Aktualisiert am 12 März 26 von

Wie spielst du auf der 3rd Street?

Einleitung

In diesem Artikel

  • Welche Hände stark sind
  • Unter welchen Umständen du schwächere Hände spielen kannst
  • Wann du raisen und wann du callen solltest

Dieser Artikel befasst sich mit dem Spiel auf der 3rd Street in Seven Card Stud Hi/Lo. Auf dieser Street erhältst du deine ersten drei Karten ausgeteilt. Aufgrund der Komplexität von Stud8, den vielen möglichen Kombinationen und dem Einfluss der dead Cards (Karten, die nicht mehr ausgeteilt werden können) ist es nicht möglich, so etwas wie ein Starting Hands Chart anzugeben.

In diesem Artikel wirst du daher eine Kategorisierung der möglichen Starthände kennen lernen und Empfehlungen, wie diese am besten zu spielen sind.

Grob unterscheiden wir dabei:

  • Sehr starke Hände
  • Starke Hände
  • Marginale Hände

Kategorie 1: Sehr starke Hände, praktisch immer spielbar

ROLLED-UP TRIPS

Rolled-up Trips sind drei Karten eines Wertes. Diese Hände sind die stärksten möglichen Hi-Hände, haben aber keine oder, im Fall von Trip 8s oder niedriger, nur eine geringe Chance eine Lo-Hand zu machen. Daraus folgt, dass du den Pot mit diesen Händen nur scoopen kannst, wenn sich keine Lo-Hand qualifiziert. Daher solltest du mit rolled-up Trips bestrebt sein, die Lo-Hands schon auf 3rd Street aus dem Pot zu drängen.

Die Spielweise mit rolled-up Trips ist nicht einheitlich. Was du vor allem mit Trips Neunen bis Trips Könige verhindern willst, ist gegen einen Gegner mit einer Lo-Hand zu spielen. In solchen Fällen besteht die Gefahr, dass du nur den halben Pot gewinnst. Du hast in den späteren Runden auch kaum die Möglichkeit, dem Gegner die Odds zu zerstören.

Entweder willst du gegen viele Gegner spielen, vor allem solche, die auf eine Lo-Hand ziehen, oder gegen wenige, die auf eine Hi-Hand ziehen. Daher musst du jedes Mal neu überlegen, wie du das am besten bewerkstelligst.

Hast du zum Beispiel K K K und vor dir erhöht jemand mit einer offen sichtbaren Q, dann überlege, wie die Spieler hinter dir reagieren werden. Gehst du davon aus, dass sie diese Erhöhung auch mit schwachen Hi- oder Lo-Händen callen würden, kannst du auch callen.

Gehst du aber davon aus, dass sie nur mit sehr starken Händen für einen Low callen würden, solltest du weiter erhöhen, um die Spieler mit ihren Lo-Händen aus dem Pot zu bekommen und so den Spieler vor dir, der erhöht hat, zu isolieren, damit du gegen ihn den gesamten Pot gewinnen kannst.

Hast du hingegen 7 7 7, kannst du auch ruhig sofort erhöhen, um den Gegnern das Gefühl zu geben, du würdest versuchen, die anderen Lo-Hände aus dem Pot zu drängen, um wenigstens auf die eine Hälfte zu spielen.

Sei vorsichtig mit Händen ab 9 9 9, wenn vor dir jemand mit einer sichtbaren höheren Karte als deine Trips erhöht. Erhöhst du in so einer Situation weiter, wird ein aufmerksamer Spieler sehr schnell bei dir Trips vermuten oder mindestens ein höheres verstecktes Paar als seine offene Karte und nicht mehr viel Geld in diese Hand investieren.

DREI KARTEN ZU EINEM LOW STRAIGHTFLUSH

Damit sind Hände wie 3 4 5 oder 5 6 7 aber auch 3 4 6 gemeint, also drei verbundene Karten der gleichen Farbe mit der Sieben oder Acht als höchste Karte. Es kann auch ruhig einmal eine Karte dazwischen fehlen. Diese Hände sind jedoch umso besser, je weniger Gaps zwischen den Karten liegen.

Diese Hände können sich zu Straights, Flushs, Straightflushs, Lows und noch einigen anderen Händen entwickeln. Daher sind dies einige der stärksten Starthände in Stud8. Du wirst sie praktisch immer auf der 3rd Street spielen und oft auch aggressiv spielen, d.h. raisen und reraisen.

Durch diese Stärke hast du auch mit diesen Händen wieder eine Vielzahl von Möglichkeiten, sie zu spielen. Du kannst gegen viele Gegner spielen oder gegen wenige. Du kannst erhöhen, callen, eine Erhöhung reraisen usw. Beachte aber, wie live deine Hand ist, ob dein Lo-Draw der bestmögliche ist und ob du Gegner lieber aus dem Pot drängen oder im Pot halten möchtest. Im Regelfall willst du andere Lo-Draws lieber herausdrängen und gegen möglichst viele Hi-Hands spielen.

Hast du zum Beispiel 5 6 7 und siehst hinter dir eine offene 6 oder etwas Kleineres liegen, dann ist ein Raise die bessere Wahl, um den Spieler aus dem Pot zu drängen. Damit erhöhst du die Chancen, dass deine Lo-Hand am Ende die beste ist, sofern du sie triffst.

Hast du keine Möglichkeit, solche Spieler zu vertreiben, z.B. weil sie vor dir sitzen, dann beobachte genau, wie deren Hand sich auf der 4th Street entwickelt, und nutze dort die Gelegenheit, wenn sie sich bietet.

Doch auch wenn es oft besser ist, zu erhöhen, solltest du nie vergessen, dass du immer noch eine drawing Hand hältst, und mit Draws bevorzugst du viele Gegner. Vor allem wenn viele deine Outs live sind, brauchst du dich vor einem höheren Paar oder dergleichen nicht zu fürchten, ebenso wenn es nicht danach aussieht, dass deine Gegner auf eine bessere Lo-Hand ziehen.

In solchen Fällen kann dir gar nichts Besseres passieren, als gegen viele Gegner zu spielen und dann am Ende beide Pötte zu gewinnen.

ZWEI ASSE UND EINE LO-CARD

Zwei Asse und eine kleine Karte sind eine sehr starke Starthand. Eigentlich kann man sie direkt nach den bisher genannten nennen. Je mehr zusätzliche Möglichkeiten man mit dieser Starthand hat, umso stärker wird sie. Hat man zum Beispiel nicht nur zwei Asse und eine kleine Karte, sondern sind auch noch zwei der Karten in einer Spielfarbe oder kann man mit diesen zwei Karten eine Straight machen, wird diese Starthand noch stärker.

Je kleiner die Beikarte zu den beiden Assen ist, desto wahrscheinlicher ist es, noch die beste Lo-Hand zu bekommen, und desto stärker ist die Hand. Sie gewinnt ihre Stärke jedoch nicht daraus, wozu sie sich entwickeln kann, sondern daraus, was sie bereits ist. Die Entwicklungsmöglichkeiten verstärken sie nur noch.

Ein Paar Asse sind das höchste mögliche Paar und nur rolled-up Trips sind in dem Moment eine stärkere fertige Hand. Mit dieser Hand willst du daher auch lieber gegen wenige Gegner spielen, am besten solche, die selbst auch auf den Hi-Pot gehen. Sie ist aber ebenso gegen Spieler, die auf den Lo-Pot gehen, spielbar, da sie sehr viel Potenzial hat, sich auch zu einer Lo-Hand zu entwickeln.

Du solltest mit dieser Hand daher versuchen, das Spielerfeld zu verkleinern, so dass nur wenige oder sogar nur ein Gegner übrig bleibt. Eine Ausnahme besteht, wenn vor dir eine Hi-Hand erhöht hat und hinter dir keine gefährlichen Lo-Cards sitzen. In diesem Fall kannst du auch nur callen, um drei Lo-Cards zu repräsentieren und die Hi-Hand nicht direkt zu vertreiben.

Kategorie 2: Starke Hände, meistens spielbar

3-SUITED LO-CARDS

Hiermit sind drei kleine Karten (Acht oder kleiner, kein Ass) der gleichen Spielfarbe gemeint, die aber keine Möglichkeit haben, sich mit zwei weiteren Karten zu einer Straight zu entwickeln. Diese Hand ist immer noch sehr stark, jedoch nicht so stark wie drei Karten zu einem kleinen Straightflush. Ihre Stärke resultiert aus der Möglichkeit, den Lo-Pot zu gewinnen, und daraus, sich zu einem Flush zu entwickeln und damit den Hi-Pot zu gewinnen.

Zusätzlich Stärke erhält diese Hand, wenn zwei Karten noch connected, also nebeneinander in einer Reihe, sind. Damit gewinnt sie noch einiges an Straightpotenzial hinzu. Ebenso gewinnt diese Hand umso mehr an Stärke für den Lo-Pot, je kleiner die Karten sind.

Auch mit dieser Hand solltest du versuchen, andere Lo-Draws aus dem Pot zu drängen, falls möglich. Overplaye sie aber nicht auf der 3rd Street, denn wenn du dich nicht verbesserst, musst du die Hand auf 4th oder spätestens 5th Street folden. Dies gilt insbesondere, wenn deine Flush-und Lo-Outs nicht 100% live sind.

Diese Hand lässt sich auch gut Heads-up spielen, da sie durch die Flushmöglichkeiten Potenzial hat, den Pot zu scoopen, doch sollte man sie lieber gegen mehrere Gegner spielen.

Sind dagegen mehrere Karten deiner Farbe sichtbar, kann diese Hand unspielbar werden. Wenn mehr als zwei Karten deiner Farbe sichtbar sind, sinkt die Wahrscheinlichkeit für einen Flush erheblich. In solch einer Situation solltest du deine Hand nur noch weiterspielen, wenn du den vermutlich besten Lo-Draw hast. Eine große Gefahr mit dieser Art von Starthand besteht darin, sich nur marginal für Low zu verbessern und dann auf das zweitbeste Low zu drawen. Das kann sehr teuer werden!

DREI LO-CARDS MIT STRAIGHTDRAW

Diese Hand spielt sich genau so wie die vorherige, natürlich mit dem Unterschied, dass man auf die Karten achtet, die eine Straight machen. Falls mit zwei gleichfarbigen Karte Flushpotenzial vorhanden ist, gewinnt sie an Stärke.

Spiel vorsichtiger mit dieser Hand, denn es gibt immerhin mehr Hände, die eine Straight schlagen, als Hände, die einen Flush schlagen. Es kann also gut sein, dass man seine Hand trifft und trotzdem gegen eine höhere, wie z.B. einen Flush, verliert. Man sollte daher die offenen Karten sehr genau im Auge behalten und, falls es nach Flush bei den Gegnern aussieht, die eigene Hand lieber aufgeben. Auch sollte man die Hand lieber aufgeben, wenn man sich nicht schnell zu einem 4-Card-Straightdraw verbessert und nur einer zweitbesten Lo-Hand nachjagt.

Sind deine drei Karten nicht in einer Reihe, sondern fehlt eine wie z.B. bei 3 4 6, musst du vorsichtiger werden, da du genau diese fehlende Karte benötigst. In solch einem Fall spielst du zuallererst auf den Lo-Pot, denn für den Straightdraw hast du nur vier Outs, um dich zu verbessern. Solch eine Hand solltest du schnell aufgeben, wenn du nicht zusätzlich die stärkste Hand für den Lo-Pot hast.

Ist die Gap-Karte nicht vollständig live und der Lo-Draw nicht der beste auf dem Board, kann je nach Action auf der 3rd Street auch ein Fold die richtige Wahl sein. Noch schlechter sind Straightdraws mit zwei Gaps wie z.B. 3 5 7 oder 3 4 7 . Diese sind eher als Razzhands einzustufen, als Lo-Hands ohne Hi-Potenzial, denn als Straightdraws und entsprechend vorsichtig zu behandeln.

DREI LO-CARDS MIT EINEM ASS

Auch drei Lo-Cards, die ein Ass beinhalten, bilden einen Lo-Draw mit Hi-Potenzial. Auch hier gilt wieder das gleiche wie bei den beiden Händen zuvor. Je mehr Straight- und Flushpotenzial diese Hand hat, desto stärker ist sie. Aber du solltest aufpassen, denn du hast hier nicht so viele Möglichkeiten, eine Hi-Hand zu bekommen.

Du benötigst daher besseres Lo-Potenzial, um in die Hand einzusteigen. Außerdem solltest du darauf achten, dass das Ass live ist, denn ein Paar Asse zu treffen, stellt deine beste Chance auf den Hi-Pot dar. Daraus folgt auch, dass du mit dieser Hand lieber gegen wenige Gegner spielst, da so die Wahrscheinlichkeit steigt, dass ein oder zwei Paare gut genug für den Hi-Pot sind.

Achte wieder darauf, dass du nicht gegen bessere Hi- und bessere Lo-Hände spielen willst. Du solltest versuchen, mindestens in eine Richtung auf die stärkste Hand zu ziehen. Scheint also ein Gegner Twopair oder Trips zu haben und ein anderer einen besseren Lo-Draw, ist ein Fold zwingend angebracht.

DIE BESTE HI-HAND AUF DEM BOARD

Mit dieser Kategorie sind hohe Paare wie Kings oder Queens gemeint. Reine Hi-Hands sind sehr gefährlich zu spielen in Stud Hi/Lo, da es oft Lo-Hands gibt, die sich eine Hälfte des Pots sichern und dazu noch Chancen auf die andere Hälfte des Pots mit einem Straight-oder Flushdraw haben können. Diese Situation nennt man Freerollen und man ist ihr mit einer reinen Hi-Hand oft ausgesetzt.

Absolut katastrophal ist es, wenn man eine reine Hi-Hand hat und diese nur die zweitbeste ist. Hier drawt man praktisch mit halben Pot Odds. Spiele hohe Paare daher nicht, wenn Gegner höhere sichtbare Karten zeigen. Selbst wenn sie noch nicht in die Hand eingestiegen sind, solltest du folden und auf eine bessere Situation warten. Das schlimmste, was dir passieren kann, ist, gegen ein sichtbares Ass zu spielen. Auch wenn der Gegner kein Paar Asse hat, kann er auf einem Lo-Draw sein und dich zudem auch für den Hi-Pot schlagen, wenn er ein weiteres Ass bekommt. Außerdem weiß er im Gegensatz zu dir, woran er ist, so dass deine Playability mit einem hohen Paar wie KK gegen ein offenes Ass sehr schlecht ist.

Ein hohes Paar gewinnt an Wert, wenn es zum Beispiel noch einen Kicker hat, der zwei Karten zu einer Straight oder einem Flush macht. Damit hast du, wenn auch nur geringe, weitere Möglichkeiten, dich zu verbessern und den Hi-Pot zu gewinnen.

Eine kleine Beikarte eröffnet zwar die Möglichkeit, noch eine Lo-Hand zu treffen, allerdings ist diese Chance erstens doch sehr gering, da man die nächsten vier Karten perfekt treffen muss, und zweitens würde man dann für die Hi-Hand nur mit einem Paar spielen und somit seltener den Hi-Pot gewinnen. Eine kleine Beikarte verstärkt die Hand daher hauptsächlich, wenn sie offen liegt und so den Anschein erweckt, man wäre auf einem Lo-Draw. Dies ermöglicht es, die Hand deceptive zu spielen und Action von schlechteren Hi-Hands zu bekommen.

Diese Art von Hand lässt sich gut gegen einen Gegner, am besten einen mit einer schlechteren Hand für den Hi-Pot, spielen. Man sollte allerdings vor allem gegen mehrere Gegner aufpassen, wie sich diese entwickeln. Vor allem wenn weitere Hi-Hände dabeibleiben, sollte man sich fragen, wieso und ob diese einen nicht doch schlagen könnten.

Gegen viele Lo-Hände sollte man unterschiedlich spielen. Wenn man zum Beispiel auf der 3rd Street durch eine Erhöhung nur die wenigsten aus dem Pot drängen kann, sollte man lieber nur callen und erst auf der 4th Street anfangen, aggressiv zu spielen, wenn einige der Gegner eine hohe Karte bekommen. Erhalten aber auf der 4th Street viele Gegner kleine Karten und du verbesserst dich nicht mindestens zu Twopair, solltest du diese Hand lieber aufgeben.

Das wichtigste, was du mit diesen Händen beachten musst, ist, dass du wirklich die höchste Hand hast. Diese Frage solltest du dir nicht nur auf der 3th Street stellen, sondern auf jeder weiteren erneut. Auch bei Spielern, die auf Lo gehen, solltest du dir dies immer fragen.

Ein Paar alleine reicht oft nicht, um den Hi-Pot zu gewinnen. Daher solltest du deine hohen Paare nur spielen, wenn nicht mehr als eines deiner Outs tot ist. Ansonsten folde besser, denn dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass du auf dem River nur die zweitbeste Hi-Hand haben wirst.

Kategorie 3: Marginale Hände, unter Umständen spielbar

FLUSH- UND STRAIGHTDRAWS OHNE LO-DRAW

Diese Hände sind in Stud Hi/Lo eher schwach und sollten nur in Ausnahmefällen gespielt werden. Denk daran: Es ist nicht profitabel, nur auf den halben Pot zu drawen! Um die Hand spielen zu können, müssen deine Outs extrem live sein. Außerdem solltest du entweder Flush- und Straightpotenzial haben (z.B. mit T J Q) oder zwei Lo-Cards (z.B. K 6 5).

Hast du zwei Lo-Cards, ist es von großem Vorteil, wenn eine davon offen liegt, da so weniger offensichtlich ist, dass du vorwiegend auf eine Hi-Hand drawst. Diese Hände sind auch dann eher spielbar, wenn schon einige Hi-Hands in den Pot eingestiegen sind und du gegenüber diesen Händen Overcards besitzt.

LO-HANDS OHNE STRAIGHT- ODER FLUSHPOTENZIAL (RAZZHANDS)

Hiermit sind Hände gemeint, die aus drei unkoordinierten Lo-Cards bestehen. Spiele diese Hand nie und nimmer, wenn du das Gefühl hast, gegen eine bessere Lo-Hand antreten zu müssen. Auch solltest du mit solchen Händen nicht Heads-up spielen. Diese Hand spielt sich gut gegen viele Hi-Hände und so billig wie möglich. Sie hat keine Möglichkeit, durch zwei Karten zu einer Straight oder zu einem Flush und so zu einer Hi-Hand zu werden, sondern sie ist eine reine Lo-Hand.

Gegen eine Erhöhung ist diese Art von Hand nur spielbar, wenn bereits mehrere Hi-Hände mit dabei sind. Du selbst solltest mit ihr nur selten erhöhen. Ein Grund für eine Erhöhung wäre, wenn vor dir bereits mehrere Hi-Hände im Pot sind und du mit einer Erhöhung weitere Lo-Hände zum Folden bringen kannst, so dass du als einzige Lo-Hand übrig bleiben würdest. In so einem Fall solltest du aber eine kleinere Karte als die anderen Lo-Hände offen liegen haben.

Zusammenfassend kann man bei dieser Art von Hand sagen, dass sie nicht so stark ist, wie viele zunächst glauben, und sie kostet daher, wenn man sie falsch spielt, oft sehr viel Geld. Merke dir einfach, dass du mit ihr niemals gegen bessere Lo-Hände oder Heads-up spielst. Am besten spielst du gegen viele Hi-Hände und du solltest dein Möglichstes tun, dass das so passiert.

KLEINES PAAR MIT ASS ALS KICKER

Diese Art von Hand ist selten spielbar und du wirst sie meistens folden. Allerdings gibt es auch hier eine Ausnahme und diese ist, wenn du gegen einen Gegner mit einem hohen Paar stehst. Versuche dann, alle anderen Spieler bis auf den mit dem hohen Paar aus dem Pot zu drängen.

Der Hintergedanke liegt darin, dass man mit einem Underpair und einer Overcard nur ein relativ kleiner Underdog gegen ein höheres Paar ist (ca. 40:60 in Stud High) und dieser Nachteil durch die Möglichkeit, eine Lo-Hand zu machen, aufgewogen wird.

Hältst du das für unmöglich, ist ein Fold besser. Um diese Hand zu spielen, müssen allerdings die eigenen Outs live sein, das heißt es darf kein weiteres Ass oder eine passende Karte zu deinem Paar offen bei den Gegnern liegen.

Gegen einen Gegner mit einem hohen Paar spielt sich diese Hand allerdings nicht schlecht. Er darf dazu allerdings nicht ein Paar Asse halten, denn so ist diese Hand nicht spielbar. Hat er allerdings ein Paar Könige so hast du eine Menge Möglichkeiten, den Gegner zu schlagen, zum Beispiel indem sich dein Paar zu Trips entwickelt oder du ein zweites Ass erhältst. Auch hast du noch die Chance, den Lo-Pot zu gewinnen und den gesamten Pot zu scoopen, wenn du weitere kleine Karten bekommst.

Mit dieser Art von Hand musst du aber sehr genau beobachten, wie sich die offenen Karten des Gegners entwickeln. Paart er z.B. seine Doorcard oder bekommt er Karten, die ihm zu einer Straight oder einem Flush verhelfen könnten, solltest du dich von deiner Hand trennen.

Auch gegen eine Lo-Hand ist diese Hand in einem Heads-up spielbar, vor allem, wenn man selbst eine kleinere Karte offen liegen hat als der Gegner. So hast du oftmals die Möglichkeit, falls du auf der 4th Street eine weitere Lo-Card bekommst und der Gegner dagegen eine schlechte Karte, ihn mit einem Einsatz zum Folden zu bringen.

Das gilt auch, wenn dein Paar größer als die offene Karte des Gegners ist. In diesem Fall solltest du so aggressiv wie möglich spielen und ihn teuer dafür bezahlen lassen, dass er auf eine Lo-Hand zieht. Insbesondere wenn er auf der 4th und/oder 5th Street eine für ihn schlechte Karte bekommt und du dagegen eine gute für den Lo-Pot, solltest du setzen und ihm nicht die Möglichkeit für eine Freecard geben.

Wichtig ist, mit dieser Hand gegen nur einen Gegner zu spielen und vor allem, wie immer bei Stud8 nicht gegen zwei Gegner, die je eine bessere Hand für Low und für High haben.

KLEINES PAAR MIT NIEDRIGEM KICKER

Hiermit sind kleine Paare, Achter oder niedriger, gemeint, die ebenso eine kleine Beikarte haben. Diese Art von Händen wird stärker, wenn zusätzlich zu dem Paar zwei Karten in einer Farbe oder in einer Reihe vorhanden sind. Derartige Hände sind allerdings nicht sehr stark und man sollte damit auf keinen Fall gegen eine höhere Hand spielen. Im Heads-up gegen eine weitere Lo-Hand sind sie hingegen spielbar. In diesem Fall solltest du allerdings aggressiv spielen und vor allem wenn dein Gegner auf der 4th Street eine schlechte Karte bekommt, aggressiv setzen, um ihn so schnell wie möglich zum Folden zu bringen.

Wann raist du, wann callst du?

Raise solche Hände, die sich Heads-up besser spielen, z.B. hohe Paare. Mit Lo-Hands solltest du aus early Position besser limpen, um die Action nach dir abzuwarten. Gerade wenn du einen guten Lo-Draw mit Hi-Potenzial wie 345 hast, ist es oft besser, einen Multiwaypot zu spielen, indem schwächere Lo-Hände und mittelmäßige Hi-Hands nach dir limpen, so dass du einen großen Pot gewinnen kannst, wenn du deine Hand machst.

First in aus später Position, also ca. 3 Spieler vor dem Bring-in, solltest du all deine spielbaren Hände openraisen, um dir die Chance zu geben, die Antes direkt auf der 3rd Street einzusammeln.

Auch nach einem Raise ist es oft besser, mit Lo-Hands nur zu callen, da du oft folden musst, wenn du auf der 4th Street nur eine schlechte Karte triffst. Mit einer guten Hi-Hand kannst du wiederum ein Openraise einer Lo-Hand reraisen, um gegen sie möglichst Heads-up zu spielen.

Fazit

Wie du gesehen hast, ist eine präzise Strategie für die 3rd Street kaum möglich. Welche Hände du wie spielst, hängt auch in Stud8 immer von der Action der Gegner und deiner Position gesehen zum Bring-in ab. Wichtig für deine Spielentscheidung ist zudem auch die Frage, welche Doorcards deine Gegner zeigen. Ist die Doorcard niedrig, sind sie vllt. eher auf einem Lo-Draw. Ist sie hoch, deutet das auf Hi-Potenzial hin, vielleicht schon ein fertiges Paar. Das genauer zu erkennen erfordert, wie immer im Poker, etwas Übung und Erfahrung.

Mit den hier vorgestellten Handkategorien und empfohlenen Grundspielweisen solltest du aber in der Lage sein, das Spiel auf der 3rd Street mit einer soliden Wissensbasis anzugehen. Der nächste Artikel befasst sich jetzt mit dem Spiel auf der 4th Street:
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