Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Alex Foxen wirft Ali Imsirovic Betrug vor

In der Welt der Highstakes ist Dramazeit: Ein bekannter Nosebleed-Grinder hat einem Kollegen Betrug in einer Reihe an Fällen vorgeworfen.

US-Profispieler Ali Imsirovic mit bosnischen Wurzeln gehört aktuell zu den Top-Gewinnern beim Poker und konnte zuletzt vor allem die Nosebleed-Turniere von PokerGO dominieren. Belohnt wurde sein erfolgreicher Lauf zudem mit drei Global Poker Awards.

Die Imsirovic-Aktie erlebte heute Morgen jedoch ihren ganz eigenen Black Monday, nachdem Super-High-Roller-Kollege Alex Foxen dem Aufsteiger der letzten Jahre sowohl an den Live- als auch an den Online-Tischen mehrmaligen Betrug vorgeworfen hat.

In diesem konkreten Fall wirft Foxen Imsirovic sogenanntes "Rubbernecking" vor, das heißt, er soll einen Blick in die Karten von Phau geworfen haben, um mittels der gewonnenen Information Michael Addamo auszuspielen.

Foxens Vorwurf ist, dass Imsirovic mit dem Blick in Phaus Karten wusste, dass er zwar nicht selbst, aber einer seiner Gegner mehrere Blocker auf mögliche Draws von Addamo am Flop hielt und somit ein Bluff seinerseits sehr profitabel sein würde. Entsprechend habe Ismirovic nicht die GTO-Line in Form eines Shoves gewählt, sondern eine kleine 3-Bet, die allerdings nur Sinn macht, wenn man wüsste, dass zwei Karo-Karten geblockt werden.

Das entsprechende Live-Video lässt einen möglichen Blick in die Karten Phaus tatsächlich erkennen, wenn auch nicht zwingend eindeutig. Foxen hat Imsirovic darüber hinaus jedoch auch vorgeworfen, dass er bei GGPoker aufgrund der Nutzung von Real Time Assistance gesperrt sei und Chipdumping gegenüber gestakten Spielern betrieben habe.

Der RTA-Vorwurf lässt sich dabei durchaus erhärten, wenn man einen Blick auf die Daten zu Imsirovics GGPoker-Account bei Sharkscope wirft, im Detail die letzte gespielte Partie, die sich terminlich mit einer breiten Bannwelle bei GGPoker überschneidet, bei der etliche Nutzer von Real Time Assistance gesperrt worden sein sollen.

Wirft man einen Blick auf die Antworten zu den Vorwürfen von Foxen bei Twitter, kann man herauslesen, dass eine ganze Reihe bekannter Profispieler Ähnliches erlebt oder zumindest Gerüchte über möglichen Betrug gehört haben wollen, allerdings keinerlei belastbare Beweise vorlagen. Die Highstakes-Community, die sich auf eine überschaubare Anzahl an Spielern beschränkt, dürfte das Thema nun erst einmal eine ganze Weile beschäftigen.

Abseits des illustren Kreises der besten Spieler der Welt gab es zu Jahresbeginn bereits ebenfalls einen Vorwurf von Betrug beim Live-Poker, bei dem ein Spieler während eines Live-Streams dabei ertappt wurde, wie er in den Karten eines Gegners geschaut und allem Anschein nach einem Kollegen auch Signale unter dem Tisch zukommen ließ.

Was haltet ihr von den Vorwürfen gegenüber Ali Imsirovic? Belastbare Beweise oder zu wenig, um einen Spieler öffentlich an den Pranger zu stellen?