Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

"Für ein Date habe ich sogar mal ein Gedicht verfasst"

Im zweiten Teil unseres großen Interviews teilt Paxis seine Dating-Weisheiten, spricht über Traumdeutung und Spiritualität und liefert doch tatsächlich erste Hinweise zu seinem geplanten Buch.

Nachdem Paxis im ersten Teil unseres großen Interviews vor allem über die Zukunft von Poker und Tipps für Einsteiger sprach, geht es heute an ein paar Themen abseits der Pokertische. Viel Spaß beim Lesen!

In deinen Marathons und Coachings lässt du gerne mal durchblicken, dass du auch Dating-Apps benutzt. Wie findest du das Swipen im Gegensatz zum "klassischen" Kennenlernen?

paxis portrait
Paxis bleibt tiefenentspannt...

Paxis: Sehr sehr praktisch, zumindest für mich. Abgesehen von den Dates muss man das Haus erstmal nicht verlassen, um Frauen kennenzulernen. Wichtiger finde ich aber für mich, dass ich leichter Vorsortieren kann, wer denn nun interessant ist und wer nicht. Natürlich gibt es auch Nutzer, die sich schnell mit dem anderen Geschlecht treffen und dadurch sehr viele Dates haben. Ich selektiere da lieber etwas genauer und erspare mir langweilige erste Dates.

Das Klischee diese Apps würden nur für One-Night-Stands genutzt werden, stimmt auch nicht. Man bekommt, was man sucht.

Hast du bei einem online ausgemachten Date schon einmal eine besonders kuriose Geschichte erlebt? Und wie lautet deine beste Line, der Pinguin-Trainer?

Höhenangst=

Paxis: Leider führt meine Vorauswahl dazu, dass ich schon recht genau weiß, was mich erwarten wird und was ich mir von dem Date erhoffen kann. Daher gibt es leider keine vogelwilde Geschichte. In Leipzig bin ich beim ersten Date auf so einen hohen metallenen Aussichtsturm gestiegen. Der hat dann doch mehr geschwankt, als ich unten vermutet hätte. Höher kam er mir dann auch vor. Obwohl ich keine klassische Höhenangst hatte, wurde mir da oben etwas mulmig.

Eine "Line" brauche ich auch nicht. Ein interessantes Profil, anständige Bilder und man spricht die Frauen an, die man ansprechen möchte. Da ich sehr wählerisch bei meinen Dates bin, schreibe ich dann auch immer eine Zeit lang mit den Auserwählten, bevor ich mich mit ihnen treffe. Und wenn man lang genug schreibt, ist auch klar, dass beide Interesse an einem Date haben.

Kreative Lines

Wo wir schon bei kreativen Lines sind. Man hört im Forum öfters, dass du gerne schreibst. Um was für Texte handelt es sich? Es wird ja sogar gemunkelt, dass du dich an einem Buch versuchst.

Paxis: Das ist wahr. Ich schreibe wirklich gerne. Daher ist ein Forum ein gutes Medium für mich. So wirklich bewusst, dass ich eigentlich schon immer gern und viel schreibe, ist es mir allerdings erst letztes Jahr geworden, als mit meiner letzten Beziehung Schluss war. Da begann ich mit meinem Buch. Angefangen für mich zu schreiben habe ich mit 16, als ich mein erstes Gedicht verfasst habe. Seitdem sind noch ein paar mehr dazugekommen. Mein Buch wird eine Sammlung von Kurzgeschichten. Jede Kurzgeschichte spiegelt dabei einen meiner Träume wieder. Meist kann ich mich gut an meine Träume erinnern. Also verwende ich die interessanten für mein Buch.

creative writing=

Bei meinen Gedichten handelt es sich fast immer um melancholische oder düstere Texte. Negative Emotionen inspirieren mich für die Gedichte deutlich mehr als positive. Da fällt mir ein, ich habe sogar mal eins für ein erstes Date geschrieben. Weil ich wusste, dass es ihr gefallen wird und so war es dann auch. In meinen Träumen kann einfach alles passieren: die Flucht vor einem unsichtbaren Alien; ein altes Haus, in dem man aufwacht und es sich als Hölle herausstellt; ein Besuch beim Drachenlord. Alles ist möglich.

Grenzen der Wissenschaft?

Was hältst du von Traumdeutung und Spiritualismus? Gibt es deiner Meinung nach Ebenen oder Dimensionen, die uns verborgen bleiben oder einfach noch nicht bekannt sind?

Paxis: Eine schwierige Frage. Von Traumdeutung halte ich wenig. Man kann gewisse Rückschlüsse darauf ziehen, was das Unterbewusstsein verarbeitet und wieso man einen bestimmten Traum hat. Es ist aber keine magische Möglichkeit, um Probleme zu erkennen, in die Zukunft zu schauen oder Ähnliches. Die Wissenschaft ist sich noch sehr unsicher, zumindest was ich gelesen habe, was Träume sind, wieso wir sie haben usw. Der jetzige Stand ist, zumindest soweit ich mich belesen habe, dass man Theorien hat, wieso der Mensch träumt, diese sich aber zum Teil widersprechen und es wohl nichts mit der Erholung im Schlaf zu tun hat. Regenerieren könnte man auch ohne Träume, solange man die verschiedenen Schlafphasen durchmacht. Da ich in der Hinsicht aber wirklich nur über gefährliches Halbwissen verfüge, sollte jeder, der Interesse an dem Thema hat, lieber selbst ein bisschen recherchieren.

Spiritualismus ist ein sehr weit gefasster Begriff. Da umfassend drauf einzugehen, würde hier wohl den Rahmen sprengen. Ich würde mich aber als leicht spirituellen Menschen einschätzen. Die Wissenschaft ziehe ich immer dem Spirituellen vor, solange da tatsächlich auch etwas klar Wissenschaftliches vorliegt. Zum Beispiel glaube ich nicht, dass irgendwelche Edelsteine Kräfte hätten, man Wasser damit energetisieren kann usw. Ich glaube aber schon, dass man auf dieser Welt auch sehr spirituelle Erfahrungen erleben kann, die entweder gar nicht oder nur sehr bruchstückhaft mit der Wissenschaft erklärt werden können.

Abschließend haben wir mal wieder eine etwas ungewöhnliche Frage: Wie würde deine Überlebensstrategie bei einer Zombie-Apokalypse aussehen?

paxis zombie=

Paxis: Das kommt etwas auf die Art an. Sind sehr viele Menschen nicht mehr da oder eben Zombies, dann werde ich eher auf mich gestellt sein. Als erstes wird sich also ein Haus mit Kamin ausgesucht, damit man anständig heizen kann in den kalten Tagen. Als nächstes Vorräte sammeln und in der Polizeistation Waffen holen. Es kommt auch immer etwas auf die Zombies an. Sind die immer aktiv, nur nachts, rennen sie so schnell wie wir oder schlurfen sie nur rum? Das alles beeinflusst würde mein Handeln beeinflussen. Sollten noch viele Menschen am Leben sein, würde ich versuchen bei einer Gruppe unterzukommen, die meinem Weltbild entspricht und für ein Miteinander ist.

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