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[Geschlossen] Warum tun wir uns das an?

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cromicron
Joined: 19.05.2008

Pokerspieler müssen masochistisch veranlagt sein. Wir sind im Dauerfrust!
Wenn man verliert, dann ärgert man sich über das verlorene Geld, das schlechte SPiel, die bad beats. Wenn man gewinnt, dann ärgert man sich dass man nicht mehr gewonnen hat. Ich war mal 2ter bei nem 500Leute Turnier und ich hab mich kein bisschen gefreut.
Irgendwann ist man abgehärtet und man ist nicht frustriert wenn man verliert. Die andere Seite ist, daa man sich auch nicht mehr über kleinere Gewinne freuen kann. Man wird zu ROboter.
Das ganze wirkt sich negativ auf unser Leben aus. Wir denken im Leben in unserer Pokersprache. Wenn uns unsere Freundinnen verlassen sind das bad beats oder wir müssen noch an unseren Skills arbeiten. Es wird für alles die wahrscheinlichkeit berechtnet. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass es mit Sandra klapp? Was nur 15% - da is ja die Wahrscheinlichkeit höher, dass ich gegen AA gewinne. Lass mas lieber, die Pot ODDs zwischen Investierter Zeit und Belohnung durch eine erfolgreiche Beziehung sind nicht gut.
Es mündet in eine totale Gefühlskälte. Mit der ABwesenheit der inneren Freude beim Pokern verlieren wir das Gefühl des Glücklichseins auch im normalen Leben. Letztendlich wird alles egal - wir sind die Maschine geworden, die wir sein wollten als wir ns nicht mehr über Bad Beats aufregen wollten. Dabei waren wir damals Menschen und jetzt sind wir Pokerspieler.


20 replies
ownage4u
Joined: 07.01.2007

wie groß ist denn jetzt die wsk für sandra?


StrohhutRuffy
Joined: 30.06.2007

Original von ownage4u
wie groß ist denn jetzt die wsk für sandra?

wenn du versuchst lustig zu sein muss ich leider sagen, dass ich nicht gelacht hab...

und in gewisser weise kann ich cromicron schon verstehen, viele pokerbegriffe werden in den alltag übernommen, auch wenn ichs grad ein bisschen übertrieben dargestellt finde...

aber was den dauerfrust angeht muss ich teilweise zustimmen... also wenn ich bei einem tunier zweiter oder dritter werd freu ich mich riesig, so hab ich auch als ich vor zwei monaten nen irish winter festival ticket bei nem titan freeroll als zweiter gewonnen hab mich riesig gefreut und nicht rumgeheult weil ich im HU mit AJ von A3 und seiner staight ausgesuckt wurde... gegenseite ist halt jedoch, dass man ganz schön gefrustet sein kann, wenns down geht, was bei mit eben leider grad der fall ist - und dann fragt man sich wirklich: WARUM SPIELE ICH ÜBERHAUPT???

aber die antwort findet sich da wo sich sich im richtigen leben auch findet, wenn man alles scheiße läuft:

WEIL MAN FEST DARAN GLAUBT, DASS ES TROTZ ALLEM IRGENDWANN WIEDER BESSER WIRD

tja, problem dabei is nur, dass man es im richtigen leben meist mehr selbst beeinflussen kann obs aufwärtsgeht als im poker... und genau deshalb tut poker so weh...


ownage4u
Joined: 07.01.2007

wer das o.g. beispiel in den alltag übernimmt, ist schlichtweg ein nerd. das hat nichts mit lebenseinstellung zu tun. wer das nicht tut, kann einfach poker vom sonstigen leben nicht trennen und hat ein problem
so gesehen: nein ich wollte nicht lustig sein


sportsgeist
Joined: 22.01.2008

nett geschrieben....kann nur bestätigen, dass ich auch oft solche Gedanken habe

@ownage4u: ich fands auch nicht lustig


Original von ownage4u
wer das o.g. beispiel in den alltag übernimmt, ist schlichtweg ein nerd. das hat nichts mit lebenseinstellung zu tun. wer das nicht tut, kann einfach poker vom sonstigen leben nicht trennen und hat ein problem
so gesehen: nein ich wollte nicht lustig sein

wie recht er hat, also solche gedanken hattich nonet um ehrlich zu sein


Dodadodadodada
Joined: 25.02.2006

Wieso verallgemeinerst du die Gedanken, die aus deinem Leben entspringen und setzt sie mit anderen gleich?

Wenn ich nicht Poker spiele oder über irgendwelche Pokersachen nachdenke, denke ich keine Sekunde an das Spiel, berechne auch keine Chancen, die nicht mit Rationalität zu erklären sind mit Pot-Odds, verwende auch nicht die Sprache.

Übrigens freue ich mich über 2. Plätze, wenn ich denke, dass ich es gut gespielt habe.
Es ist nicht unbedingt ein tolles Gefühl zu verlieren, aber ich habe auch kein Problem damit zu verlieren, wenn ich denke, dass ich gut gespielt habe.
Mir persönlich bringt der Verlust und gutem Spiel weniger Missmut als wenn ich Gewinn mache, obwohl ich total behämmert spiele.

Viele sehen das Geld nichtmehr als reizenden Faktor, der das Spiel in seiner Form unterstützt, sondern vergöttern es als ein Heiligtum, was sie auf keinen Fall verlieren wollen, vergessen, wofür sie eigentlich spielen, was es eigentlich für einen Wert hat und für wen, daher werden sie irgendwann zu emotionskranken Robotern, die nicht mehr fähig sind, die Würde des Menschen als Maxime zu sehen.


Jackno
Joined: 20.04.2007

Original von Dodadodadodada
Wieso verallgemeinerst du die Gedanken, die aus deinem Leben entspringen und setzt sie mit anderen gleich?

Wenn ich nicht Poker spiele oder über irgendwelche Pokersachen nachdenke, denke ich keine Sekunde an das Spiel, berechne auch keine Chancen, die nicht mit Rationalität zu erklären sind mit Pot-Odds, verwende auch nicht die Sprache.

Übrigens freue ich mich über 2. Plätze, wenn ich denke, dass ich es gut gespielt habe.
Es ist nicht unbedingt ein tolles Gefühl zu verlieren, aber ich habe auch kein Problem damit zu verlieren, wenn ich denke, dass ich gut gespielt habe.
Mir persönlich bringt der Verlust und gutem Spiel weniger Missmut als wenn ich Gewinn mache, obwohl ich total behämmert spiele.

Viele sehen das Geld nichtmehr als reizenden Faktor, der das Spiel in seiner Form unterstützt, sondern vergöttern es als ein Heiligtum, was sie auf keinen Fall verlieren wollen, vergessen, wofür sie eigentlich spielen, was es eigentlich für einen Wert hat und für wen, daher werden sie irgendwann zu emotionskranken Robotern, die nicht mehr fähig sind, die Würde des Menschen als Maxime zu sehen.

dein ernst?

@topic: mag ja einigen so gehen.. mir zum glück nicht. frustrierend ist für mich nur, wenn ich vergebens nach einer edge meinen gegnern gegenüber suche..
emtionslos wird man, ja, aber nur aufs pokern bezogen. zumindest ist das bei mir so. dann bleiben die tilts nach den ganzen suckouts aus.
ausserdem betrachtet man sein spiel, seine gewinne und verluste analytischer und rationaler.. was ja nur gut ist.
dass man zwischenzeitlich den spass am pokern verliert und nur noch des geldes wegen grindet und im prinzip doch immer die selben moves und lines spielt ist doch klar. ist schließlich bei den meisten jobs so.
was immer wieder für glücksmomente sorgt, ist wenn man für sich lines entdeckt und sich die handreading-skills verbessern.
hatte heute im prinzip eine hand, auf die ich wirklich stolz bin.
eine hand aus insgesamt 4-5 stunden 10-tabling(über den tag verteilt).
blablubb.. bin müde muss schlafen gehen


Das kommt davon weil man lernt dem Adrenalin und anderen Achterbahn-Hormonen gegenüber resistent zu werden und das macht einen schwer beeindruckbar in vielen Bereichen. Das gleiche Problem haben Extremsportler und Bombenentschärfer. Scheint normal zu sein daß man die Gefühls-up-und-downs einfach nicht mehr so panisch und euphorisch wahrnimmt. Wenn du allerdings länger ne Pause machst wird wieder alles relativ normal.


Pulsi247
Joined: 24.10.2007

erstens hast du n arges problem, wenn du nicht nach dem pokern abschalten kannst, und wenn du nich von allen als totaler nerd abgestempelt werden willst, benutzt du auch keine pokersprache, wenn du mit deinen freunden (sofern du noch welche hast) redest.
desweiteren tu ichs mir an, weil mir mal n bissl kurzfristig aufregen für 15€ die stunde besser gefällt als ständig rückenschmerzen für 7€ die stunde


Wamaroa
Joined: 13.11.2006

Original von Rheingold77
Das kommt davon weil man lernt dem Adrenalin und anderen Achterbahn-Hormonen gegenüber resistent zu werden und das macht einen schwer beeindruckbar in vielen Bereichen. Das gleiche Problem haben Extremsportler und Bombenentschärfer. Scheint normal zu sein daß man die Gefühls-up-und-downs einfach nicht mehr so panisch und euphorisch wahrnimmt. Wenn du allerdings länger ne Pause machst wird wieder alles relativ normal.

Falls das stimmt was du da sagst, was wäre daran so schlimm?


hartiedd
Joined: 08.02.2007

Just for the Moniezzz , im normalen Arbeitsleben sind auch so viele Leute gefrustet also was solls ...
Ich habe den Großen Vorteil das ich ne Gambler Natur bin und es mir deshalb auch Spaß macht ...

Klar die Downs ficken schon manchmal hart ...


ownage4u
Joined: 07.01.2007

Original von Pulsi247
erstens hast du n arges problem, wenn du nicht nach dem pokern abschalten kannst, und wenn du nich von allen als totaler nerd abgestempelt werden willst, benutzt du auch keine pokersprache, wenn du mit deinen freunden (sofern du noch welche hast) redest.
desweiteren tu ichs mir an, weil mir mal n bissl kurzfristig aufregen für 15€ die stunde besser gefällt als ständig rückenschmerzen für 7€ die stunde

this
genau so war mein post gemeint und ganz ehrlich helft ihr op auch mehr, wenn ihr das so klar sagt.


Nani74
Joined: 15.12.2005

Um mal auf die Frage zu antworten. Ich spiele weil ich damit Geld verdiene. Und Geld verdienen ist immer mit einer Gegenleistung verbunden. Gerade dann wenn ich Geld von einem anderen Menschen bekomme. Nun kann man das Geld was man verdient ins Verhältnis zum Aufwand setzen. Die Tätigkeit die das beste Verhältnis von Geld zu Aufwand hat wählt man.
Korrekterweise müsste man den Wert des Geld beachten. Da 100 Euro für einen mehr oder weniger wert sind.

Bei mir ist das was rauskommt Poker. Klar es ist kein Zuckerschlecken, aber hat die beste oben genannte Ratio.

Ich finde es ein wenig lächerlich sich darüber aufzuregen und noch ernsthaft die Frage zu stellen warum wir das tun, da dies so offensichtlich ist. Wenn einer die Welt retten will, dann ist Pokern das Falsche, wenn einer Geld verdienen will und sich nervlich belasten will dann ist Pokern das Richtige.


cromicron
Joined: 19.05.2008

ICh freue mich über die Beteiligung an diesem Thread. Er ist keinesfalls so zu verstehen, dass ich Hilfe brauche weil ich ein verrückter Freak bin. Das ganze dient dazu sich selbst ein bisschen satirisch anzusehen und über sich selbst lachen zu können (wobei ich jetzt nicht der große Komiker bin). Das Beispiel mit Sandra ist ebenfalls nich 100%ig ernst gemeint.

Ich hab gemerkt, dass ich immer wieder an die Tische gehe, weil ich immer denke dass ich aus eigener Kraft was erreichen kann und wenn ich erfolgreich bin einen Grund habe Stolz auf mich zu sein. Wenn man dann mit ner Armani Uhr in die Schule kommt und die Kollegen einen als mit einem Lächeln als Playa bezeichnen merkt man dass das ganze einen Sinn macht.

Es ist einfach schön etwas zu haben in dem man gut ist. Und die Hoffnung mal ein FTOPS - Event oder die Sunday Million zu gewinnen ist auch ein großer Ansporn.

PS: Der Anfangs Thread ist nach nem schlechten Tag entstanden, dieser Kommentar kurz vor einem schlechten Tagg ;)


michimanni
Joined: 03.08.2006

OP übertreibt imo sehr. Man wird nicht zum Roboter, nur, weil man erfolgreich pokert. Im Gegenteil! Wer möchte wirklich bestreiten, dass erfolgreiche Pokerspieler wie Negreanu oder Hellmuth echte "Typen" sind? Mit einem seelenlosen Pokerroboter haben sie auf jeden Fall wenig gemein.

Natürlich will jeder Pokerspieler gern Geld verdienen, auch ich. Deswegen werde ich meiner selbst aber nicht untreu.


Geiler Beitrag!
Ich ziehe den Hut. Sowohl für die Erkenntnis, als auch für den damit verbundenen Sarkasmus... Ich hoffe der ist absicht, denn ansonsten empfehl ich dir etwas mehr optimismus.
Zur Not nimmst die Pokerkohle und gehst mal schön in Puff. Dann musst dir auch keine Wahrscheinlichkeiten mehr ausrechnen, zu wieviel % du erfolgreich bist...


@Nani 74
du sprichst mir aus der seele, und nur darum geht es !!
wer was anderes behauptet, schuetzt sich mit einer ausrede fuer sein scheitern,
oder ist der gamblersucht verfallen.
ich habe auf jeden fall noch keinen richtig erfolgreichen pokerspieler erlebt, der das pokern in frage gestellt hat und ueber seine "negativen begleiterscheinungen" gejammert hat.
make money guys and you have a lot of fun !!!!


Guennilicous
Joined: 16.09.2006

Ich weiß ja nicht wie das bei euch ist, aber ich spiele Poker grundsätzlich (!) weil es mir Spaß macht. Das es Geld bringt ist ein netter Nebeneffekt, aber mit demselben Spaß hab ich früher andere Sachen gemacht/gespielt die kein Geld mit sich gebracht haben.
Wenn ich auf NL1k an die Tische gehe, dann freu ich mich wie ein kleines Kind auf die Session, weil ich noch genau weiß wie ich damals auf NL5 angefangen hab und nie dran geglaubt hab, dass ich mal regulär NL1k spielen kann.


Original von Guennilicous
Ich weiß ja nicht wie das bei euch ist, aber ich spiele Poker grundsätzlich (!) weil es mir Spaß macht. Das es Geld bringt ist ein netter Nebeneffekt, aber mit demselben Spaß hab ich früher andere Sachen gemacht/gespielt die kein Geld mit sich gebracht haben.
Wenn ich auf NL1k an die Tische gehe, dann freu ich mich wie ein kleines Kind auf die Session, weil ich noch genau weiß wie ich damals auf NL5 angefangen hab und nie dran geglaubt hab, dass ich mal regulär NL1k spielen kann.

true, es hat mir auch in der Anfangszeit Spaß gemacht, in der man noch keine hourly Winrate von > 30$ hatte. Ich freue mich auch jedes mal, wenn ich an die Tische gehe. Wer gar keinen Spaß mehr am Spiel hat, sollte Poker quitten