Alex Foxen wirft Ali Imsirovic Betrug vor
In der Welt der Highstakes ist Dramazeit: Ein bekannter Nosebleed-Grinder hat einem Kollegen Betrug in einer Reihe an Fällen vorgeworfen.
US-Profispieler Ali Imsirovic mit bosnischen Wurzeln gehört aktuell zu den Top-Gewinnern beim Poker und konnte zuletzt vor allem die Nosebleed-Turniere von PokerGO dominieren. Belohnt wurde sein erfolgreicher Lauf zudem mit drei Global Poker Awards.
Die Imsirovic-Aktie erlebte heute Morgen jedoch ihren ganz eigenen Black Monday, nachdem Super-High-Roller-Kollege Alex Foxen dem Aufsteiger der letzten Jahre sowohl an den Live- als auch an den Online-Tischen mehrmaligen Betrug vorgeworfen hat.
Ali opens the CO with Ah9c. Then quite visibly looks down at Paul Phua's hole cards, Ad5. The actual footage makes it even more clear than this screen shot. Paul folds and Addamo defends the BB. Ali cbets and gets raised on 642ddd, sticks in a 3bet and wins the hand. pic.twitter.com/aIhQw4Hqv4
— Alex Foxen (@WAFoxen) April 18, 2022
Here is a sim of Ali's response to check raise. There are no small 3bs, only shoves. All of these shoves have a diamond in them. Taking a small 3b option makes a lot of sense knowing the Ad and a 5 are out of the deck. This "sick line" brought to you by pauls hole cards. pic.twitter.com/nxkg8yow60
— Alex Foxen (@WAFoxen) April 18, 2022
The high stakes community is, for the most part, extremely honorable and a group of people I consider myself lucky to associate with. This nonsense should not be tolerated and needs to be called out more often.
— Alex Foxen (@WAFoxen) April 18, 2022
In diesem konkreten Fall wirft Foxen Imsirovic sogenanntes "Rubbernecking" vor, das heißt, er soll einen Blick in die Karten von Phau geworfen haben, um mittels der gewonnenen Information Michael Addamo auszuspielen.
Foxens Vorwurf ist, dass Imsirovic mit dem Blick in Phaus Karten wusste, dass er zwar nicht selbst, aber einer seiner Gegner mehrere Blocker auf mögliche Draws von Addamo am Flop hielt und somit ein Bluff seinerseits sehr profitabel sein würde. Entsprechend habe Ismirovic nicht die GTO-Line in Form eines Shoves gewählt, sondern eine kleine 3-Bet, die allerdings nur Sinn macht, wenn man wüsste, dass zwei Karo-Karten geblockt werden.
For those wanting to watch it themselves pic.twitter.com/5Rm5mvv6fo
— Mqtt (@Mqtttw) April 18, 2022
Das entsprechende Live-Video lässt einen möglichen Blick in die Karten Phaus tatsächlich erkennen, wenn auch nicht zwingend eindeutig. Foxen hat Imsirovic darüber hinaus jedoch auch vorgeworfen, dass er bei GGPoker aufgrund der Nutzung von Real Time Assistance gesperrt sei und Chipdumping gegenüber gestakten Spielern betrieben habe.
Der RTA-Vorwurf lässt sich dabei durchaus erhärten, wenn man einen Blick auf die Daten zu Imsirovics GGPoker-Account bei Sharkscope wirft, im Detail die letzte gespielte Partie, die sich terminlich mit einer breiten Bannwelle bei GGPoker überschneidet, bei der etliche Nutzer von Real Time Assistance gesperrt worden sein sollen.
Wirft man einen Blick auf die Antworten zu den Vorwürfen von Foxen bei Twitter, kann man herauslesen, dass eine ganze Reihe bekannter Profispieler Ähnliches erlebt oder zumindest Gerüchte über möglichen Betrug gehört haben wollen, allerdings keinerlei belastbare Beweise vorlagen. Die Highstakes-Community, die sich auf eine überschaubare Anzahl an Spielern beschränkt, dürfte das Thema nun erst einmal eine ganze Weile beschäftigen.
Abseits des illustren Kreises der besten Spieler der Welt gab es zu Jahresbeginn bereits ebenfalls einen Vorwurf von Betrug beim Live-Poker, bei dem ein Spieler während eines Live-Streams dabei ertappt wurde, wie er in den Karten eines Gegners geschaut und allem Anschein nach einem Kollegen auch Signale unter dem Tisch zukommen ließ.
Was haltet ihr von den Vorwürfen gegenüber Ali Imsirovic? Belastbare Beweise oder zu wenig, um einen Spieler öffentlich an den Pranger zu stellen?