Aktualisiert am 25 Feb. 26 von

Urteil im Prozess um EPT Berlin-Überfall: Sechs Jahre und vier Monate Haft

Mehr als eineinhalb Jahre nach dem Überfall auf das Main Event der EPT Berlin ist ein weiteres Urteil gefallen: Einer der Drahtzieher muss für sechs Jahre und vier Monate hinter Gitter. Der 30-Jährige hatte den Raub organisiert.

Seit insgesamt 17 Monaten wird der Prozess am Berliner Landgericht verhandelt. Angeklagt sind die beiden mutmaßlichen Drahtzieher: Der 32-jährige Mohammed Abou-C. und der 30-jährige Ibrahim El-M. Letzterer wurde jetzt von den Richtern für schuldig befunden und zu sechs Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er über einen Verwandten die vier Täter angeheuert und ihnen vor Ort die Überfallpläne erläutert hatte. Zudem soll er nach Ansicht der Richter nach dem Überfall das Fluchtauto gefahren und die Beute aufgeteilt haben. Das Gericht hielt ihm zugute, dass er im Verfahren geständig war, Namen der Mittäter benannte und einen Teil der Beute (22.000 Euro) zurückgab.

Bei dem Überfall bei der EPT Berlin im Jahr 2010 waren vier bewaffnete Männer in das Berliner Grand Hyatt Hotel gestürmt und erbeuteten dabei 242.000 Euro. Die Täter wurden bereits in einem früheren Prozess zu Haftstrafen in Höhe von bis zu drei Jahren und neun Monaten verurteilt.

Warten auf das nächste Urteil

Nach dem Urteil gegen Ibrahim El-M. stellt sich jetzt die Frage, wie der zweite Angeklagte bestraft wird. Der 32-Jährige Mohammed Abou-C. hatte bei einem früheren Prozesstag gesagt, dass er unschuldig sei und den Überfall sogar verhindern wollte.

Der 32-Jährige hatte als Spieler am Main Event der EPT Berlin teilgenommen und gilt als möglicher Tippgeber. Im September hatte einer der verurteilten Täter gegen ihn ausgesagt. Per Handy soll er laut Staatsanwaltschaft das "Go" für den Überfall gegeben haben.

Gegen ihn wird gesondert weiter verhandelt. Wann das Berliner Landgericht ein Urteil fällen wird, steht noch nicht fest.