Original von dhuppert
Ich schaue idR auch erstmal, wie mein Gegner auf Completes reagiert. Ein guter Gegner, wird bei einem Raise meinerseits wohl fast genauso viel pushen, wie er Completes raist, womit mich Completes deutlich billiger kommen, wenn ich nicht callen kann.
Completes mag ich gegen Unknowns deshalb nicht, weil sie a) gegen thinking player exploitable sind und b) man nie weiß, wo man Postflop steht. Sicher sind unknowns nicht immer thinking player und können auch Fische sein, deren Openraising-/Callingrange (auf minraises) so oder so unbestimmtbar ist.
HUs in FR SnGs spiel ich relativ aggressiv. Wie Thorsten schon sagte, gegen Unknowns 70-80% Openminraisen - sicher bleibt einem wenig Zeit zum adapten, aber oftmals merkt man recht schnell, wie loose der Gegner darauf reagiert. Auf completes 3bette ich dann so 20-30%, je nachdem, wie oft der solche completes macht. Viele Spieler können ihre Strategie sehr schwer umstellen, nachdem der 3. gebusted ist - selbst Regs lassen sich innerhalb der ersten Hände einige BB abknöpfen und man ist i.d.R. auch schon bei etwa 10BB und kann PoF spielen. Bisher hat das bei mir super funktioniert, was man besonders daran sieht, dass Regs nach ein paar Händen plötzlich mit 20BB nur noch pushen und man ihre Range eigentlich ganz gut eingrenzen kann und selbst durch minraises günstig an ihre Blinds kommt.
Reads die man vom vollen Tisch gesammelt hat, kann man dabei auch ganz gut verwenden. Aggressive Spieler, werden auch im HU relativ aggressiv sein, außer sie haben schon an der Bubble und ITM agr zurückgeschraubt, weshalb man die eigene Range stark drosseln sollte und mit den oberen 15% gut trappen kann. Solide FR Spieler hingegen geben am Anfang gern mal den ein oder anderen BB ab - minraise Preflop und cb 1/2 PS auf A/K-high, Rag- und Paired-Boards führen oft genug zum Erfolg und sollten overall profitabel sein. Gegen tighte Gegner kann auch der any2 minraise sehr profitabel sein - davon hab ich aber bisher noch keinen im HU beim FR SnG gehabt.