WSOP-Hand-Review: Hätte Bonomo die dritte Barrel von Strelitz callen sollen?
Wir analysieren heute eine Hand der diesjährigen WSOP, bei der Justin Bonomo mit einer kniffligen River-Entscheidung konfrontiert wurde.

Für ihn war es allerdings kein Spaziergang auf dem Weg zum WSOP-Titel, denn er musste zahlreiche kritische Situationen überstehen. Als nur noch drei Spieler übrig waren, kam es unter anderem zu einer Auseinandersetzung mit Daniel Strelitz, bei der Bonomo den Bluff seines Kontrahenten nicht erkannte.
Preflop erhöhte Strelitz mit 7-5 in Herz und bekam von Justin Bonomo den Call, der Q-10 besaß. Der Flop brachte K-Q-4 mit nur einem Herz und Strelitz setzte erneut. Bonomo ging mit seinem Pair mit und bekam am Turn das Ass in Herz zu sehen. Wieder setzte Strelitz und Bonomo callte.
Auf dem River kam die 6 in Kreuz und Strelitz feuerte die nächste Barrel ab, es war allerdings eine relativ kleine Bet. Er brachte Bonomo dazu, lange zu überlegen und am Ende foldete er die beste Hand.
Beide haben gut gespielt - Rodgethat
Auf der anderen Seite ist es ein recht einfacher Call für Bonomo mit Q-10. Man kann davon ausgehen, dass Strelitz seine Qx/Kx-Hände auf dem Turn nicht bettet. Er würde das wohl eher mit Two Pair oder einer stärkeren Hand machen, wir blocken aber einige dieser Combos (K-Q, A-Q, J-10). Mit einem getroffenen Ax hätte Strelitz wohl mehr auf Pot-Control gesetzt. Außerdem gibt es mit den beiden Flush Draws einige Semi-Bluff-Combos in seiner Range und mit diesen wird er voraussichtlich sehr oft setzen. Da Strelitz auf dem River nur 7 hoch hat, muss er barreln. Ich persönlich hätte aber eine größere Betsize gewählt, denn wir bluffen, um die meisten Qx zum folden zu bringen, da diese Hände in der Range von Bonomo sind. Die Betgröße könnte er natürlich aufgrund des Gameflows/Leveling gewählt haben. Wenn man sich nur den Live-Stream anschaut, hätte man als Außenstehender eine größere Bet bevorzugt. Die River-Range von Strelitz könnte aufgrund seiner Spielweise Ax, Two Pair, Sets und verpasste Flush Draws beinhalten. Ich kenne jetzt nicht die genauen Stackgrößen und ICM-Faktoren, allerdings sollte Bonomo aufgrund der Betsize callen. Allerdings kann man ihm keinen Vorwurf machen, da es eine sehr knappe Entscheidung ist und Q-10 wirklich am Ende unserer Range ist. Ich bin mir sicher, dass er aufgrund von Reads gute Gründe hatte, die Hand gegen Strelitz aufzugeben. Meiner Meinung nach haben beide Spieler die Hand gut gespielt. |
Bonomo hätte vielleicht eine größere Bet gecallt - Asaban
Auf dem Turn entscheidet sich Strelitz für eine zweite Barrel, die völlig okay ist, da eine Scare Card kam und er etwas Equity bekommt. Bonomo weiß, dass sein Gegenspieler in dieser Hand gerne noch einmal setzt und deshalb callt er. Die Riverkarte ist eine Blank und Strelitz entscheidet sich für eine großartige Betsize, die seinem Gegenspieler wie eine Value Bet vorkommen muss. Ich denke, dass Bonomo möglicherweise eine größere Bet gecallt hätte, da die Flush Draws nicht angekommen sind und er eine ordentliche Hand besitzt. So wie sein Kontrahent die Hand gespielt hat, dachte er sich aber, dass er es mit einer Value Hand zu tun bekommt und er gegen diese den Kürzeren ziehen würde. |
Was denkt ihr über die Hand?
Seid ihr mit den Einschätzungen unserer Coaches einverstanden? Hättet ihr mit Q-10 gecallt oder hättet ihr die Hand ganz anders gespielt? Wir freuen uns auf eure Meinungen in der Kommentarspalte.
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Auf dem Turn hätte ich wie Strelitz erneut gesetzt, es ist deutlich effektiver als zu checken. Wir haben mehr Ax in unserer Button-Opening-Range als Bonomo in seiner Defending-Range, denn er hätte sicherlich mit allen starken Ax vor dem Flop bereits eine 3-Bet ausgepackt. Das Herz-Ass hilft unserer Range mehr als der Range von Bonomo. Zudem haben wir etwas Value, wenn wir hier setzen.
Es ist ein 6-max-Turnier und deshalb ist die History zwischen den beiden Spielern wichtiger als normalerweise. Da nur noch drei Teilnehmer im Turnier sind, sollte es jede Menge History zwischen diesen beiden Kontrahenten geben.