Tipps für das Spiel im Kopf bei Spin & Gos
In einem exklusiven Gastbeitrag von Mentalcoach Jared Tendler erfahren wir, wie wir uns am besten auf ein Turnier mit hohem Jackpot-Multiplikator vorbereiten können.

Als Mentalcoach helfe ich meinen Kunden sehr häufig, besser mit Drucksituationen umzugehen, zum Beispiel beim Erreichen des Finaltischs bei einem großen Turnier. Spin & Gos sind in dieser Hinsicht einzigartig: Man weiß nie, wann genau der Druck auftreten wird.
Bei einem Turnier weiß man, dass der Druck steigen wird, je näher man dem Finale kommt. Man kann jedoch durchaus 1.000 Spin & Gos spielen ohne je einen hohen Preispool zu erwischen, nur um dann plötzlich bei der nächsten Partie um eine Summe zu spielen, die das eigene Leben auf den Kopf stellen würde.
Daher ist der wichtigste Tipp, den ich Spin-&-Go-Spielern geben kann, sich durchgehend darauf zu konzentrieren sein bestes Spiel zu zeigen, völlig unabhängig vom Preispool-Multiplikator. Es ist schlichtweg eine weitere Form von Varianz, die man nicht beeinflussen kann. Ist der Fokus stets darauf gerichtet, das eigene A-Game zu zeigen, spielt man automatisch auch besser, wenn es tatsächlich mal um einen großen Jackpot geht. Es gilt eine Routine zum Aufwärmen, Beheben von Fehlern und zum Lernen zu entwickeln, damit man jeden Tag gute Leistungen bringen kann.
Ob es nun aber eine Partie um einen Millionengewinn oder nur ein Spin & Go mit 10-fachem Multiplikator auf dem Stammlimit ist, irgendwann wird bei der Variante eine Situation mit reichlich zusätzlichem Druck entstehen.
Strategische Gedächtnisstütze

Wenn diese Partien anstehen, braucht man an erster Stelle ein gutes Bewusstsein für die größten Fehler, die man in Drucksituationen begeht. In meinem Buch The Mental Game of Poker empfehle ich, dass man sich stets sein C-Game bewusst machen sollte, denn genau das wird ungewollt zutage treten, sobald man unter Druck gerät. Es ist außerdem sinnvoll eine strategische Gedächtnisstütze parat zu haben, zum Beispiel in Form eines Zettels, die einen daran erinnert, wie man seine größten Fehler korrigieren kann oder wie eine strukturierte Entscheidungsfindung aussieht. Wenn man sich überwältigt fühlt, hilft es ungemein, wenn man eine Lösung für die Probleme griffbereit hat, die sich unweigerlich unter Druck zeigen werden.
Sobald man realisiert, dass man ein Spin & Go um einen hohen Preispool spielt, sollte man zunächst ein paarmal tief durchatmen. Damit beruhigt man seine Nerven und tritt mental einen Schritt zurück, um sich psychisch gut auf die Situation einzustellen.
Im Anschluss sollte man sich nur darauf konzentrieren, gute Entscheidungen zu treffen, ohne an das Geld zu denken. Es gilt sich kurzfristige taktische Ziele zu setzen, zum Beispiel indem man sich die eigene Range in kniffligen Spots vor Augen führt. Die Versuchung wird groß sein, stattdessen über das mögliche Preisgeld nachzudenken. Man sollte jedoch nicht anfangen vorschnell zu handeln. Ähnlich wie bei einem Final Table, an dem alles wie geschmiert läuft und man das Gefühl hat, das das Schicksal will, dass man gewinnt, könnte man dadurch dem Gehirn signalisieren zu entspannen. Entspannt man sich jedoch, verliert man ein Stück Konzentration und läuft Gefahr, kleine aber wichtige Details zu übersehen.
Man sollte erst über das Geld nachdenken, wenn die Partie tatsächlich vorbei ist. Nur dann kann man sich ehrlich gegenüber sagen, dass man alles gegeben hat, egal wie am Ende das Turnier ausgegangen ist.
Wovor Angst haben?

Es gibt einige Spieler, die in Drucksituationen völlig verkrampfen. Im Normalfall würde ich meinen Kunden raten, sich darauf zu konzentrieren, die bestmögliche Leistung abzurufen und kleine Fehler zu korrigieren, um so viel wie möglich über das eigene Spiel zu lernen.
Bei Spin & Gos kann es jedoch in einem langen Zeitraum die einzige Chance auf einen hohen Preispool sein. Daher ist es auch so wichtig, sich bereits im Vorfeld darauf vorzubereiten. Man sollte sich also schon vorab fragen, warum man in solch einer Situation eigentlich verkrampft? Wovor hat man Angst? Ist es die Angst vor dem Versagen? Vor großen Fehlern? Oder hat man Angst davor, nie wieder einen hohen Jackpot-Multiplikator zu erwischen? Wer diese Frage zuvor beantworten kann, wird auch besser mit der Situation umgehen, sobald sie tatsächlich eintritt.
Wenn man sich mitten im Eifer des Gefechts in einem Spin & Go mit Jackpot-Preispool befindet und sich ein Gefühl der Überwältigung breit macht, kann man dem Ganzen entgegenwirken, wenn man sich kurz der Situation entzieht, indem man zum Beispiel ins Bad geht und sich etwas Wasser ins Gesicht spritzt. Man sollte sich in solch einem Moment daran erinnern, dass es häufig auch einen hohen Trostpreis gibt, wenn der Jackpot groß genug ist, und man sich unter normalen Umständen auch über die Höhe des Trostpreises riesig freuen würde. Auf diese Weise kann man das Turnier wie eine Art Freeroll betrachten, was dem Ganzen deutlich den Druck nimmt.
Der mentale Schlüssel zu Spin & Gos ist aus meiner Sicht derselbe Schlüssel, den man auch aus taktischer Sicht anwendet. Es gilt ein Gewinner-Mindset für die Partien mit gewöhnlichem Multiplikator zu entwickeln und jedes Turnier mit Jackpot als Bonus zu betrachten. Wenn man Spin & Gos mit der Erwartung spielt, dass man einen hohen Multiplikator trifft, spielt man wahrscheinlich ohnehin die falsche Variante.
Mehr lernen über Spin & Gos?
Wenn ihr mehr über Spin & Gos erfahren wollt und Interesse an kostenlosem Staking und Coaching durch die besten Spin-&-Go-Experten der Welt habt, könnt ihr hier einen Blick auf das Projekt SpinLegends werfen:
Weitere Artikel
- So hat es Didonikolov von den $0,25- auf die $15-Spins geschafft
- Der Aufstieg von simon6184 von $3- auf $15-Spins
- Fernando Pons schließt sich SpinLegends an
- SpinLegends-Mitglied spielt Spin & Go um $300.000
- Interview mit SpinLegends-Headcoach Adam 'coffeeyay' Sobolewski
- Interview mit SpinLegends-Crusher Ignacio 'Ignaciomol' Molina
- Hast du das Zeug zum Spin-&-Go-Crusher?
Jetzt diesen Artikel teilen