5 Card Draw (2) - Predraw und Draw
Einleitung
In diesem Artikel
- Welche Faktoren bei der Auswahl deiner Starthände eine Rolle spielen
- Ein Starting Hands Chart
- Wie du beim Draw agierst
Mittlerweile hast du dich mit den Regeln bekannt gemacht und kennst die grundlegende Struktur des Spiels. In diesem Teil wird es nun um die strategischen Aspekten des Spiels gehen. Da es nur zwei Setzrunden gibt, liegt in Bluffs oder fancy Plays deutlich weniger Value (vor allem beim Fixed Limit). Auf einem etwas höheren Limit gilt es aber, sein Spiel zu variieren, um von den Gegnern nicht exploitet und öfter ausbezahlt zu werden.
Einleitende Hinweise und Starthände predraw
Besonders auf dem Mid bis High Stakes ist es notwendig, an seinem eigenen Image zu arbeiten. Auf den niedrigeren Limits wird das Spiel eher straight-forward gespielt und man sollte einfach seine Karten spielen, ohne dabei zu viele Fehler zu machen. Um die Low Limits zu schlagen, ist es aber dennoch vonnöten zu wissen, welche Hände man for Value spielen kann und vor allem mit welchen Händen man nach dem Draw betten oder raisen kann.
In Sachen Strategie soll nun zunächst einen Blick auf die Handauswahl beim 5 Card Draw geworfen werden. Bei der Auswahl deiner Starthände solltest du sorgfältig folgende Faktoren beachten:
- Die fünf Karten in deiner Hand
- Deine Position am Tisch
- Das Setzverhalten deiner Gegner bevor du an der Reihe bist
- Den Grad der Aggression, Looseness oder Passivität am Tisch
- Wie du selber von den Gegner wahrgenommen wirst
- Frühere Aktionen der Spieler am Tisch– darunter auch ihr Setz- und Drawverhalten. Das musst du genau beobachten oder die Option der Handhistory nutzen.
Diese sechs Aspekte solltest du bei der Auswahl deiner Starthände predraw beachten.
Deine Starthände predraw (5- oder 6-handed Ring Game)
Hier lernst du den Großteil der möglichen Hände kennen, die du predraw spielen kannst, wenn du mit 5 Card Draw anfängst. Dabei geht es zuerst um die marginalen Hände, gefolgt von den Premiumhänden (z.B. mehr oder weniger unschlagbare Hände) und den jeweiligen Spielstrategien für jede Handkategorie in deiner Position am Tisch. Das alles wird anschließend in der Tabelle der Openingranges zusammengefasst. Diese Tabelle kannst du zu Beginn deiner 5 Card Draw Karriere als Hilfe benutzen.
Eine Grundregel, die noch genauer erklärt wird, lautet: Wenn du in eine Hand einsteigst, dann tust du dies mit einer Bet oder einem Raise.
Ein wichtiger Grund dafür (wie bereits erklärt wurde) ist, dass du mit der wahrscheinlich besten Hand am Tisch vor dem Draw gegen einen einzelnen Caller zu fast 75% gewinnen wirst und auch die Implied Odds in der Regel nicht sehr gut sind (beim Fixed Limit 5 Card Draw). Da du predraw bereits Stärke gezeigt hast, werden dich deine Gegner in der einzigen zusätzlichen Setzrunde auch nicht oft ausbezahlen.
Außerdem lohnt es sich, predraw aggressiv zu spielen, um die Spieler, die auf einen Flush, eine Straight oder Trips drawen, loszuwerden. Du solltest ganz einfach alle Gegner mit marginalen Händen für den Draw bezahlen lassen und dich danach noch einmal ausbezahlen lassen, wenn sowohl du als auch der Gegner die Hand verbessern.
Eine Hand wie AKxxx oder drei hohe Karten zu einer Straight oder einem Flush sollten generell nicht gespielt werden. Bei fortgeschritteneren Strategien kann man im Heads-up oder wenn man allein im SB spielt mit AKxxx oder einer besseren Hand durchaus erhöhen, da man hier oft die beste Hand hält. In einem normalen Ring Game sollte man diese Hände aber in jeder Position, von Under the Gun (UTG) bis hin zum Button, einfach folden.
In ungefähr 42% der Fälle hältst du predraw ein Paar auf der Hand. In einem 6-handed-Game machst du selbstverständlich aus UTG mit einem Paar Asse (AA) oder einer besseren Hand eine Bet. Etwas schwerer und marginaler ist die Sache mit einem Paar Könige (KK). 6-handed ist KK ohne ein Ass leichter Underdog gegen die Gegner, wohingegen KKAxx leicht über 50% Equity besitzt (und damit Favorit ist) und daher gebettet werden sollte. KK sollte man also folden, wenn man nicht ein Ass als Kicker hält. Alle niedrigeren Paare sollten ebenfalls gefoldet werden.
5-handed eröffnest du aus UTG mit KK oder besser die Hand mit einer Bet. In diesem Format liegt die Grenze in UTG bei QQ. Solange du nicht QQAKx hast, solltest du QQ folden, da du gegen die restlichen Gegner nur zu 47% die beste Hand hältst.
Die sogenannten Drawing Hands sind zwar deutlich spekulativer, haben dafür ein umso größeres Potential, wenn du deinen Draw triffst. Die besser spielbaren Drawing Hands sind der Four-Flush (z.B. Ac Tc 9c 6c x), ein open-ended Straightdraw (789Tx), ein Gutshot-Straightflushdraw oder ein open-ended Straightflushdraw. Schwächere Draws wie Gutshots-Straightdraws sollten gefoldet werden, solange man nicht extrem gute Odds auf einen Call bekommt (mehr als 11-mal der Betrag, den man zu callen hat), was selten passiert.
Einen Four-Flush hältst du in etwa 4,5% der Fälle und einen open-ended Straightdraw in ungefähr 3% der Fälle. Wenn du eine Drawing Hand spielen willst, solltest du immer darauf achten, die richtigen Odds dafür zu bekommen (Pot Odds). Die Drawing Hands könnten mit richtigem Timing und/oder Table Image auch aggressiv als Semibluff gespielt werden und auch ohne Treffer gebettet oder geraist werden. Solche Spielzüge sind von Zeit zu Zeit notwendig, um deine Range aus Twopairs und verborgenen Trips zu balancen. Diese Strategie wird aber in zukünftigen fortgeschritteneren Artikeln ausführlicher behandelt.
Als Anfänger solltest du über Drawing Hands auf jeden Fall folgende Punkte im Gedächtnis behalten:
Spiele nur open-ended Straightdraws oder Four-Flush-Draws. Ein Four-Flush wird mit Odds von 4,22:1 (9 Outs) vervollständigt, während dies bei einem open-ended Straightdraw mit Odds von 4,88:1 (8 Outs) geschieht.
Vernachlässige alle anderen Draws, da du nur sehr selten ausreichende Odds bekommst, um sie korrekt spielen zu können (ein Gutshot-Straightdraw hat Odds von 11:1). Manchmal kann man Hände wie AKQTx in später Position als Semibluff spielen, wenn vorher alle gefoldet haben (üblicherweise im SB).
Korrekt spielst du Drawing Hands beispielsweise, wenn du einen Four-Flushdraw oder open-ended Straightdraw mit den richtigen Odds callst. Limpe niemals mit einem Four-Flush oder OESD in UTG oder früher Position allgemein. Das wäre zum einen falsch, weil du erstens nicht weißt, wie viele Spieler nach dir noch in die Hand einsteigen und du daher oft ungenügende Odds für deine Investition bekommst und du zu zum zweiten sehr weak spielst, was viele gute Spieler durch einen Raise ausnutzen werden.
Sollte außerdem bis zu den Blinds gefoldet werden und diese ihre Hände verbessern können, ist ein Bluff oft eine schlechte Idee (besonders wenn sie diesen Spielzug vorher bereits gesehen haben) – er ist einfach zu offensichtlich. Stattdessen solltest du deine Draws nur für die richtigen Odds spielen. Das heißt, dass du Pot Odds von mindestens 4:1 oder 5:1 brauchst, um mit deinem 4-Card-Draw callen zu können.
Es kann aber auch zu Händen mit viel Action kommen, in denen ein Overcall mit leicht schlechteren Pot Odds korrekt sein könnte. Wenn du in diesen Situationen deinen Draw triffst, wirst du postdraw meist gut ausbezahlt. Im Auge behalten solltest du bei einem möglichen Call auch immer die Implied Odds mit einer guten Drawing Hand, auch wenn die Pot Odds leicht unter dem korrekten Betrag liegen.
Dieses Konzept mag zu Beginn etwas kompliziert erscheinen, wenn du noch nicht die nötige Erfahrung hast, um diese Situationen richtig einzuschätzen (und ob deine Gegner postdraw häufig callen werden oder nicht). Als Anfänger empfiehlt es sich immer, lieber den sicheren Weg zu gehen und diese Hände einfach zu folden. Typischerweise bekommt man die korrekten Odds für eine Drawing Hand meist in den Blinds und manchmal auch am Button (wenn die ersten drei Spieler in einem 6-handed-Game gecallt haben).
In bestimmten Situationen kannst du eine Drawing Hand auch als Semibluff raisen. Dabei solltest du auf folgende Dinge achten:
- a) Wenn du deinen Draw nicht triffst, solltest du immer eine Continuationbet spielen. Warum hättest du deine Hand überhaupt raisen sollen, wenn du sie dann einfach checkst und sicher verlierst? Damit erzeugst du nur ein sehr schwaches Image. In multiway Pots solltest du nach dem Draw aber auf keinen Fall bluffen – üblicherweise machst du das nur Heads-up und in Ausnahmen auch 3-handed. Solltest du dabei einmal erwischt werden, werden dich deine Gegner in zukünftigen Händen wahrscheinlich deutlich besser ausbezahlen.
Auf den Low und Medium Stakes tendieren viele Spieler dazu mehr zu adapten als notwendig, wenn sie jemanden beim Bluffen erwischen (und umgekehrt neigen sie dazu, zu viel zu folden, wenn sie beim Showdown starke Hände zu sehen bekommen haben).
- b) Beim Raisen von Drawing Hands solltest du auch dein eigenes Table Image beachten.
- c) Sei dir den Calling-/Folding-Tendenzen deiner Gegner am Tisch bewusst. Werden sie dich bei einem Hit ausbezahlen und/oder werden sie leicht folden, wenn du deinen Draw nicht triffst?
Wenn du eine Hand wie 9TJQ in der gleichen Farbe hältst – also einen open-ended Straightflushdraw – solltest du sie aggressiv spielen. Gegen einen einzigen Gegner mit einem Paar bist zu 58% Favorit und gegen den gesamten Tisch hast du sehr großes Potential. Du hast eine 31%ige Chance, deinen Draw zu vervollständigen (9+6=15 Outs) und du kannst mit solchen Händen recht einfach overcallen, wenn vor dir bereits ein Raise und ein Reraise gespielt wurde. Sollte vor dir nur einmal erhöht worden sein, kannst du mit diesen Händen sehr gut 3-betten. Falls du deinen Draw dann nicht triffst, setzt du deine Aggressivität postdraw mit einer Bet fort, wie unter Punkt 3 beschrieben.
Einen Gutshot-Straightflushdraw triffst du in ungefähr 25% der Fälle (9+3=12 Outs). First-in solltest du ihn natürlich auch raisen, aber da du ihn etwas seltener treffen wirst, musst du etwas vorsichtiger weiterspielen und auf gute Pot Odds achten (du benötigst 2,92:1).
Wenn du ein kleines, mittleres oder Top Twopair gedealt bekommst, erhöhst du natürlich. Eine einzelne Erhöhung vor dir raist du ebenfalls in den meisten Positionen, da dein Twopair sehr oft die beste Hand ist. Ein Twopair ist zwar allgemein eine starke Hand, nichtsdestotrotz aber auch potentiell verletzbar. Wenn zu viele Gegner callen und im Pot sind, musst du postdraw sehr vorsichtig weiterspielen. Dort kannst du von einem besseren Twopair, Trips oder beispielsweise einem Flush oder einer Straight geschlagen sein.
Ein Twopair bekommst du in ungefähr 5% der Fälle. Mit diesen Händen drawst du immer auf 4 Outs (für ein Full House) und solltest sie daher immer aggressiv spielen, um gegen möglichst wenige Gegner antreten zu können. Sei aber mit einem Twopair nicht überaggressiv, besonders nicht postdraw. Und manchmal bist du auch predraw schon von einer besseren Hand (z.B. Trips oder einem höheren Twopair) geschlagen.
Das einzige Twopair, mit dem du einen Pot cappen solltest, ist mit Aces up. In diesem Fall musst du die Aktionen während des Draws genau beobachten und abwarten, was dein Gegner macht, wenn er nach dem Draw als erster an der Reihe ist. Wenn du postdraw als erster dran bist, ist manchmal ein Check und manchmal eine Valuebet der richtige Spielzug (gehört zu den fortgeschritteneren Konzepten) – diese Entscheidung hängt beispielsweise von den Reads auf deinen Gegner und der gemeinsamen History ab.
Trips sind schon sehr nahe an den Premiumhänden und sowohl gegen einen Spieler im Heads-up als auch gegen alle anderen Spieler großer Favorit. Ein Gegner mit einem Paar wird mit Odds von 7,75:1 oder zu 11% seine Hand zu Trips verbessern.
Trips bekommst du in etwa 2% der Fälle und solltest sie ebenfalls aggressiv und straight-forward spielen, da du hohe Paare und Twopairs bezahlen lassen und Drawing Hands isolieren möchtest. Gegen einen Raise 3-bettest du natürlich und meistens cappst du gegen einen Raise und Reraise auch den Pot – deine Hand ist einfach zu oft die beste am Tisch.
Hände wie Straights, Flushes, Full Houses und Vierlinge sind selbstverständlich Premiumhände, die mehr oder weniger unschlagbar sind. Idealerweise spielst du auch sie predraw sehr aggressiv, da du in der nächsten Setzrunde sehr oft nicht ausbezahlt wirst. Manchmal wirst du von Spielern gecallt, die ihre Trips nicht folden können, normalerweise aber von einem Spieler mit einer anderen (hoffentlich schlechteren) Pat Hand.
Manchmal kannst du diese Hände aus früher Position first in nur callen und somit slowplayen, aber dazu müsstest du einige Maniacs oder unaufmerksame, aggressive Spieler hinter dir haben, die sehr oft raisen werden. In solch einem Glücksfall kannst du deine Monsterhand predraw 3- oder 4-betten. Diese Situationen sind früher zwar häufiger vorgekommen, aber auf den niedrigeren Limits lassen sich auch heute noch zahlreiche passende Gegner finden. Denke aber immer daran, dass durch einen Limp andere, eventuell bessere Drawing Hands im Spiel sein könnten, auf die du in der zweiten Setzrunde sehr genau achten musst.
Wenn du predraw mit einem Raise konfrontiert wirst, callst du deine sehr starken Hände nicht - du reraist!
Denke daran, mit einer sehr starken Hand oder einer Hand, die du für die aktuell beste am Tisch hältst, gegen einen Raise nicht einfach nur zu callen, sondern auf jeden Fall zu 3-betten. Auch wenn du die Situation als marginal erachtest, kannst du nach einer Faustregel beim 5 Card Draw vorgehen, die besagt, dass eine Hand, die gut genug zum Callen ist, genauso gut geraist werden kann.
In den meisten Fällen bist du in Heads-up-Situationen predraw ein 75%-Favorit und postdraw sind die Implied Odds oft eher gering. Wenn du beispielsweise predraw mit einem Raise konfrontiert wirst und im Cutoff KK-AA auf der Hand hast und davon ausgehst, dass deine Hand stärker als die Range des ursprünglichen Raisers ist, dann erhöhst du erneut, wenn du die Hand tatsächlich spielen willst.
Des Weiteren kannst du so die meisten anderen Paare oder Drawing Hands aus dem Pot drängen, die sonst einsteigen könnten. Treib den Preis für den Pot in die Höhe und lass den ursprünglichen Raiser bezahlen, wenn er seine Hand weiterspielen möchte. Das gleiche gilt für Twopairs und natürlich Trips oder Pat-Hands. Versuche immer, der Aggressor zu sein, den Tisch unter Kontrolle zu behalten und weake Caller zu bestrafen.
Erweitere deine Range, wenn du besser wirst – spiele in den Blinds aktiv!
Einige der oben genannten Ranges und Empfehlungen zum richtigen Spiel können durchaus etwas tight erscheinen und je weiter du dich als Spieler entwickelst, desto mehr solltest du auch von ihnen abweichen. So kannst du zum Beispiel first in vom Button auch 77 raisen, wenn du dazu einige hohe Beikarten hast (z.B. 77AKx). In diesen Fällen ist es unwahrscheinlicher, dass ein Gegner vor dir ein Paar Asse oder Könige hält.
Wenn du alleine in den Blinds bist, solltest du immer sehr aktiv sein. Sogar mit AK high kann man im SB oft gegen tighte/konservative und gleichzeitig passive Spieler attackieren und damit Profite erzielen. Umgekehrt kann man auch einen ständigen Angreifer vom SB im BB Heads-up gut reraisen.
In Extremfällen lässt sich das sogar mit 99-TT machen, meist aber ab AA-KK. Damit sollte man meist vorne liegen und, besonders weil man in der zweiten Setzrunde Position hat, auch langfristig profitabel spielen können.
Beachte bitte, dass sich die obigen Situationen auf FL 5 Card Draw beziehen. An PL- oder NL-Tischen gibt es viele Spots, in denen das Callen mit einem Twopair (gegen einen Raiser) korrekt sein kann, beispielsweise, um Potcontrol betreiben zu können. In diesen Games spielt die Position eine größere Rolle und oft sind auch die Implied Odds nicht zu vernachlässigen. Außerdem ist die Foldequity natürlich eine viel höhere.
Sehr oft kannst du mit einer Hand, die du für marginal erachtest, beim PL oder NL ein Raise callen, musst aber gleichzeitig daran denken, diesen Spielzug zu balancen und etwa 2/3 auch zu raisen, um nicht zu passiv und transparent zu spielen (so wirst du nur zum Spielball der Gegner). Mehr zu PL- und NL-Games wirst du dann in den kommenden Artikeln lernen.
Die folgende Tabelle zeigt dir empfohlene Ranges predraw für Anfänger beim 5 Card Draw. Dabei kann man gar nicht oft genug betonen, dass du immer mit einem Raise in die Hand einsteigen solltest.
| Position und Format | Openingrange |
| UTG 6-handed | KKA - AA oder besser |
| UTG+1 6 handed
UTG+1 5-handed |
First in: JJ-QQ oder besser
First in: JJAKQ-QQ oder besser |
| Cutoff 6-handed
Cutoff 5-handed |
First in: JJ-QQ oder besser
First in: TT-JJ oder besser |
| Button 6-handed
Button 5-handed |
First in: 99-TT oder besser
First in: 88-TT oder besser |
| SB (alle Formate) | First in: Anfänger könnten 88 oder besser raisen. Fortgeschrittene könnten 55 oder besser raisen. Sehr gute Spieler können jedes Paar oder auch AJ high raisen. |
| BB (alle Formate) | Calle hier Hände, die am Ende deiner eigenen Openingrange liegen. Reraise mit AA-KK oder besser (manchmal auch JJ-QQ oder besser), wenn du allein gegen aggressive und loose SB-Raiser spielst. |
Drawing und Carding
Das Drawing oder Carding an sich ist selbstverständlich einer der wichtigsten Teile des Spiels, da du hier zusammen mit den Setzmustern deine Informationen gewinnen kannst. Außerdem gibst du hier selber Informationen an deinen Gegner preis. Um profitabel spielen zu können solltest du allgemein immer so wenig Informationen wie möglich über die Stärke deiner Hand verraten. Um dies bewerkstelligen zu können, musst du dir einige Tricks einfallen lassen, um nicht etwa jedes Mal wenn du Trips hältst, dies deine Gegner immer durch das Folden zweier Karten wissen zu lassen. Mehr zu diesem Konzept erfährst du später.
Allgemein sollte man den Draw oder das Carding (also die Anzahl an Karten, die du tauschen möchtest und damit die Weitergabe von Informationen an die Gegner) immer so straight-forward wie möglich halten. Hat man also beispielsweise ein Paar (z.B. KKxxx) auf der Hand und wird gecallt, so drawt man immer drei neue Karten, um seine Hand zu verbessern. Es gibt viele Spieler, die diesen Prozess unnötig verkomplizieren wenn sie ein Paar haben, um so ihre Gegner eventuell täuschen oder die Action postdraw verringern zu können. Schau dir nun ein paar Situationen bezüglich des Draws und Carding mit einigen Handkategorien genauer an.
Du bekommst ein Paar wie KKAxx und eröffnest mit einem Raise vom Cutoff. Der BB callt dich und drawt zwei Karten. Jetzt bist du an der Reihe zu drawen. In dieser Situation solltest du unabhängig von der Zahl der getauschten Karten deines Gegners immer drei Karten drawen, um dein Paar zu verbessern.
Den Kicker zu behalten ist generell keine gute Idee und das gleich aus mehreren Gründen: Zunächst einmal scheint der Spieler im BB keine besonders gute Hand zu halten. Wenn er Trips oder besser gehabt hätte, hätte er normalerweise bereits predraw geraist. Du kannst also davon ausgehen, dass er sehr oft ein niedriges oder mittleres Paar mit einem halbwegs guten Kicker hält. Sein Kicker wird in den meisten Fällen ein Ass oder ein König sein, weswegen du deinen Kicker folden und drei Karten discarden solltest, um deine Hand zu Trips zu verbessern.
Des Weiteren erhöht das Behalten deines Kickers nicht deine Chancen auf ein Twopair. Viel wichtiger ist es, dass das Discarden von drei Karten deine Chancen auf Trips deutlich erhöht. Solltest du in diesem Fall deine Hand also zu Trips verbessern, bettest oder reraist du postdraw for Value und wirst hoffentlich ausbezahlt.
Wenn du ein Twopair hältst, ist die richtige Spielweise ziemlich einfach: Du drawst eine Karte in der Hoffnung, deine Hand zu einem Full House zu vervollständigen. Es soll sogar Leute geben, die mit einem Twopair auch Stand Pat spielen. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Manche halten ein Twopair für eine Premiumhand, die sie erst raisen oder reraisen, dann aber Stand Pat spielen, um am Ende in der Hoffnung auf lighte Calls der Gegner noch einmal zu valuebetten.
Andere Spieler wiederum spielen predraw damit einfach sehr aggressiv und checken ihre Hand postdraw einfach for Potcontrol oder Showdownvalue herunter. Diese Spielweisen sind aber deutlich suboptimal und nicht zu empfehlen. Mit einem Twopair drawst du ganz einfach eine Karte und beobachtest, was der/die Gegner am Draw machen, um in der nächsten Setzrunde optimal darauf reagieren zu können.
Mit Trips ist die optimale Drawing/Cardingstrategie schon etwas komplizierter. Die Faktoren hinter dieser Entscheidung sind zahlreicher, da du bedenken musst, dass du diese sehr starke Hand in den meisten Fällen auch postdraw for Value betten solltest und dabei sicher gerne ausbezahlt werden würdest. Wenn du dich zum Discarden von zwei Karten entscheidest, hast du eine größere Chance auf einen Vierling und wenn du einen deiner Kicker behalten möchtest erhöhst du deine Chancen auf eine Full House nur geringfügig.
Mit zunehmender Erfahrung beim 5 Card Draw wirst du feststellen, wie verschiedene Gegner unterschiedlich auf das Discarden von einer oder von zwei Karten mit Trips reagieren. Normalerweise solltest du jedoch eine Karte folden. Abhängig von deiner Position, der Anzahl der Spieler im Pot und ihrer Neigung, eine Hand manchmal über zu repräsentieren oder zu bluffen, könntest du auch zwei Karten discarden - besonders wenn du kleinere Trips als 888 hast. In diesem Fall wäre deine Hand ziemlich offensichtlich, aber in solchen Spots gibt es für gewöhnlich viele Hände mit Potential, wie hohe Paare oder Draws.
Eine andere Situation, in der es sich oft empfiehlt, zwei Karten zu discarden, ist wenn man first in am Button war oder vor sich Limper hatte. Dieser Spielzug funktioniert vor allem gegen notorische BB-Defender sehr gut, die oft Angst vor einem Steal haben, und auch gegen Spieler, die JJ-AA in früher Position limpen und sich zu einem Twopair verbessern. Beide Gegnertypen werden dich postdraw oft ausbezahlen, weil sie oft davon ausgehen, dass du von Beginn an ein Paar mit gutem Kicker hattest.
Grundsätzlich ist es aber empfehlenswert, eine Karte discarden, um deine Range aus Trips, Twopairs und Bluffs sowie Semibluffs zu balancen. So lässt du deine Gegner im Unklaren und bringst sie dazu, in der Postdraw-Setzrunde zu dir zu checken, wenn du Position hast. Du kannst dann einfach eine Valuebet setzen, wenn du Trips hast und brauchst in der Regel keine Angst vor einem Checkraise zu haben.
Denke aber daran, dass alle oben genannten Spielzüge vom richtigen Image abhängen. Du wirst selber herausfinden müssen, was für dich aufgrund vergangener Spielzüge und der allgemeinen Dynamik am Tisch am besten funktioniert. Generell empfiehlt es sich aber, meist nur eine statt zwei Karten zu folden, wenn du predraw Trips hältst.
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