Original von schmoezi
du stehst auf dem flop halt mit 6 outs da. der gegner wird dich sehr oft callen und auch nach deinem check wird er dir oft genug eine free turncard geben.
die bet ist keine valuebet, da wir in der hand kein value haben.
der gegner wird auf die bet keine besseren hände folden da das board für ihn nicht gefährlich aussieht und er es gut getroffen haben kann.
Richtig, wir haben hier 6 Outs, die wir natürlich noch discounten müssen, also haben wir vielleicht noch 4 Outs.
Wird er aber auf dem Flop wirklich oft callen?
Er geht nicht oft bis zum showdown, irgendwann wird er also die meisten Hände folden, vermutlich die allermeisten am Flop, und zwar genau dann, wenn er nichts getroffen hat.
Wenn du behauptest er würde alles callen, dann würde er auch Overcards callen?
Aber die sind doch oft schlechter als unsere Overcards und damit wird er auch schlechteres callen, wenn er kein Ass hält, damit ist die Bet sogar for value.
Auf der anderen Seite könnte er vieleicht sogar Overcards folden.
Oft sind es schlechtere Overcards, manchmal aber auch bessere.
Auf der anderen Seite wollen wir mit unserer Hand aber auch keinen Showdown sehen, außer der Gegner checkt runter.
Damit müssen wir unsere Equity aufgeben, selbst wenn wir vorne liegen, wenn der Gegner Aggression zeigt.
Wir müssen uns also fragen, ob der Gegner uns wirklich oft eine freie turn Karte geben wird.
Im Grunde müssen wir uns doch fragen, wie wir die Hand weiter spielen wollen.
Ich würde hier bet/fold oder bet/call flop und check/fold turn unimproved spielen.
Du willst checken.
Wie planst du dann weiter deine Hand?
-> die cbet ist ein purer bluff gegen eine potentielle callingstation
keine guten vorraussetzungen für eine bet.
1. Die CBet ist ein Semibluff, immerhin haben ich noch ein paar Outs.
Aber es stimmt, ich will hier den Pot oft am Flop einsammeln.
Gegen einen Spieler, der mir am Flop zu wenig foldet, würde ich hier auch checken, aber leider haben wir diese Information ja hier nicht.
2. Der Spieler ist preflop loose passiv.
Postflop geht er aber recht selten bis zum Showdown, was mich zu der Annahme verleitet, dass er womöglich postflop eher tight passiv ist.
Die Frage die sich mir jetzt stellt ist, ob der Gegner passiv genug ist, um den Flop behind zu checken, was ich oft genug mit nein beantworten kann.
levelthinking:
dieser spieler wird nach seinem stats/stack nach nur ganz einfach denken.
"was habe ich" und "wie sieht das board aus"
oben wird aber viel weiter gedacht. wir denken darüber nach was der gegner halten kann und auf welchen boards er welche karten nicht mehr weiter spielen kann. also wann wir ihn wie herausbluffen können.
das ist gegen diesen spielertyp aber eben nicht gut. man "levelt" sich selbst.
Es wäre nicht gut, wenn wir hier so Dinge wie unser image, etc. in die Entscheidung einfließen lassen, wenn der Gegner darauf eh nicht reagiert.
Aber eine handrange zu berechnen ist nie verkehrt, denn zwei Karten hält der Gegner ja offensichtlich.
Und zu überlegen, was er hier folden kann, ist auch bei solchen Gegnern sehr gut, denn er wird ja nur seine Hände und das Board spielen, wodurch unsere Vorraussage noch besser wird.
Die Frage ist nur, wie klein seine calling-Schwelle ist.
Wird er hier 2 Overcards fast immer callen?
Wird er einen Gutshot folden?
Wird er selbst en paar 2er callen?
Es steht allerdings fest, dass der Gegner auf diesem Board meist nicht mehr als 2 Overcards trifft, weil eben die 2 doch recht unwahrscheinlich ist, selbst bei seinem VPIP.
Ich mag hier übrigens nicht so gerne checken, weil ich dann mit meinen Overpairs irgendwann nicht mehr ausbezahlt werde. Die Leute werden merken, dass ich den Flop nur bette, wenn ich etwas habe oder wenn es sich anbietet.
Auf so einem Flop verrate ich damit meine Hand.
Und leider merken das sogar sehr schlechte Spieler recht schnell.