Wer erinnert sich noch? Die Spielshow mit den drei Tore und man sucht sich eins aus?!
Dann wird ein -Tor aufgemacht und der Kandidat hat die Qual der Wahl, ob er sich umentscheiden möchte, oder bei seinem Tor bleibt.
Um näher am Pokern zu bleiben: Stell dir vor du dürftest zwischen drei verdeckten Karten eine wählen. Ich biete dir an, dass ich dir 2$ gebe, wenn du die Dame (einmal vorhanden) findest aber bekomme von dir 1$, wenn du einen Buben (zweimal vorhanden) aufdeckst. Die Chance ist 2:1 der Wetteinsatz 2:1 also ein fairer Deal nur völlig sinnlos, da EV = 0. Jetzt ändere ich aber die Bedingungen: Du entscheidest dich für eine Karte, ich schaue mir die anderen beiden an, decke eine auf und biete dir jetzt 1,5$ an wenn du richtig liegst, möchte aber nur 1$, falls du galsch liegst. Haben sich die Bedingungen verbessert?
Jeder normale Mensch (Nichtmathematiker) denkt natürlich: Geil, ich liege zu 50% richtig, gewinne aber mehr als ich verliere. Leider spielt uns hier unsere Vorstellung von Wahrscheinlichkeiten bzw. Informationen einen Streich. Die WK, dass wir richtig liegen ist nach wie vor 1:2. Es hat sich nichts geändert. Für die Show "Geh aufs Ganze!" bedeutet dies:
Wenn ich das Auto will muss ich wechseln, wenn ich den Zonk (Niete) nicht will, muss ich bleiben (vorausgesetzt das Tor ohne eins der beiden konnte aufgedeckt werden). Klingt paradox, ist aber so.
Der Grund ist natürlich der Wissensvorsprung des Moderators. Er kann nach der Entscheidung des Spielers IMMER ein Tor öffnen, das nicht der Zonk, bzw. nicht das Auto ist.
Was hat das mit Poker zu tun??? ich befinde mich ab und zu in der Situation, dass ich 4handed am Turn die vermeintlich beste hand halte (bspw. Top2pair). Jetzt kommt leider am River ein drittes
und ein möglicher Flushdraw hat mich beat. Es kommt wie es kommen muss, einer setzt alle anderensteigen aus und ich befinde mich last to act in der Situation Call or Fold. Und auch hier spielt mir mein Kopf immer wieder den selben Streich: "Wie groß ist die WK, dass DIESER Spieler den Flush hält?" Diese Frage ist aber vermutlich schon die falsche. Ich spiele auch hier nicht gegen einen, sondern gegen alle. Diese haben mit ihrem Wissensvorsprung genau wie Jörg Dräger das Tor geöffnet bzw. ihre Karten weggelegt.
jetzt meine Frage: Ist diese Problematik fürs Pokern relevant? Ist dieser Effekt zu vernachlässigen und es ist viel wichtiger aus welcher Position die Bet kommt? Was ist, wenn es check, check, bet geht und ich weiß, dass die ersten beiden NIE checkraisen und Villain mit der bet weiß das auch? Spiele ich gegen einen oder gegen vier? Ich hoffe, ich habe den Punkt verständlich rübergebracht.