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Managementtheorie in der Praxis

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wolfcastle80
Beigetreten: 17.10.2008
Oldschool Grinder

Hi zusammen,

ich bin relativ frisch Teamleiter in einer kleinen IT Klitsche und habe mehr und mehr das Gefühl das der Laden nicht "optimal" gesteuert wird vom Management. Zum Beispiel scheint das an die Mitarbeiter auch nur indirekt kommunizierte Unternehmensziel: "Maximierung des EBIT" zu sein.
Um mir einen Überblick über Managementtheorien zu verschaffen höre ich gerade "Was ist Management: Das Beste aus 50 Jahren" von Peter F. Drucker. Das ganze hört sich sehr plausibel an und es ist echt beeindruckend wie brandaktuell sich das ganze anhört. Teilweise sind die behandelten Bücher ja schon aus den 40ern. Die Lektüre ist für mich gerade ein echter Augenöffner.
Ich habe nur zwei Probleme damit und hoffe es gibt hier ein paar Managementexperten die mir weiterhelfen können.

Erstens werden die Konzepte im Buch als ultimative Wahrheit verkauft. Liegt das an der Übersetzung, sind seine Theorien die aktuelle Lehrmeinung oder ist er einfach nur ein Schaumschläger?

Zweitens habe ich bisher in noch keinem Unternehmen gearbeitet wo die Konzepte erkennbar angewendet wurden. Ist das eher so ein Insiderding vom Management was nicht kommuniziert wird?
Ich habe eher den Eindruck, dass wenn überhaupt einzelne Teile angewendet werden und die meistens noch falsch.

Wir haben in unserer Firma relativ flache Hierarchien und ich denke ich kann auf die Geschäftsführung begrenzt Einfluss nehmen was Managementpraktiken angeht. Ich würde auch gerne ein paar Dinge mehr in die von Drucker angedachte Richtung für unseren Unternehmenstyp schieben. Kann ich denn davon ausgehen, dass mein Management mit den Theorien vertraut und dafür empfänglich ist?
Ich selber komme eher aus der technischen Ecke und Managementtheorie ist was ganz neues für mich. Habe bisher alles in der Richtung mit gesundem Menschenverstand betrachtet.

Ich weiß die Fragen sind alle sehr allgemein und abstrakt aber ich wollte im Eingangspost nicht zu sehr ins Detail gehen.


Antwort
Zitat
23 Antworten
DerExec
Beigetreten: 06.10.2007
PokerStrategist

Du kannst davon ausgehen, dass das Management i.d.R. keinen Plan von solchen Theorien hat. Du brauchst also nicht auf der Schiene kommunizieren. Macht auch nur begrenzt Sinn, denn Theorien sind Theorien ;)

Ist ein schweres Thema. Nimm es dir nicht so persönlich. Dein Einfluss wird eher gering sein.


Antwort
Zitat
dude1990
Beigetreten: 24.06.2008
Oldschool Grinder

In diesem Zusammenhang ist auch der Begriff "Leadership" sehr interessant, der für dich sogar wichtiger sein sollte als das Management, falls du nicht in der Unternehmensleitung bist. Es gibt da auch sehr viele,(mehr oder weniger) brauchbare Theorien, um die Mitarbeiter intrinsisch zu motivieren.


Antwort
Zitat
wolfcastle80 Themenstarter
wolfcastle80
Beigetreten: 17.10.2008
Oldschool Grinder

Original von DerExec
Macht auch nur begrenzt Sinn, Denn Theorien sind Theorien ;)

Drucker hat für alle seine Theorien ein praktisches Beispiel an der Hand. Das ist zwar für jeden Teilaspekt eine andere Firma aber immerhin sieht er seine Theorien in der Praxis bestätigt. Und mein GF hatt zumindest ein Studium in Richtung Management absolviert. Ein theoretisches Fundament sollte er also haben, oder?

Original von DerExec
Ist ein schweres Thema. Nimm es dir nicht so persönlich. Dein Einfluss wird eher gering sein.

Ja es ist ein schweres Thema. Nicht "persönlich" nehmen geht in dem Fall leider nicht, weil das einen direkten Einfluss auf das Arbeitsklima und damit zumindest mittelfristig auf die Arbeitsleistung meines Teams hat. Ich kann und will nicht alles von meinem Team weghalten.
Außerdem habe ich das Gefühl, dass mit dem jetzigen Führungsstil der Erfolg der Firma noch Zufallsgesteuerter ist als eh schon. Es fehlt aus meiner Sicht ein Ziel und eine darauf aufbauende Strategie.
Begrenzt hätte ich da MMn Einfluss drauf, da die Türen für Gespräche immer offen sind und die zukünftige strategische Ausrichtung in regelmäßigen Workshops mit der GF und den Teamleitern besprochen wird. Das Problem dadran ist nur, dass das ganze sehr unstrukturiert und konsequenzlos abläuft.

Original von dude1990
In diesem Zusammenhang ist auch der Begriff "Leadership" sehr interessant, der für dich sogar wichtiger sein sollte als das Management, falls du nicht in der Unternehmensleitung bist. Es gibt da auch sehr viele,(mehr oder weniger) brauchbare Theorien, um die Mitarbeiter intrinsisch zu motivieren.

"Leadership" ist für Drucker ein Teilaspekt von Management. Damit beschäftige ich mich eh schon länger. Hatte nur das Gefühl, dass es nicht mehr reicht um in der Firma meinen Job zu machen. Um so zu führen, wie ich es für richtig halte, muss ich verstärkt von unten führen und dafür benötige ich auch ein theoretisches Fundament.
Und ob ich selbst einmal ins Management will/ komme weiß ich noch nicht. Meine Karriereplanung ist auf jeden Fall noch nicht abgeschlossen.


Antwort
Zitat
draghkar
Beigetreten: 16.08.2006
Oldschool Grinder

Original von wolfcastle80
Ich selber komme eher aus der technischen Ecke und Managementtheorie ist was ganz neues für mich. Habe bisher alles in der Richtung mit gesundem Menschenverstand betrachtet.

Die "Modelle" spiegeln in der Regel ja auch nur den gesunden Menschenverstand wieder. Verabschiede dich von dem Gedanken, dass es dort klare Konzepte und Vorgänge gibt. Dass die Theorie aus den 40ern heute noch aktuell ist, zeigt, dass es damit eben nicht weit her ist.
BWL Theorie ist halt eher so Quatsch in der Praxis.


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Zitat
Xantos
Beigetreten: 07.09.2005
Legacy Member

Drucker gilt zurecht als Klassiker.
Vieles was er schreibt ist sehr aktuell - das sieht man auch daran, in wievielen neuen Artikeln auf ihn referenziert wird z.B. beim Harvard Business Review / Harvard Business Manager (die Magazine, recht teuer aber coole Lektüre für eine junge Führungskraft z.B. für die Zugfahrt oder einen Flug).

Ergänzend würde ich noch Malik empfehlen.
Malik sieht Management als "erlernbares Handwerk" & stellt mMn eine gute Ergänzung dar.

Um Theorie in die Praxis umzusetzen, muss man andere beeinflussen.
Das gilt sowohl für dein Team, als auch (anspruchsvoller) für das Management deines Unternehmens.

Ich kenne die Kommunikationskultur deines Unternehmens nicht - aber bei einem klassischen dt. Mittelständler mit Vorgesetzten 40+ wäre ich eher vorsichtig, Theoriediskussionen zu führen. Vielleicht antesten mit deinem Chef, oder Peers in deinem Alter?

Bei PokerStrategy.com haben wir das immer recht lebhaft diskutiert, aber das war ja auch ein Startup mit einem smarten, pragmatischen Korn als CEO! ;)

Um anderen zu beeinflussen (Team, Peers, Management) ist Kommunikation extrem wichtig.
Als Literatur würde ich dazu empfehlen:
- "How to win Friends & Influence People" von Dale Carnegie
- "Miteinander Reden" - von Friedemann Schulz von Thun
- "Professionelle Gesprächsführung: Ein praxisnahes Lese- und Übungsbuch" von Christian-Rainer Weissbach

Meiner Erfahrung nach hapert es für viele junge Führungskräfte, grade mit technischem Background, eher an der Kommunikation als am theoretischen Management-Wissen. Mindestens jedoch ist beides extrem wichtig.

(Denke, das passt auch zu dem, was dude1990 sagte - "Leadership" in Abgrenzung von "Manangement" ist extrem viel Kommunikation.)


Antwort
Zitat
thomasSP
Beigetreten: 16.09.2006
Oldschool Grinder

kannst du mal ein konkretes beispiel nennen wo du verbesserungspotential siehst.

management ist sehr breites feld und viele dinge werden vom top-management vorgegeben (organisationsstruktur, anreizsystem, entscheidungsbefugnis, ...) aber es gibt sicher auch einige sachen die du im team beeinflussen kannst.

vielleicht mal einige kleine dinge erfolgreich in deinem team umsetzen, dann mit deinen vorgesetzten darüber sprechen und einen einstieg ins thema finden.
so wirst du vom chef sicher eher ernst genommen und überfällst ihn nicht mit irgendwelchen abstrakten theorien (modellbildung vs. wirklichkeit)


Antwort
Zitat
wolfcastle80 Themenstarter
wolfcastle80
Beigetreten: 17.10.2008
Oldschool Grinder

Original von Xantos
Drucker gilt zurecht als Klassiker.
Vieles was er schreibt ist sehr aktuell - das sieht man auch daran, in wievielen neuen Artikeln auf ihn referenziert wird z.B. beim Harvard Business Review / Harvard Business Manager (die Magazine, recht teuer aber coole Lektüre für eine junge Führungskraft z.B. für die Zugfahrt oder einen Flug).

Ergänzend würde ich noch Malik empfehlen.
Malik sieht Management als "erlernbares Handwerk" & stellt mMn eine gute Ergänzung dar.

Danke für die Tipps. Schaue ich mir mal an.

Original von Xantos
Ich kenne die Kommunikationskultur deines Unternehmens nicht - aber bei einem klassischen dt. Mittelständler mit Vorgesetzten 40+ wäre ich eher vorsichtig, Theoriediskussionen zu führen. Vielleicht antesten mit deinem Chef, oder Peers in deinem Alter?

Bei PokerStrategy.com haben wir das immer recht lebhaft diskutiert, aber das war ja auch ein Startup mit einem smarten, pragmatischen Korn als CEO! ;)

Die Situation in dem Unternehmen behindert das ganze aus meiner Sicht etwas. Das Unternehmen wurde 2008 aus einem großen Unternehmen ausgegründet, mit Projekten und entsprechender Abhängigkeit von dem Unternehmen. Die ursprüngliche GF ist aus diversen Gründen nicht mehr an Board.
Geschäftsführer ist ein junger Kerl Anfang 30, der wohl von der alten GF über Vitamin B direkt von der Uni geholt wurde. Er hat kein gutes Standing bei den Mitarbeitern was sicherlich noch aus der Anfangszeit kommt wo er doch recht zurückhaltend war. Ich habe auch den Eindruck, er wurde "versaut" durch die damalige GF.
Die restliche Geschäftsführung besteht aus Beamten. Einer von denen ist auch mein direkter Vorgesetzter und hat mich vor 1,5 Jahren eingestellt. Mit dem kann ich über sowas reden habe ich den Eindruck. Er findet das was ich in meinem Team Umsetze und Einführe gut und einiges würde er laut Aussage auch gut fürs Unternehmen finden. Seine Zeit verwendet er aber hauptsächlich für Auftragsaquise. Für die Entwicklungsthemen nimmt er sich MMn zu wenig Zeit. Der junge Geschäftsführer beschäftigt sich nicht erkennbar damit.
Bei den anderen Teamleitern könnte es mit zweien funktionieren. Wenn das Thema in die Richtung geht wird jedoch eher gemeckert als das da was bei rumkommt.
Betriebsgröße ist heute bei ca. 60 Mitarbeitern.

Original von Xantos
Um anderen zu beeinflussen (Team, Peers, Management) ist Kommunikation extrem wichtig.
Als Literatur würde ich dazu empfehlen:
- "How to win Friends & Influence People" von Dale Carnegie
- "Miteinander Reden" - von Friedemann Schulz von Thun
- "Professionelle Gesprächsführung: Ein praxisnahes Lese- und Übungsbuch" von Christian-Rainer Weissbach

Das erste hab ich vor einem Jahr gelesen. Ist aber auf jeden Fall mal wieder fällig. Die anderen beiden schaue ich mir auch mal an. Danke!
Allgemein habe ich mich in den letzten 1,5 Jahren verstärkt mit Kommunikation beschäftigt und mache da schon ganz gut Fortschritte denke ich.

Original von Xantos
Meiner Erfahrung nach hapert es für viele junge Führungskräfte, grade mit technischem Background, eher an der Kommunikation als am theoretischen Management-Wissen. Mindestens jedoch ist beides extrem wichtig.

(Denke, das passt auch zu dem, was dude1990 sagte - "Leadership" in Abgrenzung von "Manangement" ist extrem viel Kommunikation.)

Ist auch meine Meinung. Das theoretische Grundgerüst beim Thema Kommunikation ist schon ganz gut bei mir. Da kommt es jetzt auf die Praxis an. Jetzt heißt es beim Management Wissen Grundlagen schaffen.

Original von thomasSP
kannst du mal ein konkretes beispiel nennen wo du verbesserungspotential siehst.

Da gibt es viele Baustellen aber ich nehme mal was ganz Grundlegendes. Zielvorgaben an die Teams und Teamleiter. Als ich eingestellt wurde habe ich keine Zielvorgaben außer "Arbeite dich ein" bekommen. Auch später gab es keine konkreten Ziele. Auf Nachfrage hieß es sinngemäß: "Mach weiter so. Du machst das so wie erwartet." Dazu passt, dass wir variable Gehaltsbestandteile haben die aber noch nie mit einer Zielvereinbarung hinterlegt wurden. Es könnte sein, dass da was kommt und als Ankündigung wurde mir gesagt, dass das zentrale Ziel "EBIT x erreichen" sein soll. Werde ich nicht einfach so akzeptieren aber das ist auch nicht das was ich mir unter Zielen vorstelle.

Original von thomasSP
management ist sehr breites feld und viele dinge werden vom top-management vorgegeben (organisationsstruktur, anreizsystem, entscheidungsbefugnis, ...) aber es gibt sicher auch einige sachen die du im team beeinflussen kannst.

Das ist auch meine Erwartungshaltung. In unserem Unternehmen funktioniert das in vielen Bereichen aber andersrum. Die Mitarbeiter und Teamleiter Organisieren und Entscheiden solange bis es schiefgeht und die GF zum Eingreifen gezwungen wird. Gibt da kleine Schritte in die andere Richtung aber da geht es meistens um Dinge die rechtlich abgesichert sein müssen.

Original von thomasSP
vielleicht mal einige kleine dinge erfolgreich in deinem team umsetzen, dann mit deinen vorgesetzten darüber sprechen und einen einstieg ins thema finden.
so wirst du vom chef sicher eher ernst genommen und überfällst ihn nicht mit irgendwelchen abstrakten theorien (modellbildung vs. wirklichkeit)

So habe ich es bisher versucht. Ist sehr mühsam und Ergebnisse gab es bisher noch nicht nur Lippenbekenntnisse.


Antwort
Zitat
dak113
Beigetreten: 25.04.2009
PokerStrategist

Also passen dir die zu vielen Freiheiten nicht und du möchtest einfach feste (theoretische) Strukturen aufbauen?

Original von wolfcastle80

Original von DerExec
Ist ein schweres Thema. Nimm es dir nicht so persönlich. Dein Einfluss wird eher gering sein.

Ja es ist ein schweres Thema. Nicht "persönlich" nehmen geht in dem Fall leider nicht, weil das einen direkten Einfluss auf das Arbeitsklima und damit zumindest mittelfristig auf die Arbeitsleistung meines Teams hat. Ich kann und will nicht alles von meinem Team weghalten.
Außerdem habe ich das Gefühl, dass mit dem jetzigen Führungsstil der Erfolg der Firma noch Zufallsgesteuerter ist als eh schon. Es fehlt aus meiner Sicht ein Ziel und eine darauf aufbauende Strategie.
Begrenzt hätte ich da MMn Einfluss drauf, da die Türen für Gespräche immer offen sind und die zukünftige strategische Ausrichtung in regelmäßigen Workshops mit der GF und den Teamleitern besprochen wird. Das Problem dadran ist nur, dass das ganze sehr unstrukturiert und konsequenzlos abläuft.

Imo ist aber genau das deine Hauptaufgabe als Führungskraft. Du musst wissen was du wie nach unten weiter gibst und dafür nicht zwingend die größte Fach - und Methodenkompetenz aufweisen.


Antwort
Zitat
Xantos
Beigetreten: 07.09.2005
Legacy Member

Es ist auf jeden Fall gut, etwas bewegen zu wollen.

- es ist schon eine enorme Leistung, wenn du in einem innovationsfeindlichen Umfeld dein Team gut führst
- setz dir Ziele für das Team, welche deiner Meinung nach Sinn machen & auf das Unternehmensziel einzahlen (auch wenn das nur EBIT ist - du kannst ja die Brücke zu konkreteren Zielen schlagen)
- wenn du dein Team weiterentwickelst und gute Resultate hast, dann hast du für deine Mitarbeiter und dich schon unglaublich viel erreicht

Darüber hinaus: "Pick your Battles!"
Von außen schwer einzuschätzen, auch nach deiner Schilderung.

Wenn du jedoch schon 1.5 Jahre da bist, und nicht das Gefühl, die richtigen Ziele zu bekommen & dass die GF nicht so geil ist:
Warum wechselst du nicht nach 2-2.5 Jahren?
Könntest jetzt versuchen, noch 6 Monate dein Team in einen Top-Zustand zu versetzen - so dass es dann "von allein" läuft.
In 3 Monaten könntest du dich langsam umschauen nach Alternativen. On your terms, mit viel Zeit.
Die Zeit, weiter einen guten Job zu machen & relaxt nach der nächsten tollen Herausforderung zu suchen.

Ist zumindest eine Alternative, die man überdenken sollte, wenn man das Enivronment nicht top findet.


Antwort
Zitat
scrappyyyy
Beigetreten: 23.01.2011
PokerStrategist

Passt vllt auch zu der Führungsgeschichte, fand es sehr interessant:
http://www.capital.de/themen/sieben-lehren-aus-zehn-jahren-management-3882.html


Antwort
Zitat
wolfcastle80 Themenstarter
wolfcastle80
Beigetreten: 17.10.2008
Oldschool Grinder

Danke für die Antworten. Das bringt mich echt weiter.

Original von dak113
Also passen dir die zu vielen Freiheiten nicht und du möchtest einfach feste (theoretische) Strukturen aufbauen?

Gut, dass du das so absolut darstellst, da kann ich drauf eingehen. Ich habe mich an die Freiheiten gewöhnt und genieße sie auch inzwischen. Was ich will ist ein Unternehmensziel und eine daraus abgeleitete Strategie welche ich auf mein Team übertragen kann.
Ich bestreite momentan den von Xantos vorgeschlagenen Plan und suche mir die Ziele und Strategien selbst. Ist bisher auch gut gegangen, muss es jedoch nicht für immer.

Original von Xantos
Es ist auf jeden Fall gut, etwas bewegen zu wollen.

- es ist schon eine enorme Leistung, wenn du in einem innovationsfeindlichen Umfeld dein Team gut führst
- setz dir Ziele für das Team, welche deiner Meinung nach Sinn machen & auf das Unternehmensziel einzahlen (auch wenn das nur EBIT ist - du kannst ja die Brücke zu konkreteren Zielen schlagen)
- wenn du dein Team weiterentwickelst und gute Resultate hast, dann hast du für deine Mitarbeiter und dich schon unglaublich viel erreicht

Darüber hinaus: "Pick your Battles!"
Von außen schwer einzuschätzen, auch nach deiner Schilderung.

Wenn du jedoch schon 1.5 Jahre da bist, und nicht das Gefühl, die richtigen Ziele zu bekommen & dass die GF nicht so geil ist:
Warum wechselst du nicht nach 2-2.5 Jahren?
Könntest jetzt versuchen, noch 6 Monate dein Team in einen Top-Zustand zu versetzen - so dass es dann "von allein" läuft.
In 3 Monaten könntest du dich langsam umschauen nach Alternativen. On your terms, mit viel Zeit.
Die Zeit, weiter einen guten Job zu machen & relaxt nach der nächsten tollen Herausforderung zu suchen.

Ist zumindest eine Alternative, die man überdenken sollte, wenn man das Enivronment nicht top findet.

Super Ratschläge, Danke!
Ich denke ich werde die begonnene Weiterentwicklung meines Teams fortführen und inhaltliche Akzente nach oben setzen. Wenn diese aufgegriffen werden, werde ich versuchen auch die Managemententscheidungen dahinter zu beeinflussen.
Mit dem Gedanken mittelfristig zu wechseln spiele ich natürlich auch. Wenn sich gar nichts ändert wird es auch darauf hinauslaufen. Gerade um meines Teams Willen will ich aber auch erstmal viel probieren um auf die Organisation Einfluss zu nehmen. Wenn ich es schaffen sollte, Innovation in das Unternehmen zu bringen würde mir das schon sehr weiterhelfen.

Original von scrappyyyy
Passt vllt auch zu der Führungsgeschichte, fand es sehr interessant:
http://www.capital.de/themen/sieben-lehren-aus-zehn-jahren-management-3882.html/blockquote >

Gute Artikel. Erkenne doch so einiges wieder.


Antwort
Zitat
DerExec
Beigetreten: 06.10.2007
PokerStrategist

So wie dir geht es vielen, auch ich erkenne mich da wieder.
Das Kernproblem ist, wie du festgestellt hast, ein Mangel an echter Vision, Mission und Strategie.
Vielleicht kannst du durch gezieltes nachfragen in die Richtung auch etwas bewirken. Vorstellbar ist auch, dass du einen Vorschlag machst und der GF vorlegst, mit dem Hintergrund, dass du wissen willst, ob du die Ziele richtig verstanden hast. Ggf. entwickelt sich daraus eine konstruktive Gestaltung, ohne das die GF ihr Gesicht verliert (das ist ein primäres Problem!)


Antwort
Zitat
IBeatGTA
Beigetreten: 07.05.2009
PokerStrategist

Als Juniormanager ist es erstmal nicht deine vorrangige Aufgabe, Strategien zu bilden oder einzufordern.

Letztendlich werden von dir nur zwei Dinge verlangt:
- quantitativ zu liefern,
- die dir unterstehenden Hamster im Rad laufen zu lassen.

Wenn Du Glück hast, dann hast du hierbei freie Hand. Wie du das bewerkstelligst, liegt dann an dir.

In Unternehmen dieser Größe gibt es vermutlich max. 5 Leute, deren Meinung zählt.
Zu diesen Leuten musst du gehören.
Dazu musst du erstmal deren Vertrauen gewinnen, indem du s.o. lieferst und ihnen zeigst, dass du weitere gute Ideen hast, die das Unternehmen voranbringen (auch und gerade quantitativ). Bei diesen Gesprächen wirst du feststellen, dass sich die Entscheider selbst auch schon diverse Gedanken gemacht haben, die dir bislang verborgen geblieben sind.

Aber Vorsicht: wenn du nicht klar Benefits aufführen kannst, dann würde ich es lieber lassen. Man könnte dich für einen Schwätzer halten.


Antwort
Zitat
DerExec
Beigetreten: 06.10.2007
PokerStrategist

Strategien einfordern sehe ich schon als seine Aufgabe - wie soll er sonst wissen, was er zu liefern hat? Ohne bekannte Strategie und ohne Ziele kann man nicht effizient führen, imo.

Sonst gebe ich dir Recht.


Antwort
Zitat
IBeatGTA
Beigetreten: 07.05.2009
PokerStrategist

Die Strategie lautet "Wir wollen die größte, schönste und profitabelste IT-Klitsche dies- und jenseits des Rio Grande werden"
Hierfür muss TE seinen Bereich effizientmöglich führen.
Wenn nicht vorgegeben wurde wie, dann kann der er die x Faktoren identifizieren, die in seinem Bereich dafür relevant sind, diese messbar machen sowie Zielgrößen und Maßnahmen definieren. Ganz normale Teamleiter-Tätigkeiten, die er wahrscheinlich/hoffentlich sowieso schon macht.

Wenn er das geschafft hat, darf er sich sicherlich mit den großen Jungs auch mal über Business Policy austauschen. Allerdings sollte es dann auch gerne etwas konkreter sein als bislang hier im Thread. Mit dem Anliegen "Ähm, ...wie war noch gleich die Strategie. Die brauche ich, um meine Hanseln zu führen" würde ich nicht beim GF aufschlagen.


Antwort
Zitat
DerExec
Beigetreten: 06.10.2007
PokerStrategist

Sry, aber das ist keine Strategie, das ist maximal ein Mission Statement.
Soviel dazu :]


Antwort
Zitat
IBeatGTA
Beigetreten: 07.05.2009
PokerStrategist

Ja, das stimmt.
Dann soll er eben fragen. Weil er sonst nicht effizient führen kann.

lol


Antwort
Zitat
DerExec
Beigetreten: 06.10.2007
PokerStrategist

OK.
Erkläre mir Effizienz der Führung hinsichtlich "Maximierung des EBIT" (einziges "Ziel" welches vorgegeben ist). Interessiert bin ich in diesem Zusammenhang auch auf den Einfluss, den OP hier auf die Eingangsgrößen des EBIT hat, um diese dann effizient zu steuern (= Beeinflussung durch Führung).
Vermutlich reden wir aneinander vorbei.


Antwort
Zitat
scrappyyyy
Beigetreten: 23.01.2011
PokerStrategist

Wurde überhaupt geklärt in welcher Abteilung OP zusätndig ist?
Controlling? Kundenbetreuung? Entwicklung?


Antwort
Zitat
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