Lese gerade SSH und da wird empfohlen, die starken Draws fast immer aggressiv zu spielen (zumindest am Flop) und auch das Feld auszudünnen, weil es dann wahrscheinlicher ist, wenn der Draw nicht ankommt mit nem Pair den Pot zu gewinnen, je weniger Gegner im Pot sind.
Das leuchtet ja auch ein, aber es ist doch so, dass man, je mehr Gegner man drinbehält, bessere Implied Odds hat bzw. schon Value bekommt, bevor der Draw sich materialisiert hat (am Flop).
Wie ist das nun zu verstehen? ( Ich bin erst in der Mitte des Buches, vielleicht kommt die Erklärung später noch, aber ich will es jetzt schon wissen
)
Ich nehme mal folgendes Beispiel:
0,5/1$ FL Hold'em ( 6 handed )
Die Gegner sind recht loose-passive, aber keine notorischen callingstations, die komplett alles callen.
Preflop: Hero is MP2 with K
Q ![]()
Hero raises, MP3 calls, CO folds, BU calls, SB folds, BB calls.
Flop ( 8,5 SB ): J
T
3 ![]()
BB bets, Hero ???
Man hat hier sicherlich deutlich über 50% Equity und mit einem Equityedge sollte man ja eigntlich durch Erhöhungen den Pot füttern. Allerdings würde ich hier mit einem raise die Gegner hinter mir kicken, was ich ja mit einem Draw eigentlich nicht will.
Welche Line?
Wie sollte man spielen, wenn man mit der gleichen Hand einen J
7
2
Flop trifft und der BB ebenfalls donkt? Hier ist ja wohl der call die deutlich bessere Line, weil ein raise gegen den BB allein nicht for Value ist!?
Anderes Beispiel:
0,5/1$ FL Hold'em ( 6 handed )
Preflop: Hero is MP2 with A
8 ![]()
Hero raises, MP3 calls, CO calls, BU calls, SB calls, BB calls.
Flop ( 12 SB ): T
5
3 ![]()
SB bets, BB calls, Hero ???
Ein raise wäre hier knapp for Value, allerdings wieder das Problem, dass man hinter sich 3 potentielle Kunden vertreibt.
Call oder raise? Hier wohl eher raise, da man, wenn alle hinter uns folden, die Freecard am Turn nehmen kann und wir Value bekommen, wenn hinter uns einer callt oder!?
Ändert sich was, wenn man nicht der PFA ist und a) jemand anderes geraist hat oder b) der Pot unraised ist?
Und noch ein letztes Beispiel zum Thema "Outs kaufen":
0,5/1$ FL Hold'em ( 6 handed )
Preflop: Hero is BU with 9
8 ![]()
MP2 calls, MP3 calls, CO calls, Hero calls, SB calls, BB checks.
Flop ( 6 SB ): 7
6
2
( 6 players )
SB checks, BB checks, MP2 checks, MP3 checks, CO bets, Hero ???
Hier würde man mit einem raise die Spieler hinter einem zwar vertreiben, was erst mal nicht im Sinne eines guten Draws ist. Allerdings könnten Hände wir K9, K8, Q9, Q8 etc. folden, die uns Outs "wegnehmen" und die wir uns dann kaufen könnten durch das raise. Bisher hätte ich hier einen Nobrainercall gemacht, eben weil ich das Feld nicht ausdünnen will, sondern zahlen lassen. (Ich glaube auch jetzt, dass ein call hier die beste Spielweise ist, mich würde nur interessieren, wann es Sinn macht, sich Outs zu kaufen).
Ich weiß nicht, ob ich das mit den Outs kaufen so richtig verstanden habe!!?
Könnt Ihr mir ein Beispiel nennen, wo es Sinn macht sich Outs zu "kaufen", wenn dieses unpassend ist?
Outs kaufen kann ja sogar mit AK Sinn machen, wenn man auf einem Q73 Flop A3, K3, A7 oder K7 zum folden bekommt, weil die uns reverse dominaten.
Ist jetzt zeimlich lang geworden, würde mich freuen, wenn sich trotzdem jemand die Mühe macht und mir behilflich sein kann