Dünnes Valuebetten
Dünnes Valuebetten ist ein Exploit, der zu weite Call-Ranges deiner Gegner ausnutzt.
In dieser Lektion lernst du, wie du diesen Fehler im Spiel deiner Gegner erkennst und um welche Hände du deine Value-Range erweiterst, um den Fehler auszunutzen.
Zu weite Call-Ranges im Spiel deiner Gegner finden
Um Situationen zu erkennen, in denen die Erweiterung deiner Value-Range als Exploit sinnvoll ist, musst du die Call-Range deines Gegners für eine bestimmte Situation ermitteln. Dies kann auf zwei Arten erfolgen:
- Showdowns auswerten
- Stats analysieren
Zu weite Call-Ranges mit Hilfe von Showdowns identifizieren
Am Showdown achtest du besonders darauf, welches die schlechtesten Hände in der Range deines Gegners sind und auf wie vielen Streets er diese callt. Du suchst dabei nach Abweichungen von deinen Annahmen über seine Standard-Call-Range.
Da TAGs und LAGs ihre Spielweise meistens der Situation anpassen, solltest du die genauen Umstände beachten und deine Annahmen auf genau diese beschränken.
Der wichtigste Faktor für die Range deines Gegners ist die Zusammensetzung deiner perceived Range, also wie viele Bluffs und wie viele Value-Hände sie enthält:
- Je größer der Anteil an Bluffs in deiner perceived Range ist, desto weiter wird dein Gegner callen.
- Je größer der Anteil an Valuebets in deiner perceived Range ist, desto weniger wird dein Gegner callen.
Sieh dir dazu folgendes Beispiel an:
$25 NL Hold'em (6 handed)- 100BB stacks
BU - TAG
Preflop: Hero is CO with
Hero raises to $0.75, 2 folds, BU calls $0.75, 2 folds
Flop: ($1.85) (2 players)
Hero bets $1.50, BU calls $1.50
Turn: ($5.25) (2 players)
Hero bets $4.00, BU calls $4.00
River: ($13.25) (2 players)
Hero bets $11.00, BU calls $11.00
Callt dein Gegner in dieser Situation mit einer Hand wie T8s oder 77, ist es wahrscheinlich, dass er zu viel callt, nachdem einige Draws busten. Er schätzt den Anteil an Bluffs in deiner perceived Range als hoch ein.
Daher solltest du gegen diesen Gegner in Situationen, in denen deine perceived Range viele Bluffs enthält, in Zukunft dünner valuebetten.
Zu weite Call-Ranges mit Hilfe von Stats identifizieren
Auch Stats können dir beim Einschätzen der gegnerischen Call-Range helfen. Besonders relevant sind hierbei der "Fold to Cbet"-Wert auf allen Streets und der WTS.
Ist der "Fold to Cbet"-Wert auf einer Street geringer als 40%, solltest du auf dieser Street deine Value-Range erweitern. Das gilt auch für den Fall, dass der WTS 35% übersteigt.
Zu weite Call-Ranges mit dünnen Valuebets exploiten
Du kannst zu weite Call-Ranges deiner Gegner mit dünnen Valuebets exploiten. Welche Hände dies genau sind, hängt von der Call-Range deines Gegners ab.
Um welche Hände du deine Value-Range erweiterst
Du erweiterst deine Valuerange schrittweise im Verhältnis zur Call-Range deines Gegners: Je mehr dein Gegner callt, desto mehr Hände valuebettest du, die du sonst checken würdest.
Um eine Hand valuebetten zu können, benötigst du über 50% Equity gegen die Call-Range deines Gegners. Gegen die weitere Call-Range deines Gegners haben Hände, die du normalerweise checkst, über 50% Equity und du kannst diese daher valuebetten.
Die ersten Hände die du zusätzlich valuebettest, sind die besten Hände, die du normalerweise checkst. Valuebettest du in einer bestimmten Situation normalerweise TPTK oder besser und checkst TPGK, ist TPGK die erste Hand, die du valuebettest, wenn dein Gegner mehr callt.
$25 NL Hold'em (6 handed) - 100BB stacks
BU – TAG
Preflop: Hero is CO with
Hero raises to $0.75, 2 folds, BU calls $0.75, 2 folds
Flop: ($1.85) (2 players)
Hero bets $1.50, BU calls $1.50
Turn: ($5.25) (2 players)
Hero bets $4.00, BU calls $4.00
River: ($13.25) (2 players)
Hero bets $11.00, BU calls $11.00
Du nimmst an, dass dein Gegner folgende Hände am River callt: JJ, TT, A9s
Daher ist die schlechteste Hand, die du normalerweise valuebettest, JJ und die beste Hand, die du normalerweise checken würdest, TT.
| Value-Range: JJ+, 99-88, 33, A9s, A3s, AsKs, AsQs, AsJs, AsTs, As8s, As7s, As6s, As5s, As4s, As2 |
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| Beste Hände der Check-Range: TT, K9s |
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Callt dein Gegner zusätzlich 89s und 77, valuebettest du als die erste Hand, die du normalerweise checken würdest, TT. Callt dein Gegner noch zusätzlich T8s, 87s, 66, valuebettest du zusätzlich K9s. Du erweiterst deine Range Schritt für Schritt im Verhältnis zur Call-Range deines Gegners.
| Standard-Call-Range: JJ-TT, A9s |
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| Zu weite Call-Range: 77-66, T8s, 98s, 87s |
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Zusammenfassung
Callt dein Gegner zu viel, exploitest du ihn durch das Erweitern deiner Value-Range, was man als dünnes Valuebetten bezeichnet.
Um herauszufinden, ob dein Gegner diesen Fehler begeht, musst du besonders am Showdown darauf achten, welche Hände die schlechtesten Hände in seiner Call-Range sind.
Je mehr Hände dein Gegner callt, desto mehr Hände valuebettest du. Du erweiterst deine Range dabei um die besten Hände, die du normalerweise checken würdest.