VPIP und PFR geben ja schon einen guten Anhaltspunkt, was die Leute für Ranges haben (z.B. bei einem Fisch mit niedrigem PFR muss man einen Raise oder gar cap dann halt sehr ernst nehmen, wenn er allerdings mehrmals in kurzer Zeit raist, ist er wahrscheinlich auf Tilt oder hat sein Spiel komplett umgestellt, normalerweise ändern die Spieler aber ihr preflopspiel selten).
Die wichtigsten Werte daneben sind AF und WTS.
AF ist etwas zwiespältig, weil es eine ziemlich hohe samplesize braucht, man muss ihn auch immer in Relation zum VPIP nehmen (hoher VPIP = niedriger AF, auch bei normalem TAG postflop Spiel) und z.B. sagt AF trotzdem nichts darüber aus, was ein Fisch am River raist. Da helfen dann nur Notes oder AF per Street, was wiederum eine noch höhere Samplesize erfordert.
Trotzdem ist der AF generell ganz nützlich, Fische mit sehr niedrigem AF callen typischerweise jedes TP oder sogar bessere Hände einfach nur down, wenn sie raisen dann nur mit sehr starken Händen, weshalb man oft gut b/f spielen kann solange man sich vorne sieht (sonst c/f oder c/c je nachdem ob der Fisch einer ist der auf check any2 instabettet, oder nur any pair or better, das braucht dann wieder Reads).
Der fast wichtigere Wert ist der WTS für mich, man muss ihn allerdings immer in Relation zum WSD sehen vor allem bei kleinen samplesizes. Meistens ist bei einem (Mini-)Upswing beides hoch und bei einem (Mini-)Downswing beides tief, so kann man den wahren WTS dann abschätzen. Auch dazu helfen natürlich wieder Reads, ob einer z.B. A high downcallt oder nicht, und auf welchen Boards etc.
Wenn man dann eine vernünftige Abschätzung hat bedeutet ein hoher WTS (>42), dass man versuchen sollte möglichst viel valuebetten und wenig bluffen, ein niedriger (<35), dass man viel semibluffen oder in günstigen Situationen sogar pure bluffen kann, wenn dann der Gegner allerdings nicht aufgibt, sollte man auch marginale Hände mal c/f können.
Kommt halt auch darauf an an welcher Street er dann am meisten foldet, aber bei niedrigem WTS vom Gegner ist man mit marginalen Händen (A high) nach einem Turncall oft geschlagen (dry Board) oder hat zumindest keine Valuebet mehr (drawy Board), während man mit einem guten Kicker gegen einen von der ersten Sorte (>42 WTS) oft sogar noch eine Valuebet hat.
Bei Fischen ist wie gesagt wichtig den Read zu bekommen, was sie auf einen Check von uns machen (instabet any2 oder nicht, kann er busted Draws betten?), und je nach VPIP/WTS abschätzen mit was wir allenfalls noch Valuebets haben.
Zudem natürlich auch was sie donken, es gibt solche die immer nur starke Hände donken (TP+), es gibt aber auch solche die gute draws donken können oder generell immer donken, aber das merkt man ja schnell. Manche sind auch ziemlich tricky, vor allem das delayen von starken Händen bis zum River und dann raisen ist bei manchen Fischen beliebt, andere wiederum können plötzlich irgendein middle Pair am River zu raisen beginnen. Da braucht man halt dann den entsprechenden Read um zu entscheiden ob man b/f oder b/c River spielen soll, da können einem Stats auch nicht helfen.