Würde Chuck Norris exploitive spielen?
Roundhouse-Kick oder GTO-Frequenzen? Wie man seinem Gegner am besten eins drüberbügelt, erfahrt ihr in dieser News!
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| Paul 'lnternet' Otto |
Exploitive Spielen ist maxEV! Blufft dein Gegner zu viel, callst du ihn. Blufft er zu wenig, foldest du gegen seine Bets. Spielt er GTO-Frequenzen, dann spielst du am besten gar nicht mehr.
Du bist in diesem Fall maximal breakeven und musst dafür selbst GTO (Game Theoretical Optimum) spielen. Allerdings ist dies aufgrund der gesicherten Erkenntnis "The Rake is no lie" in der Praxis auch nicht möglich.
lnternet: "Wenn du weißt, wie deine Gegner spielen, dann spiel doch NL5000!"
Das Problem an der obigen Hommage an das exploitive Spiel ist, dass es oft nicht klar ist, wie dein Gegner denkt.
Du nimmst vielleicht in einer "busted Draw"-Situation am River an, dass dein Gegner denkt, dass er hier nicht profitabel bluffen kann, da sich die Queen vom Flop paired. Dein Gegner hat aber eine ganz andere Meinung. Er blufft ausgesprochen gerne in Situationen, "in denen keiner blufft", weil er denkt, dass du deine schwachen Bluffcatcher foldest und nicht genug Damen in deiner Range hast.
Du musst für erfolgreiches "exploitive" Spiel also genau wissen, welche Muster im Spiel deines Gegners existieren. Du solltest nicht Muster raten und anschließend dein Spiel auf deiner geratenen Annahme begründen.
Hier gilt lnternets Warnung: "Wenn du weißt, wie deine Gegner denken, dann spiel doch NL5000". Das bringt zum Ausdruck, dass wir beim Handreading vielleicht etwas bescheidener sein sollten.
"Vernünftige" Ranges sind "balanced" Ranges vorzuziehen
Das Argument "Balancing" hat einen riesigen Vorteil: Es ist mysteriös und niemand weiß so richtig, was man sich darunter genau vorzustellen hat. Darum kann man es für jeden Spielzug als Begründung heranziehen:
Warum openraist du QTo aus UTG? - Na, wegen Balance!
Warum checkraist du deinen Flushdraw nicht? - Na, wegen Balance!
Oder auch etwas komplizierter: "Warum callst du hier mit König hoch am River?" – "Na, hab nen Range-Split am Turn, bin dadurch mit King high hier top-ranged und hab einen Frequency Call." Das heißt zusammengefasst nichts anderes als: "Na, wegen Balance natürlich!"
Es gilt also zu prüfen, was wir im Alltag mit "balanced" zum Ausdruck bringen wollen. Meist ist die Idee nicht, einen Flushdraw nur zu callen, um eben "balanced" zu sein, sondern um vernünftig zu spielen. Das heißt, dass wir unsere Entscheidung nicht auf waghalsigen Annahmen über unseren Gegner begründen, sondern im Gegenteil davon ausgehen, dass unser Gegner auch vernünftig spielt. Also in den meisten Situationen nicht ausschließlich blufft oder nur valuebettet, sondern eben beides in seinem Spiel hat. Das Interessante hierbei ist: Wer vernünftiger spielt, gewinnt!
"Stellt euch GTO im Poker eher wie Tic Tac Toe statt wie Schere, Stein, Papier vor"
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| Ben 'Sauce1234' Sulsky |
Noch weiß niemand so richtig, wie komplette GTO-Lösungen im Poker eigentlich aussehen. Einen interessanten Punkt liefert hier Ben 'Sauce1234' Sulsky in seinem Vorwort zu Applications of No Limit Hold-Em. Viele stellen sich GTO im Poker wie eine GTO-Strategie bei Schere-Stein-Papier vor. Die Strategie ist zwar unschlagbar, gewinnt aber auf der anderen Seite auch gegen keine Strategie.
Hier ist es sinnvoll, sich eine GTO-Strategie wie die perfekte Strategie im Tic Tac Toe vorzustellen. Spielt dein Gegner auch perfekt, ist es Unentschieden. Greift er jedoch fehl, dann verliert er.
Wenn dich diese Dinge im Detail mehr interessieren, dann wirf einen Blick in unsere neue Lektion "Calldown-Frequencies" (ab Gold-Status) Es folgen dort auch weitere Lektionen, in welchen du genau sehen kannst, wie eine lokale GTO-Strategie im Detail aussieht, und was es deine Gegner genau kostet, unvernünftig zu spielen.
Um die Ausgangsfrage zu beantworten: Chuck Norris wird es wohl beim Roundhouse-Kick belassen und damit exploitive deinen Stack einsammeln.
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| In den kommenden Lektionen werdet ihr sehen, was eine GTO-Strategie für jede einzelne Hand bedeutet! |


