Verändere dein Spiel gegen bestimmte Gegnertypen
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Verändere dein Spiel gegen bestimmte Gegnertypen (Fullring)
von timechen
Passe dich an deine Gegner an. Nicht jeder deiner Gegner spielt denselben Stil, und auch du solltest nicht immer denselben Stil verwenden.
Lerne, die Gegnertypen an Fullringtischen zu erkennen und passe dein Spiel an sie an. Wie du das genau machst, erfährst du in dieser Kolumne.
Die verschiedenen Gegnertypen
Der TAG:
Der Standard TAG besitzt Stats von 13/10 bis 15/12. Er zeichnet sich oft durch aggressives Flopspiel aus und sein Aggressionsfaktor sinkt zum River hin leicht ab. Der solide TAG besitzt AF Werte von ca. 2,5, die sich wie folgt verteilen:
- Flop 3,0- 3,5
- Turn 2,5 –2,0
- River 2,0 -1,5
- Der durchschnittliche 3-Bet Wert liegt um die 3%
Der Rock:
Der Rock zeichnet sich durch sehr sehr tighte Stats aus. Sie liegen im Bereich von 7/6 bis 9/7. Der Rock besitzt in der Regel einen sehr hohen AF, der durchaus auch 3,5 - 4,5 betragen kann. Zudem hat er einen recht hohen WTSD im Vergleich zum TAG. Während bei einem TAG 25% +-1% die Regel sind, kann der Rock durchaus 30% erreichen. Der durchschnittliche 3-Bet Wert liegt im Bereich von 2% und entspricht AK, QQ+.
Die Nit:
Die Nit besitzt die Stats, die zwischen Rock und TAG liegen. Je nach Spieleraggression kann hierbei allerdings der AF von 2,5 – 4 schwanken. Genauso verhält es sich mit dem 3-Bet Wert, der meist zwischen 2-4% liegt und dem WTSD, der bei ca. 26% liegen sollte.
Der LAG:
Er zeichnet sich durch Stats um 16/13-22/18 aus. Sein großes Markenzeichen ist der sehr hohe AF an Flop, Turn und River, der nicht selten die 5er Marke durchbricht. Zudem 3-bettet er sehr gerne in Position und nimmt fast jeden Squeezespot wahr. Auffällig ist außerdem sein geringer WTSD, der selten über 22% liegt.
Der Maniac:
Sein Markenzeichen: VPIP und PFR von 23/20-30/28. Er ist überaggressiv, hat in der Regel einen 3-Bet wert von ca. 10-12% und Blufft sehr häufig, wodurch sein AF regelmäßig die 6er Marke knackt.
Der VPIP-Monkey:
Er callt sehr viel und erhöht selber nur sehr wenig. Seine Werte können Schwanken von 20/5 – 35/7 und sein AF übersteigt selten die Marke von 2. Er besitzt zudem einen recht hohen WTSD von 25-30% (auf Basis seines VPIP recht hoch). Man wird von ihm selten Bluffs sehen. Er stellt die typische Callingstation dar.
Der Fisch:
Ihn auf Stats zu setzen ist recht schwer, weil seine Werte von 35/5 - 80/5 schwanken können. Er zeichnet sich durch einen noch geringeren AF aus, als die Callingstation und hat zudem meist denselben WTSD.
Passe deine Spielweise an
Alle Hands beziehen sich auf NL10 Fullring und ohne Angabe ist ein 100BB Stack vorausgesetzt.
Preflop: Hero is UTG with K
Hero raises to $0,30, MP calls $0,30
Flop: 7


Hero bets $0,65, MP raises to $1,70
Wie spielst du gegen die verschiedenen Spielertypen weiter?
TAG
Zuerst spielst du gegen einen TAG. Er wird in der Regel kleine Pockets, ab und zu Toppair und auch Sets halten. Die Frage, die du dir nun stellen musst, lautet: „Wie holst du hier am meisten Geld aus Bluffs und schlechteren Händen, ohne dich nur gegen Sets zu isolieren?“
Beim Spiel gegen einen TAG ist es immer recht angenehm, ihm die Kontrolle zu überlassen, indem du am Flop callst und am Turn ein Checkraise versuchst.
ROCK
Nun spielst du gegen den Rock. Du weißt, dass er so gut wie nie blufft. Deswegen gibst du ihm eine polarisierte Range, bestehend aus Sets und TPTK. Weiterhin weißt du, dass der Rock einen sehr hohen AF besitzt und durchaus TPTK spielen könnte. Normalerweise wird er aber mit AQ als TPTK nicht soviel Action machen, weshalb du eher vorsichtig weiterspielst.
Am Flop callst du einfach und entscheidest dann je nach Turnbet, ob du mit deinen Kings checkraist oder eine große Bet nur callst und dann am River deinen Reststack selbst in die Mitte schiebst.
Auf diesem Board kommst du aus der Hand ohnehin nicht mehr heraus, also versuchst du, soviel Geld wie möglich aus AQ zu heraus zu holen.
LAG
Der LAG wir dieses Board sehr gerne gegen dich spielen. Aus seiner Sicht liegt hier nur eine Overcard und du hast dadurch das Board sehr schlecht getroffen. Wenn du nun am Flop drübergehst, drückst du bloß seine ganzen Bluffs raus. Stattdessen callst du wieder am Flop, check/callst dann den Turn und bettest den River klein, um von ihm noch marginale Calls zu provozieren.
MANIAC
Zu guter letzt die Situation gegen den Maniac. Die einzige Frage ist in diesem Spot: „Wie bekommst du das Geld rein?“
Im Allgemeinen empfiehlt sich hier wieder der Call und der Check am Turn. Dadurch, dass der Maniac den Turn sehr hoch betten wird, kannst du am Turn dann checkraisen, da er ohnehin mit jeder Q All-in gehen wird.
Preflop: Hero is UTG with Q

Hero raises to $0,30, MP calls $0,30, CO raises to $1,25
Wie spielst du gegen die verschiedenen Spielertypen weiter?
TAG
Du spielst gegen einen TAG, der zwar ein sehr guten Squeezespot hat, aber dennoch nur einen leicht erhöhten 3-Bet Wert (durch das dead Money vom Coldcaller wird der Squeeze einfach profitabler und somit die 3-Bet Range um etwa 1% größer).
Wenn du dir diese Situation einmal im Equilator anschaust, dann sieht es folgendermaßen aus:
- Spieler 1: 41,853% 40,074% 3,559% 56,367% QQ
- Spieler 2: 58,147% 56,367% 3,559% 40,074% QQ+, AQs+, AKo
Du kannst gegen den TAG also nicht profitabel callen bzw. weiter erhöhen.
ROCK
Gegen den Rock ist die Sachlage natürlich noch eindeutiger. Der Rock 3-bettet noch viel weniger und du musst ohne wenn und aber deine Hand folden.
LAG
Gegen den LAG sieht die ganze Sache schon anders aus. Er wittert geradezu, dass er hier einen perfekten Squeezespot hat. Seine Sqeeze-Range ist so groß, dass du dir nur überlegen musst, ob du callst oder 4-bettest. Gegen sehr aggressive LAGs empfiehlt sich die 4-Bet/ Call, weil er dich sehr oft auf eine semistarke Hand oder sogar einen Bluff setzt. Denn du weißt, dass er ein LAG ist, weswegen du deine 4-Bet Range ebenso erweitern solltest. Gegen den durchschnittlichen LAG kannst du sehr profitabel callen, um dann den Flop zu checkraisen (sofern kein A oder K liegt).
MANIAC
Gegen den Maniac empfiehlt sich die direkte 4-Bet oder sogar der sofortige Push. Die Gründe dafür sind recht deutlich. Der Maniac denkt nicht sehr viel nach, sondern hat nur Angst, dass er geblufft wird. Er wird dein All-in mit einer sehr großen 3-Bet Range callen. Seine durchschnittliche All-in Range besteht hier aus JJ+, AQs und AK. Gegen diese Range bist du traumhaft weit vorne und gehst lachend broke.
Preflop: Hero is UTG with K

Hero raises to $0,30, MP calls $0,30
Flop: 7


Hero bets $0,65, MP raises to $1,70, Hero calles $1,05
Turn: 8
Wie spielst du gegen die verschiedenen Spielertypen weiter?
TAG
Der TAG hat hier natürlich ein super Board. Er wird sehr viele Sets halten, dazu einige suited Connectors, einige Twopairs und im Falle eines Pockets 6er, 4er und 9er noch massenhaft Outs auf die Straße. Du kannst am Turn deine Hand nicht profitabel weiterspielen und check/foldest deine Hand.
Wenn du denkst, Villain blufft dich hier oft, dann callst du. Bedenke aber, dass am River der Pot sehr groß ist und du dir auf eine Blank am River kaum ein Fold leisten kannst. Deswegen ist gegen diesen Spieler hier der Fold vorzuziehen.
ROCK
Der Rock wird quasi niemals auf dem Board bluffen, einfach weil der Rock selbst sehr weak-tight ist und selbst viel Respekt vor dem Board hat. Somit wirst du deine Hand auf eine große Turnbet ganz einfach folden.
LAG
Der Lag hat hier das absolute Traumboard erwischt. Er weiß, dass du deine Hand sehr oft auf eine große Turnbet folden wirst. Gerade deswegen ist hier der Call bzw. das Checkraise absolut angebracht, weil seine Range aus vielen Bluffs besteht.
MANIAC
Der Maniac hat auf dem Board alles und gar nichts getroffen. Er geht hier auch liebend gerne mit einem Straightdraw All-in. Zudem gibt er dir auch selten eine starke Hand. Hier ist es zu 100% profitabel, Checkraise All-in zu spielen.
Preflop: Hero is UTG with K

Hero raises to $0,30, BB raises to $1,25, Hero calls $0,95
Flop: Q


BB bets $2,00 , Hero calls $2,00
Turn: 8
BB checks, Hero ??
Wie spielst du gegen die verschiedenen Spielertypen weiter?
TAG
Du spielst gegen einen Tag, der preflop 3-bettet, dann am Flop eine hohe Contibet macht und am Turn zu dir checkt. Die einzige Hand, die hier nicht getroffen hat, ist AK. Von den anderen möglichen 3-Bet Händen wirst du ein Checkraise bekommen, weil es entweder Aces oder Sets sein werden (KK können wir aufgrund unserer KK vernachlässigen). Die einzige Hand, die du schlagen würdest, wäre AQ, wobei es schon fraglich ist, ob der TAG AQ preflop 3-bettet.
Wenn du dir nun den Pot anschaust, solltest du einfach behind checken und am River dann die Bet callen. Du kommst aus der Hand nicht mehr raus, willst aber natürlich versuchen, soviel Geld wie möglich von schlechteren Händen zu bekommen (auch wenn es bis auf TT und AQ kaum etwas Schlechteres gibt).
ROCK
Der Rock hat dich auf dem Board immer beat, wenn weiteres Geld fließt. Daher ist es absolut sinnlos hier zu betten und auch nicht, nachdem er am River noch einmal gecheckt hat. Wenn er am River bettet, kannst du dir zu 100% sicher sein, dass du geschlagen bist.
LAG
Der LAG hat für seine Verhältnisse ein ungünstiges Board erwischt, da deine 3-Bet Callingrange aus AK und QQ+ besteht und dann dein Call am Flop auf viel Stärke hindeutet. Gegen diesen Spieler lohnt es sich, den Turn behind zu checken und am River ein kleine 1$ Valuebet zu setzen, die Villain schlecht folden kann. Dadurch, dass du so klein bettest, erhältst du des öfteren einen Bluffpush und kannst dann natürlich All-in gehen.
MANIAC
Gegen den Maniac bettest du am Turn einfach for Value. Um den Maniac aber nicht rauszudrängen, bettest du einfach ½-Potsize, sodass du am River 4$ left hast und dich in einem 12$ Pot befindest. So bekommst du den Maniac ganz leicht zum All-in, ohne dass er einen Fold findet. Wenn du am Turn 7$ All-in pushst, kann es durch aus noch passieren, dass er foldet.
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Du hast nun gesehen, welche verschiedenen Gegnertypen dir über den Weg laufen können und wie du dein Spiel gegen diese Gegner variieren kannst. |