Die Late Reg bei Live-Turnieren
Bevor man sich für Live-Turniere anmeldet, empfiehlt Dara O'Kearney eine sorgfältige Sichtung des Teilnehmerfeldes, um den optimalen Einstiegszeitpunkt zu bestimmen.

Es ist kein Geheimnis, dass ich ein großer Befürworter der späten Registrierung bin, allerdings bin ich noch nie darauf eingegangen, ob die damit einhergehenden Vorteile auch bei Live-Turnieren gelten.
Die Winrate steigt durch die späte Registrierung bei einem Live-Turnier in ähnlichem Maß wie online. Allerdings stehen live zusätzliche Informationen zur Verfügung, um den geeigneten Zeitpunkt für die Anmeldung zu bestimmen.
In diesem Kontext hat David Lappin die sogenannte "Pitch Inspection" vorgeschlagen, bei der man durch den Saal schreitet und die Zusammensetzung des Teilnehmerfeldes sondiert.
Das Wichtigste dabei ist, die Besetzung der Tische im Blick zu haben, denn falls noch freie Plätze vorhanden sind, werden diese vorrangig besetzt. Sollten alle Tische voll besetzt sein, wird ein neuer Tisch für diejenigen Spieler eröffnet, die erst jetzt in das Turnier einsteigen.
In der Regel gilt es zu vermeiden, an einem neu eröffneten Tisch zu landen, da dieser vermutlich mit gut ausgeruhten Regulars besetzt wird, die ebenfalls bewusst von der späten Registrierung Gebrauch machen. Es könnte sich daher lohnen, zunächst auf das Ausscheiden einiger Spieler zu warten.
Die Sichtung des Teilnehmerfeldes

Wenn das Teilnehmerfeld aus vielen Amateuren besteht und freie Plätze an den Tischen verfügbar sind, lohnt es sich, die Gelegenheit beim Schopfe zu packen. Gegen kompetente Gegner hingegen sollte man vorzugsweise so spät wie möglich einsteigen, um Deepstack-Situationen zu vermeiden.
Sollte es an mehreren Tischen freie Plätze geben, wird man dem Tisch mit den meisten freien Plätzen zugewiesen. Es lohnt sich also zunächst das Spielniveau an dem Tisch mit den wenigsten Spielern einzuschätzen, bevor man sich anmeldet.
Darüber hinaus sollte man beachten, dass die späte Anmeldung auch der mentalen Kondition zugutekommt, wofür David Lappin den bildhaften Ausdruck "Wohlfühlbonus" formuliert hat. Wer erst am Ende von Tag 1 oder sogar erst an Tag 2 einsteigt, wird in der Regel deutlich ausgeruhter und konzentrierter spielen können als die von den Strapazen gezeichneten Kontrahenten.
Generell ist jedoch die Zusammensetzung des Teilnehmerfeldes entscheidend. Gegen Amateure sollte man keine Zeit verstreichen lassen und sich sofort anmelden, während es gegen kompetente Gegner ratsam ist, so spät wie möglich einzusteigen.
Weitere hilfreiche Einblicke dieser Art findet ihr auch zuhauf in Dara O'Kearneys aktuellem Buch GTO Poker Simplified, das er zusammen mit unserem Redakteur verfasst hat.