Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Poker-Grundlagen: Der Maniac

Für unsere Neulinge und alle, die die Basics noch einmal auffrischen wollen, eine Erinnerung daran, welcher Gegner am Tisch einen am ehesten zur Weißglut bringen kann.

Der erste Schritt beim Lesen von Händen besteht darin, den Gegner anhand seiner Spielweise einer bestimmten Kategorie von Spielertypen zuzuordnen. Auf diese Weise kann man seine Range deutlich besser einschätzen.

In ein paar kurzen und knackigen Artikeln schauen wir uns die fünf häufigsten Spielertypen und ihre wesentlichen Eigenschaften an. Mit diesen Informationen kann man dann seine Spielweise an die Gegnerschaft bereits allgemein anpassen.

Der Maniac

Diese Art von Gegner spielt unzählige Hände und das auch noch überaus aggressiv. Er kämpft um jeden Pot und will sie praktisch alle gewinnen. Sein Spielstil sorgt daher für eine sehr hohe Varianz, langfristig verliert ein Maniac aber viel Geld.

Woran erkennt man einen Maniac?

maniac
Eine weite 3-Bet-Range ist zu erwarten

Der Maniac ist das Extrem eines loose-aggressiven Spielers. Man sieht ihn sehr häufig betten, raisen und reraisen. Ähnlich wie bei der Calling Station wird man ihn nicht an mehr als einen oder zwei Tischen zur gleichen Zeit antreffen und häufig auch mit weniger als einen vollständigen Stack.

Ein Maniac wird zudem die folgenden Setzmuster zeigen:

  • Coldcallen von Openraises
  • 4-Bet als Antwort auf eine 3-Bet
  • Häufig Preflop-Shoves, selbst mit Händen wie 99 und AJs
  • Viele Openraises und viele 3-Bets preflop
  • Häufige Bluffs
  • Häufig sehr hohe Bets und Raises, mitunter höher als Potsize

Welche Range spielt ein Maniac?

Der Maniac spielt genauso wie die Calling Station sehr weite und dadurch schwache Ranges. Diese spielt er allerdings zu aggressiv. Er bettet und raist übermäßig viel und spielt daher sehr varianz- und vor allem verlustreich.

Wie spielt man gegen einen Maniac?

station

Gegen einen Maniac sollte man:

  • Tight spielen
  • Bluffs induzieren
  • Selbst Bluffs vermeiden
  • Die Standards für eine gute Hand absenken
  • Konsequent bleiben: Heruntercallen oder direkt folden

Der Maniac ist besonders anfällig für jede Art von Bluffinduzierung. Er blufft gern, also sollte man ihm auch die Gelegenheit dazu geben. Wenn es einen Spielertypen gibt, gegen den das auf den kleinen Limits sonst so unsinnige Slowplay Sinn ergibt, dann gegen den Maniac.

Man kann die eigenen Ansprüche an eine gute Hand gegen ihn herunterschrauben, da er äußerst viel blufft und dadurch ansonsten schwache Hände schlichtweg zu den Nuts werden. Hier gilt das Konzept der relativen Handstärke. Gegen einen Maniac kann man preflop in Stealsituationen bereits mit 99+ und AQ+ broke gehen, postflop bereits mit Top-Pair/Top-Kicker.

poker hand

Man muss gegen einen Maniac immer konsequent und bei seinem Plan bleiben: Entweder man callt alle drei Streets herunter oder man foldet einfach direkt. Ein Maniac ist alles andere als dafür bekannt, Hände aufzugeben.

Ein großes Talent hat ein Maniac aber auch: Er weiß es wie kein Zweiter, ob beabsichtigt oder nicht, Tilt bei anderen Spielern zu provozieren. Wenn man gegen einen Maniac seine Haltung verliert und die Gemütslage anfängt, sich auf das eigene Spiel auszuwirken, dann sollte man den Tisch lieber verlassen.

Wer mehr über die verbreitetsten Spielertypen erfahren will, die einem beim Poker begegnen können, kann diesen Artikel lesen oder das nachfolgende Video schauen:

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