Bessere Pausen für mehr Gewinne!
Wir werfen einen Blick auf Pausen und ihre Bedeutung für den Sessionablauf eines Pokerspielers.
Während einer Session benötigen Pokerspieler ein hohes Maß an Produktivität, Fokus und Aufmerksamkeit. Es gibt jedoch ein Problem: Wenn man dieselbe Tätigkeit über einen langen Zeitraum ausübt, nehmen Konzentration und Aufmerksamkeit sukzessive ab. Wissenschaftler sprechen bei diesem Phänomen von "verringerter Vigilanz".
Rund ein halbes Jahrhundert lang war man der Auffassung, dass der Konzentrationsverlust auf die Ermüdung unserer "Aufmerksamkeitsmittel" zurückzuführen sei. Mit anderen Worten: Die Fachwelt sah Aufmerksamkeit als Ressource, die erschöpfbar ist.
Neuere Studien zeigen allerdings, dass Aufmerksamkeit selbst nicht das eigentliche Problem ist. Wenn wir intensiv an einer Sache arbeiten, schenken wir dem Ganzen im Laufe der Zeit immer weniger Aufmerksamkeit. Das Ausmaß an möglicher Aufmerksamkeit bleibt gleich, allerdings richten wir sie nach und nach immer mehr auf andere Aufgaben und Objekte.
Der Troxler-Effekt und die Wahrnehmung

Dasselbe Phänomen kann bei Sinnesempfindungen beobachtet werden. Die meisten Menschen spüren nicht, wie Kleidung den Körper berührt. Unsere Haut gewöhnt sich schlichtweg an das Gefühl und unser Gehirn hört auf, derartige Impulse zu registrieren bzw. so zu verarbeiten, dass wir sie noch wahrnehmen können.
Man mag es kaum glauben, aber dasselbe Prinzip wird auch bei unseren Gedanken angewandt. "Auf dieselbe Weise wie ein Reiz aus unserem Bewusstsein verschwindet, wenn wir unsere Aufmerksamkeit lange Zeit darauf gerichtet haben, sorgt konzentrierte Aufmerksamkeit auf einen Gedanken dafür, dass wir nicht mehr länger über das Thema nachdenken", erklärt Alejandro Leras, Professor der Psychologie an der University of Illinois.
Die Ergebnisse von Leras' Forschung bestätigen seine Hypothese. Personen einer Testgruppe, die während eines Experiments zwei kurze Pausen einlegten, zeigten keinerlei Verlust von Konzentration und Aufmerksamkeit. Bei Testpersonen, die keine Pause einlegten, stellte sich hingegen eine Verringerung der Produktivität ein.
John Trugakos, Professor an der University of Toronto sieht Ähnlichkeiten zwischen mentaler Konzentration und Muskelanspannung. Seine Feststellung: Unsere Muskeln wie auch unsere Konzentration ermüden von Arbeit und benötigen Pausen, um sich zu erholen.
Wann und wie oft Pausen einlegen?
Wenn eure Arbeit oder andere Aufgaben also viel Zeit benötigen, sind Pausen schlichtweg erforderlich. Für Pokerspieler fallen unter "Arbeit" nicht nur Sessions sondern auch theoretische Analyse, Pokervideos und Coachings. Selbst mit kurzen Pausen könnt ihr eure Konzentration und Aufmerksamkeit auf einem hohen Level halten.
Wenn sich die Gelegenheit für eine Pause nicht bietet (z. B. im Heads-up gegen einen schwachen Spieler, der den Tisch verlassen könnte oder während einer Coachingsession), versucht es einmal pro Stunde mit Atemübungen. Atmet für drei Sekunden tief ein und anschließend für sechs Sekunden langsam aus. Auf diese Weise kann man sich gut entspannen und etwas Energie auftanken. Zudem solltet ihr sicherstellen, dass ihr immer frisches Wasser sowie ein paar Früchte und Nüsse griffbereit habt, damit ihr alle 90 Minuten etwas essen und trinken könnt.
Wir sind alle einzigartig, entsprechend muss jeder selbst die optimale Pausengestaltung für sich finden. Allerdings gibt es ein paar Grundregeln, an die man sich halten sollte:
Grundsätzlich gilt das Prinzip, dass die Ausübung einer Tätigkeit in sich wiederholenden Zyklen stattfinden sollte, bestehend aus intensiver Arbeit und anschließenden Pausen. Experten raten, dass man mindestens alle 90 bis 120 Minuten eine Pause einlegen sollte. Beim Pokern gilt ebenfalls das Maximum von 120 Minuten, wobei man grundsätzlich eine Pause machen sollte, sobald man feststellt, dass die Konzentration abnimmt. Es gilt dabei jedoch, einen gesunden Rhythmus zu finden. Zu häufige Pausen können dazu führen, dass man anfängt, Dinge aufzuschieben.
Man sollte seine Pausen im Voraus planen und einen Wecker danach stellen, damit man sie nicht verpasst. Es gibt zahlreiche Tools, mit denen man einen Zeitplan inklusive Pausen erstellen kann, die eine Erinnerungsfunktion bieten. Wenn möglich, sollten Pausen rund 15 Minuten andauern. Während man Turniere mit einem Pausenfenster von nur 5 Minuten pro Stunde spielt, sollte man versuchen, die freie Zeit so effektiv wie möglich zu nutzen.
Im nächsten Artikel werfen wir einen genaueren Blick auf gute und schlechte Pausengestaltung sowie effektive Entspannungsmethoden.
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