Quick Facts von PokerStrategy

  • Ein Paar im Poker ist eine Hand, die zwei Karten des gleichen Rang enthält.
  • Ein Paar entsteht entweder aus einer Karte, die man auf der Hand hat, plus einer Boardkarte oder aus beiden Handkarten – letzteres ist ein Pocket Pair.
  • Starke Top-Pair- oder Overpair-Hände werden für Value gespielt.
  • Niedrige Paare sind in der Regel nur zum „Setminen“ oder als Bluff Catcher sinnvoll.

Was ist ein Paar im Poker?

Ein Paar im Poker ist eine Hand, die zwei Karten desselben Rangs enthält. Die übrigen drei Karten haben unterschiedliche Ränge und bilden kein weiteres Paar. Diese drei ungleichen Karten werden als Kicker bezeichnet.

Du kannst ein Paar bilden, indem eine deiner Hole Cards mit einer Boardkarte übereinstimmt, oder indem du direkt zwei gleichrangige Handkarten erhältst. Ein Paar, das ausschließlich aus den beiden Handkarten besteht, heißt Pocket Pair.

Beispiel für ein Paar über das Board:

  • Spieler A: A♣K♠
  • Board: A8♠2♣

Beispiel für ein Pocket Pair:

  • Spieler B: A♣A

Dies sind die beiden Arten von Paaren im Poker; sie haben denselben Rang. Sie unterscheiden sich lediglich dadurch, wie sie zustande kommen.

Sowohl in Live-Spielen als auch bei Online Poker Anbietern gehören Paare – insbesondere in Texas Hold’em – zu den häufigsten gemachten Händen.

Wie „One Pair“ rangiert

Ein Paar ist die zweitschwächste Pokerhand – über High Card und direkt unter Two Pair. Ein Paar schlägt High Card, verliert jedoch gegen alle höher eingestuften Hände, wie die folgende Übersicht zeigt:

One Pair in der Poker-Handrangfolge

Wie man ein Paar in Texas Hold’em spielt

Auch wenn ein Paar nicht hoch rangiert, kann es häufig ausreichen, den Pot zu gewinnen. Das gilt besonders auf Echtgeld Poker Apps, in denen die Spiele schnell ablaufen und viele Spieler Ein-Paar-Hände falsch einschätzen. Entscheidend ist, zu wissen, wann du setzen solltest, wann du die Potgröße kontrollierst und wann du besser foldest.

Starke Paare versus schwache Paare

Die Spielweise hängt maßgeblich von der Stärke des Paares ab. Zwischen einem Paar Asse mit starkem Kicker, einer Value Hand, die oft vorn liegt und Bottom Pair, das im Wesentlichen nur als Bluff Catcher taugt, besteht ein großer Unterschied:

  • Top Pair mit Top Kicker: Top Pair mit Top Kicker ist eine starke Hand, die häufig beim Showdown gewinnt. Du solltest in der Regel für Value setzen, um schlechtere Paare oder dasselbe Paar mit schwächerem Kicker zum bezahlen zu bringen.
  • Top Pair mit schwachem Kicker: Ein Top Pair mit schwachem Kicker ist anfällig, weil du gegen Gegner mit höherem Kicker leicht große Pötte verlierst. Pot Kontrolle ist hier entscheidend. Versuche, günstig zum Showdown zu gelangen und sei bereit zu folden, wenn die Action stark anzieht.
  • Second Pair: Auf dem Flop kannst du mit Second Pair oft vorn liegen. Du musst abwägen, ob du zum Schutz der Hand setzt oder zur Potkontrolle checkst. Nimmt die Aggression auf Turn und River deutlich zu, wird deine Hand de facto zum Bluff Catcher.
  • Third Pair oder schlechter: Mit Bottom Pair wirst du selten mehrere Bets heruntercallen; der Weg zum Showdown ist schwierig. Sobald die Gegner Druck machen, liegst du häufig hinten – diese Hände sind nahezu ausschließlich Bluff-Catcher.

Pocket Paare im Poker

Pocket Paare wie Asse und Könige sind die besten Starthände in Texas Hold’em.

Niedrige Pocket Pairs eignen sich vor allem zum Setminen. Mittlere Pocket Paare, wie etwa Neunen und Zehnen, sind anspruchsvoller zu spielen, insbesondere wenn Overcards auf dem Board erscheinen.

Eine ausführliche Anleitung findest du in unserem Pocket Pair Strategie Guide.

Strategietipps für Paare

  • Spiele Premium Pocket Paare und Top Pair mit Top Kicker als Value Hände. Setze oder raise früh, um Draws teuer zu machen.
  • Nutze kleine Pocket Paare zum Setminen. Sei bereit, niedrige Paare zu folden, wenn Overcards auf dem Board erscheinen.
  • Kontrolliere mit Paaren mittlerer Stärke den Pot, indem du checkst und kleine Bets callst, mit dem Ziel, zum Showdown zu gelangen, ohne zu viel deines Stack zu investieren.
  • Vermeide es, „Ein Paar Hände“ zu slowplayen; sie sind zu verwundbar. Eine Ausnahme besteht nur, wenn dein Paar sehr stark ist, die Stacks klein sind und eine realistische Chance besteht, dass der Gegner auf der nächsten Street ohnehin committed ist.
  • Behandle schwache Paare als Bluff Catcher und auch das nur mit Vorsicht.

Beispiele für Paare im Poker

Die folgenden Beispiele zeigen den Einsatz eines Paares. Hand 1 ist ein starkes Paar, das für Value gespielt wird; Hand zwei ist ein mittleres Paar, das mit Potkontrolle gespielt wird.

Hand 1: Top Pair für Value

  • Spieler A: AQ
  • Spieler B: J♣T♣
  • Board: Q♣J6

Spieler A raist Preflop, Spieler B callt im Big Blind. Spieler B checkt; Spieler A setzt als Continuation Bet für Value mit Top Pair. Spieler B callt mit Second Pair.

Hand 2: Potkontrolle mit Middle Pair

  • Spieler A: QJ
  • Spieler B: K♠9♠
  • Board: KJ♠3♣37

Spieler A raist vor dem Flop, Spieler B callt im Big Blind. Spieler B checkt; Spieler A entscheidet sich mit Second Pair für den Check behind, um die Potgröße zu kontrollieren. Spieler A callt die Bet auf dem Turn, beide checken den River – so verliert Spieler A das Minimum.

Die Wahrscheinlichkeit, ein Paar zu erhalten

Die Chance, ein beliebiges Pocket Pair ausgeteilt zu bekommen, liegt bei rund 5,88%. Im Schnitt geschieht das etwa einmal alle siebzehn Hände.

Mit ungepaarten Hole Cards liegt die Wahrscheinlichkeit, auf dem Flop mindestens eine der beiden Karten zu paaren, bei etwa 32,43% – also etwas seltener als jedes dritte Mal. Bis zum River steigt die Chance, mindestens eine Karte zu paaren, auf 50,7%, wobei du den River natürlich nicht immer siehst, wenn du den Flop verfehlst.

Häufige Fehler beim Spiel mit Paaren

Die folgenden Fehler treten mit Paaren besonders häufig auf:

  • Schwache Paare überbewerten: Niedrige Paare werden leicht geschlagen und geraten in Schwierigkeiten, sobald höhere Boardkarten auftauchen. Auch hohe Paare mit schwachem Kicker können gegen bessere Kicker teuer werden. Das Überbewerten dieser Hände kostet häufig viele Chips.
  • Passivität auf dem Flop: Starke Paare mit ordentlichem Kicker liegen auf dem Flop häufig vorne. Jetzt ist der Moment, um gegen schwächere Paare für Value zu setzen. Wer checkt, verschenkt Value und lässt dem Gegner kostenlos die Chance, seine Hand zu verbessern.
  • Boardtextur ignorieren: Starke Ein-Paar-Hände funktionieren auf trockenen Boards, auf denen du gezielt schwächere Paare attackieren kannst. Auf drawlastigen Boards drohen Straights, Flushes und starke Kombodraws. Ignoriere die Boardtextur nicht und sei bereit zu folden, wenn Turn oder River offensichtliche Draws vervollständigen.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Arten von Paaren gibt es im Poker?

Du kannst jedes Kartenpaar von Zweien bis Assen bilden. Außerdem kannst du im Poker auch Two Pair bilden.

Was ist das niedrigste mögliche Paar?

Das niedrigste Paar ist ein Paar Zweien, auch „Deuces“ genannt.

Welche Hände schlagen ein Paar?

Ein Paar wird von Two Pair, Drilling, Straight, Flush, Full House, Vierling, Straight Flush und Royal Flush geschlagen.

Kann man im Poker drei Paare haben?

Pokerhände bestehen aus fünf Karten. Daher sind maximal Two Pair möglich. Drei Paare gibt es nach den Standardregeln nicht.

Ist ein einzelnes Paar eine gute Hand?

Ein einzelnes Paar kann in Texas Hold’em durchaus gewinnen, besonders ein starkes Top Pair oder ein Premium-Pocket-Pair. Dennoch ist ein Paar verwundbar und gerät auf späteren Streets – vor allem auf drawlastigen Boards – schnell ins Hintertreffen.

Was passiert, wenn zwei Spieler dasselbe Paar haben?

In diesem Fall entscheiden die übrigen Karten, die sogenannten „Kicker“. Wer den höchsten Kicker hat, gewinnt den Pot.

Wie funktioniert der Kicker bei einem Paar?

Wenn zwei oder mehr Spieler ein Paar desselben Rangs halten, werden die Kicker als Tiebreaker herangezogen. Der höchste Kicker entscheidet den Pot.