Playing Jacks and Tens
Einleitung
In diesem Artikel
- Die Schwierigkeiten im Spiel mit Jacks und Tens
- Ist eine 3-Bet vor dem Flop immer for Value?
- Wie du postflop in kniffligen Situationen spielst
Die Starthände Jacks und Tens sehen zwar meistens gut aus, stellen dich aber dennoch in vielen Situationen vor arge Probleme. Preflop- sowie Postflopplay gehen selten leicht von der Hand, da du selten genau weißt, wo du stehst.
Diese kniffligen Spots entscheiden auf Dauer, ob du profitabel spielst oder doch zu häufig dein Geld in unnötigen Spots investierst. Mindestens genauso schlimm ist es, Valuebets auszulassen oder gar die beste Hand zu folden.
In diesem Artikel findest du daher einige Grundgedanken zu diesen Starthänden.
Grundsätzliche Probleme
Wo liegen die Grundprobleme dieser Hände?
- Du kannst nie sicher sein, preflop die beste Hand zu halten.
- Bei kaum einer anderen Hand ist der Satz „Eigentlich zu stark für einen Call, aber auch zu schwach, um broke zu gehen“ so ausgeprägt.
- Postflop triffst du häufig auf Overcards und kommst somit in schwierige Situationen.
Gefährlich wird es dann, wenn preflop Aggression ins Spiel kommt. In erster Linie sieht der Problemspot folgendermaßen aus:
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
Hero ($100)
BU ($100) (unknown)
SB ($100)
BB ($100)
Preflop: Hero is CO with
2 folds, Hero raises to $3.00, BU raises to $10.50, 2 folds, Hero...
Was nun?
Großartige Annahmen über deinen Gegner kannst du nicht treffen, daher weißt du weder wie viel er 3-bettet, noch womit, noch wie er auf eine eventuelle 4-Bet reagiert.
Was hast du theoretisch für Möglichkeiten?
- Fold
- Call
- 4-bet/broke
Der Fold ist hier eine ernstzunehmende Alternative. Selbstverständlich sieht es weak aus und in vielen Spots schmeißt du hier die beste Hand weg, aber es bleibt dir nichts anderes übrig, als diese Option mit den anderen zu vergleichen.
Und hier fängt es an. Ein Call mag verlockend aussehen, du isolierst dich womöglich nicht gegen eine kleine Range und könntest postflop eventuell etwas ausrichten. Aber ist dem wirklich so?
Theoretisch wäre ein Call eine Option, jedoch ist es grundsätzlich schlecht, bei normalen Stacksizes out of Position eine 3-Bet zu callen. Diese Spots sind postflop, ohne Position, ohne Initiative und das alles mit einer stark verwundbaren Hand, kaum zu beherrschen.
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
Hero ($100)
BU ($100) (unknown)
SB ($100)
BB ($100)
Preflop: Hero is CO with
2 folds, Hero raises to $3.00, BU raises to $10.50, 2 folds, Hero calls $10.50
Flop: ($22.50) (2 players)
Hero...
Und jetzt?
Wie du hier spielen sollst, kann kaum beurteilt werden. Könntest du donken, könntest du check/callen oder eventuell check/folden? Dass dein Gegner hier eine weite Range hat, nützt dir leider nicht sonderlich viel. Callst du eine Bet am Flop, ist deine Hand am Turn bereits zu einem Bluffcatcher mutiert. Eine schwächere Hand wird selten valuebetten.
Nun magst du denken, dass nicht immer eine Overcard fällt. Dazu sei auf diesen Artikel verwiesen: Wahrscheinlichkeiten im Texas Holdem.
| Wahrscheinlichkeit dass keine Overcard kommt am... | |||
| Hand | Flop | Turn | River |
| JJ | 43,04% | 32,05% | 23,69% |
| TT | 30,53% | 20,14% | 13,13% |
Im Klartext: Mit Pocket Jacks hältst du jedes 4.Mal am River noch ein Overpair…was noch lange nicht heißt, dass es auch die beste Hand ist.
Bei Pocket Tens ist dies gerade noch jedes 8.Mal der Fall…keine sonderlich rosigen Aussichten.
Die Folge daraus: Ganz schwere Spots, nahezu unmöglich zu beurteilen. Viele gute Spieler raten daher dazu, grundsätzlich wenig bis keine 3-bets Out of Position zu callen.
Hinter der 4-Bet steht sofort der Zusatz „broke“. Komme bitte nicht auf die Idee, mit einer Hand wie Pocket Jacks oder Pocket Tens 4-bet/fold zu spielen! Das ist letztlich ein Bluff, dafür brauchst du nicht diese Starthand. Zudem kann solch ein Bluff kaum funktionieren, weil wohl nie etwas besseres folden wird (kaum ein anderer Spieler wird QQ+ 3-bet/fold spielen).
Somit bist du bereit, broke zu gehen, sollte dein Gegner pushen. Womit wird er pushen?
Gehe mal von einer tighten Range aus: QQ+/AK
| Equityanalyse | |||||
| Board | |||||
| Equity | Win | Split | Loss | Hand | |
| Spieler 1 | 63,81% | 63,6% | 0,42% | 35,98% | QQ+, AKs, AKo |
| Spieler 2 | 36,19% | 35,98% | 0,42% | 63,6% | JJ |
Nun ja, nicht gerade ein Traum, aber das Ergebnis war dir wohl schon vorher klar.
Nun nimm mal eine loosere Range an: 99+/AQo+/AJs+
| Equityanalyse | |||||
| Board | |||||
| Equity | Win | Split | Loss | Hand | |
| Spieler 1 | 49,35% | 48,39% | 1,92% | 49,69% | 99+, AJs+, AQo+ |
| Spieler 2 | 50,66% | 49,69% | 1,92% | 48,39% | JJ |
Selbstverständlich verbessert sich deine Equity, aber wirklich beeindruckend ist sie nicht.
Und selbst gegen eine sehr loose Range (von der man grundlos nicht ausgehen kann) von 66+/A9s+/KQs/ATo+/KQo bist du nicht der haushohe Favorit:
| Equityanalyse | |||||
| Board | |||||
| Equity | Win | Split | Loss | Hand | |
| Spieler 1 | 40,3% | 39,67% | 1,25% | 59,07% | 66+, A9s+, KQs, ATo+, KQo |
| Spieler 2 | 59,7% | 59,07% | 1,25% | 39,67% | JJ |
Wenn du dir diese Zahlen anschaust und zu dem Entschluss kommst, dass wohl auf die meisten Gegner die erste Range zutrifft, musst du schon begründen, warum 4-bet/broke besser ist als ein Fold.
Foldequity und Balancing
Auch wenn es sich merkwürdig anhört, so ist es nicht verkehrt mit Pocket Jacks Foldequity zu erzeugen. Sicherlich: Es wird selten bis nie eine bessere Hand folden. Aber es werden viele Hände folden, die eine passable Equity gegen dich haben, wie beispielsweise AQ oder KQ.
Dein Play 4-bet/broke wird dauerhaft nicht dadurch profitabel, dass du gegen die erste genannte Range broke gehst und es mit 36% Equity reinstellst, sondern weil dein Gegner einen Großteil seiner Range aufgibt.
Und hier kommt das Balancing ins Spiel: Wenn du preflop keine 3-Bets out of Position callst, was machst du denn auf ständige 3-Bets?
Es gibt dafür einen Satz: “Kannst du mit Pocket Jacks preflop nicht broke gehen, dann 3-bettest und 4-bettest du zu wenig.“
Dieser Satz ist mit Vorsicht zu genießen, soll aber zum Denken anregen (genauere Ausführung weiter unten unter „Future EV“). Ein optimales Spiel mit solchen Starthänden hängt auch von deinem Gesamtspiel ab. Bluff-4-bettest du beispielsweise nie und agierst gegen einen thinking Player, dann wird er wissen, wie deine 4-Betting-Range aussieht. Selbst AK könnte dann bei ihm in den Muck wandern. Es wird dann schwierig für dich, dort Pocket Tens oder gar Pocket Jacks profitabel reinzubringen.
4-bettest du aber viel und hast in dieser Hinsicht viel Credit verspielt, so wird es schon zur klaren Value-4-Bet, da dein Gegner einfach looser broke gehen muss. Diese Problematik musst du in deinem Spiel berücksichtigen, es geht nicht nur um deinen Gegner, sondern auch um das Bild am Tisch, was dieser Gegner möglicherweise von dir hat.
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100)
Hero ($100)
SB ($100)
BB ($100)
Preflop: Hero is BU with
2 folds, CO raises to $3.00, Hero raises to $10.50, 2 folds, CO raises to $25.00, Hero...???
Stellst du dir jetzt die Frage, was zu tun ist, so hast du bereits einen Fehler begangen. Denn diese Frage musst du dir bereits vor der 3-Bet stellen.
Für viele Spieler sind diese Starthände erstmal 3-Bets, dann wird weiter geschaut. Warum wird ge-3-bettet? “Es soll wohl for Value sein, ein Bluff geht ja irgendwie nicht.“
Aber ist es eine klare Value-3-Bet?
Value-3-Bet bedeutet, dass du davon ausgehst, dass entweder eine schwächere Range gegen dich broke geht oder aber eine schwächere Range gegen dich callt (es ist dabei völlig unerheblich, dass du gegen seine Openraisingrange vorne liegst).
Was soll hier ein Spieler callen? Und vor allem blicke zurück auf oben angesprochene Problematik: Viele Spieler callen gar keine 3-Bets Out of Position.
Bei solchen Spielern ist absolut klar, dass du entweder einen Fold oder aber eine 4-Bet zu erwarten hast. Wenn du jedoch auf die 4-Bet folden willst, wo soll dann der Value herkommen?
Welche Range müsste dein Gegner callen?
| Equityanalyse | |||||
| Board | |||||
| Equity | Win | Split | Loss | Hand | |
| Spieler 1 | 49,5% | 48,81% | 1,37% | 49,82% | 88+, ATs+, KQs, AJo+, KQo |
| Spieler 2 | 50,51% | 49,82% | 1,37% | 48,81% | TT |
Diese Hände müsste dein Gegner callen, damit du knapp sagen könntest: „Es ist for Value.“
Bei diesem Thema gehen die Meinungen weit auseinander. Viele Spieler sind der Meinung, solche Hände bei normalen Stacksizes niemals 3-bet/fold zu spielen. Sie sehen es – wie oben beschrieben – als eine Art Bluff an.
Andere jedoch meinen, wenn man wirklich den Read hat, dass Villain sehr loose auf 3-Bets callt, jedoch nur selten 4-bettet, ist dieses Play möglich.
Hier gilt es an deinen Fähigkeiten zu arbeiten: Kannst du so etwas wirklich einschätzen?
Es ist letztlich ein Teufelskreis: Wenn der Spieler out of Position 3-Bets in einem hohen Maße callen soll, jedoch wenig 4-bettet, so wird er nicht gerade einen normalen TAG-Style spielen. Spielt er jedoch einen anderen Style, wird es wieder deutlich schwieriger, überhaupt irgendwelche Ranges anzunehmen und diese Reads umzusetzen.
Bei einem Call fängt das Grummeln im Bauch an: Ich halte doch ein gutes Pocketpair, der Call ist viel zu weak.“
Finde eine bessere Alternative und setze sie um. Ansonsten brauchst du dich nicht für einen Call zu rechtfertigen.
Es ist kein Call auf Setvalue. Dies ist nur gegeben, wenn du dir gute Implied Odds gibst und der Meinung bist, ein kleines Pocketpair preflop profitabel callen zu können, sofern du nur bei einem Hit am Flop Action machst.
Dies geht mit Pocket Tens und Pocket Jacks natürlich nicht, dafür sind diese Hände postflop meistens noch zu stark.
Was sind die Nachteile eines Calls?
- Du siehst postflop häufig Overcards.
- Du läufst gegen eine schwer einzuschätzende Range.
- Es ist sehr schwer zu beurteilen, wo du tatsächlich stehst.
Aber jede Medaille hat zwei Seiten. Was sind die Vorteile?
- Du hältst den Pot klein.
- Postflop hältst du meist eine passable Hand (solch ein Middlepair ist gegen eine weite Range häufig die beste Hand).
- Postflop kannst du immer noch ein Set treffen und Value extrahieren.
- Du isolierst dich nicht gegen eine starke Broke-Range durch 3-bet/broke.
- Du verwandelst deine Hand nicht in einen Bluff durch 3-bet/fold.
- Du könntest for Squeezeinduce callen, sofern hinter dir noch aggressive Spieler agieren.
Dies soll nun nicht heißen, dass du diese Hände ausschließlich callen sollst, aber verwirf den Gedanken, diese Hände zwanghaft 3-betten zu müssen , denn das ist nicht der Fall. Es wird dafür weiter unten ein paar Beispiele geben.
Der Squeeze
Der Squeeze ist eine nette Waffe, um das Preflopplay anzuheizen. Häufig wird er auch gegen dich verwendet und du stehst vor einer nicht einfachen Entscheidung.
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100)
Hero ($100)
SB ($100)
BB ($100)
Preflop: Hero is BU with
3 folds, Hero raises to $3.00, SB calls $3.00, BB raises to $13.00, Hero...???
Hast du wieder mal keinerlei Reads oder Anhaltspunkte, so ist dies ein knapper Spot. Auch hier ist ein Call grundsätzlich nicht ideal, gerade mit dem Small Blind im Pot wäre ein 3-handed Flop alles andere als schön.
Eine 4-Bet ist hier ebenfalls denkbar, auch wenn es dafür nicht schlecht wäre, zu wissen, dass der Big Blind recht light squeezen kann und auch bereit ist, loose broke zu gehen. Gerade in einer solchen BU vs. SB vs. BB – Situation kommst du aus solch einer Hand kaum heraus.
Bist du derjenige, der einen Squeeze platziert hat, so sollte es auch das Ziel sein, broke zu gehen. Squeeze/fold ist mit Händen wie Jacks und Tens ebenso ein unschönes Spiel, auch wenn der Call einige Probleme postflop mitbringen kann, sofern du multiway agieren musst.
Aber leider kannst du nicht alles haben.
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100) (TAG)
Hero ($100)
SB ($100) (Rock)
BB ($100) (Callingstation)
Preflop: Hero is BU with
2 folds, CO raises to $3.00, Hero...
In diesem Beispiel hast du einen recht klaren Call. Dem TAG traust du kaum zu, out of Position 3-Bets zu callen. Selbst wenn, muss die Range nicht deutlich schlechter sein im Equity-Vergleich zu TT.
Hinter dir wird der Rock selten Action machen, sollte die Callingstation mit einsteigen, ist dies auch nicht sonderlich schlimm.
Entscheidest du dich für die 3-Bet, so bekommst du Probleme bei einer 4-Bet vom Cutoff. Hierfür sind Reads erforderlich, dass dieser Spieler extrem light 4-bettet und auch mit marginaleren Händen broke geht. Dann wäre 3-bet/broke denkbar.
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100) (Loose-passiv)
Hero ($100)
SB ($100) (Rock)
BB ($100) (TAG)
Preflop: Hero is BU with
2 folds, CO raises to $3.00, Hero...
Diesem Spieler am Cutoff hingegen traust du zu, sehr viel auf 3-bets zu callen. Daher ist hier die Option „3-bet“ durchaus in Erwägung zu ziehen. Solltest du hier beispielsweise auf einen Gegner treffen, der kaum etwas auf 3-Bets foldet, aber sehr selten 4-bettet, wäre dies ein Spot, wo du über 3-bet/fold nachdenken könntest.
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100) (Rock)
Hero ($100)
SB ($100) (LAG)
BB ($100) (Maniac)
Preflop: Hero is BU with
2 folds, CO raises to $3.00, Hero...
In dieser Situation wiederum hast du einen klaren Call. Gegen den Rock kannst du wohl unmöglich for Value 3-betten, aber hinter dir sitzen Gegner, die auf einen Squeeze lauern. Gib ihnen die Chance dazu.
Kommt der Squeeze aus den Blinds, kannst du 4-betten und die Sache preflop eintüten. Allerdings erfährst du auch noch etwas über den Rock.
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100) (Rock)
Hero ($100)
SB ($100) (LAG)
BB ($100) (Maniac)
Preflop: Hero is BU with
2 folds, CO raises to $3.00, Hero calls $3.00, 1 fold, BB raises to $14.00, CO raises All-in, Hero...
Sollte der Rock nochmals drüberbügeln, ist es um deine Hand geschehen. Hier kannst du einen leichten Fold finden. Diese Zusatzinformation bekommst du gratis dazu. Sollte es keinen Squeeze geben spielst du wieder einen Heads-up Pot in Position - es gibt Schlimmeres.
Beispiele nach 3-Bets out of Position
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
Hero ($100)
BU ($100) (TAG / 5% 3-bet BU)
SB ($100)
BB ($100)
Preflop: Hero is CO with
2 folds, Hero raises to $3.00, BU raises to $10.50, 2 folds, Hero...
5% 3-Bet ist am Button nicht sonderlich viel. Die Range sieht wie folgt aus: TT+, AJs+, KQs, AQo+. Sie enthält wenig bis gar keine Bluff-3-Bets.
Deine Equity dagegen:
| Equityanalyse | |||||
| Board | |||||
| Equity | Win | Split | Loss | Hand | |
| Spieler 1 | 52,1% | 51,12% | 1,97% | 46,91% | TT+, AJs+, KQs, AQo+ |
| Spieler 2 | 47,9% | 46,91% | 1,97% | 51,12% | JJ |
Das Vernünftigste ist hier einfach der Fold, auch wenn es weh tut.
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
Hero ($100)
BU ($100) (LAG / 13% 3-Bet BU)
SB ($100)
BB ($100)
Preflop: Hero is CO with
2 folds, Hero raises to $3.00, BU raises to $10.50, 2 folds, Hero...
13% 3-Bet hingegen ist schon eine Hausnummer. Ein Großteil der Hände von Villain werden Bluffs (Semibluffs) sein, die zwar eine Equity gegen dich haben, aber kaum broke gehen werden.
Wer jedoch 13% 3-bettet, muss mit vermehrten 4-Bets rechnen. Also werden auch schwächere Hände bereit sein, broke zu gehen, wie beispielsweise TT/99 oder Broadways. Zudem kommt natürlich der ein oder andere Bluffpush (stellvertretend wird dafür A5s genommen, gerade einmal vier Kombinationen).
Seine 3-Bet-Range: 99+, 22-33, A9s+, A5s-A3s, KTs+, QJs, T8s, 97s, 86s, 75s+, 65s, AQo+, A5o-A4o, KQo
| Equityanalyse | |||||
| Board | |||||
| Equity | Win | Split | Loss | Hand | |
| Spieler 1 | 37,06% | 36,55% | 1,02% | 62,43% | 99+, 22-33, A9s+, A5s-A3s, KTs+, QJs, T8s, 97s, 86s, 75s+, 65s, AQo+, A5o-A4o, KQo |
| Spieler 2 | 62,94% | 62,43% | 1,02% | 36,55% | JJ |
Seine mutmaßliche Broke-Range:
| Equityanalyse | |||||
| Board | |||||
| Equity | Win | Split | Loss | Hand | |
| Spieler 1 | 49,54% | 48,47% | 2,14% | 49,39% | 99+, AJs+, A5s, AKo |
| Spieler 2 | 50,46% | 49,39% | 2,14% | 48,47% | JJ |
In solchen Spots bist du selten verloren, hier spricht nichts gegen 4-bet/broke, ein Fold ist hier gegen seine weiten Ranges ein Fehler.
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
Hero ($100)
BU ($100) (Rock / 3% 3-Bet BU)
SB ($100)
BB ($100) (Callingstation)
Preflop: Hero is CO with
2 folds, Hero raises to $3.00, BU raises to $10.50, 1 fold, BB calls $10.50, Hero...
Gegen die Range vom Rock bist du völlig verloren. Tendenziell daher ein Fold, jedoch steigt die Callingstation mit ein. Hier findest du einen Spot, in dem ein Call auf Setvalue denkbar wäre. Du musst $7.50 nachlegen, findest aber als mögliche Implied Odds fast zwei Stacks vor.
Ein Call wäre hier gut denkbar, jedoch kann es postflop nur weitere Action geben, wenn der dritte Jack erscheint.
Beispiele nach 3-Bets in Position
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100)
Hero ($100)
SB ($100)
BB ($100) (TAG / 8% 3-bet BB)
Preflop: Hero is BU with
3 folds, Hero raises to $3.00, 1 fold, BB raises to $10.50, Hero...
In Position hast du immer die Option eines Calls, ganz im Gegensatz zu out of Position. Die Vor- und Nachteile wurden oben bereits erläutert: Mit einem Call isolierst du dich nicht gegen eine polarisierte Value/Bluffrange, hast dafür aber den Nachteil, häufig mit gefährlichen Boards konfrontiert zu werden.
In diesem Spot wird sich der Call und die 4-Bet nicht sonderlich viel nehmen.
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100)
Hero ($100)
SB ($100)
BB ($100) (LAG / 12% 3-bet BB)
Preflop: Hero is BU with
3 folds, Hero raises to $3.00, 1 fold, BB raises to $10.50, Hero...
Hier spricht es eher für eine 4-Bet. Immer daran denken: Wenn es preflop wirklich reingeht, brauchst du eine weite Range gegen dich.
Sofern der Spieler zweistellig 3-bettet, so wird er häufiger mit 4-Bets konfrontiert werden und ist gezwungen – gerade im Kampf um die Blinds – looser broke zu gehen. Mit 4-bet/broke begehst du hier somit selten einen Fehler.
Trotz allem spielst du auch hier in Position, ein Call ist somit eine denkbare Alternative.
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100) (TAG / ft3-bet 69%)
BU ($100)
SB ($100) (Rock)
Hero ($100)
Preflop: Hero is BB with
2 folds, CO raises to $3.00, 1 fold, SB calls $3.00, Hero?
In diesem Fall solltest du von einem Squeeze absehen. Du kannst kaum davon ausgehen, dass dieser for Value ist. Die beiden Gegner werden hier viel folden und sollten sie sich wehren und 4-betten, hast du ein Problem. Da wackelt selbst der Grundsatz, nicht zu squeeze/folden, denn du wirst meistens großer Außenseiter sein. Daher solltest du hier nur callen.
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100) (LAG / ft3-bet 55%)
BU ($100)
SB ($100) (Callingstation)
Hero ($100)
Preflop: Hero is BB with
2 folds, CO raises to $3.00, 1 fold, SB calls $3.00, Hero?
Hier jedoch hast du einen Squeeze. Deine Hand ist etwas stärker, zudem kannst du dem Cutoff zutrauen, hier als Bluff oder mit schwächeren Händen drüberzugehen.
Der Small Blind ist hier ein passiver Spieler, er kann sogar mit schwächeren Händen einen Call finden. Es ist ein guter Spot für ein Valuesqueeze/broke Play.
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100)
Hero ($100)
SB ($100) (Rock)
BB ($100) (TAG / 5%3-bet BB)
Preflop: Hero is BU with
3 folds, Hero raises to $3.00, SB calls $3.00, BB raises to $13.00, Hero...
Hier läufst du wieder gegen eine recht schmale Range. In Beispiel 9 hast du bereits gesehen, wie du gegen eine 5%-3-bet-Range dastehst.
Besitzt du die Möglichkeit, dir anzeigen zu lassen, wie hoch sein Squeeze-Wert ist, so besteht die Möglichkeit zu interpretieren, dass dein Gegner diese Spots gerne ausnutzt. Dennoch solltest du sie nicht überbewerten. Wer grundsätzlich wenig 3-bettet, der squeezt auch nicht außerordentlich häufig.
In diesem Spot ist ein Fold wohl die beste Wahl.
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100)
Hero ($100)
SB ($100) (TAG)
BB ($100) (LAG / 11%3-bet BB)
Preflop: Hero is BU with
3 folds, Hero raises to $3.00, SB calls $3.00, BB raises to $13.00, Hero...
Gegen diese Range des Big Blinds stehst du deutlich besser da und brauchst dir auch gegen seine Broke-Range nicht die großen Gedanken zu machen. Er wird hier viel als Bluff 3-betten und ebenso mit schwächeren Händen oder Bluffs pushen, solltest du dich gegen seinen Squeeze mit einer 4-Bet zur Wehr setzen.
Da der Fold somit zu weak ist und der Call im möglichen multiway Pot nicht ideal erscheint, machst du hier mit 4-bet/broke keinen Fehler.
Future EV
Der Future EV ist ein Faktor, den du beim Spiel mit diesen Händen berücksichtigen solltest.
Es fiel schon einmal der Satz “wenn du mit Jacks preflop nicht broke gehen kannst, dann 3- und 4-bettest du zu wenig“.
Dieser Satz ist nun nicht in Stein gemeißelt, aber er hängt mit dem Future EV zusammen.
Einfachstes Beispiel: Du bluffst nie, bis auf einen Spot. In diesem Spot 3-barrelst du einen Draw und wirst heruntergecallt. Selbstverständlich ist es in diesem Moment ärgerlich, immerhin hast du den Bluff als +EV angesehen und warst der Meinung, ausreichend Foldequity zu erzeugen.
Nun ist es aber misslungen, dein Gegner hat dich heruntergecallt und am Showdown stehst du mit 7 high.
Dies ist aber gar nicht schlecht. Die Gegner sehen nun, dass du bluffen kannst, obwohl du dass normalerweise gar nicht tust. Deine Bets sind meistens Valuebets, deine Gegner denken aber nun, dass du Mr.Bluff höchstpersönlich bist. Sie werden dir also in Zukunft weniger Credit für deine Barrels geben, und das ist gut für dich.
Ähnlich sieht es beim Preflopplay aus. Gehst du ausschließlich mit QQ+/AK broke, so magst du EV-technisch besser dastehen, aber jeder Gegner der über Stats verfügt, wird dies über kurz oder lang mitbekommen.
Sie gehen davon aus, dass AK und QQ deine schlechtesten Händen sind, mit denen du broke gehst. Sind sie in der Lage daraufhin zu adapten, ist ein All-In mit AK/QQ auf einmal auch nicht mehr profitabel, weil keiner deiner Gegner mit Jacks und schlechter broke gehen wird. Auch AK wird gegen dich nicht mehr sonderlich profitabel sein.
Und schon fängt das Gejammer an: Ich laufe preflop immer in Kings oder Aces.. Oder aber: Ich bekomme meine sehr starken Starthände nie All-In.
Und in diesem Fall greift der obige Satz: Du 3- und 4-bettest zu wenig, du bist lesbar, man kann deine Range gut einschätzen. Einzige Lösung: Die Ranges erweitern und looser broke gehen.
Wenn du nun weitere Hände All-In bringen willst, um unlesbarer zu werden, was wäre dir dabei lieber? Mit A5o oder 67s Bluffpushes zu vollziehen oder es mit Händen wie JJ/TT reinzubringen?
Naturgemäß bist du mit einer Hand wie TT nicht der Favorit, wenn es tatsächlich All-In geht, aber deine 36-37% Equity hast du meistens.
Zudem gewinnst du vieles durch die Folds auf deine 3-Bets, 4-Bets und Pushes mit deinen Händen. Und schließlich kommt der Future EV ins Spiel. Stellst du es einmal mit Pocket Tens preflop rein, so wird man dir deutlich weniger Credit auf deine Preflopaggressionen zollen und in Zukunft kannst du es mit einer Hand wie QQ wieder deutlich bequemer reinbringen.
Gerade was All-Ins preflop angeht, haben die Gegner meistens ein Auge darauf. Denn auch sie sind sich häufig unsicher, wie sie ihre guten Hände spielen sollen, desweiteren fällt eine Note wie „Pre Broke mit TT / A8o“ deutlich leichter, als zu schauen, womit Villain 1 gegen Villain 2 drei Valuebets auf trockenem Board callt. Geht es irgendwo All-In, schaut man eher mal hin und die Note geht leichter von der Hand.
Letztlich soll dies kein Hauptargument dafür sein, mit diesen Händen looser broke zu gehen, aber es ist ein Mosaikstein im Gesamtgefüge deines Spiels. Kommen die Leute auf den Gedanken, dass du preflop „zu loose“ broke gehst, wirst du deutlich weniger Probleme haben, mit Händen wie Aces oder Kings ausbezahlt zu werden.
Postflop
Das Thema Postflopplay wird in diesem Artikel nur angeschnitten. Es gibt viele Möglichkeiten, Boards zu treffen, du hast hier eventuell raised- oder 3-bettet Pots, du hältst ein Overpair, ein Middlepair, ein Set oder einen Draw, du spielst gegen die unterschiedlichsten Gegner.
Gutes Postflopplay kann nicht in einem Artikel zusammengefasst werden.
Jedoch soll es ein paar Grundgedanken zum Mindset mit solchen Händen geben, gerade im Falle eines Coldcalls preflop:
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100)
Hero ($100)
SB ($100)
BB ($100)
Preflop: Hero is BU with
2 folds, CO raises to $3.00, Hero calls $3.00, 2 folds
Flop: ($7.50) (2 players)
CO bets $5.00, Hero...
Postflop ist postflop. Das muss dir immer klar sein.
Warum hast du Preflop gecallt? Du wolltest die Range deines Gegners offen halten, dich nicht isolieren und den Pot nicht unnötig aufblähen. Postflop findest du nun einen passablen Flop, eine normale Continuationbet, du hast hier einen glasklaren Call.
Du hast preflop nicht auf Setvalue gecallt, ein Fold am Flop, weil du kein Set getroffen hast, kommt überhaupt nicht in Frage.
Ebenso wenig war das ein Slowplay preflop, auf diesem Flop raise/broke zu spielen ist deutlich overplayt. Ebenso sollte klar sein, dass raise/fold mit einem Overpair nahezu niemals eine sinnvolle Option ist.
Du musst deine Hand also postflop völlig neu einschätzen und sie dementsprechend spielen.
PartyPoker $100 NL Hold’em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100) (TAG)
Hero ($100)
SB ($100)
BB ($100)
Preflop: Hero is BU with
2 folds, CO raises to $3.00, Hero calls $3.00, 2 folds
Flop: ($7.50) (2 players)
CO bets $5.00, Hero..?
Es hat nicht sollen sein. Der Flop ist recht schlecht für dich, außer einer TAG-Tendenz weißt du nicht viel über deinen Gegner. Was würdest du bei einer 2nd oder gar 3rd Barrel tun?
Es ist völlig unerheblich, dass du preflop eine gute Starthand hattest, jetzt hast du nur ein 3rd Pair und leider keine Ahnung wo du stehst.
Anmerkung: Dies muss kein Standardfold sein, aber wenn du hier callst, dann beispielsweise weil…
- …du weißt, dass dein Gegner eine weite Prefloprange besitzt.
- …any 2 auf diesem Flop contibetten würde.
- …du sein Turnplay gut einschätzen kannst.
- …du weißt, dass er sogar Ax-Hände irgendwann aufgeben könnte (du entscheidest dich für einen Bluff).
Kein Grund für einen Call ist: “Aber ich habe doch Pocket Jacks.“
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Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100) (LAG)
Hero ($100)
SB ($100)
BB ($100)
Preflop: Hero is BU with
2 folds, CO raises to $3.00, Hero raises to $10.50, 2 folds, CO calls $10.50
Flop: ($22.50) (2 players)
CO checks, Hero bets $13.00, CO raises to $35.00, Hero...
Hier gilt der alte Grundsatz: “Ein Overpair im 3-bettet Pot ist kaum foldbar.”
Es gibt kaum Spots im No-Limit Hold’em, die man verallgemeinern kann. Und selbstredend gibt es viele Arten von Overpairs (oder Toppairs) im 3-bettet Pot. Aber du hast dir nun auch schon viele Gedanken über dein Preflopplay gemacht. Daher solltest du die Frage direkter formulieren: „Wenn ich mit diesem Overpair auf diesem Flop nicht broke gehen möchte, warum habe ich dann ge-3-bettet?
Die Möglichkeit, dass dein Gegner hier trappt, ist immer vorhanden, aber ebenso sind auch Bluffs und schlechtere Hände denkbar. In 3-bettet Pots solltest du nicht zu toughen Folds neigen.
Selbst ohne jegliche Foldequity bräuchtest du in obigem Spot ca. 34% Equity. Wie loose müsste Villain also raise/callen?
| Equityanalyse | |||||
| Board | |||||
| Equity | Win | Split | Loss | Hand | |
| Spieler 1 | 34,72% | 32,93% | 3,57% | 63,5% | |
| Spieler 2 | 65,29% | 63,5% | 3,57% | 32,93% | TT+, |
Gerade einmal TT als schwächere Hand sowie drei Semibluffs mit AK-Kombos und schon bist du committed.
Selbstverständlich dürfte die Range weiter sein, ein paar Traps müsstest du hier rausnehmen, solch ein Gegner wird nicht 100% seiner AA/KK trappen wollen. Die Hälfte der Traps kannst du streichen (stellvertretend: Alle KK-Kombos).
| Equityanalyse | |||||
| Board | |||||
| Equity | Win | Split | Loss | Hand | |
| Spieler 1 | 41,9% | 39,62% | 4,55% | 55,83% | |
| Spieler 2 | 58,1% | 55,83% | 4,55% | 39,62% | AA, TT-QQ, |
Gegen solche Gegner ist ein Overpair mit Jacks oder auch mit Tens in den meisten Fällen viel zu gut, um es wegzuwerfen.
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Stacks & Stats
UTG ($100)
MP ($100)
CO ($100) (TAG)
Hero ($100)
SB ($100)
BB ($100)
Preflop: Hero is BU with
2 folds, CO raises to $3.00, Hero raises to $10.50, 2 folds, CO calls $10.50
Flop: ($22.50) (2 players)
CO checks, Hero...
Dies ist einer der Spots, in denen du wenig richtig machen kannst. Jeder kleine Read auf deinen Gegner kann dir hier helfen.
Deine Möglichkeiten sind begrenzt: Solltest du am Flop eine Bet platzieren, so dient sie in erster Linie dem Einsammeln des dead Moneys. Du beendest den Spot hier, dabei nimmst du in Kauf, dass ein Großteil seiner Range, die er folden wird, aus schlechteren Händen besteht.
Eine Valuebet ist es wohl in eher wenigen Fällen, natürlich könnten hier auch Hände wie TT/99/88/78s etc. einen Call finden (sofern überhaupt in seiner Range), aber gegen seine Callingrange, die zudem aus vielen Ax-Händen besteht sowie ab und an KK/QQ, stehst du nicht sonderlich gut da.
Bliebe der Checkbehind, doch dann ist die Frage, was dich auf den späteren Streets erwartet.
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MP ($100)
CO ($100) (TAG)
Hero ($100)
SB ($100)
BB ($100)
Preflop: Hero is BU with
2 folds, CO raises to $3.00, Hero raises to $10.50, 2 folds, CO calls $10.50
Flop: ($22.50) (2 players)
CO checks, Hero checks
Turn: ($22.50) (2 players)
CO bets $13.00, Hero ...
Hier solltest du dich wieder an den Anfang des Artikels erinnern: Out of Position werden seltener 3-Bets gecallt.
Es werden selten loose Calls auf Setvalue getätigt, und noch seltener suited Connectors oder suited Aces gespielt. Diese Hände leben von der Playability und der Möglichkeit gut, (semi-) bluffen zu können, beides ist out of Position im 3-bettet Pot ohne Initiative kaum gegeben.
Callt solch ein Spieler out of Position eine 3-Bet, so sind dies wohl in erster Linie Traps (AA,KK), gute Hände die vorsichtig spielen wollen (AK, QQ/JJ) und ein paar Hände, mit denen Villain unsicher ist, aber dennoch einen Flop sehen will (AQ, KQ, TT/99).
Gegen die Range ist es auch preflop schon knapp gewesen:
| Equityanalyse | |||||
| Board | |||||
| Equity | Win | Split | Loss | Hand | |
| Spieler 1 | 48,69% | 47,88% | 1,62% | 50,5% | 99+, AQs+, KQs, AQo+, KQo |
| Spieler 2 | 51,31%% | 50,5%% | 1,62% | 47,88% | JJ |
Aber postflop sieht es dann düsterer aus:
| Equityanalyse | |||||
| Board | |||||
| Equity | Win | Split | Loss | Hand | |
| Spieler 1 | 60,95% | 60,25% | 1,4% | 38,35% | 99+, AQs+, KQs, AQo+, KQo |
| Spieler 2 | 39,05% | 38,35% | 1,4% | 60,25% | JJ |
Um hier den Turn zu callen, musst du einiges über deinen Gegner wissen, vor allem über sein Verhalten am River. Kann er hier einmal versuchen zu bluffen und gibt dann auf? Kann er auch den River barreln? Und wenn ja, in welcher Frequenz macht er dies mit Bluffs oder Valuehands?
Es nützt nichts wenn du da mal einen Bluff von KQ abgreifst, dafür aber jede bessere Hand ausbezahlst. Das wird –EV sein.
Jedoch ist klar, dass diese Spots sehr marginal und nur schwer +EV zu spielen sind. Dein Ziel sollte es sein, so wenig Fehler wie möglich zu machen. Kannst du nicht abschätzen, was dein Spieler hier genau halten kann, was er am Turn und am River barreln könnte, dann ist mit der Line bet/fold Flop wohl kein großer Fehler begangen worden.
Zusammenfassung
Du hast gesehen, dass du mit Händen wie Jacks und Tens auf einem schmalen Grat wanderst. Preflop ist eine 3-Bet zwar in einigen Fällen for Value, aber selten glasklar. Postflop triffst du häufig Boards, die deine Hand verschlechtern beziehungsweise dein Payout begrenzen.
In vielen Beispielen hast du die fließenden Grenzen mitbekommen, wann du Gas geben und wann du deine Hand vorsichtig spielen solltest.
Immer daran denken, wenn du diese Hände vorsichtig spielst, heißt dies in erster Linie, dass du die Action auf postflop verlagern möchtest und versuchen solltest, dort ideal zu spielen. Das bedeutet weder ein Call auf Setvalue noch ein Slowplay.
Wenn du mit einer passablen Hand nicht guten Gewissens for Value 3-betten kannst, dann tu es auch nicht.
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