Aufgrund irgendeines Threads hab ich folgendes Problem:
Wenn wir den Limper, was unsere Openingstandards angeht ignorieren (was aus CO nicht allzuschlimm sein sollte), dann stehen wir auf viele lowcardboards (zB 34J)schlecht da, weil wir nur A oder K high haben. Wenn jetzt der Gegner donkt (oder schlimmer noch c/r), dann haben wir eigentlich immer die Odds, den Flop einmal zu callen, müssen dann aber am Turn UI folden. Dadurch wird die Donk des Limpers automatisch profitabel, denn:
Laut Pokerazor haben wir am Flop mit 10% der CO-Openrange nichts (Q high und schlechter), was wir gegen die Donk direkt schmeissen. Mit etwas weniger als der Hälfte unserer Range (A und K high) folden wir dann am Turn, wenn wir kein Pair treffen, weil wir dann einafch nicht mehr die Odds bekommen, um zu callen. Selbst, wenn wir keine Pairs am Flop raisen, dann ist unsere Range hier am Turn sehr schwach, denn aus der Sicht des Limpers sieht der EV von der Donk so aus:
.10*2.6BB + .4*3.1BB - .5*1.5BB = +.75BB
Wenn der Gegner nicht donkt, sondern c/r spielt, sieht das ganze noch schlimmer aus, weil wir einen noch größeren Pot am Turn folden..
Wie adepte ich jetzt denn, wenn ich das Gefühl habe, dass der Gegner das ausnutzt:
1) Aufgeben und bessere Spots suchen
2) Trash am Flop raisen, um billig zu rebluffen
3) Madehands delayen, weil Bluffinduce an Value gewinnt
4) Starke A highs runtercallen
1) definitiv viable, denke ich.
2) donkende Fishe werden oft den Flop nicht direkt folden. Am Turn kommt hin- und wieder ne Donk und wir können auch nicht gut 4freeSD betten oder behindchecken und den River folden, kommen also nur in blöde Situationen. Eigentlich müsste man denk ich meistens 4freeSD betten, weil man gegen die Lowdraws noch vorne liegt und am River ne Bet idR nicht mehr callen kann. (Bluffprevention)
3) Halte ich für ne gute Variante, allerdings können wir dann mit Draws nicht mehr semibluffen, wenn der Gegner aufpasst.
4) Hier möchte ich gerade etwas weiter ausholen, indem ich mal die EVs gegen die möglichen Kategorien der Gegnerhände aufschreibe:
gegen Trash: .75*4.2BB - .25*2.2BB = +2.6BB
gegen Gutshot: .65*4.2BB - .35*2.2BB = +1.96BB
gegen OESD: .5*4.2 - .5*2.2 = +1BB
gegen Pair: .23*4.2 - .77*2.2 = -.73BB
Dabei bin ich davon ausgegangen, dass wir nicht immer den River zahlen müssen, weil der Gegner manchmal nicht bettet (in Anlehnung an den Turnplay mit SD-Value OOP Artikel bin ich von 70% ausgegangen).
Wenn man die Zahlen so sieht, möchte man ja meinen, dass die Calldowns nicht allzu falsch sein können, weil viel sehr sehr viel EV gegen Trash und Draws liegen lassen, wohingegen wir gegen pairs nicht allzuviel verlieren (trotz des mini-Pots).
Mich interessiert jetzt, wie ihr hier versucht zu adapten (also wenn überhaupt). Welche Notes helfen mir hier überhaupt? Wenn ich meine Pairs immer irgendwo for Value raise, dann werde ich wohl nie erfahren, ob der Gegner Trash oder n Draw gefoldet hat. Wenn ich einmal sehe, dass er mit Trash donkt, muss ich konsequenterweise fast jede Hand runtercallen (A und K high, Pairs und besser ja sowieso). Wenn er sieht, dass ich das mache, dann entsteht wohl wie so oft ein Fließgleichgewicht, weil er mehr for Value donkt und ich dann wieder weniger loose Calldowns mache.
Und jetzt mal aus der anderen Sicht: Wie oft attackiert ihr solche Boards mit Trash? Spieltheoretisch müsste man das ja so häufig machen, wie der gegen Odds bis zum SD bekommt.. also jedes dritte Mal, um nicht exploitable zu spielen.
Jetzt ist dieser eigentlich kurz gedachte Post doch wieder recht lang geworden. Ich freue mich natürlich über jede Kritik am Inhalt und bin mal auf eure Erfahrungen gespannt.