Das hängt damit zusammen, ob man Axs aus der Position openraist.
Man hat ca. 12 Kombinationen Flushdraws am Turn ohne Showdownvalue (diese will ich unbedingt bluffen) - mit 27 (AJ, AQ, AK) + 3 (ATs) + 13 (AA, T9s, J9s, 89s, TT, 44).
=> 43 Valuebettinghände und 12 Bluffhände.
Wenn ich jetzt allerdings anfange KQ zu bluffen, dann werde ich wahrscheinlich auch mit 22, 33, 55, 66, 77, 88, TT, JJ, QQ, KK nochmal setzen.
=> das sind jetzt weitere 16 + 6*10 = 16 + 60 = 76 Kombinantionen
1. Ein großes Problem mit Händen wie 22, 33, 55, 77, 88 ist schonmal, dass nicht eindeutig klar ist ob man valuebettet oder bluffbettet -> wenn der Gegner erkennt, dass wir zuviel Doublebarreln (und das ist häufig so, weil in fast allen Anfängerbüchern und so weiter drin steht, dass man scarecards mit der ganzen Range doublebarreln sollte), dann ist unsere Turnbettingrange stark in Richtung Bluffhände/schwache Made Hands geskewed.
2. Offensichtlich wird dies immer weniger zu einem Problem je dünner unsere Turnvaluebettingrange wird. Wenn ich A2s - A9s in der Range habe, dann habe ich 7*3 + 2 = 23 weitere Kombos in meiner Range (wobei man hier etwas aufpassen muss, da diese Range manchmal von Ax auf der Seite des Gegners geschlagen sein könnte zu einigen Teilen -> wenn wir Ad2d haben und der Gegner AsTs z.b.
Man sollte sich vor der "Standard"-Doublebarrel hier also über zwei Dinge tiefgehend Gedanken machen:
a) welche Range habe ich hier tatsächlich in diesem Spot und kann ich das glaubhaft oft genug betten, so das mein Gegner nichts dagegen machen kann oder bluffe ich verhältnismässig (grade bei den Odds) zuviel und sollte meine Doublebarrelfrequenz etwas zurückschrauben?
b) welche Range glaubt der Gegner mir? Natürlich ist es vollkommen gleichgültig wie unsere Range aussieht, wenn wir wissen wie der Gegner uns percieved
Ich schätze ungefähr bei genau dieser Betsize am Turn sollte, man ca. 1/3 seiner Range betten (d.h. halb soviele Bluffkombos wie Valuebet Kombos -> bei 43 Valuehänden ca. 21 Bluffhände).
Das schwierige ist es hier herauszufinden WELCHE Hände sich denn jetzt überhaupt noch lohnen für einen Bluff, da wir OOP sind und mit unseren marginalen Pairs (und selbst mit KQ) unseren SD Value irgendwie nur sehr schlecht realisieren können.
=> d.h. dieser Spot ist dafür prädestiniert einen 3-Barrelbluff zu machen, da keiner unserer Non-Flushdraw doublebarrel Hände den Showdown sehen wird, wenn wir vorne sind.
Edit: Es ist also letztendlich schon richtig, dass der Spot für eine 2nd Barrel ganz gut geeignet ist, aber damit ist meiner Meinung nach nur die Hälfte der Geschichte erzählt.