Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

So sieht eine Handanalyse bei SpinLegends aus

Wer sich ein Bild davon machen will, wie die Analyse einer Hand bei SpinLegends verläuft, kann sich hier eine Diskussion zwischen Barry Carter und Headcoach 'coffeeyay' gönnen.





Das Geheimrezept bei SpinLegends ist eine Vielzahl dynamischer Ansätze, mit der Mitglieder Woche für Woche gespielte Hände analysieren, ob nun im privaten Forum, in Skype-Gruppen, in exklusiven Videos oder in Webinaren.

PokerStrategy.com-Redakteur Barry Carter, der in der deutschen Community einen legendären Ruf genießt, bei Spin & Gos jedoch zu den absoluten Amateuren gehört, hat nun SpinLegends-Headcoach Adam 'coffeeyay' Sobolewski eine Hand zur näheren Betrachtung vorgelegt:

Im ersten Blindlevel wurde zu Barry (nie verlegen um einen einfallsreichen Spitznamen) im Small Blind gefoldet. Der Blick in die Karten brachte KJ zum Vorschein, was unseren Lieblingsautor von einem Minraise gegenüber dem Big Blind überzeugte, der nicht lange mit einem Call wartete. Reads waren Mangelware, stattdessen ließ Barry am Flop eine Bet von $25 in einen Pot von $80 folgen: 

spinlegends hand

Barry Carter erklärt dazu: "Ich habe die Flopbet klein gehalten, weil ich denke, dass ich so einige Draws mit Broadway-Händen in der Hand halten kann."

coffeeyay entgegnet: "Ich finde du kannst auf der Boardtextur höher betten. Es gibt keine Gefahr, dass hier jemand eine getroffene Dame oder Sieben foldet. Ace-High hingegen wird man auf dem Board wohl meistens sowieso ablegen. Ich denke also, dass man hier ruhig die Standardbet in Höhe von halber Potsize bringen kann, vielleicht sogar etwas mehr. Von einem kleineren Einsatz profitieren wir hier nicht wirklich."

Der Turn wird aufgedeckt und bringt die 10. Barry taut nun langsam auf und feuert $87 in einen Pot von $130. Erneut wird er aber gecallt:

spinlegends turn

Barry Carter erläutert: "Ich setze jetzt deutlich mehr, weil zahlreiche Draws und schlechtere Hände callen können. Zudem habe ich selbst auch mittlerweile einen Draw."

coffeeyay stimmt zu: "Ja, eine weitere Bet ist hier standard und auch in der Höhe angemessen."

Der River bringt die 10 und nach einem Check fliegt unserem Hero nun ein Rivershove von $398 in einen Pot von $304 um die Ohren:

spinlegends

Barry Carter sagt dazu: "Das ist der Grund, warum ich die Hand zur Diskussion stellen wollte. Am River habe ich gecheckt, weil ich wollte, dass Draws gegen mich bluffen, die nichts getroffen haben. Viele Madehands, die dreimal gegen mich callen, die ich aber trotzdem noch schlage, sind mir nicht eingefallen. Nach der Hand habe ich dann aber realisiert, dass es gar nicht allzu viele Draws gibt, die bis zum River nichts erwischt haben. Nicht viele beliebige Kreuz-Draws peelen die Flopbet und Draws mit AJ, QT, JT, J9, AT und T9 sind allesamt am River angekommen. AQ hätte preflop geraist. Die einzigen Hände, die ich hier also vermutlich schlage sind QJ oder Q8."

coffeeyay erwidert: "Der River bedeutet, dass wir mit einem anderen Paar Königen den Pot teilen, das heißt wir würden mit Blick auf Händen, die wir schlagen, tatsächlich wohl nur einen Call von Damen bekommen. Was aber callt den Flop und würde uns jetzt bluffen? Praktisch jeder Draw ist angekommen, es gibt also keinen Grund hier Check/Call zu spielen. Falls wir checken wollen, dann ist die einzige Line hier Check/Fold. Es gibt aber jede Menge Queens in der Defendrange von Villain, sodass wir hier mehr als 50% Equity haben sollten. Eine Bet wäre also das optimale Play. Unsere Hand ist natürlich wacklig, daher sollte man hier Bet/Fold spielen und niedrig setzen. Am besten etwas im Bereich von 30% des Pots, da Villain mit allen getroffenen Queens und Siebenen callen würde. In etwa $90 wäre hier vertretbar gewesen."

"Wie gespielt sollte man auf den Shove dann aber definitiv check/folden. Gegen eine Bet ohne All-in wäre vermutlich ein Call die beste Wahl, da wir mit anderen Kings choppen. Der Fehler bleibt aber der Check. Damit haben wir die Möglichkeit verringert, unsere Equity zu realisieren. Wir hätten setzen und deutlich mehr als unseren Equityanteil bekommen können."

Barry konnte jedoch nicht loslassen und brachte den Call:

spinlegends

Barry Carter dazu: "Auch wenn ich gar nicht in dem Spot hätte enden dürfen, wirkte die Betsize auf mich wie ein gebusteter Draw. Im Nachhinein ist mir aber klar, dass hier praktisch keine Hände mehr unterwegs sind, die etwas verpasst haben. Das Ganze war also ein absoluter Glückstreffer."

coffeeyay wendet ein: "Ja, dem Read kann ich auch nicht zustimmen. Sehr wenige Bluffs sind tatsächlich möglich und es macht stattdessen sehr viel Sinn hier sogar ein Full House oder eine Straight zu shoven."

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