Spieler mit ausgeprägtem ICM-Verständnis landen nicht nur häufiger im Geld – sie fahren langfristig sogar mehr Turniersiege ein.
Mehr Gewinn und mehr Titel
Viele Spieler vertreten die Ansicht, dass ein ICM-bewusster Ansatz zwar insgesamt profitabler ist, dafür aber seltener zum Turniersieg führt.
ICM-orientierte Spieler kommen häufiger weit als diejenigen, die stets den Turniersieg anpeilen – und erzielen dabei über die Zeit höhere Gewinne.
Zu Beginn meiner Poker-Karriere spezialisierte ich mich auf 6-Mann-SNGs mit zwei bezahlten Plätzen. Unter den Regulars entbrannte damals eine lebhafte Diskussion: Sollte man mit drei verbleibenden Spielern aggressiv spielen, um mehr Siege einzufahren, oder zunächst mit vornehmer Zurückhaltung den Mincash (zwei Buy-ins) abwarten?
Es kommt darauf an...
Dara O'Kearney
Wie so oft beim Poker gibt es keine eindeutige Antwort.
Wenn die beiden anderen Spieler aggressiv auf Sieg spielen, lohnt es sich, geduldig zu bleiben. Du erreichst fast immer das Heads-up, zwar mit einem 2:1-Chipdefizit, doch dieser Spot ist durchschnittlich mehr als drei Buy-ins wert – deutlich besser als die theoretischen zwei Buy-ins, die dir als einer von drei gleich großen Stacks zustünden.
Sind die Gegner dagegen sehr zurückhaltend, solltest du selbst die Initiative ergreifen.
Zwar wirst du so häufiger ausscheiden, doch die gewonnenen Heads-up-Duelle gleichen diese Fälle mehr als aus.
Schwierig wird es, wenn ein Spieler tight und der andere aggressiv spielt. In diesem Fall wirst du je nach eigener Strategie entweder von dem aggressiven oder vom konservativen Spieler exploitet.