Tak3r im Gespräch mit PokerStrategey.com
Unser PokerStratege spricht heute über 20-Stunden-Tage, seinen bisherigen Lebensweg, Herausforderungen und was die Einheimischen von seinem Projekt in Montenegro halten...

tak3r bringt zur Zeit frischen Wind ins Forum und die Blogsektion, verwandelt parallel in Montenegro eine alte Ruine in eine Bar respektive Coworking-Space und findet tatsächlich noch Zeit, um am virtuellen Filz durchzustarten.
Neben einigen Reviews mit unseren Coaches Paxis und FaLLout86 hat sich tak3r nun auch noch die Zeit genommen, mit PokerStrategy.com über seine aktuellen Projekte zu sprechen.
Vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Vielleicht kannst du dich kurz vorstellen, für alle, die dich noch nicht kennen.
tak3r: Hey, sehr gerne! Ich bin Chris, mittlerweile 40 Jahre alt. Meine Reise begann in der Welt des E-Sports. Zwischen 2003 und 2007 war ich als professioneller Gamer in WarCraft 3 aktiv und hatte das Glück, an einigen der größten Turniere teilzunehmen, darunter die World Cyber Games 2003 in Korea und ACON4 in China.
Nach meiner Karriere als WarCraft 3-Profi bin ich, wie viele andere damals auch, zum Poker gekommen. Interessanterweise war der Gründer von PokerStrategy.com ebenfalls in der E-Sports-Szene unterwegs, und zwar in StarCraft, wo er unter dem Nicknamen pG.Korn bekannt war.
Im Anschluss habe ich in London sechs Jahre im Bereich Online Advertising gearbeitet, was mir wertvolle Erfahrungen in der Geschäftswelt und im Marketing einbrachte. Danach entschloss ich mich, meiner Abenteuerlust zu folgen. Ich machte eine vierjährige Weltreise und bereiste 108 Länder. Diese Zeit hat meine Perspektive auf die Welt enorm erweitert und mir viele neue Ideen gegeben.
Heute lebe ich in Montenegro, wo ich meine eigene Bar und einen Coworking-Space aufgebaut habe. Es ist ein spannendes Projekt, das mir viel Freude bereitet. Ich kann hier nicht nur meine Erfahrungen teilen, sondern auch einen Raum für kreative Köpfe schaffen.
Du hast 2021 ein 2400 m² großes Grundstück, inklusive einer alten Burgruine in Montenegro gekauft, um dort eine Bar zu eröffnen, Übernachtungsmöglichkeiten und einen Coworking-Space anzubieten. Wie bist du auf diese Idee gekommen?
tak3r: Die Ursprungsidee war zunächst, ein schönes Plätzchen am Meer zu finden, um dort ein Bed & Breakfast zu eröffnen. Ich bin in einer Gaststätte mit großer Küche aufgewachsen und wollte immer das Familienbusiness fortführen – allerdings nicht in Deutschland und schon gar nicht in einem kleinen Dorf, in dem heutzutage kaum noch etwas los ist.
Dann wurde mir online eine alte Steinruine aus dem Osmanischen Reich gezeigt. Anfangs war ich etwas verwirrt, da ich dieses historische Juwel als Tourist nur mit meinem Reisepass kaufen konnte. Doch trotz dieser Überraschung habe ich sofort zugeschlagen. Das Potenzial dieses Ortes ist einfach riesig, und es wäre zu schade, „nur“ ein Bed & Breakfast daraus zu machen. Deshalb habe ich mich entschlossen, meine Idee auf eine Bar und einen Coworking-Space auszudehnen. So können möglichst viele Menschen die Atmosphäre dieses Steinhaus und die atemberaubende Aussicht auf das Meer und die Berge genießen.
Dazu könnte man jetzt viele weitere Fragen stellen, aber der Reihe nach. Welche Probleme hattest du gerade am Anfang bei diesem umfangreichen Projekt?

tak3r: Eine der größten Herausforderungen war es, gute Bauarbeiter zu finden und sich mit den Behörden bezüglich der Genehmigungen oder der Barlizenz auseinanderzusetzen – vor allem, ohne die Sprache zu sprechen. Mittlerweile, nach drei Jahren hier, habe ich mir aber ein tolles Team an Bauarbeitern für alle relevanten Bereiche aufgebaut. Die Sprache beherrsche ich zwar noch nicht perfekt, aber ich habe immerhin mit dem Lernen begonnen.
In der Anfangszeit habe ich oft 20 Stunden pro Tag gearbeitet – an den Steinmauern, der Bar und allem anderen, was im Gastronomiebereich so anfällt. Tatsächlich habe ich etwa sechs oder sieben verschiedene Jobs übernommen. Da mein gesamtes Geld in das Grundstück, die Renovierung und mein Haus geflossen ist, konnte ich mir bislang leider noch keine festen Angestellten leisten. Das wird sich jedoch ändern, sobald ich die Parkplatzsituation geklärt habe und mehr Planungssicherheit besteht.
Zudem habe ich bisher ich noch nichts in Sachen Werbung investiert, aber das wird sich bald ändern und dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis ich Personal anstellen kann. Bis dahin muss ich eben selbst anpacken – aber das gehört nun mal zu einem Start-up dazu. Und ich mache das mit voller Leidenschaft und Freude. Es fühlt sich einfach wie ein Privileg an. Ihr solltet unbedingt vorbeikommen und euch ein Bild vor Ort machen.
Wie wurde und wird deine Idee von den Landsleuten wahrgenommen?
tak3r: Die Leute finden es super! Normalerweise sind "Ausländer" in Montenegro nicht in der Gastronomiebranche tätig. Die meisten kaufen einfach ein Haus und vermieten es dann an Touristen – und das war’s. Bei mir jedoch können die Menschen auf ein Bier vorbeikommen, andere Leute kennenlernen und eine neue Atmosphäre erleben. Ich spiele hier Musik, die man nicht in den typischen Bars findet – Blues, Jazz und viele andere Genres. Außerdem gibt es viele Events, die in normalen Bars nicht angeboten werden.
"Die Leute sind begeistert"
Für die ganzen Einwanderer aus Deutschland und Russland ist es auch eine großartige Möglichkeit, Gleichgesinnte zu treffen und neue Freundschaften zu knüpfen. Sie können sich bei mir mit Leuten aus ihrer Heimat austauschen, was eine ganz besondere Verbindung schafft.
Auf deinem YouTube-Channel dokumentierst du alle Fortschritte und Meilensteine. Woher kommt die Leidenschaft? Hattest du bereits Erfahrungen damit?
tak3r: Den YouTube-Kanal habe ich damals zu Beginn meiner Weltreise erstellt. Die Idee, passiv etwas dazuzuverdienen, während ich unterwegs war, klang verlockend. In der Realität hat das mit dem Geldverdienen jedoch nicht so gut geklappt. Trotzdem habe ich nicht aufgegeben, weil der Kanal für mich in erster Linie ein persönliches Reisearchiv ist. Es ist für mich eine Möglichkeit, irgendwann meinen Kindern im Detail zu zeigen, was ich damals in der großen, weiten Welt erlebt habe.
Mittlerweile nutze ich den Kanal vor allem, um Updates zum Montenegro Tower zu posten. Aber ich bin mir sicher, dass irgendwann auch wieder Reisevideos dazukommen werden.
Das war bereits der erste Teil des Interviews. Weiter geht es in kürze mit Updates zum Projekt in Montenegro, möglichem Heimweh und den nächsten Vorhaben...
