Aktualisiert am 12 März 26 von

Bluffs (2) - Flop

Einleitung

In diesem Artikel

  • Welche Möglichkeiten dir der Flop für einen Bluff bietet
  • Wann ein direkter oder ein vorbereitender Bluff besser ist
  • Auf welche Faktoren du achten solltest

In diesem Artikel wirst du Möglichkeiten kennenlernen, die dir der Flop für einen Bluff bietet. Es stehen dir dabei einige Optionen zur Verfügung, die du je nach Gegner, Board und Situation anwenden kannst.

Um diese Lines mit Bedacht zu wählen, wirst du heute einige Spots kennenlernen, in denen du selbst abschätzen kannst, ob ein direkter bzw. ein vorbereitender Bluff eine gute Lösung oder eher Geldverbrennung ist.

Arten des Bluffs am Flop

Wie schon im vorherigen Artikel Bluffs (1) – Preflop wirst du wieder eine Übersicht über alle möglicherweise auftretenden Fälle bekommen. Neben der Erläuterung eines Spots gibt es einen kurzen Überblick über die grobe Mathematik, über interessante Gegnerstats und über die Möglichkeiten, damit einen weiterführenden Bluff auf einer der kommenden Streets vorzubereiten.

Selbstredend wird auch das Board kritisch beäugt, dafür wirst du den einen oder anderen Flop einschätzen müssen.

Welche Möglichkeiten stehen am Flop zur Verfügung?

  • Continuationbet
  • Donkbet als Bluff
  • Checkraise als Bluff
  • Positionbet bei Check des Gegners
  • Bluffraise
  • Bluffcall (inkl. Intention am Turn zu floaten)

Ausnahmespots wie Bluff-3-Bets oder Bluffshoves sind zu speziell, um sie allgemeingültig behandeln zu können. Ohne klare Reads solltest du mit solchen Maßnahmen sehr sparsam umgehen.

Continuationbet
BEISPIEL 1:

PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)

Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100)
Hero ($100)
SB ($100)
BB ($100)

Preflop: Hero is Button with A , 2
3 folds, Hero raises to $4.00, 1 fold, BB calls $4.00

Flop: ($8.50) K, 9, 3 (2 players)
BB checks, Hero bets $5.75, ...

Eine Continuationbet ist eine einfache Bet am Flop, nachdem du bereits preflop Aggression gezeigt und durch die letzte Erhöhung dort das Recht der Initiative bekommen hast.

In Position hast du dabei nicht nur den unschätzbaren Vorteil, erst einmal den Check deines Gegners abwarten zu können (kleiner Informationsvorteil), sondern sie wird in Position auch häufiger funktionieren, da dein Gegner selbstverständlich die ganze Hand über out of Position spielen muss. Er kann somit weder günstig zum Showdown kommen, noch hat er viele Optionen zu floaten.

Out of Position musst du daher etwas vorsichtiger sein, jedoch ist auch hier in vielen Fällen eine Continuationbet sinnvoll.

Das Wort „Continuationbet“ an sich definiert eigentlich jede Bet des Preflopaggressors am Flop, auch wenn du eine sehr gute made Hand getroffen haben solltest. Im Folgenden wird die Continuationbet aber als Bluffbet angesehen.

MATHEMATIK

Die Mathematik ist natürlich recht einfach, die einzige Abhängigkeit besteht in deiner Betsize:

Der Pot wird zu 9$ angenommen:

Betsize: 9$ (Potsize) => (Betsize/Potsize) => 9/18 = 50% benötigte Foldequity

Betsize: 6$ (2/3 Potsize) => 6/15 = 40% benötigte Foldequity

Betsize: 4,50$ (1/2 Potsize) => 4,50/13,50 = 33,3% benötigte Foldequity

Der grobe Richtwert sollte hier bei ca. 2/3 Potsize liegen. Er erfüllt drei wichtige Rahmenbedingungen:

  • Die Bet erzeugt mehr Foldequity als kleine Bets.
  • Sie muss dennoch nicht zu häufig funktionieren.
  • Mit dieser Betsize kannst du auch starke Hände for Value und Protection anbetten (Balancing).
STATS

Der wichtigste Wert sollte klar sein, es ist der fold to Continuationbet Flop. Foldet dein Gegner weit über 50% seiner Hände am Flop, ist theoretisch jede deiner Continuationbets ein guter Spielzug (in Abhängigkeit des Boards). Foldet dein Gegner nichts, solltest du naturgemäß eher wenig bluffbetten.

Zudem musst du dir die Frage stellen, wie dein Kontrahent auf den weiteren Streets agiert. Ist er grundsätzlich in der Lage, sich im Verlaufe der Hand von mittelmäßigen made Hands zu trennen? Dabei helfen beispielsweise fold to Continuationbet Turn/River sowie der Went-to-Showdown.

Ebenso sollte das Gesamtbild des Gegners immer im Hinterkopf schweben, mit wem hast du es grundsätzlich zu tun?

  • Callingstations folden ungerne, callen aber viele Hände runter.
  • Rocks und TAGs folden in der Regel viel.
  • LAGs und Maniacs callen zwar nicht zu häufig, können aber raisen und gegenbluffen.
VORBEREITENDER BLUFF / GESAMTEINSCHÄTZUNG

Wie gerade erwähnt, ist es wichtig zu überblicken, wie sich dein Gegner auf den folgenden Streets verhält. Was hast du für Optionen am Turn? Entweder du bettest erneut (2nd Barrel), du checkraist oder du gibst deine Hand durch check/fold einfach auf.

Foldet dein Gegner demnach am Flop sehr wenig, dafür aber sehr häufig auf die 2nd Barrel, so kann die Continuationbet durchaus +EV sein, weil sie schon mit dem Turnplay zusammen als Spielzug angesehen werden kann.

In Position hast du zudem die Möglichkeit, den Turn zu checken, um am River zu bluffen. Dies hat den Vorteil, dass man der Line „checkbehind Turn / bet River“ häufig Kredit zollt. Problematisch ist dabei nur, dass man selten etwas gutes verkaufen kann.

DAS BOARD

Vor allem bei der Continuationbet gilt es, das Board zu beachten. Ideal sind dabei Boards mit einer Highcard, zwei Lowcards und wenig möglichen Draws. Auf diesen Boards erzielst du die höchste Foldequity.

Über gute und schlechte Boards kann man lange diskutieren, dafür gibt es jedoch entsprechende Artikel, die sich direkt mit dieser Thematik auseinandersetzen. Diese findest du etwas weiter unten unter „Weitere Lektüre“.

MULTIWAY

In multiway Spots hast du grundsätzlich das Problem, bei einem reinen Bluff mehrere Gegner dazu zu bewegen, ihre Hand aufzugeben. Hast du dort zwei tighte Spieler sitzen, die ihre Hand jeweils zu 60% am Flop aufgeben - was für dich sehr gut ist - so benötigst du dennoch 36% Foldequity (0,6 * 0,6).

Wie du oben gesehen hast, brauchst du bei einer 2/3-Potsizebet ca. 40% Foldequity. Somit ist in multiway Spots Vorsicht geboten. Gegen mehr als zwei Gegner kannst du ohne jegliche Outs im Rücken durchaus gänzlich auf Continuationbets verzichten.

BEISPIEL 2:

PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)

Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100)
Hero ($100)
SB ($100)
BB ($100) (25 / 10 / 58 / 55 / 29) (VPIP ; PFR ; fold- to-Cbet Flop ; fold-to-Cbet Turn ; WTS)

Preflop: Hero is Button with X X
3 folds, Hero raises to $4.00, 1 fold, BB calls $4.00

Flop: ($8.50) Q, 8, 4 (2 players)
BB checks, Hero bets $5.75, ...

Ein guter Spot! Dein Gegner zeigt zwar grobe Tendenzen einer Callingstation, dennoch legt er seine Hand am Flop häufig genug weg. Das Board ist ideal, es liegen keine gefährlichen Draws draußen, du hast Position und solltest daher betten. Im worst Case könnte man sogar über eine 2nd Barrel nachdenken, denn auch dort foldet dein Gegner noch recht viel.

BEISPIEL 3:

PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)

Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100)
BU ($100)
Hero ($100)
BB ($100) (29 / 8 / 25 / 35 / 34) (VPIP ; PFR ; fold- to-Cbet Flop ; fold-to-Cbet Turn ; WTS)

Preflop: Hero is SB with X X
4 folds, Hero raises to $4.00, BB calls $4.00

Flop: ($8.50) 5, 6, T (2 players)
Hero bets $5.75, ...

Ein schlechter Spot! Das Board bietet viele Draws und mit vielen Händen wird sich dein Kontrahent zumindest erstmal den Turn anschauen wollen. Leider spielst du zudem out of Position. Schaust du nun auf seinen fold-to-Turn-Wert, so mag auch eine 2nd Barrel nicht erfolgversprechend sein. Hältst du hier eine schwache Hand ohne wirkliche Outs, kannst du gegen solch einen Spieler ruhig direkt check/folden.

WEITERE LEKTÜRE

Nach dem Flop – Du hast vor dem Flop erhöht

Betarten - Die Continuationbet

Donkbet als Bluff
BEISPIEL 4:

PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)

Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100)
BU ($100)
SB ($100)
Hero ($100)

Preflop: Hero is BB with X ; X
3 folds, BU raises to $4.00, 1 fold, Hero calls $4.00

Flop: ($8.50) 4, 5, 6 (2 players)
Hero bets $5.75, ...

Eine Donkbet richtet sich gegen den Preflopaggressor. Trotz seines theoretischen Rechts der Initiative donkbettest du einfach am Flop out of Position (Eine “theoretische” Regel ist selbstverständlich nicht wirklich vorhanden, aber da du „stur wie ein Esel“ trotzdem entgegen des Regelfalls setzt, spricht man von „Donkbet“)

MATHEMATIK

Die Mathematik ist die gleiche wie bei der Continuationbet (siehe oben).

STATS

Es ist recht schwierig solch einen Move anhand von Stats zu planen. Naturgemäß musst du der Meinung sein, dass dein Gegner diese Donkbet als stark interpretiert und häufig genug eine bessere Hand foldet. Somit sind Werte wie fold-to-Flop/Turnbet wichtig. Gut wäre es, wenn du gezielt betrachten kannst, in welcher Häufigkeit dein Kontrahent auf Donkbets foldet. Kann dir dein HUD dies anzeigen, dann nutze es.

VORBEREITENDER BLUFF / GESAMTEINSCHÄTZUNG

Donkbets können sinnvoll sein, weil sie deinen Gegner trotz seines Positionsvorteils in vielen Fällen vor einige Probleme stellen. Ein Balancing ist selbstredend von Nöten, ebenso wie du als Preflopaggressor als Bluff, Semibluff und for Value bettest, so solltest du dies auch bei Donkbets vollziehen. Besteht deine Donkbet-Range ausschließlich aus Bluffs, so wirst du zu leicht zu durchschauen sein.

Jedoch ist es auch bei Donkbets immer besser, zumindest ein paar Outs in der Hinterhand zu halten.

Vorbereiten kannst du damit konsequenterweise die Bluff-2nd-Barrel, je nach Turncard und abgeschätzter Foldequity kannst du auch diese profitabel ansetzen.

DAS BOARD

Bei Donkbets ist dies recht allgemein zu halten. Du solltest deinem Gegner schon etwas verkaufen können. Wenn er dir auf Lowcard-Boards Sets abkauft, dann versuche es. Wenn er auf A/K-High-Boards häufig aufgeben kann, dann nutze es.

Ebenso sind auch extrem drawlastige Boards nicht schlecht, da du ankommende Draws gut als Scarecard weiternutzen kannst (siehe Beispiel 3). Jedoch ist bei der Donkbet dann schon der Plan gegeben, mindestens ein weiteres Mal zu barreln.

MULTIWAY

Schon bei den Continuationbets wurde angesprochen, dass du gegen mehrere Gegner automatisch weniger Foldequity besitzt. Ohne jegliche Outs solltest du also in multiway Pots auf Bluff-Donkbets verzichten, zudmal du hier auch weniger balancen musst, als in einer reinen Heads-up-Situation.

BEISPIEL 5:

PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)

Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100)
BU ($100) (27 / 16 / 40 / 42 ) (VPIP ; PFR ; fold-to-Flopbet ; fold-to-Turnbet)
SB ($100)
Hero ($100)

Preflop: Hero is BB with X ; X
3 folds, BU raises to $4.00, 1 fold, Hero calls $4.00

Flop: ($8.50) 4, 5, 6 (2 players)
Hero bets $5.75, ...

Ein denkbarer Spot, ein schlechter Gegner. Du kannst hier gut und gerne deine Sets oder Twopairs donken, ebenso starke Draws oder Overpairs. Viele Turnkarten könntest du erneut betten und deinen Gegner zur Aufgabe zwingen.

Leider foldet der Gegner recht ungern. Es kann gut sein, dass er marginale Hände dennoch heruntercallt. Daher ist die Donkbet hier nicht zwangsweise gut.

BEISPIEL 6:

PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)

Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100)
BU ($100) (18 / 15 / 59 / 49 ) (VPIP ; PFR ; fold-to-Flopbet ; fold-to-Turnbet)
SB ($100)
Hero ($100)

Preflop: Hero is BB with X ; X
3 folds, BU raises to $4.00, 1 fold, Hero calls $4.00

Flop: ($8.50) Q, 5, 6 (2 players)
Hero bets $5.75, ...

Dieser Gegner foldet an Flop und Turn jedoch recht viel. Das Board ist für dich in Ordnung, du könntest Qx so spielen, evtl. Middlepairs, möglicherweise starke Hände wie 55/66/56, oder aber du bettest sehr starke Draws.

Dein Gegner wird hier nicht viele Möglichkeiten haben. Hält er etwas recht gutes (was von einem BU-Raise nicht unbedingt erwartet werden muss), müsste er eigentlich for Protection raisen. Da raise/fold kein NL-Spielzug mit einer made Hand ist, müsste er also bereit sein, broke zu gehen. Das wird niemals in 60% der Fälle der Fall sein.

Bliebe also ein Call seinerseits, das spräche für eine Q, für Middlepairs oder auch einen Draw bei deinem Gegner. Es gibt nun kaum eine Turncard, die du nicht erfolgreich weiterbarreln könntest. Somit wäre dies ein guter Bluffspot.

Checkraise als Bluff
BEISPIEL 7:

PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)

Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100)
BU ($100)
SB ($100)
Hero ($100)

Preflop: Hero is BB with X ; X
3 folds, BU raises to $4.00, 1 fold, Hero calls $4.00

Flop: ($8.50) 4, 5, 8 (2 players)
Hero checks, BU bets $5.75, Hero raises to $16.00,...

Ein Checkraise gegen den Preflopaggressor zeugt von enormer Stärke, ist aber auch recht teuer. Du musst dir sicher sein, deinem Gegner eine starke Hand verkaufen zu können. Gänzlich ohne Outs sollte solch ein Move nur mit Bedacht angewendet werden.

MATHEMATIK

Das Problem bei Checkraises ist nicht nur der hohe aufzuwendende Betrag, sondern ebenfalls die benötigte Foldequity, die in solchen Fällen nahezu immer bei weit über 50% liegt. Andererseits weißt du selbst, wie stark ein Checkraise deines Gegners in solchen Spots aussieht, also ist auch ein höheres Maß an Foldequity gegeben.

Der Pot ist nach der Continuationbet von Villain 14,25$ (8,50$ + 5,75$)

Raisesize: 16,00$ => 16/30,25 = 52,9% benötigte Foldequity

Raisesize: 25,75$ (Potsize) => 25,75/40 = 64,4% benötigte Foldequity

Raisesize: 11,50$ (Minraise) => 11,50/25,75 = 44,6% benötigte Foldequity

Auch hier ist klar: Je kleiner du bettest, desto seltener wird es funktionieren. Du kannst es dir mit made Hands aber kaum erlauben, so klein zu checkraisen, da du bei solch einer Raisesize nicht protecten würdest. Daher kannst du auch deine Bluffs nicht so klein raisen.

Erschwerend kommt hinzu, dass du bei einer kleinen Bet einfach weniger Foldequity erzeugst, denn du darfst nicht vergessen, dass Villain in Position spielt und es ein guter Spot für ihn sein mag, entgegenzubluffen (er könnte bluff-3-betten, er kann callen, um zu floaten etc.).

Auch hier ist 2/3-Potsize eine annehmbare Raisegröße, überschlägig liegt sie meistens im Bereich der dreifachen Betgröße von Villain, sofern dieser sich wiederum grob an eine 2/3-Potsize Coninuationbet-Größe hält (im obigen Fall: 3*Betsize = 3*5,75 = 17,25$ ; 2/3 Potsize: 25,75 * 2/3 = 17,16$).

STATS

Hier kannst du auf vieles achten. Wie häufig bettet dein Gegner überhaupt am Flop (Contibet Flop)? Bettet er jedes Mal, so läufst du logischerweise gegen eine sehr weite Range, wovon Villain sehr viel aufgeben muss. Dies hängt auch schon von seinem Preflopplay ab, insbesondere dem PFR und seinem Attempt-to-Steal.

Ermöglicht dir dein HUD eine direkte Anzeige, in welcher Häufigkeit dein Gegner auf Checkraises foldet, solltest du diese selbstverständlich nutzen.

Dazu kommen natürlich die Standardwerte. Der Went to Showdown ist dabei ebenso entscheidend wie das Gesamtbild deines Gegners. Dass du solche Moves nicht gegen Callingstations auspacken solltest, erklärt sich wohl von alleine.

VORBEREITENDER BLUFF / GESAMTEINSCHÄTZUNG

Hier wird es langsam sehr dünn. Dein Checkraise am Flop hat schon sehr viel Geld gekostet, dies bedeutet wiederum, dass eure Stacksizes kleiner geworden sind und du nicht mehr viel Platz für weitere Bluffs hast.

Des Weiteren sollte dein Checkraise ja eine enorme Stärke bezeugen, dennoch hat dein Gegner gecallt. Am Turn wird nun ein weiteres Checkraise keine Foldequity mehr erzeugen, es gibt kaum eine vernünftige Hand, die bei solch einer Potgröße noch bet/fold Turn spielt.

Daher bleiben dir die Optionen 2nd Barrel oder Aufgabe. In den meisten Fällen solltest du nach solch einem gescheiterten Bluff-Versuch am Flop direkt am Turn die Segel streichen (hier darfst du nicht vergessen, dass du deine made Hands und deine Semibluffs konsequenterweise weiterspielen könntest).

DAS BOARD

Wie immer gilt: Du solltest etwas verkaufen können. Im obigen Beispiel callst du ein BU-Raise, da könnte man dir grob die Range von kleinen Pocketpairs, suited Connectors und Broadways geben. Einen Flop wie 4 6 7 könntest du also fantastisch getroffen haben. Hältst du keine starke Hand (44, 66, 77, 67s, 64s, etc.), dann wohl meistens eine mit vielen Outs (55, 54, 56, A5s, Flushdraws, etc.).

Nun schau dir aber diesen Flop an: K 5 5. Was willst du da mit einem Checkraise verkaufen? Es gibt keine vernünftige Hand, die du hier checkraisen würdest (selbst wenn du A5 halten würdest, ist das kein Pflicht-Checkraise). Broadways wie KQ oder KJ würdest du evtl. nur check/callen (damit checkraise/broke zu spielen, ist schon knapp, wenn auch möglich).

Hier kannst du deinem Gegner nichts verkaufen.

MULTIWAY

In multiway Spots solltest du gegen mehrere Gegner auf reine Bluff-Checkraises komplett verzichten. Es wird nahezu unmöglich sein, dieses +EV gestalten zu können.

BEISPIEL 8:

PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)

Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100)
BU ($100) (22 / 19 / 37 / 70 / 46 / 24) (VPIP ; PFR ; ATS ; Cbet Flop ; Cbet Turn ; WTS)
SB ($100)
Hero ($100)

Preflop: Hero is BB with X ; X
3 folds, BU raises to $4.00, 1 fold, Hero calls $4.00

Flop: ($8.50) 4, 5, 8 (2 players)
Hero checks, BU bets $5.75, Hero raises to $16.00,...

Dieses oben schon angesprochene Board eignet sich durchaus für ein Bluff-Checkraise. Dein Gegner wird sehr viel stealen und meistens damit contibetten. Überlege mal selber, wie viele Hände du an Stelle des Preflopaggressors weiterspielen könntest.

BEISPIEL 9:

PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)

Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100)
BU ($100) (28 / 16 / 24 / 50 / 35 / 33) (VPIP ; PFR ; ATS ; Cbet Flop ; Cbet Turn ; WTS)
SB ($100)
Hero ($100)

Preflop: Hero is BB with X ; X
3 folds, BU raises to $4.00, 1 fold, Hero calls $4.00

Flop: ($8.50) T, A, 4 (2 players)
Hero checks, BU bets $5.75, Hero raises to $16.00,...

Schon der Gegner macht nicht den Eindruck, dass er perfekt zum bluffen geeignet wäre. Du darfst bezweifeln, dass er hier viel folden wird. Du selbst kannst hier nicht viel checkraisen, 44 wäre zwar möglich, aber ob du das überhaupt am Flop checkraisen würdest, ist eine andere Frage. AQ? Oder gar ein random Ax? Auch eher selten.

Zudem wird dieser Gegner hier niemals Ax folden, in vielen Fällen auch kein Tx. Pocketpairs 99- wären zwar möglich, aber dafür gibt es keine Garantie. Gegen solche Spieler, deren Verhalten du nur ganz schwer einschätzen kannst, solltest du eher sparsam mit deinen Bluffs umgehen.

Positionbet bei Check des Gegners
BEISPIEL 10:

PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)

Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100)
Hero ($100)
SB ($100)
BB ($100)

Preflop: Hero is Button with 4 , 5
UTG raises to $4.00, 2 folds, Hero calls $4.00, 2 folds

Flop: ($9.50) T, 9, 3 (2 players)
UTG checks, Hero bets $6.00, ...

Eine Positionbet ist eine einfache Bet in Position gegen den Preflopaggressor, sofern dieser zu dir checken sollte. Ein Check des Preflopaggressors ist häufig mit einer Aufgabe der Hand gleichzusetzen. Die Alternativen wären nur check/call (im Sinne von Way ahead - Way behind) oder ein Checkraise.

Läufst du in ein Checkraise, so ist die Hand beendet. Jedoch ist dies beispielsweise in raised Pots eher selten der Fall.

Spielt dein Gegner check/call, spricht dies in erster Linie für eine marginale Hand, die Potcontrol betreiben will. Auf einem drawy Board kann sich Villain dies einerseits kaum leisten, andererseits heißt Potcontrol zu betreiben nicht, dass er bereit, ist drei Barrels zu callen. Somit kannst du auch auf weiteren Streets Gas geben.

MATHEMATIK

Die Berechnung der Foldequity ist gleichzusetzen mit der einer Continuationbet.

STATS

Eine allgemeine Abschätzung des Flopplays deines Gegners ist elementar. Wie häufig contibettet dieser, wie häufig checkraist er? Wie häufig foldet er auf Flopbets?

Dein Gegner wird selten zu 50% check/callen oder checkraisen und sich out of Position in Problemspots drängen lassen, daher ist eine Positionbet häufig +EV.

VORBEREITENDER BLUFF / GESAMTEINSCHÄTZUNG

Wie oben bereits erwähnt, besteht die Möglichkeit, am Turn eine 2nd Barrel zu feuern, sollte dein Gegner check/call spielen. Dabei kommt es ohne jede Frage auch auf das Board an. Ist dieses sehr trocken, besteht immer noch die Möglichkeit, dass dein Gegner ein Slowplay betreibt. Daher musst du auch immer ein Auge auf sein Turnplay haben. Ohne zu wissen was dein Gegner da genau veranstaltet, ist es sicherlich nicht sinnvoll, multiple Barrels auf schlechten Boards zu feuern.

DAS BOARD

Sollte dein Gegner zu dir checken, so geht es nicht zwingend darum, ihm eine gute Hand zu verkaufen. Wenn dein Gegner check/folden will, dann tut er das. Hierfür eignen sich durchaus drawy Boards, häufig geben hier Hände wie Overcards oder kleine Pocketpairs einfach auf, da sie out of Position keine Freecards verteilen wollen. Hält Villain jedoch eine starke Hand, müsste er im Grunde protecten. Dafür bliebe ihm nur noch das Checkraise.

Einzig die Gefahr auf klar definierten Boards wie A93r oder KK3r musst du erkennen, hier ist Villain einfach häufig im check/call Modus und will Way ahead - Way behind spielen, um den einen oder anderen Bluff von dir zu induzieren. Dort solltest du maximal einmal barreln.

MULTIWAY

Auch in multiway Pötten sind Positionbets gut anzubringen. Sollten alle Gegner zu dir checken, kannst du da eine sehr weite Range betten. Wenige Gegner neigen dazu, in multiway Pötten loose runter zu callen. Sollte der Preflopaggressor gecheckt haben und keiner der anderen Mitspieler Interesse zeigen, dann versuche einfach dein Glück. Die Foldequity ist enorm.

BEISPIEL 11:

PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)

Stacks & Stats
UTG ($100) (21 / 17 / 2.0 / 59 / 49 / 55 ) (VPIP / PFR / Flop-AF / Cbet Flop / Cbet Turn / Ft Turnbet)
MP ($100)
CO ($100)
Hero ($100)
SB ($100)
BB ($100)

Preflop: Hero is Button with 4 , 5
UTG raises to $4.00, 2 folds, Hero calls $4.00, 2 folds

Flop: ($9.50) A, 6, 6 (2 players)
UTG checks, Hero bets $6.00, ...

Der Preflopaggressor bietet dir an, diesen Pot mitzunehmen. Auch wenn du meistens betten solltest, so musst du dich hier schon fragen, was Villain zu dir checkt. Hält er wirklich gar nichts, so kann er doch diesen Flop wunderbar bluffbetten. Dieses Board sieht einfach zu perfekt aus, dein Gegner wird meistens check/callen wollen, um den ein oder anderen Bluff zu inducen.

Dennoch machen sich viele Spieler nicht sonderlich viele Gedanken über das Board, es ist selbstredend nicht ausgeschlossen, dass auch hier viele Hände check/folden. Aber perfekt ist das Board nicht.

BEISPIEL 12:

PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)

Stacks & Stats
UTG ($100) (25 / 17 / 1.5 / 65 / 51 / 47 ) (VPIP / PFR / Flop-AF / Cbet Flop / Cbet Turn / Ft Turnbet)
MP ($100)
CO ($100)
Hero ($100)
SB ($100)
BB ($100)

Preflop: Hero is Button with 2 , 2
UTG raises to $4.00, 1 fold, CO calls $4.00, Hero calls $4.00, 1 fold, BB calls $4.00

Flop: ($16.50) J, 9, 7 (4 players)
BB checks, UTG checks, CO checks, Hero bets $12.00, ...

In diesem Falle sind das Board und deine Hand egal. Vielleicht hältst du sogar ab und an die beste Hand, beim Showdown am River wird das aber meistens nicht mehr der Fall sein (abgesehen davon, dass du da selten hinkommen wirst - wer zuerst blufft gewinnt den Pot).

Du kannst hier durchaus eine Positionbet setzen, es gibt nur wenige Hände die hier check/callen können. Der Preflopaggressor wird nahezu immer check/folden, bleiben also nur noch BB und CO. Zwar wären Infos hier sehr nett, gegen krasse Callingstations brauchst du auch hier nicht zu betten, aber gegen Spieler die ihre Hände aufgeben können, ist es ein passabler Spot.

Wollte der Cutoff bluffen, hätte er selbst betten können. Hat er eine gute Hand, hätte er for Protection betten müssen. Probleme macht nur der BB, der unter Umständen auf ein Checkraise lauert, aber auch dies wird nicht in 60% der Fälle passieren, so dass deine Bet profitabel sein sollte.

Bluffraise
BEISPIEL 13:

PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)

Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100)
Hero ($100)
SB ($100)
BB ($100)

Preflop: Hero is Button with X ; X
UTG raises to $4.00, 2 folds, Hero calls $4.00, 2 folds

Flop: ($9.50) T, 9, 3 (2 players)
UTG bets $6.00, Hero raises $15.00, ...

Ein Bluffraise ist ein Raise am Flop in Position nach einer Continuationbet deines Gegners. Es wird schwer für deinen Gegner, seine Hand weiterzuspielen.

MATHEMATIK

Die Mathematik ist die gleiche wie bei den Bluff-Checkraises.

STATS

Grundlegend musst du auch hier eine Übersicht über Villains Flopplay haben. Ideal wäre es, wenn er viel contibettet, denn das gibt ihm eine breite Range, von der er auf ein Raise deinerseits viele Hände aufgeben muss. Sein Went-to-Showdown sollte dazu recht klein sein. Obendrein wäre es Klasse, wenn du dir direkt anzeigen lassen könntest, wie viel dein Kontrahent auf Raises am Flop foldet.

VORBEREITENDER BLUFF / GESAMTEINSCHÄTZUNG

Dein Gegner kann daraufhin nur 3-betten (pushen) oder callen. Sollte er folden, ist die Hand beendet und dein Plan hat funktioniert.

Mit einem reinen Bluff ist am Turn meistens die Aufgabe angesagt, da ein bet/call am Flop deines Gegners meist zwei Ursachen haben kann:

  • Er hat ein Monster und will slowplayen.
  • Er hat eine gute made Hand und spielt Way ahead - Way behind

Eine 2nd Barrel ist daher meistens nicht sinnvoll, vor allem weil sie aufgrund des bereits angewachsenen Pots sehr groß sein müsste.

Die Gesamtabschätzung eines solchen Moves gilt nicht nur der Überlegung, ob der Gegenr bzw. das Board dazu geeignet wäre, ebenso kannst du abwägen, ob als alternative Bluffmethode nicht der Float eine bessere Wahl wäre.

Hierbei musst du dein gesamtes Spiel hinterfragen. Spielst du deine made Hands am Flop meistens aggressiv, kannst du auch vermehrt bluffraisen, spielst du diese jedoch eher passiv und verlagerst die Action häufig auf den Turn, so solltest du auch im Falle eines Moves eher auf den Float zurückgreifen.

DAS BOARD

Naturgemäß spielt das Board eine wichtige Rolle, jedoch stellst du Villain mit deinem Raise immer vor eine schwierige Entscheidung. Auch wenn er dir nicht unbedingt eine starke Hand abkaufen wird, so braucht er doch selber eine, die bereit ist, hier um Stacks zu spielen. Gegen einigermaßen loose Gegner ist das selten der Fall, da ihre Openraisingrange recht groß ist.

Daher eigenen sich durchaus auch Boards wie A93r. Augenscheinlich kannst du deinem Gegner hier nur starke Ax Hände, 99 und 33 verkaufen. Zudem musst du dich fragen, ob es sinnvoll ist, diese Hände direkt am Flop zu raisen.

Gerade mit diesen Händen wäre ein Call am Flop wohl die bessere Variante.

Allerdings kannst du dich auch mal in Villains Situation versetzen, was soll er denn mit schwachen Ax-Händen, Middlepairs, Kx etc. machen? Es bleibt ihm fast nichts anderes übrig, als die Hand aufzugeben.

Daher sind solche Moves eher von deinem Gegner, deinem Image und eurer History am Tisch abhängig als vom Board.

MULTIWAY

In multiway Pötten solltest du auf Bluffraises komplett verzichten. Zum einen musst du mehrere Gegner zu einem Fold bewegen, auf der anderen Seite zeugt eine Contibet im multiway Pot schon von größerer Stärke.

BEISPIEL 14:

PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)

Stacks & Stats
UTG ($100) (19 / 16 / 3.5 / 67) (VPIP / PFR / Flop-AF / Cbet Flop)
MP ($100)
CO ($100)
Hero ($100)
SB ($100)
BB ($100)

Preflop: Hero is Button with 8 ; 9
UTG raises to $4.00, 2 folds, Hero calls $4.00, 2 folds

Flop: ($9.50) J, 4, 5 (2 players)
UTG bets $6.00, Hero raises $15.00, ...

Durchaus ein Spot in dem man über einen Move nachdenken kann. Immerhin attackierst du hier einen UTG-Raiser, der nun nicht mehr viele Möglichkeiten besitzt, die Hand in einem verhältnismäßig kleinen Pot zum Showdown zu führen.

Auf der einen Seite kann man jetzt fragen, ob es nötig ist, solch einen Spieler von der Hand zu moven. Und diese Frage ist auch berechtigt. Dieser Spieler wird mit dir nicht häufig in Pots verstrickt sein, er sitzt dir gegenüber. Zudem macht er nicht den Anschein, aggressiv zu spielen und dich des Öfteren unter Druck setzen zu wollen. Notwendig ist es daher nicht.

Dennoch musst du dich fragen, ob solch ein Spot nicht +EV sein kann. Dein Gegner openraist 16%, lass es aus der UTG-Position 12% sein. Was kann dein Gegner davon weiterspielen? Maximal Sets, Jx Hände und Overpairs. Dies ist ein Bruchteil seiner Range, somit liegt die Foldequity bei deutlich über 50%.

Hier kannst du die Spots immer mal aussortieren, auch wenn es nicht notwendig ist, so kann es durchaus erfolgreich sein und dient letztlich auch deinem Image (am Flop nur die Nuts zu raisen, wird dauerhaft nicht gut gehen).

BEISPIEL 15:

PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed) HandRecorder v0.9b

Stacks & Stats
UTG ($100) (24 / 21 / 3.2 / 61) (VPIP / PFR / Flop-AF / Cbet Flop)
MP ($100)
CO ($100)
Hero ($100)
SB ($100)
BB ($100)

Preflop: Hero is Button with 3 , 3
UTG raises to $4.00, 1 fold, CO calls $4.00, Hero calls $4.00, 1 fold, BB calls $4.00

Flop: ($16.50) K, T, 7 (4 players)
BB checks, UTG bets $12.00, CO folds, Hero raises to $30.00, ...

Absolut unnötig. Die Continuationbet sieht 4-handed schon sehr stark aus, viel verkaufen kannst du auf dem Board nicht, da könnten sogar Kx Hände gegen mögliche Draws callen. Zudem ist der BB noch in der Hand, der gut checkraisen könnte. Die Foldequity wird hier nahezu niemals ausreichen, daher kannst du auf solche Moves multiway komplett verzichten.

Bluffcall
BEISPIEL 16:

PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed) HandRecorder v0.9b

Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100)
Hero ($100)
SB ($100)
BB ($100)

Preflop: Hero is Button with X ; X
UTG raises to $4.00, 2 folds, Hero calls $4.00, 2 folds

Flop: ($9.50) 6, 5, 9 (2 players)
UTG bets $6.00, Hero calls $6.00

Ein Bluffcall ist ein Call auf einer Street mit der Absicht, auf einer der folgenden Streets zu bluffen. Im Allgemeinen spricht man dabei von einem Float. Somit ist hier schon eine Abschätzung von Nöten, ob man den Gegner an Turn respektive River von einer made Hand herunter bekommt.

MATHEMATIK

Das Aufbauen der Foldequity erfolgt erst auf einer späteren Street. Die Mathematik dazu findest du im dritten Teil dieser Serie unter „Floats“.

STATS

Dein Gegner sollte häufig contibetten, im Verlaufe der Hand aber in der Lage sein, seine made Hands aufzugeben. Augenscheinlich zählen dafür die gleichen Argumente wie bei einem Float, da der Bluffcall hierbei einzig und allein der Vorbereitung eines solchen dient.

VORBEREITENDER BLUFF / GESAMTEINSCHÄTZUNG

Vorbereitet werden soll der Float. Du versuchst durch den Call zu signalisieren, dass du eine gute made Hand hältst, mit der du den Showdown sehen möchtest. Ebenso könntest du ein Slowplay betreiben oder aber einen Draw passiv spielen. Du nutzt letztlich deine Position, um deinen Gegner im Dunkeln tappen zu lassen.

DAS BOARD / MULTIWAY / BEISPIELE

Da der Bluffcall lediglich ein Instrument ist, um deinen Float vorzubereiten, gelten hier die gleichen Argumente wie bei den Turn- bzw. Riverbluffs. Daher werden diese Punkte ausführlich im dritten Teil behandelt, wenn auf den Float am Turn direkt eingegangen wird.

Zusammenfassung

Heute hast du sechs Möglichkeiten gesehen, die es dir erlauben, am Flop entweder zu bluffen oder aber einen Bluff vorzubereiten. Die Einschätzung deines Gegners bleibt auch hier das elementare Mittel. Du darfst nicht den falschen Leuten mit übertriebener Aggression begegnen.

Gerade in multiway Spots muss dir einfach klar sein, dass deine Foldequity abnimmt. Zwar zeugt deine Bet oder dein Raise von größerer Stärke (bspw. bei der Positionbet), aber dafür müssen die Rahmenbedingungen passen. Sollte schon jemand signalisiert haben, dass er Interesse an einem multiway Pot hat, so kannst du einen puren Bluff kaum noch erfolgreich anbringen.

Neben der Entscheidung ob ein Bluff überhaupt sinnvoll ist, gilt es auch jedes Mal abzuwägen, welches Mittel dafür das Beste sein mag (Beispiel: Bluffraise vs. Float). Wichtig ist es dabei vor allem, deine Bluffs mit deinen Value-Lines zu vergleichen und sie möglichst ähnlich zu spielen, um dein Spiel zu balancen, undurchschaubar zu bleiben und somit deine Gegner möglichst zu Fehlern zu zwingen.