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Eigene Gedichte

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SeriousF
Joined: 31.08.2007

Ich dachte mir hier könnten vielleicht einmal die Lyriker unter den Pokerspielern ein paar ihrer Gedichte vorstellen. Dabei muss es sich nicht unbedingt um Poker drehen, es können alle möglichen Gedichte hier gebracht werden. (Solange sie nicht der Höhle des BBV entstammen)

Ps.de hat für sehr viele nicht Poker relevanten Bereiche etliche Foren (Musik / Studium / Sport / etc), nur eben keines für Lyrik. Wenn hier einige Interesse zeigen, dann kann es ja durchaus sein, dass PS.de auch für diese Sparte ein kleines Unterforum einrichtet...

Naja ich mach mal den Anfang mit ein paar Vierzeilern von mir:

Die moderne Zeit:

Wo das Licht nur Dunkelheit,
Gefangenschaft die Freiheit,
Alle sind wir längst bereit,
vergessend dieser Zeit.

--------------------------------------------------------------

Maskeraden:

Geblendet vom ewigen Schein der Maskerade,
ob recht, ob echt, ob nur zur Not,
marschieren wir als Teil der Lügenparade,
ob traurig, ob glücklich, bis in den Tod.

--------------------------------------------------------------

Winterzauber:

Herr Müller fährt Mercedes,
Herr Maier liebt BMW,
Herr Ernst geht gerne per pedes,
Herr Armut kriecht Barfuss im Schnee.

Falls es nicht so gut ankommt und sich ein paar BBV Nerds hier finden die alles nur zuspammen und flamen, kann dieses Topic wohl auch gerne geschlossen werden...


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254 replies

würde es auch nicht unter smalltalk posten hmmm ich denke ein anderes Forum ist besser geeignet, bzw wird man bei Ps.de eher nicht auf lyrisch bewanderte Personen treffen :).

Vergessen der Reime, Worte, Sinn
BBV der Gegenwart allenorts präsent
Fragen ob ich hier richtig bin
Schaudern wen man erkennt


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"winterzauber" hats echt in sich


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MfGOne
Joined: 17.08.2006

kille kille kille, eins, zwei, drei, die nille


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Es war einmal ein kleiner Junge
der hatte keinen Hunger mehr...
Er aß die Suppe aus der Tube
jaja das viel im gar nicht schwer.


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7high
Joined: 12.04.2007

eines meiner älteren Werkee:

die nacht senkt sich ein

die nacht senkt sich ein;
aufgerieben treiben denkend
überlegte, überschwenkend
überlegte wörter heim.

wand wie wörter sind im kampfe.
herzerfüllend onanier,
unverdaut im takte stampfe,
ich die wörter auf papier.

versuche, hände
auszustrecken,
schwarze wände
zu erschrecken.

geisteskraft versucht zu drücken:
wehrt sich drängend gegen enge,
doch kein noch so kleines stücke
weicht die wand gedankenstrenge.

kräftig sträubt sich
der gedanke -
unverletzlich:
wand bleibt schranke!


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BobDole
Joined: 02.08.2008

ich glaube der ganze thread wäre im philosophie forum besser aufgehoben...;)


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pure
Joined: 28.02.2006

Thread verschoben und gesäubert.


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shakin65
Joined: 17.09.2005

Bin sicher kein großer Lyriker, aber eure Gedichte, Serious und 7high, gefallen mir. Als Hesse Leser (und Fan seiner frühen Werke) mag ich Tiefsinniges als Ausgleich bei zu viel alltäglicher Oberflächlichkeit.

Ich hoffe dass sich noch einige anschließen und der Thread spam frei bleibt bzw. gehalten wird. =)


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hasufly
Joined: 01.12.2006

mmh @ op muss sagen ich finds gut dass heute noch leute gedichte schreiben und befürworte lyrik in jeder weise aber dann drei gefallen mir leider nicht sonderlich. wenig bis kaum tiefgang, überhaupt kein harmonisches metrum (zumindest entdecke ich keines)?, und keine pointe oder wendung..


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Original von hasufly
mmh @ op muss sagen ich finds gut dass heute noch leute gedichte schreiben und befürworte lyrik in jeder weise aber dann drei gefallen mir leider nicht sonderlich. wenig bis kaum tiefgang, überhaupt kein harmonisches metrum (zumindest entdecke ich keines)?, und keine pointe oder wendung..

Mir gefallen die ersten beiden Gedichte sehr gut.
Meiner Meinung spiegeln sie die Realität wieder und haben sehr wohl Tiefgang. Manchmal muss mal halt die Dinge aus einer anderen Perspektive betrachten.


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SeriousF
Joined: 31.08.2007

hasufly braucht jedes Gedicht eine Wendung? Braucht jeder Vierzeiler eine Pointe? (Tiefgang - behaupte ich - haben sie)

Ps: Finde es schade, dass hier nur so rege Beteiligung herrscht. :(


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PokerPaulMainz
Joined: 03.05.2007

Geduld, Geduld, sie ist eine Tugend -
Doch im Alter zu spät, und nicht in der Jugend.

Die Faszination des Reisens und des Reisenden
Erschließt sich in keiner Weise den Entgleisenden.

Für sie ist's, Waggon kippt, ein stürmisches Gewitter
Waggon überschlägt sich, in Körper dringen Splitter.

Dem Sturm folgt Stille, Überlebende gibt's keine
Dort hängen Fetzen, quell'n Gedärme, zucken Beine,

Weiter hinten ein Weg, 'ne Biegung, Hund, der hechelt,
am andern Ende der Leine ein Mann, der lächelt,

und das aus gutem Grund, denn er freut sich wirklich sehr
über'n Vögelchen, das flatternd entkommt dem Flammenmeer.


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Bonissimo
Joined: 17.02.2006

Mein Erlebnis neulich auf dem Flohmarkt:

Auf dem Flohmarkt

Also, was soll ich euch sagen,
ich ging vor ein paar Tagen
auf den Flohmarkt hier bei uns
gleich auf dem Parkplatz hinter Bäcker Schrunz.

Wie spät es war, wird einer fragen.
Nun, es begann bereits zu tagen,
das heißt es war so gegen zehn,
man konnte schon was sehn.

Ich also pirscht mich ran an eine Kiste
und rief entzückt: Mein lieber Mann, hier biste!
Das seltne Buch, das ich gesucht von Böhmen bis nach Flandern
lag einfach da, so zwischen andern.

Ich also ran an den Mann,
der hinter dieser Kiste stand,
wo ich das Buch nun fand.

Es war eigentlich kein Mann, eher ein Männchen,
so ganz schmächtig.
Ich also fragte ihn bedächtig:
Was soll das Buch denn kosten hier,
das mit dem fleckigen Papier?

Da rief das Männlein, ich musste staunen,
ich dachte, der würde nur noch raunen:
Dat Buch, so rief er, dat is nich fleckig!
Deine Augen sind wohl dreckig!
Wennde das Buch haben willst von mir,
dann unterschreib mal dies Papier!

Ich also setzte die Brille auf
und guckte auf das Papierchen drauf.
Mit roter Tinte stand da geschrieben,
mir ist das Herz fast stehn geblieben:
Der Unterzeichnete garantiert mit seinem Leben,
für dieses Buch wird er mir 5 Tokens geben.

Mann, sagte ich schließlich ganz benommen,
als ich wieder Luft bekommen,
du bist ja wohl nicht ganz dicht!
Diese Währung gilt hier nicht!
50 Euro kann ich dir geben,
aber 5 Tokens? Nie im Leben!

Da blies der sich auf und wurde ganz mächtig,
und ich dachte, der wäre schmächtig.
Er blies sich also auf und begann zu klagen,
mir blieb schon wieder die Luft weg,
kann ich euch sagen.

Du bist doch der, so brüllte er, hat man mir erzählt,
der die Leute mit Pokerfragen quält.
Willst du die Leute bei Strategy versöhnen,
dann musste hier mit Tokens löhnen!

Mir standen die Augen im Kopf verquer,
ich verstand die Welt nicht mehr.
Ich hab bei Strategy doch nur mal gefragt,
und viele haben kluge Worte gesagt,
stammelte ich vor dem Mann
und hoffte, dass der mich verstehen kann.
Aber auf dem Flohmarkt mit Tokens bezahlen!
Wo gibt es denn so was? Wir sind doch keine Vandalen!

Na gut, erklärte schließlich der Mann,
damit man sehen kann,
wie friedlich ich bin,
leg einfach 300 Euro hin.
Dann kannste das Buch dir nehmen
und brauchst dich nicht mehr zu schämen.

Da brat mich doch einer auf dem Rost,
der Mann ist wohl nicht ganz bei Trost!
Eine ganze Stunde ging das Feilschen nun noch weiter,
ihr findet das vielleicht ganz heiter,
ich aber bot schließlich drei Tokens, ich war schon ganz benommen,
am Ende hab ich das Buch doch nicht bekommen.

Und die Moral von der Geschicht?
Verwechsle Flohmarkt und Pokern nicht!
Willst ein Buch du mit Tokens und nicht mit Geld bezahlen,
dann erleid auch geduldig des Suchens Qualen!


Antwort
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Sakrieleg
Joined: 17.06.2007

Tageslichtprojektor

Das monotone surren eines modernen Lichts,
in der volkommenen dunkelheit der öden Unterichtsmontonie.
Sein zusammenbrechen zerstört die existentielle Hoffnung,
und hinterläßt letztlich zynisch verspottende Melodramatik.


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Play4forlife
Joined: 11.12.2007

Das Glück dieser Erde, liegt auf dem Rücken der Pferde.
Wärs nicht riskant, häts der Mensch in der Hand.

(Fand früher das es eines meiner Meisterwerke ist :))


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ich hab mich auch mal drangesetzt und 2 gedichte geschrieben...have fun=)

Die Sturmflut

Es donnert nun 3 Tage jetzt,
man kennt den blauen Himmel nicht mehr.
Das Meer wird immer wieder zerfetzt,
und die Wellen toben umher.

Am 4. Tag dröhnt die Sirene los,
jeder weiß was das bedeutet.
Die raue See türmt sich hoch auf, groß,
nun hat sie die Insel erbeutet.

Am 5. Tag hat’s dann geendet,
als wenn nichts gewesen wär.
Das Raue der See hat sich in Stille gewendet,
doch auf der Insel lebt nun niemand mehr.

C. Jessen

Die Umzugssucht

Heut ist’s mal wieder so weit,
die Familie verlässt das Haus.
Die Möbelpacker stehn’ bereit,
und holen die Kisten raus.

Es sind 26 Kisten nun,
und die Hälfte steht noch drinnen.
Die Packer haben viel zu tun,
doch die Familie bleibt bei Sinnen.

Sie kennen nicht einmal mehr die Zahl,
wie oft es schon geschah.
In diesem Jahr ist’s das 2. Mal,
und es ist erst Februar.

Das neue Haus ist nicht weit weg,
praktisch fast nebenan.
Der Hausverkäufer hält den Check,
und grinst die Familie an.

Nun stehen sie dort vor ihrem Haus,
die Möbelpacker packen aus,
die Kinder spielen und machen Unfug.
Die Mutter senkt den Kopf und sagt verstört:
(man hatte es schon so oft von ihr gehört)
„Dieser, ist unser letzter Umzug.“

C. Jessen


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Mahlzahn
Joined: 21.05.2006

Wow, ein Lyrik Thread. Hab früher mal geschrieben...größtenteils freie Lyrik, altes Zeug mittlerweile und keine Ahnung obs was taugt :rolleyes:
Aber anyway..Have fun ;)

Auf die Poesie:

Im Dunst der Nacht schreibe ich Verse.
Bei Kerzenlicht.
Der Mond reflektiert Visionen
zwischen Jointstummeln und Weingläsern,
in deren Rot sich das Licht bricht.
Der Stift kratzt auf dem Papier
und spiegelt die Idee,
die sich im Rausch der Worte verläuft
und doch ewig ist.
Poesie.
Lachend betrachte ich das Werk
und bin stolz.
Auf die Poesie.
Bevor ich das Papier zerknülle
und mich wichtigeren Dinge widme.

Leben?:

Wenn ich aufsteh´, rausgeh´, die Sonne im Gesicht hab.
Wenn ich sitze, ruhe, die Augen schließ´und träum.
Wenn ich abgeh´, draufgeh´, Drogen nehm und abdreh´.
Wenn ich leide, weine, strauchel, steh´ und schweige.
Wenn ich liebe, streichel´, neben dir lieg und zweifel´.
Wenn ich hoffe, versage, irgendwann auf Straßen schlafe.
Wenn ich kaufe, saufe, in Villen leb´ und doch sterbe.
Wenn ich lache, wache, im Regen steh´ und ertrinke.
Wenn ich aufhör´und anseh, was noch alles geht...
dann leb´ ich...

Im Traum:

Bei Nacht im Traume ich dich sah
in wunderschönem weiß´ Gewand.
Du warst dem Herzen mehr als nah,
drum reichte ich dir meine Hand.

Doch Schleier trübten meine Sicht,
die Hand verschwand in Dunkelheit.
Dem Glase gleich mein Herz zerbricht,
verlier´ den Traum, den Raum, die Zeit.

Nun treibe ich durch schwarze Wogen,
suche dich in Ewigkeit.
Fühl mich um mein Glück betrogen,
das Ziel ist so unendlich weit.

Ich spür´ die Hand auf meiner Brust,
erwache sanft aus meinem Schlaf.
Ich spüre einen sanften Kuss
und sehe, dass du bei mir lagst.

Nachts:

Ich schalte ein.
Gewalt, Leid, Lärm.
Ich mache leiser.
Bilder und Geräusche brennen in Augen und Ohren.
Ich starre.
Manipulation, Fehlinformation, Ton.
Ich mache den Ton aus.
Bilder brennen in den Augen.
Mein Atem wird schwer.
Ich schweige.
Verlorene Zeit, gewonnenes Wissen, Unterhaltung.
Ich schalte ab.
Stille, Frieden, Langeweile.
Ich schalte wieder ein.
Und starre.

Hätte auch noch die ein oder andere Kurzgeschichte, aber da sprengt wohl den Rahmen ;)


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keksdieb
Joined: 09.02.2007

Original von el_mosquito
<el_mosquito> oh liesl, du bist so erötet,
<el_mosquito> hat der friedrich in dein loch geflötet?
<el_mosquito> “nein, es war der theodor,
<el_mosquito> mit seinem riesen ofenrohr”
<el_mosquito> “theodor du riesenschuft,
<el_mosquito> hast meiner tochter in ihr loch gepufft”
<el_mosquito> “oh herr lasst gnade walten”
<el_mosquito> “nichts, ich werde dir die eier spalten!”
<el_mosquito> ein hieb ein stich ein schrei
<el_mosquito> und über die bühne rollt das halbe ei.
<el_mosquito> Und die moral von der geschicht,
<el_mosquito> halbe Eier rollen nicht.

(nicht von mir, aber aus zufall vorhin geschickt bekommen und diesen thread hier gesehen:D)


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Kein Gedicht, aber ein Songtext zu einem Track, den es noch nicht gibt ^^

Shards

[Strophe]
Bliss is a feature of reality
You try to catch it by all means
Absence and insanity
But adherence will get you nowhere

[Refrain]
Take a walk and look around you
Didn't you see that bird yesterday
Didn't you notice the trees breathing
And didn't you gather the perfectibility of the shards
You have been walking on every day

[Strophe2]
Levitating through hundred seas of light
No kind of logic now and then
Emptiness is nothing's child
A dream full of downright concentration

[Refrain2]
Take a walk and look around you
Didn't you see that man yesterday
Didn't you notice that he's dying
And didn't you gather the transiency of the shards
You have been walking on every day

[Finish]
Don't wait for the facility to
Fix the unfixable (and walk on the shards)
Escape the delusion (and walk on the shards)
Perceive your capabilty (and walk on the shards)
Peer the countenance (and walk on the shards)

Step outside the ramparts

And walk through sand...


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