Der Einsatz von Pokerstove
Einleitung
Es gibt viele stereotype Situationen, aber du wirst auch oft mit solchen konfrontiert, in denen unsere Musterlösungen nicht ausreichen, um eine perfekte Entscheidung zu fällen. Wie Du dieses Wissen aufbaust und es nutzbar machen kannst, wird dir im Folgenden erklärt.
Ein Artikel, den man unbedingt gelesen haben sollte, bevor man sich mit diesem hier beschäftigt:
Ich empfehle, die Beispiele hier im Thread selbst mit PokerStove nachzuvollziehen, um den Lerneffekt zu erhöhen.
Wozu wird Stove benutzt?
Stove ist ein Programm, welches es einem ermöglicht, schnell und exakt die Equity einer Hand in einer konstruierten Situation zu errechnen. Die wichtigste Anwendung dafür ist die Möglichkeit, der Erstellung genauer Equity-Charts. SHC und ORC wären ohne Stove gar nicht möglich. Außerdem ist man durch das "Herumspielen" mit Pokerstove in der Lage, ein Gefühl zu entwickeln, welches dabei hilft, in heiklen Situationen die richtige Entscheidung zu treffen. Auch das Gehirn arbeitet mit Hilfe von Mustererkennung. Diese unterbewusste Mustererkennung können wir dazu nutzen, korrekt und schnell die richtige Lösung zu finden.
Diese Intuitivität soll mit diesem Artikel gefördert werden.
Dazu ein kleines Beispiel: Nehmen wir den Starting Hands Chart als Grundlage unserer Überlegung: Für Einsteiger sicherlich optimal, allerdings hat er doch einige Schwächen, da er zwangläufig die meisten Situationen vereinfacht darstellt und somit der Komplexität des Preflop-Spiels nicht gerecht wird. Aus diesem Grund gibt es ja auch noch weitere Charts wie z.B.: „Das ORC, 3-bet-korn, 3-bet-betout, limp-iso-betout“. Aber selbst diese Charts sind nicht genug, um der Komplexität gerecht zu werden. So ist es vor allem schwer, Konstellationen mit mehreren Mitspielern verschiedenster Art mit diesen Charts zu analysieren. Diese unbekannten Variablen kann man aber mit einbeziehen, wenn man ein Grundverständnis entwickelt.
Dies benötigt allerdings jede Menge Lernbereitschaft und viel Übung. Aber nichts macht sich mehr bezahlt als ein perfektes Preflop-Spiel.
Was ist Equity/Durchschnittsequity?
Erst die Gegenüberstellung von Equity und Durchschnittsequity liefert eine Entscheidungshilfe. Nehmen wir z.B. an: Du spielst Heads-up, d.h. du hast eine Durchschnittsequity von 100/2 = 50%, und in diesem Beispiel eine erfundene Equity von 70%. Die 40% Differenz (der Sprung von 50% auf 70% sind ein Unterschied von 40%, nicht 20%!) repräsentieren somit deinen durchschnittlich zu erwartenden Gewinn.
Wie wende ich dieses Wissen nun an?
Im Prinzip wendet man dieses Wissen an, indem man nach einer Session eine Hand bei der man nicht 100% sicher war, die richtige Entscheidung Preflop gefällt zu haben, in Stove analysiert.
Dazu 2 Beispiele:
Beispiel 1:
Ich bin MP2 und habe QJs. Wenn vor mir alle Spieler folden, weiß ich, dass ich raisen kann, da QJs in im ORC enthalten ist. Wenn ein Spieler vor mir limpt, kann ich anhand der Stats, die ich von ihm habe, und dem Limp-Isolation-Chart von betout, ermitteln, ob meine Hand auch reicht um den Limper zu isolieren. Wenn ein Spieler vor mir raised, kann ich im 3-Betting-Chart nachsehen, ob meine Hand gegen diesen Spieler auch für eine 3-Bet reichen würde, ihn zu isolieren.
Nun callen aber 2 Spieler vor mir. Was mache ich nun? QJs hat Stärken in allen 3 wichtigen Bereichen. Es sind 2 recht hohe Karten, sie sind suited und connected. Ich habe also eine gute Hand für einen Mulitway-Pott. Ein Fold kommt also nicht in Frage. Die Frage ist nun, ob es sich hier lohnen würde zu raisen. Egal wie ich mich nun während der Hand entscheide, nach der Session öffne ich PokerStove und analysiere die Situation.
Zunächst sehe ich mir die Hand noch einmal im PokerTracker an. Dazu öffne ich die Datenbank, in der die heutige Session gespeichert wurde und suche mir im "Gereral Info"-Tab, in der Tabelle mit den Hand-Gruppen, QJs und suche dann in der untersten Tabelle die entsprechende Hand. Dann öffne ich sie und spiele sie noch einmal um sie zu rekapitulieren, wie der Ablauf war (Das ist natürlich keine Verpflichtung. Es macht sich aber besser, wenn man sich vorher noch einmal in die Hand reindenkt).
Nun kopiere ich aus der History den Namen eines der Gegner heraus und suche seine Stats, indem ich im "General Info"-Tab in der Players-Summary-Tabelle auf "More Detail..." klicke.
Folgende Daten finde ich:
Gegner1
VPIP: 69,81%
PFR: 13,56%
Gegner2
VPIP: 66,67%
PFR: 10,46%
Tipp:
Normalerweise muss man hierbei noch beachten, dass Gegner Positionsabhängig etwas andere Ranges haben. Korn hat für shorthanded folgendes grob Geschätzt:
| Zitat: |
| MP2 ~ 0.75 * PFR MP3 ~ PFR CO ~ 1.5 * PFR BU ~ 2 * PFR |
Die obere Grenze der Range wird durch diese PFR-Veränderung beeinflusst, die untere Grenze verringert sich ebenfalls, relativ zur Nähe zu den Early Positions.
Die meisten Gegner auf niedrigen Limits sind aber so fischig, dass ich ganz stark bezweifle, dass sie positionsspezifische Modifikationen vornehmen. Aus diesem Grund spielt es für unsere Überlegungen keine Rolle. Um die allgemeine Vorgehensweise zu erklären reichen diese Bespiele hier aus.
Nun kann ich Stove aktivieren und diese Ranges eingeben.
Player1:
Ich drücke auf den Knopf, auf dem „Player 1“ steht. Dadurch öffnet sich das Fenster „Holdem Distribution [Player 1]“. Dort wähle ich das Tab „Preflop“. Hier sehe ich nun alle möglichen Handkategorien, die man preflop haben kann. Direkt darunter befindet sich ein Schieberegler. Diesen verschiebe ich, bis rechts daneben ungefähr 70% steht.
Das ergibt dann diese Range: 22+,A2s+,K2s+,Q2s+,J2s+,T2s+,93s+,84s+,74s+,63s+,53s+,A2o+,K2o+,Q3o+,J5o+,T
6o+,96o+,86o+,76o
Das ist schon eine sehr weite Range. Der Gegner spielt fast alles. Also brauch ich an den äußeren Grenzen nicht viel modifizieren. Ich persönlich finde es trotzdem unlogisch, dass ein Spieler 63s aber nicht 73s spielen sollte. So ein Spieler sieht unmöglich, dass die Straight-Fähigkeiten von 63s höher sind und es deshalb eine leicht höhere Equity besitzt (weshalb Stove automatisch 63s vor 73s auswählt). Deshalb packe ich 73s und 83s auch hinzu. Um nun wieder auf meine 70% zu kommen muss ich aber wieder ein paar Hände entfernen. K2o und Q3o bieten sich dafür förmlich an. Auch wenn dieser Spieler vielleicht mal ab und zu K2o spielt, denke ich doch, dass er 73s wegen der Farbgleichheit bevorzugt.
Nun muss ich noch die Raise-Range rausschmeissen. Schließlich würde er mit diesen Händen raisen und nicht limpen.
Eine Raiserange von rund 14% beinhaltet die Hände 77+, A8s+, ATo+, K9s+, KJo+, QTs+, QJo.
Wenn ich diese rauswerfe, habe ich folgende Hand-Range für diesen Gegner:
66-22,A7s-A2s,K8s-K2s,QTs-Q2s,J2s+,T2s+,93s+,83s+,73s+,63s+,53s+,A9o-A2o,KTo-K2o,Q3o+,J5o+,T6o+,96o+,86o+,76o
Gut, damit bin ich erstmal fertig mit Gegner 1...
Player 2:
Ich drücke wieder auf den Knopf mit diesem Namen, gehe ins Preflop-Tab und wähle diesmal 67% aus. Das weicht zwar nicht immens von dem vorherigen Gegner ab, aber ein paar Unterschiede sollten dennoch zu finden sein.
Bei 67,1% finden wir folgende Range:
22+,A2s+,K2s+,Q2s+,J2s+,T2s+,94s+,84s+,74s+,64s+,54s,A2o+,K2o+,Q4o+,J6o+,T6
o+,96o+,86o+,76o
10% raise Range ist ein Standardwert. Das kommt so häufig vor, dass man die Range schnell eingegeben hat:
88+, A9s, AJo, KTs, KJo, QTs
Diese entfernen wir wieder, was uns zu folgender Gesamtrange für Spieler 2 führt:
77-22,A8s-A2s,K9s-K2s,Q9s-Q2s,J2s+,T2s+,94s+,84s+,74s+,64s+,54s,ATo-A2o,KJo-K2o,Q4o+,J6o+,T6o+,96o+,86o+,76o
So. Nun habe ich die relevanten Situationsbedingungen eingegeben und kann nun mit dem Experiment beginnen.
Tipp:
Grundsätzlich empfehle ich, alle Stove-Rechnungen mit Monte Carlo zu machen (direkt unter den Knöpfen "Evaluate" und "Clear all" hat man die Wahl zwischen "Enumerate All" und "Monte Carlo". Mehr dazu im Stove-Guide). Enumerate ist zwar deutlich genauer, aber für die meisten Betrachtungen reicht „Monte Carlo“ aus. Was interessieren mich denn 10 Stellen hinter dem Komma? „Monte Carlo“ bietet dafür den Vorteil einer zeitsparenden Analyse. Enumerate muss erst komplett durchrechnen, eh man die Ausgabe sinnvoll nutzen kann, was mitunter aber Stunden oder gar Tage dauern kann.
Gut, nun gebe ich bei "Player 3", direkt in dem Textfeld neben den Knöpfen, QJs ein und danach auf "Evaluate". Wenn ich dann nach ein paar Sekunden auf "Stop" drücke, bekomme ich folgende Ausgabe im unteren Textfenster:
| Zitat: |
|
6,121,905 games 9.047 secs 676,677 games/sec
Board: equity (%) win (%) tie (%) |
Hauptsächlich interessiert mich dabei die Equity-Spalte. Meine Durchschnittsequity brauche ich hier gar nicht ausrechnen. Ich sehe auch so, dass meine Equity deutlich höher ist als die aller anderen Spieler, ich also eine Edge habe und raisen kann (solange sie im ORC ebenfalls gelistet ist, was für QJs ab MP1 ja der Fall ist!).
Equity verschiedener Hände
Jetzt habe ich mir die Mühe gemacht und die ganzen Ranges eingegeben die eigentliche Auswertung war aber bereits nach kurzer Zeit beendet. Warum sollte ich die investierte Arbeit nun nicht mit weiteren Bespielen ausreizen?
Also denk’ ich mir, dass ich doch gleich mal ausprobieren kann, wie weit ich denn in dieser Situation mit welchen Händen gehen kann. Dazu überlege ich immer erst, in welcher Kategorie wohl bei welcher Hand die Untergrenze zum Raisen ist. Die relevanten Kategorien beginnen mit Pocket Pairs und gehen meist bis Kx-off/Qx-suited runter. Manchmal auch noch weiter, aber nur sehr selten.
Wenn QJs eine so große Edge hat, glaube ich, dass 77 auch noch eine Edge hat gegen diese Spieler. Also gebe ich mal 77 ein und schau mir an, was ich dann als Ergebnis erhalte.
| Zitat: |
| 5,214,943 games 7.563 secs 689,533 games/sec
Board: equity (%) win (%) tie (%) |
Sogar eine noch größere Edge. Na gut, geh ich doch mal ganz weit runter und analysiere mal, was Stove zu 33 sagt:
| Zitat: |
| 90,641,447 games 120.578 secs 751,724 games/sec
Board: equity (%) win (%) tie (%) |
Hier wird es schon enger. Also wird es dochmal Zeit, meine Durchschnittsequity zu errechnen. Wir sind 3 Spieler, 2 Gegner und ich. Also rechne ich 100/3=33,3...%. Wenn ich also 34% hab, habe ich eine positive Edge. Nun, da bin ich mit 33 ganz knapp drunter. In manchen Fällen kann man bei so knappen Abweichungen noch über strategische Vorteile eines Raises nachdenken. 33 hat allerdings keine strategischen Vorteile von einem Raise. Wir hoffen mit 33 eine weitere 3 am Flop zu treffen und dann viel Action zu bekommen. Wenn wir preflop schon raisen, haben wir a) weniger Gegner am Flop und b) haben diese Gegner auch eher Angst vor uns und geben uns postflop weniger Action. Außerdem kostet uns die Preflop-Runde damit mehr Geld, was wir mit dieser Hand nicht gern haben, da sie ja über sehr gute Implied Outs verfügt, unimproved jedoch sehr schwer zu spielen ist. Deshalb ist ein Call hier besser.
Ab 44 kann man hier aber raisen.
Machen wir mit Axs weiter. Wenn ich mit 44 raisen kann, denke ich auch, dass ich bis A2s runtergehen kann. Stove meint:
| Zitat: |
| 2,814,948 games 3.844 secs 732,296 games/sec
Board: equity (%) win (%) tie (%) |
A2s ist also locker drin.
Da das Ergebnis nicht mal knapp ist, kann ich vielleicht auch mit A2o raisen.
| Zitat: |
| 4,623,286 games 6.359 secs 727,046 games/sec
Board: equity (%) win (%) tie (%) |
Auch A2o ist also möglich.
Da der Unterschied zwischen AXs und KXs nicht allzu gewaltig ist, tippe ich bei KXs mal auf eine Untergrenze von K4s.
| Zitat: |
| 4,314,874 games 6.016 secs 717,233 games/sec
Board: equity (%) win (%) tie (%) |
gut, das geht. Vielleicht geht ja sogar noch K2s?
| Zitat: |
| 4,420,993 games 6.062 secs 729,296 games/sec
Board: equity (%) win (%) tie (%) |
Aber K2o ist sicher nicht mehr möglich.
| Zitat: |
| 2,016,334 games 2.734 secs 737,503 games/sec
Board: equity (%) win (%) tie (%) |
Dafür aber vielleicht schon K3o.
| Zitat: |
| 3,778,681 games 5.235 secs 721,811 games/sec
Board: equity (%) win (%) tie (%) |
Nein, K3o geht auch noch nicht. Na gut, also tasten wir uns hoch.
| Zitat: |
| 5,264,276 games 7.609 secs 691,848 games/sec
Board: equity (%) win (%) tie (%) 1,642,077 games 2.297 secs 714,878 games/sec Board: equity (%) win (%) tie (%) |
gut, bei K6o können wir also schon raisen (wenn es das open raising chart zulässt).
So können wir uns durch die Kategorien arbeiten bis wir eine Art Mini-Chart haben:
Pocketpairs - 44
As - A2s
Ao - A2o
Ks - K2s
Ko - K6o
Qs - Q6s
Qo - Q8o
Js - J7s/J8s (grenzwertig)
Jo - J9o
Ts - T8s
To - T9o
Wir haben gegen diese beiden Gegner also eine gewaltige Isolierrange. Häufig werden wir von dieser großen Range gar keinen Gebrauch machen können, da wir ja auch noch auf die Gegner hinter uns achten müssen, also noch etwas durch das ORC eingeschränkt werden.
Beispiel 2:
Da wir die Equity ja nicht nur zum Isolieren nutzen, sondern auch zum Einschätzen von Situationen, in denen es sich lohnt, die SB zu completen, auch wenn wir keine Equity-Edge haben, möchte ich dazu auch noch einmal ein Beispiel schreiben. Dabei reicht uns eine Equity, die mindestens 70% der Durchschnittsequity entspricht.
Ich bin SB mit T6s.
Vor mir callen 2 ziemlich loose Spieler (ich habe keine Stats der Gegner, daher schätze ich sie dem Limit .5/1 sh entsprechend auf vpip 50, pfr 10).
dann klicke ich in Stove auf "player 1" und gehe auf die "Preflop"-Kartei.
Dort gebe ich dann 50% ein. Dann schaue ich mir an, welche Hände ein so looser spieler von den ganzen Händen wohl eher nicht callt, welche andererseits interessanter wären. Ein looser Spieler, der z.B. 33 callt, der callt meist auch 22. Also noch 22 angeklickt.
Danach schau’ ich nochmal nach dem PFR. Da hat er 10%. Also überleg ich mir jetzt, welche von den ganzen Händen er wohl raisen würde und entferne sie aus seiner Range. (alle Kästchen die lila und gelb sind, sind die markierten, alles andere ist nicht in der Range).
Geraised werden üblicherweise hohe Pockets, viele Ace-high und besonders ace-suited Hands, einige gute Kings und King-Suiteds.
Das wären hier also 99+, A7s+, ATo+, KJs+ und KQo, die ich als raiserange festgelegt habe und deshalb ausschließe (schließlich hat der Gegner nur gecalled).
Damit komme ich auf eine Range, die Stove mit 40,3% einstuft. Dann drücke ich auf okay.
Ich stelle fest, dass in der Zeile neben player 1 jetzt Zahlen und Buchstaben stehen. Gucke ich sie mir genauer an, sehe ich, dass dies die Hand-Range ist:
88-22,A6s-A2s,KTs-K2s,Q2s+,J4s+,T6s+,96s+,86s+,76s,65s,A9o-A2o,KJo-K5o,Q7o+,J7o+,T8o+,98o
Diese kopiere ich dann für den mutmaßlich identischen player 2 und gebe bei player 3 dann meine Hand ein, T6s.
Solange kann ich mir Gedanken darüber machen, wie meine Durchschnittsequity ist. Ich habe 2 Gegner, dass macht 3 Spieler insgesamt.
100/3=33,3... %
Da ich im SB bin, reichen mir 70% davon aus um zu completen.
33,3%*70%=23,3%
Wenn mir Pokerstove also eine Zahl zwischen 23,5% (leicht aufgerundet. genauer als auf 0,5-tel brauchen wir das echt nicht) und 33% anzeigt, complete ich. Zeigt mir Pokerstove weniger, folde ich. Zeigt es mir mehr, raise ich.
So, mal schaun was PokerStove ausspuckt. Ich drücke auf Stop und bekomme im unteren Fenster eine komplette Aussage zu der Rechnung, welche wie folgt aussieht:
| Zitat: |
| 123,246,784 games 183.890 secs 670,220 games/sec
Board: equity (%) win (%) tie (%) |
Dort sehe ich, dass mein T6s eine Equity von 28,6% hat. Das ist deutlich mehr als die benötigten 23,5% aber noch zu wenig zum raisen. Also complete ich.
Zu beachten ist auch immer die Denkreihenfolge:
1. Kann ich diese Hand folden? 28% > 23,5% -> nein.
2. Kann ich diese Hand raisen? 28% < 33,3% -> nein.
3. Also muss ich wohl oder übel callen.
So. Nun stell ich mir die Frage, was denn wäre, wenn da noch ein ähnlicher Spieler gecalled hätte.
Kein Problem für mich. Ich kopiere die Handrange von player1 oder player2 einfach bei player4 rein und drücke wieder auf Evaluate.
Dann mach ich mir wieder über meine Durchschnittsequity Gedanken. Dadurch, dass wir jetzt 4 Spieler sind, ändert sich diese:
100/4=25%. 70%*25%=17,5%. Um zu completen, brauche ich hier also mindestens 17,5%.
| Zitat: |
| 44,769,044 games 118.844 secs 376,704 games/sec
Board: equity (%) win (%) tie (%) |
hier bekomme ich 22,3%. Wieder lasse ich dieselben 3 Überlegungen durchlaufen:
1. fold? 22,3% >17,5% -> nein.
2. raise? 22,3% < 25% -> nein.
3. call? (1.= nein) und (2. = nein) -> ja.
Es ist immer noch ein Limp.
Um mir sicher zu sein, mache ich schnell noch ein sehr extremes Beispiel: Mit 6 Gegnern.
Durchschnittsequity:
100/7=14,3%
14,3*70%=10%
| Zitat: |
| 2,871,131 games 78.563 secs 36,545 games/sec
Board: equity (%) win (%) tie (%) |
1. fold? 13,6% > 10% -> nein.
2. raise? 13,6% < 14,3% -> nein.
Ich stelle fest, dass es sich bei T6s in allen Fällen ab 2 Limpern vor mir lohnt zu completen. Im SB ist T6s also eine „call 2“-Hand (Vorraussetzung sind passive und schlecht spielende Gegner).
Der Artikel wurde sprachlich überarbeitet von BHCLoVa
Call gegen Openraiser
Zur Erweiterung dieses Artikels habe ich mich mal rangesetzt und ganz genau errechnet, mit welchen Händen man gegen welchen Openraiser callen kann.
Zuerst habe ich mit verschiedenen Chartvarianten rumprobiert, wie wir sie benutzen. Leider hat sich herausgestellt, dass ich dann Unmenge von Charts hätte machen müssen und die Interpretation davon recht schwer geworden wäre. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, mein Chart so zu gestalten, wie das Hand-Auswahlfeld für Pokerstove. Das hatte den Vorteil, dass ich durch den Einsatz mehrerer Farben eine zusätzliche Matrix-Dimension mit einarbeiten konnte und zweitens, dass das Auswerten so optisch unterstützt wird und man das Chart leichter interpretieren kann. Denn wenn wir mal ehrlich sind, wollen wir ja nicht noch ein Chart, sondern wir wollen ein Gefühl dafür entwickeln, ohne Chart zu spielen. Deshalb wollen wir herausfinden, was die Equity in ihrem Innersten zusammenhält (Jaja, Goethe der alte Haudegen 

Ablauf
Ich bin hier auf Grund der Menge an Informationen die es zu verarbeiten galt, etwas von dem angegebenen Übungsschema abgewichen und habe nicht immer versucht, genau die Hand zu schätzen, mit der ich einen grenzwertigen 35% Equity Call hätte, sondern hab mich da versucht möglichst effektiv heranzutasten, so dass ich zum Erreichen der richtigen Hand eine möglichst geringe Zahl an Händen stoven musste. Eine Umfassende Analyse von theoretischen 10% Preflopraise bis 100% Preflopraise gibt auch so genug Hände, die man bei verschiedenen PFR's durchstoved, so dass man mit diesen Grenzhänden, so oder so etwas Erfahrung sammelt und sich an diesen Leuchttürmen dann orientieren kann, wie man mit anderen Händen zu verfahren hat (Welcher Hand ähnelt meine aktuelle Hand am meisten, von der ich weiß, wie ich sie spiele? Was unterscheidet die beiden Hände und was könnte dafür sorgen, diese Hand hier nicht so zu spielen, wie das Bsp. an das ich mich erinnere?).
Dass ich während des Stovens schon versucht habe zu interpretieren, was sich wie verändert und warum, hat mein Interesse an der Arbeit wach gehalten und Spannung geweckt, wie sich das auf die nächst PFR-Stufe auswirken würde. Ich kann es also jedem nur empfehlen, diese Arbeit nicht nur monoton abzuarbeiten, sondern dabei wach zu bleiben und immer zu versuchen, zwischen den Zeilen und Spalten zu lesen. 
Das Chart "Big Blind vs any Open Raiser"
Der Aufbau des Charts ist wie gesagt genau wie in Stove. In der Diagonalen befinden sich die Pockets, nach Rechts gehen die suited Hands und nach links die Offsuiteds.
Die Tabelle an der rechten Seite gibt die Unterteilung aller preflopraise-Prozente in die Kategorien wieder, in die ich für die Berechnung aufgeteilt habe und die zugehörige Farbe.
Vergleiche ich die Farbe einer Hand mit der Tabelle rechts ergibt sich also ein PFR Wert. Schätze ich meinen Gegner auf eine Range mit diesem Prozentsatz oder einem größeren Wert, kann ich diese Hand im BB callen.
Dabei wurde nicht berücksichtigt, dass man eine Hand auch 3-betten könnte. Dieser Fall wird getrennt betrachtet. Hier in dem Chart wird nur ermittelt, mit welchen Händen man +EV callen kann.
Die Hände, deren Schrift weiß und deren Hintergrund schwarz sind, sind Hände die man niemals im BB callen sollte gegen einen preflopraise. Ihre Equity ist selbst dann zu schlecht, wenn man ganz genau weiß, dass der Gegner mit full random hands raist.
Interpretation
Nun. Diese werde ich euch vorenthalten. Überlegt selbst, was man an diesem Chart alles über die Eigenarten verschiedener Hände herausfinden kann und postet es!




