wechseln.
Check/Call gilt fast als Todsünde – ganz nach Gordon Gecko: „Immer so dünn wie möglich für Value betten.“
Wenn am Turn Draws ankommen, wird kleiner gebettet, aber man bettet selbst.
Mittelstarke Hände werden am Flop/Turn aus Protection-Gründen gebettet.
Erst am River geht es um polarisierte Betting-Ranges.
Pauschal bei beiden Gameplans:
TPTK/Overpair sind meist gut für drei Straßen.
Two Pair sind sehr stark, Sets sowieso.
Der Spieler hinterfragt das nicht weiter – schließlich gibt es viele andere Spots, die vermeintlich wichtiger sind (z. B. große Pötte am River oder überhaupt wenn starke Hand vs starke Hand läuft - was halt so typisch ist für einen).
Das GTO-Beispiel (mit Screenshots)
Hier nun mein Beispiel – mit Screenshots aus GTO+.
Szenario:
Button vs Big Blind
Nach einer Flop-C-Bet callt der Big Blind.
Am Turn kommt eine schlechte Karte für uns und zusätzliche Draws.
Mir geht es um die Grenze zwischen „Monster“ und „Made Hand“ (Value-Hand), im Vergleich zu dem, was man in Einsteigerstrategien lernt – und was man, wenn man es nicht hinterfragt, so beibehält.
1. Turn – Wenn die Straight ankommt
Hier sieht man:
Bottom Two Pair ist teilweise nicht mehr gut genug für drei Straßen.
Top Pairs sind am Turn nur noch interessant zu barreln, wenn sie zusätzlich den (Nut-)Flushdraw haben.
Spoiler

Die gesamte Top-Pair-Klasse (klassische Einsteiger-Made-Hand) mag eigentlich nicht mehr betten – außer mit extra Equity (starkes Top Pair + Flushdraw):
Spoiler

Filtert man nach Equity, sieht man:
Unter 75 % Equity fallen bereits Two Pairs (also „Monster“/„Made Hands“ im Einsteigerverständnis).
Mittelstarke Hände unter 80 % Equity wollen nicht mehr barreln.
Aber: Sie werden nicht wertlos – auf einer weiteren Blank wollen sie fast immer den River gegen eine Bet callen oder selbst betten.
Macht alles Sinn. Soll einfach aufzeigen wie daneben man liegen kann, wenn man sich in den Spots nicht weiter entwickelt.
Spoiler

2. River – Blank nach Turn-Barrel
Schaut man sich nach der Turn-Barrel den River an (blanke Riverkarte):
Selbst die besten Top Pairs mit Top Kicker wollen nicht weiter barreln, da sie schlicht zu schwach sind.
Spoiler

3. Turn bringt den Flush – River Blank
Noch deutlicher wird es, wenn:
Am Turn der Flop-Flush ankommt,
Am River eine Blank folgt.
Hier sieht man:
Schwache Two Pairs mögen nicht mehr für drei Straßen barreln.
Und es geht hier nicht mal um große Betsizes (30 % Flop, 70 % Turn, 70 % River).
Der EV-Unterschied bei schwachen Two Pairs zwischen Bet und Check liegt bei 2 EV – ein gravierender Fehler.
Bei TPTK ist es noch schlimmer: Man denkt, man bettet dünn für Value – tatsächlich ist es ein großer Leak.
Spoiler

Das sind Spots, die einem gar nicht bewusst werden, wenn man nicht gezielt darauf hingewiesen wird oder sie kritisch hinterfragt. Wo ist die Grenze zwischen dicken Value-Bets, dünnen Value-Bets und Made Hands, die nur noch Showdown-Value haben?
Fazit
Alles hier ist etwas vereinfacht dargestellt und schnell runtergetippt – aber das ist mir in den letzten Tagen extrem aufgefallen.
Teilweise durch das Handbewertungsforum, wo ich oft dachte: „Hey, hier kann man mit Top Pair doch easy dünn für Value betten“ – und falsch lag.
Teilweise auch, weil meine Stats stark von anderen Regs abweichen. Beispiel mein AF ist irgendwo bei 4, und andere Regs haben 2,5.
Mein hoher AF kommt schlicht daher, dass ich viel zu oft und viel zu schnell den Bet-Button drücke – in Spots, die ich für „Standard“ hielt.
Aber viele dieser Spots sind eigentlich gar nicht "Standard", sondern müssen von mir jetzt einfach mal kritisch hinterfragt werden.
Mag nach viel Blabla klingen, aber das Aufschreiben hilft mir, das Ganze zu verarbeiten und zu verinnerlichen.
Aufschreiben ist immer gut !
Ich bin nicht so der Buchlese-Typ. Hab aber mit mental Game of poker doch etwas mehr gelesen. Bis ich mir die Bücher einfach als Audio geholt hab. Einige Kapitel hab ich schon mehrfach durch und hör sie situativ auch immer mal wieder. Vielleicht hilft das auch deinem mental Game ? Mir hat’s schon etwas geholfen
Original von Superior1712
Spoiler
Beispiel zur Veranschaulichung:
Nehmen wir an, es gibt einen Spieler, der seit zwei Jahren viel Poker spielt. Content konsumiert er eher passiv: Er lässt Videos laufen, während er spielt, und schaut sich nur sporadisch Hände und Ranges an.Im ersten Jahr lernt er die Einsteigerstrategie und alles, was es hier bei Pokerstrategie.com zu sehen und zu lesen gibt.
Im zweiten Jahr lernt er Pokerweasel kennen, tauscht sich mit ihm aus und schaut dessen Videos als „fortgeschrittenen Content“.Was man in den ersten beiden Jahren lernt
Jahr 1 – Einsteigerstrategie
Made Hands (für dieses Beispiel relevant: Top Pairs und Overpairs) werden bet/fold gespielt.
Wir betten, um noch Value von schlechteren Händen zu bekommen, und folden gegen Raises, weil wir gegen die Raising-Range meist hinten liegen.
Wir lernen: Diese Hände können je nach Runout an Wert verlieren.
Pauschal gilt: Two Pair+ sind besonders starke Hände.Jahr 2 – Weasel-Content
Mehr Details, aber für dieses Beispiel relevant:
Top Pair soll man lieber selbst anspielen und dünn für Value betten, anstatt in den Check/Call-Modus zu wechseln.
Check/Call gilt fast als Todsünde – ganz nach Gordon Gecko: „Immer so dünn wie möglich für Value betten.“
Wenn am Turn Draws ankommen, wird kleiner gebettet, aber man bettet selbst.
Mittelstarke Hände werden am Flop/Turn aus Protection-Gründen gebettet.
Erst am River geht es um polarisierte Betting-Ranges.Pauschal bei beiden Gameplans:
TPTK/Overpair sind meist gut für drei Straßen.
Two Pair sind sehr stark, Sets sowieso.Der Spieler hinterfragt das nicht weiter – schließlich gibt es viele andere Spots, die vermeintlich wichtiger sind (z. B. große Pötte am River oder überhaupt wenn starke Hand vs starke Hand läuft - was halt so typisch ist für einen).
Das GTO-Beispiel (mit Screenshots)
Hier nun mein Beispiel – mit Screenshots aus GTO+.
Szenario:
Button vs Big Blind
Nach einer Flop-C-Bet callt der Big Blind.
Am Turn kommt eine schlechte Karte für uns und zusätzliche Draws.Mir geht es um die Grenze zwischen „Monster“ und „Made Hand“ (Value-Hand), im Vergleich zu dem, was man in Einsteigerstrategien lernt – und was man, wenn man es nicht hinterfragt, so beibehält.
1. Turn – Wenn die Straight ankommt
Hier sieht man:
Bottom Two Pair ist teilweise nicht mehr gut genug für drei Straßen.
Top Pairs sind am Turn nur noch interessant zu barreln, wenn sie zusätzlich den (Nut-)Flushdraw haben.Spoiler
Die gesamte Top-Pair-Klasse (klassische Einsteiger-Made-Hand) mag eigentlich nicht mehr betten – außer mit extra Equity (starkes Top Pair + Flushdraw):
Spoiler
Filtert man nach Equity, sieht man:
Unter 75 % Equity fallen bereits Two Pairs (also „Monster“/„Made Hands“ im Einsteigerverständnis).
Mittelstarke Hände unter 80 % Equity wollen nicht mehr barreln.
Aber: Sie werden nicht wertlos – auf einer weiteren Blank wollen sie fast immer den River gegen eine Bet callen oder selbst betten.
Macht alles Sinn. Soll einfach aufzeigen wie daneben man liegen kann, wenn man sich in den Spots nicht weiter entwickelt.Spoiler
2. River – Blank nach Turn-Barrel
Schaut man sich nach der Turn-Barrel den River an (blanke Riverkarte):
Selbst die besten Top Pairs mit Top Kicker wollen nicht weiter barreln, da sie schlicht zu schwach sind.Spoiler
3. Turn bringt den Flush – River Blank
Noch deutlicher wird es, wenn:
Am Turn der Flop-Flush ankommt,
Am River eine Blank folgt.
Hier sieht man:
Schwache Two Pairs mögen nicht mehr für drei Straßen barreln.
Und es geht hier nicht mal um große Betsizes (30 % Flop, 70 % Turn, 70 % River).
Der EV-Unterschied bei schwachen Two Pairs zwischen Bet und Check liegt bei 2 EV – ein gravierender Fehler.
Bei TPTK ist es noch schlimmer: Man denkt, man bettet dünn für Value – tatsächlich ist es ein großer Leak.Spoiler
Das sind Spots, die einem gar nicht bewusst werden, wenn man nicht gezielt darauf hingewiesen wird oder sie kritisch hinterfragt. Wo ist die Grenze zwischen dicken Value-Bets, dünnen Value-Bets und Made Hands, die nur noch Showdown-Value haben?
Fazit
Alles hier ist etwas vereinfacht dargestellt und schnell runtergetippt – aber das ist mir in den letzten Tagen extrem aufgefallen.
Teilweise durch das Handbewertungsforum, wo ich oft dachte: „Hey, hier kann man mit Top Pair doch easy dünn für Value betten“ – und falsch lag.Teilweise auch, weil meine Stats stark von anderen Regs abweichen. Beispiel mein AF ist irgendwo bei 4, und andere Regs haben 2,5.
Mein hoher AF kommt schlicht daher, dass ich viel zu oft und viel zu schnell den Bet-Button drücke – in Spots, die ich für „Standard“ hielt.
Aber viele dieser Spots sind eigentlich gar nicht "Standard", sondern müssen von mir jetzt einfach mal kritisch hinterfragt werden.
Gegen GTO+ Gegner gebe ich Dir 100% recht.
Müßte man aber nicht danach differenzieren ob Villain Reg oder Freizeitspieler ist? Letztere callen auch schon mal 3 Straßen mit second Pair, oder chasen schwache Draws bis zum River wo sie dann ein schwaches Paar halten, das bei X X gegen unsere Air Range gewinnt.
Genau den Pokerw34z3l meinte ich.
Ich habe The Mental Game of Poker Vol. 2 als PDF und hatte es irgendwann mal gelesen. Am interessantesten fand ich den Teil über das "Adult Learning Model" – also darüber, wie man als Erwachsener effektiv lernt.
Warum das Mental Game of Poker jetzt in meinem Fall relevant sein soll, verstehe ich allerdings nicht ganz. Mache ich den Eindruck, als würde ich ständig an den Tischen tilten?
Ich tilte nicht an den Tischen. Bin die Ruhe selbst und wenn ich merke etwas stimmt nicht, ich bin unkonzentriert oder weiche zu stark vom Standard ab, dann beende ich die Session vorzeitig aus. Ansonsten habe ich konstant meine Routine die ich spiele.
Wenn es mental irgendwo hakt, dann eher darin, dass ich – obwohl ich es besser weiß – zu viele Tische gleichzeitig spiele und oft nebenbei noch Discord-Chats oder YouTube-Videos offen habe.
Die Performance leidet dann natürlich manchmal.
Ich weiß, dass es kontraproduktiv ist – mache es aber trotzdem.
Das ist im Prinzip der Inbegriff von Selbstsabotage.
Aber aktuell fehlt mir schlicht die Motivation, das wirklich abzustellen. Vielleicht ändert sich das, wenn es irgendwann richtig weh tut, dass es nicht vorangeht – dann muss ich mich dem wohl doch mal ernsthaft widmen. Aber ansonsten ist das halt mein Spätabend Programm. Pokern und Dokus oder Konzerte schauen und Schreiben.
Ansonsten sehe ich es so, dass ich meinen Skill-Level ziemlich gut selbst reflektieren kann.
Ich bin kein Fisch und auch kein katastrophal schlechter Spieler – aber eben auch noch weit entfernt von einem starken Reg. Auch wenn das im Forum vllt. anders rüberkommt, denke ich nicht das ich persönlich super toll Poker spiele.
Ich finde immer wieder Leaks, an denen ich arbeiten sollte – plus die, die ich selbst (noch) nicht erkenne.
Und dann gibt es noch die Leaks, die immer mal wieder auftauchen, weil man bestimmte Aspekte hat schleifen lassen – zum Beispiel beim Big Blind Defend oder durch Overfolds am Flop.
Es gibt also definitiv genug zu tun.
Ne, sorry, den Eindruck hab ich nicht. Hatte nur gestern mal die letzten Seiten gelesen und da kam das mental Game Thema auf. War jetzt vielleicht bisschen aus dem Kontext
Es geht dabei ja auch nicht nur um tilt, sondern auch wie du schreibst um Themen wie Fokus, „Selbstsabotage“, etc. das sind ja auch vieles mentale Themen. Ebenso wie Sessions abbrechen oder eben nicht spielen.
Ich hab durch die Bücher bei mir im mentalen auch noch soooooo viele Baustellen gefunden, die neben dem spielerischen bearbeitet werden wollen.
Ich hab auch IMMER nebenher was geschaut und bin z.B. gerade dabei, das weg zu trainieren und merke, dass es meinem Spiel hilft.
Könntest du die Sims fuer A76 5 vielleicht uploaden? Ich wuerde gerne selber drueber schauen
Ich hab das Sims nicht mal gespeichert. Mir ging’s um das Konzept dahinter, im Vergleich zur Einsteigerstrategie oder Pokerweazel. Wenn du konkrete Gedanken zu A76 5 oder zum generellen Gameplan hast, dann schreib sie einfach direkt rein.
Ich fühle mich leicht betrogen. Nach der Hand ging der Gegner auch direkt vom Tisch. Ich sollte anfangen zu streamen. Sonst glaubt mir ja niemand.
GG Poker - $0.25 NL (6 max) - Holdem - 6 players
Hand converted by PokerTracker 4
SB: 104.52 BB
BB: 43.8 BB
Hero (UTG): 102.12 BB
MP: 100 BB
CO: 104.56 BB
BTN: 100 BB
SB posts SB 0.4 BB, BB posts BB 1 BB
Pre Flop: (pot: 1.4 BB) Hero has A♥ A♠
Hero raises to 2.52 BB, fold, CO raises to 4.68 BB, fold, fold, fold, Hero raises to 13 BB, CO raises to 26.72 BB, Hero raises to 102.12 BB and is all-in, CO calls 75.4 BB
Flop: (205.64 BB, 2 players) 4♠ Q♦ 7♣
Turn: (205.64 BB, 2 players) 2♦
River: (205.64 BB, 2 players) T♠
Spoiler
Hero shows A♥ A♠ (One Pair, Aces)
(Pre 83%, Flop 82%, Turn 89%)
CO shows 7♦ T♣ (Two Pair, Tens and Sevens)
(Pre 17%, Flop 18%, Turn 11%)
CO wins 196.64 BB
ich würd auf jedenfall zuschauen, dann verstehe ich vielleicht mal was du hier so alles schreibst und wie du dies im spiel umsetzt:)
schön zu sehen, dass es auf nl25 auch noch solche fische gibt. Nützt dir jetzt natürlich nüsch.....
Fische gibt’s auf jedem Limit – und sie spielen überall ähnlich schlecht.
Ein Freizeitspieler auf NL1k, der ein bisschen Nervenkitzel sucht, spielt oft ähnlich schlecht wie der Button-Drücker auf NL10.
Der große Unterschied liegt bei den Regs: Je höher das Limit, desto stärker sind die Spieler, die sich dort etabliert haben. Und genau deshalb wiegen deine eigenen Spielfehler – all die kleinen und großen EV-Verluste – immer schwerer. Viele dieser Fehler macht man täglich, ohne es überhaupt zu merken.
Solange alle anderen am Tisch ähnlich viele kleine und große Fehler machen wie du, ist das nicht schlimm. Aber das ist eben nicht mehr der Fall, je weiter du aufsteigst.
Moin
bin zu dämlich um zu zitieren , gebe aber Bigdog 100% Recht:
Müßte man aber nicht danach differenzieren ob Villain Reg oder Freizeitspieler ist?
DAS ist der erste Gedanke den ich mir in jeder Hand mache. Wenn ich einen REC habe denke ich nicht in Ranges und setze ihn schon mal gar nicht auf eine solche weil Ranges von RECs random und nicht predictable sind . Sieht man sehr schön wenn man große Daten Mengen hat.
vs RECs spiele ich dann Standard Lines um ihre Laks auszunutzen. In der Regel bedeutet das extrem weit downzucallen in den meisten spots und Sie machen zu lassen weil RECS viel zu weit bluffen . Dies hängt mit ihren viel zu weiten Preflop Ranges zusammen, die Sie Postflop nicht loslassen können.
Wenn ich dann entschieden habe das der Gegner ein REG ist entscheide ich ob weak(nit, schlecht), spewy (overagressiv) oder kompotent.
Gegen kompetente Regs versuche ich mein Bestes um halbwegs GTO-ish zu spielen . Gegen weake Regs spiele ich maximal exploitiv weil Sie es sowieso nicht countern und bin überagressiv . Vs spewy Regs dann in etwa so wie vs Fishe.
Ich persönlich unterscheide gar nicht zwischen regs und fischen, und finde das sehr hilfreich.
Es sind alles verschiedene Spieler mit deren Tendenzen, Stärken und Schwächen.
Manche haben sich etwas mehr mit Theorie befasst manche weniger.
Aber dieses mindset "er ist ein Reg gegen ihn spiel ich einfach solide" verliert richtig viel EV. Ich kann Uri Peleg sehr empfehlen, von ihm habe ich diese Idee.
