Das oben genannte Thema, geht mir schon länger durch den Kopf.
Wir von Pokerstrategy trennen diese beiden Moves sehr streng von einander: Wenn man den Turn mit Outs raist, ist es ein Semibluff, wenn man ihn mit einer Made-Hand raist, ist es ein Raise 4 free SD.
Dies wird nicht überall in der Pokerliteratur so gehandhabt. Harrington berücksichtigt beim Semibluff auch den Fakt, daß man ggf noch vorne liegen könnte. In Weighing the Odds in Hold'em Poker von King Yao wird der Raise 4 Free SD in einem Unterkapitel von Semibluffs ip ohne Init am Turn behandelt.
Hier nun ein Beispiel (kann sein, daß es ungeschickt gewählt ist):
Hero is CO with A
J ![]()
(2 folds) Hero raises (2 folds) BB calls
3
7
Q ![]()
BB bets Hero calls
T ![]()
BB bets Hero?
pot 4,75BB
Ein Raise 4 free SD macht hier durchaus Sinn. Villain könnte einen Flush Draw oder ein Underpair donken und wir haben mit A-high Showdown-Value. Wenn Villain einen Flush-Draw hält und den River bei einem Busted Draw nicht erneut bettet, gewinnen wir gegen einen Flush-Draw so eine BB mehr. Wenn Villain ein Underpair hält ist es möglich, daß er eine bessere Hand foldet.
Wir haben allerdings auch noch eine Overcard und einen Gutshot auf einem 2suited Board und deshalb ist ein Raise auch teilweise ein Semibluff und genau hier liegt das Problem: Ich weiß nicht, ob die Outs eher für einen Call oder einen Raise sprechen. Für einen Raise spricht, daß wir im Falle daß Villain callt noch zusätzliche Möglichkeiten haben den Pot zu gewinnen. In dem Fall hätten wir eine Mischform der beiden Moves. Wenn Villain nun aber 3bettet, sehe ich die Overcard als wertlos an und gebe mir auf den Gutshot 3,5 Outs, wir bekommen Odds von ~1 zu 8 und müßten live Outs folden. Ein Call hätte hier nun also das selbe Motiv wie der Check-Behind am Turn zur Check-Raise-Vermeidung mit einigen Outs.
Ich hoffe ihr könnt meine Frage nachvollziehen.
t¥ph00n