Maximaler Value mit Königen im 4-Bet-Pot
Große Pötte out of Position sind oft nicht einfach zu spielen. Heute beleuchten wir einen Spot, in dem mit Kings das Maximum herausgeholt und ein Pot von 340 Big Blinds gewonnen werden soll...
Fehler sind beim Poker generell kostspielig, aber so richtig teuer kann es werden, wenn man auch noch 172 Big Blinds deep spielt. PokerStratege jimmi4ever war mit einer solchen Stackgröße an den NL5-Tischen bei PokerStars unterwegs und es kam zur folgenden Hand:

Hero raist UTG, kassiert vom Button ein Reraise und der Small Blind entscheidet sich für einen Overcall. jimmi4ever will mit 172BB auf keinen Fall ebenfalls nur callen, stattdessen packt er die 4-Bet aus. Während der Small Blind in der Folge foldet, callt der Button und Hero befindet sich out of Position in einem potenziell sehr kostspieligen 4-Bet-Pot.
Die Überlegungen von Jimmi4ever zum Spot
"Der Gegner spielt auf 226 Hände 29 VPIP, 15 PFR und 6,4% 3-Bet mit speziell 10% 3-Bet Wert vom Button. Der 3-Bet-Wert vom BTN richtet sich wohl häufig gegen ein MP/CO OR und wird dagegen auch sehr polarisiert sein. Ich kann mir vorstellen, dass die 3-Bets gegen UTG mehr linear sind und gegen die 4-Bet mit einer sehr starken Range gecallt wird.
Realistisch sollte der Button AA-QQ und AKs callen (AA wird mit Sicherheit gemixed, Call 4Bet/5Bet). Wir sind ja beide sehr deep und ich weiß nicht, ob Villain dann auf die 4-Bet etwas lighter callt und auch 99, TT und JJ in seiner Callingrange enthalten sind? Der Flop ist für mich für eine Valuebet gegen JJ, QQ und AKs. Ab dem Turn war ich mir dann unsicher, ob ich die Callingrange richtig eingeschätzt habe - gegen Queens bin ich vorne, gegen AA hinten. Callt er noch Jacks, gut für mich, ansonsten wird es wohl 50/50 sein.
Früher hätte man out of Position wahrscheinlich immer den Flop einfach so groß gebettet, dass man am Turn locker All-in pushen kann. Manche hätten dies aufgrund des Positionsnachteils einfach schon am Flop getan. Ganz so einfach ist es nicht mehr und es gibt gute Gründe auf drei Streets zu gehen."
Hätte jimmi4ever den Flop größer anspielen sollen, um am Turn All-in gehen zu können oder geht ihr auch über drei Streets? Hier geht es direkt zu der spannenden Diskussion in unserem Forum für Handbewertungen:
Wie spielt man Könige im 4-Bet-Pot mit über 170BB?
Das Fazit der PokerStrategen

Das Fazit unserer Mitglieder gibt es heute ebenfalls, denn in diesem Spot kann man sowohl über zwei als auch drei Streets für Value gehen. Berücksichtigt man aber das Limit, ergibt es Sinn, bereits am Flop größer zu betten und am Turn den verbleibenden Stack in die Mitte zu schieben – auch wenn es natürlich innerhalb der Community unterschiedliche Ansätze gibt.
d4nid4nsen ist der Meinung, dass man den vorab etwas kleiner 4-betten sollte und die Hand dann über Flop, Turn und River spielt. Moderator und Pokerexperte cjheigl bevorzugt, wegen der doppelten Backdoor-Flushdraw-Blocker am Turn All-in zu gehen. Da sich der Button für eine 3Bet entscheidet, gibt cjheigl Villain kaum Sets und sieht auch nur sporadisch Asse in der Range, da sich der BU ansonsten für eine 5-Bet entschieden hätte. Cashgame-Experte leo7689 verweist noch auf das Limit und will insbesondere auf den Microstakes ebenfalls über zwei Streets gehen, da hier die Gegner postflop es nur selten schaffen, Paare zu folden und noch wenig Gespür für Betsizes haben.
Wer abschließend alle Details der unterschiedlichen Ansätze sehen und sich noch einbringen will, dem sei noch einmal der entsprechende Thread zu der Hand in unserem Forum nahelegt:
Wie spielt man Könige im 4-Bet-Pot mit über 170BB?
Handbewertungen im Forum
Ihr wollt euch weiterentwickeln und auch über eure Hände diskutieren? Die Variante spielt dabei keine Rolle, denn in unserer Strategiesektion im Forum wird fleißig über Cashgames, SNGs, Turniere, Fixed Limit und auch über PLO diskutiert – genau der richtige Ort, um das nächste Level zu erreichen!
Pokerstrategie und Handdiskussionen
Wie seht ihr den Spot und wie hättet ihr ihn womöglich anders gespielt? Wir freuen uns auf eure Kommentare!