Aktualisiert am 12 März 26 von

Wie Playernotes deine Reads verbessern

Einleitung

In diesem Artikel

  • Wie du Notes schreibst
  • Wie du sie verwendest
  • Wann du ihnen trauen kannst

Wieso sollte ich Notes machen? Auf den Micros sind doch eh alle Fische, und später habe ich doch den Elephant. Da können die Live-Game-Spieler mit ihren ominösen Tells ja sowieso nicht mithalten.

Nur wieso weiß ich schon wieder nicht, was ich gegen diese omnipräsenten Fishdonks, Raises IP am Flop im HU und gegen das fünfte Checkraise am Turn in Folge machen soll? Klar! „Donks zuerst einmal callen und dann weiterschauen“, ist ein guter Tipp, genauso wie „Flop 3-bets IP sind meistens Overcards“, aber wie der Weisheit letzter Schluss kommt mir das trotzdem nicht vor...

Das Problem beim Online-Poker

Deine Entscheidungen im Online-Pokerdschungel basieren zumeist auf mathematischen Entscheidungen, die du nach Tendenzen (Aggressivität, Showdownbound, Preflop-Ranges) in deinen Gegnern anpasst. Der Elephant oder auch Software wie PokerTracker und PokerAce liefern dir hierbei eine Vielzahl an Informationen, die dir helfen, dein Spiel gegen verschiedene Spieler zu optimieren.

Wenn du mulitablest, kannst du meist nicht jede Aktion an den Tischen genau verfolgen und hast dennoch dank der Software ein unfehlbares Gedächtnis als Hilfsmittel. Nun, fast unfehlbar, denn Samplesizes, ab denen die Statistiken tatsächlich als verlässlich angesehen werden können (+10000 Hände?), besitzt du nur sehr selten. So reicht schon allein deine Samplesize nicht aus, um „unfehlbar“ spielen zu können.

Davon abgesehen spielt niemand immer gleich, sei es wegen Tilt, Fishiness oder Trickiness. Und so findest du dich in unregelmäßigen Abständen in Situationen wie in den oben genannten wieder und musst eine Entscheidung fällen. Du hast laut Elephant doch schon 500 Hände gegen diesen Typen gespielt. Wieso weißt du trotzdem nicht wirklich, was zu tun ist?

Meistens ist der Grund ein einfacher: Du hast es dir nicht gemerkt. Ein Calldown der Fishdonks des einen bleibt profitabel, den anderen bezahlst du immer aus und der TAG spielt dich zum wiederholten Male aus.

In unserer Multitable-Welt ordnen wir rasch nach Kriterien ein (Fish, TAG, Rock, Maniac) und die Feinkorrektur nehmen wir mit Elephant oder PokerTracker für uns vor. So denken wir, aber eigentlich ist es nur eine Grobkorrektur, die feine könnte uns 0.5-1BB/100 mehr verschaffen – die Notes, die uns aus scheinbar schwierigen Situationen retten können und uns daran erinnern helfen, wie wir das Spiel unseres Gegners schon einmal gelesen haben.

Wer kann sich denn schon bei dieser Flut an Spieler an Details erinnern, außer an jene seiner Lieblingsgegner und Erzfeinde?

Wann schreibst du Notes?

  • Sobald du denkst: „Was?“, „Nicht schon wieder?“ oder „WTF?“, solltest du dich bereit machen, eine Note zu schreiben. Auch wenn du nicht den Showdown siehst, vermerkst du dir, auf welche Situation du das nächste Mal gegen diesen Spieler Acht geben musst, sei es ein Coldcall auf einem ragged board, ein Checkbehind am Flop als Preflop-Aggressor oder ein Checkraise am Turn. Du hast bemerkt, dass jemand anders spielt, als erwartet. Wenn du auch jetzt noch nicht die vollständige Information erlangen konntest, das nächste Mal hast du ihn.

  • Wenn du eine Hand am Showdown siehst, die du so nicht erwartet hast. Ob du in der Hand bist oder nicht, spielt keine Rolle.

  • Insbesondere für TAGs gilt: Du solltest auch eine Note machen, wenn du eine Line beim Gegner siehst, die von seinem Standardrepertoire abweicht, und wenn du wissen willst, ob sie gebalancet ist (z.b. c/c Flop, c/r Turn – spielt er diese Line nur mit Monster oder auch ab und zu mit Draws oder als pure Bluffs? Spielt er einen Semibluff nur gegen einen oder auch gegen mehrere Gegenspieler? Mit welchen Händen raist er am Flop IP? Etc.)

  • Nicht immer findest du während des Spiels die Zeit, eine Note zu schreiben, und musst diese Arbeit ans Ende der Session verlegen. Möglichkeiten sind hier:

    • eine kurze Note mit der Handnummer oder deiner Hand zu machen, um sie später in PokerTracker zu suchen.
    • sich die Hand per Mail schicken lassen, sofern die Software das ermöglicht.
    • mit Texas Grab’em die Hand speichern.

Wie schreibst du Notes?

Keine Note ist per se eine schlechte Note. Auf den Micros ersetzen dir „Fish“, „Rock“, „TAG“ und „Maniac“ die Hilfsprogramme. Aber wie hilfreich sind Beschreibungen wie „donkt“ und „blufft“, die sich wahrscheinlich in die eine oder andere Note verirren, tatsächlich? Sie geben dir natürlich einen gewissen Mehrwert an Informationen, und da Poker ein Spiel mit unzureichenden Informationen ist, bist du über jede dankbar, aber das Ganze kann man doch auch detaillierter machen, oder? Schließlich weißt du immer noch nicht, mit welchen Händen er donkt, ob es ein Draw, Pair oder Air ist.

Aber hilft dir dann „c/r Turn als Semibluff/Bluff“ wirklich so viel weiter? Ein wenig ja, aber eine wichtige Information, nämlich die, ob er nur blufft, wenn er tatsächlich Foldequity durch eine Scarecard hat, kannst du daraus später nicht mehr ziehen.

Genauso würde dir „Flop 3-bet IP als Freecardraise“ etwas weiterhelfen. Aber hat er diesen Move im HU gemacht? Multiway? Mit einem guten Draw, oder mit Overcards? Oder hat er eigentlich nur am Turn behind gecheckt, weil eine Scarecard kam und du hast die Hand falsch interpretiert im Eifer des Gefechts?

Es wird deutlich, dass die Informationen, die du manchmal in so eine Note verpacken musst, unter Umständen ziemlich ausufern können. Und auch eine 20-Wörter-Note, die dir superexakt während des Schreibens erschien, ist in der nächsten Session ein gordischer Knoten, den du nicht lösen kannst, und du greifst zur Variante Alexanders und löschst sie frustriert.

Natürlich gibt es allgemeine Notes, die du schreiben kannst und die dir sehr wohl weiterhelfen oder die eine Kulmination deiner vorigen Beobachtungen sind. Darunter fallen z.B.: „weak vs (versus=gegen) c/r Turn“, „light cd(calldown) gegen Flopraise IP“, „cap any two”, “Bluffraise blibat (im Blindbattle) A high boards”

Aber diese Beschreibungen sind nun mal nicht immer ausreichend. Manchmal, oder sogar ein wenig öfter als manchmal, würdest du dir gerne merken, wie die gesamte Situation ausgesehen hat. Wie verpackst du also am effektivsten alle Informationen? Eine Übersicht aller in diesem Artikel vorgeschlagenen Abkürzungen und Schreibweisen findest du im Handout: Playernotes - Übersicht

DIE HAND

Zum einen die Hand des Gegners, sofern du diese am Showdown gesehen hast, z.B.: 97o oder 9h7c, wenn die Suits im späteren Spiel von Belang waren. Hier kannst du die englischen Abkürzungen verwenden (h=hearts, c=clubs, s=spade, d=diamond).

Deine exakte Hand ist nicht entscheidend, sondern nur die Range, auf die dich der Gegner setzt (sofern er dies überhaupt tut). Und diese ergibt sich aus deinem Pre- und Postflopspiel.

DAS PREFLOPSPIEL

Als nächstes das Preflopspiel, sofern es von Bedeutung ist, d.h.: Hat er diese Hand anders gespielt, als du erwartet hast? Hat er AK nicht gecappt? Hat er 9c7h gecoldcallt oder gelimpt aus dem SB? Wie viele Spieler waren in der Hand? Was ist seine/deine Position? Bist du der Preflop-Aggressor?

Z.B.: pfr (Preflopraise): BB c(all), V (illain) SB cc (coldcall), BU cc, H(ero) CO-r(aise), L(imper) MP2. Wie du siehst, kannst du hier auch sehr gut geläufige Abkürzungen verwenden. Entscheidend ist wieder, dass du immer dieselben benutzt und auch dieselbe Abfolge, um deine Notes nicht unlesbar zu machen. Das Beispiel ist natürlich eine Hand mit sehr vielen Mitspielern, trotzdem solltest du sie als halbwegs geübte Tipper schnell in Kurzform geschrieben haben:

Pfr: L MP2, H CO-r, BU-cc, V-SB-cc, BB-c

Er callt hier 9h7c cold im SB. Solltest du mit veränderter Blindstruktur spielen, wäre eine Notiz des Limits natürlich sehr hilfreich.

Sollten sehr viele Spieler preflop einsteigen, wäre eine Alternative:

u(nraised) (8) V-SB, H-BB

8 Spieler haben gelimpt, Villain sitzt im SB und Hero im BB. Die anderen Spieler sind für die Hand nicht entscheidend. Oder:

r(aised) (7) H-CO-r, V-BU-cc

7 Spieler sehen den Flop, du hast geraist und BU gecoldcallt. Doch ist nur das Spiel von BU und Hero entscheidend, weshalb du die anderen Positionen nicht einträgst.

DAS BOARD

Als nächstes wie das Board aussah. Hier bist du ja die Schreibweise gewöhnt, sofern du dir jemals eine Handhistory ohne Handconverter angesehen hast. Wie bei der gegnerischen Hand kannst du die Suits dazuschreiben oder in Klammer ein (rags) am Ende anhängen. Solltest du dir eine Karte nicht gemerkt haben, die aber von Bedeutung wäre, nimmst du z.B. k als Platzfüller, um sie nach der Session einzutragen. Hast du sie vergessen, sie war jedoch eine Rag und/oder nicht von Bedeutung, kannst du sie mit einem x markieren. Je nachdem, ob der Flop, Turn oder River von Bedeutung waren, schreibst du das Board bis du dieser Karte ab.

Z.B: Ts8h3sKsx – Am Flop hatte der Gegner mit 9h7c einen OESD. Am Turn kam mit dem K eine Scarecard und am River eine Blank.

DAS POSTFLOPSPIEL:

Natürlich darf die Postflopaction nicht fehlen. Denn die Note bis jetzt nur die halbe Miete, ohne zu wissen, wie er die Hand weiter gespielt hat. Hier kennst du aus dem Forum auch die verschiedenen Kürzel. Von b, c/r bis b/f kennen wir das ja alle. Das können wir beliebig erweitern, z.B.: c/r/f – Er checkraist, um gegen eine 3-Bet zu folden. Falls du dir unsicher bist, was er nach einer Bet oder einem Check gemacht hätte, fügst du einfach ein Fragezeichen ein, z.B.: c/? – Du hast behindgecheckt und weißt anhand seiner Hand nicht sicher, ob er gefoldet oder gecallt hätte.

Sollte nur eine Straße von Bedeutung sein, hängst du ein F(lop), T(urn) oder ein (R) an. Ansonsten schreibst du die ganze Line nieder.

b/c (5), b (HU), b

Am Flop siehst du eine Donk und raist als Preflop-Aggressor natürlich sofort. Alle folden und du bist HU. Schon diese Information, dass er multiway hier donkt, ist wertvoll. Dass „5“ Leute am Flop waren, kannst du natürlich auch aus dem Preflop-Spiel ablesen, aber so behältst du viel einfacher die Übersicht.

Da am Turn ein „HU“ in Klammer steht, hast du geraist und die anderen haben gefoldet. Du trägst hier die Anzahl der Spieler ein, die den Turn sehen, bzw. welche Positionen, sofern sie von Bedeutung sind. In dieser Hand wäre die Information, wer mit ihm den Turn sieht, wichtig, sollte diese Person ein Maniac oder ein passiver Spieler sein. So könnte die Note auch wie folgt aussehen: b/c (5), b (HU-MP2-C(allingstation) oder R(ock).

Du kannst daraus ablesen, dass er z.B. versucht, eine hopeless Callingstation zu bluffen, oder sich aber gegen den Rock auf jeden Fall FE gibt und nicht passiv weiterspielt.

In dem Beispiel musst du jedoch die Entscheidung treffen und kannst nicht nur vergnügt rätseln, was das denn alles soll. Er donkt also den K am Turn erneut. Jetzt musst du entscheiden, ob er tatsächlich den K bzw. nun Twopair donkt, any Pair, den Flush, einen Draw oder pure Bluff. Du callst offensichtlich nur, sonst würde die Note für den Turn b/c, b/f, oder b/3-b lauten, bzw. ein Fragezeichen am Ende haben, um das nächste Mal Acht zu geben, was diese Line bei ihm bedeutet.

Rückwirkend siehst du, dass er hier nur mit dem OESD ohne eine Spade-Karte gedonkt hat. Aber auf einem superscary Board, auf dem du z.B. AJ ohne Spade oft aufgeben würdest. Er weiß also wahrscheinlich, jedoch nicht zwingend, dass er hier Foldequity gegen eine bessere Hand haben könnte. Vielleicht würde er jede Karte donken, aber darüber hast du (noch) keine Informationen. Du callst und siehst am River eine Rag.

Er bettet den River. Natürlich kannst du hier nur HU sein, sonst trägst du erneut die Anzahl der Spieler in Klammern ein. Du callst, siehst seinen busted OESD und beschließt, gegen seine Donks auf jeden Fall showdownbound zu spielen. Das bedeutet jetzt natürlich nicht, auf jedem Board jedes A high gegen ihn runterzucallen, er hätte in dieser Hand ja auch den Flush haben können. Du musst noch immer das Board lesen, aber toughe Folds gegen ihn aus deinem Repertoire streichen.

Die Note sieht nun also so aus:

9h7c pfr: L-MP2, H-CO-r, BU-cc, V-SB-cc, BB c; Ts8h3sKsx ; b/c(5), b (2), b

oder alternativ: 9h7c r (5) H-CO-r, V-SB-cc; Ts8h3sKsx ; b/c(5), b(HU), b

Du hast die gesamte Information der Hand in dieser Zeichenabfolge gespeichert, eine gekürzte Handhistory also. Wenn du darauf achtest, auch nur die wirklich relevanten Information zu speichern, kannst du dir Tipparbeit ersparen.

Wann liest du Notes?

Immer, wenn du dich an einen Tisch setzt und durch software-spezifische Hinweise siehst, dass du Notes von deinen Gegenspielern hast, solltest du sie gleich lesen. Außerdem immer, wenn du mit jemandem in der Hand bist und dir unsicher bist, was die richtige Entscheidung wäre. Du öffnest die Note und falls sie dir doch nicht weiterhilft, hast du gleich wieder einen guten Spot, eine Note einzutragen.

Das in diesem Artikel vorgeschlagene System erfordert natürlich auch ein wenig Übung, um notfalls innerhalb einiger Sekunden die Information aus ihr herauszulesen. Nach ein paar gemachten und gelesenen Notes ist es nur eine Frage der Zeit, bis du sofort weißt, was zu tun ist.

Als Hilfen kannst du dir zu Beginn natürlich noch in Klammer ein „draw“, „lp (low pair)“, „tp (top pair)“ dazufügen, falls du noch Probleme hast, sofort zu erkennen, welche Hand Villain in Bezug zum Board hatte.

Wie weit kannst du deinen Notes vertrauen?

So sehr dir Notes dein Pokerleben auch erleichtern können, du musst sie immer wieder auf ihre Verlässlichkeit überprüfen. Vielleicht balancet dein Gegner seine seltsame Line ja tatsächlich oder er war auf Tilt und spielt nie wieder so. Nichtsdestotrotz schaffen es die meisten Gegner nicht, aus ihrem Spielschema auszubrechen, d.h., sie spielen immer wieder die gleichen Hände auf die gleiche Art und Weise.

Wenn dein Kontrahent immer c/r Flop mit seinen Draws spielt und c/r Turn immer nur als Valueline, findest du easy Folds oder Calldowns. Dasselbe gilt natürlich für Donks. Wenn er immer nur seine Draws donkt, Pairs jedoch c/c spielt bzw. vice versa, hast du leichte Entscheidungen.

Jedoch solltest du immer auf der Hut sein, da stärkere Gegner sehr wohl ihr Spiel adapten können. Andererseits solltest du dies auch nicht überbewerten, da der andere zuerst selbst seine Fehler im Spiel finden und sich seines Spiels und seines Images am Tisch stets bewusst sein muss - eine Eigenschaft, die du nur bei tatsächlich starken Pokerspielern antreffen wirst.

Fazit

Dieser Artikel liefert dir keine Vorschrift, wie du Notes zu schreiben hast. Er hat dir eine Möglichkeit und Nomenklatur aufgezeigt, die du auch im Handout wiederfindest: Playernotes - Übersicht als PDF(~0.2MB)

Wie du genau deine Notes schreibst, bleibt natürlich dir überlassen. Wichtig ist, dass du die für dich später wichtigen Informationen schnell erfassbar in deine Notes übertragen kannst. Notes sind nicht Selbstzweck. Sie dienen ja dazu, dass du später aufgrund dieser zusätzlichen Reads eine profitablere Einzelfallentscheidung triffst, die du so vielleicht anders getroffen hättest.

Das Lesen und Filtrieren der relevanten Informationen ist nach einigen Übungen kein Problem mehr. Zu eben dieser Übung gibt es im folgenden Kapitel einige Beispielhände nebst Notes.

Übungen

Hier nun einige Situationen, aus denen ihr eine Note zusammenstellen und euch dazu überlegen sollt, wie ihr diese Information verwerten könnt.

Beispiel 1
HAND

3/6 Fixed-Limit Hold'em (3 handed)

Preflop: Hero is BB with K, 9
BU folds, SB raises, Hero calls.

Flop: (4.00 SB) 6, A, 3 (2 players)
SB bets, Hero calls.

Turn: (3.00 BB) 5 (2 players)
SB bets, Hero calls.

River: (5.00 BB) 3 (2 players)
SB bets, Hero calls.

Final Pot: 7.00 BB

Results follow:
SB shows [ Qc, 2c ] a pair of Threes

Hero shows [ Kd, 9c ] a pair of Threes

Hero wins $41 USD with a pair of Threes with King kicker.

LÖSUNG


Note:
Qc2c SB-r H BB; 6hAd3h5s3s; b b b

Interpretation: Villain barrelt aus dem SB alles durch, selbst wenn er sich keine FE gegen bessere Hände am River geben kann.

Beispiel 2
HAND

15/30 Fixed-Limit Hold'em (4 handed)

Preflop: Hero is Button with 3, A.
UTG calls, Hero raises, SB 3-bets, 1 fold, UTG calls, Hero calls.

Flop: (10 SB)
3, A, 5
(3 players)
SB bets, UTG folds, Hero calls.

Turn: (6 BB) 9 (2 players)
SB bets, Hero raises, SB 3-bets, Hero caps, SB calls.

River: (14 BB) 2
(2 players)
SB bets, Hero calls.

Final Pot: 16 BB


Results:


Hero has 3s Ah (two pair, aces and threes).
SB has Jd Kd (high card, ace).
Outcome: Hero wins 16 BB.

LÖSUNG


Note:
KdJd 3bet pfr Ad5d392, b (3) b/3-bet (H-cap) (2) b

Interpretation: Es ist ein großer Pot. Ihr seht zu dritt den Flop. Was nicht entscheidend ist, aber dennoch herauszulesen ist: Die prefloppositionen bzw. genaue Preflop-Action. Villain ist out of Position und nachdem drei Leute den Pot sehen, hat Hero wahrscheinlich einen Fisch isoliert und Villain ging drüber.

Was entscheidend in der Hand ist: Nachdem Hero und Villain den Turn zu zweit sehen, 3-bettet er in dem großen Pot seinen Flushdraw. Auch von dem Cap von Hero lässt er sich nicht einschüchtern und bluffdonkt den River. Offensichtlich hat Hero nur gecallt, da er danach keine andere Aktion mehr gemacht hat.

Beispiel 3
HAND

15/30 Fixed-Limit Hold'em (4 handed)

Preflop: Hero is SB with A K
1 fold, Button raises, Hero 3-bets, 1 fold, Button caps, Hero calls.

Flop: (9 SB) 8 T Q (2 players)
Hero checks, Button bets, Hero calls.

Turn: (5.50 BB) K (2 players)
Hero checks, Button bets, Hero raises, Button 3-bets, Hero calls.

River: (11.50 BB) 8 (2 players)
Hero checks, Button checks.

Final Pot: 11.50 BB


Results:


Hero has Ad Kh (two pair, kings and eights).
Button has Kd 7d (
two pair, kings and eights).
Outcome: Hero wins 11.50 BB.

LÖSUNG


Note:
K7s pfr cap BU vs H-SB, 8TQK8 b b/3b cb

Interpretation: Er cappt K7s preflop. Das ist auf jeden Fall wichtig. Auf das Checkraise von Hero am Turn, macht er eine 3-Bet für Freeshowdown, vielleicht gegen einen Semibluff, vielleicht wurde ihm aber auch erst am River die Situation klar.

Beispiel 4
HAND

30/60 Fixed-Limit Hold'em (4 handed)

Preflop: Hero is Button with 9 T
1 fold, Hero raises, 1 fold, BB calls.

Flop: (4.50 SB) K Q 7
(2 players)
BB bets, Hero calls.

Turn: (3.25 BB) T(2 players)
BB bets, Hero calls.

River: (5.25 BB) 7 (2 players)
BB checks, Hero checks.

Final Pot: 5.25 BB


Results:


BB has Ad 6h (one pair, sevens).
Hero has 9d Th (two pair, tens and sevens).
Outcome: Hero wins 5.25 BB.

LÖSUNG


Note:
A6 BB-c, H-BU-r, KQ7T7 b b c/ ?

Interpretation: Villain defendet A6 im BB und donkt auf diesem Board und bettet erneut den Turn, nachdem Hero nur gecallt hat. Am River checkt er und da Hero nicht bettet, ist es unklar, ob er c/c oder c/f spielen wollte. Er macht diese Donks auf jeden Fall mit Ax, einer Hand mit Showdownvalue, aber ohne Hit. Du misst seinen Donks fortan keinen großen Wert mehr bei und wirst darauf achten, mit welchen Händen er in diesen Situationen dafür c/r spielt.

Beispiel 5
HAND

Known players:
Position:hands/vp$ip/pfr/af/wts/ats/foldbb/w$sd
SB: 99/44/16/0.6/29/31/21/33
BB: 843/51/25/1.0/40/62/15/50
MP3: Hero
CO: 122/16/7/0.8/15/65/27/67
BU: 158/27/9/0.5/30/71/38/50

30/60 Fixed-Limit Hold'em (5 handed)

Preflop: Hero is MP3 with 6, 6
Hero raises, 3 folds, BB calls.

Flop: (4.50 SB) 3, 3, 5 (2 players)
BB checks, Hero bets, BB calls.

Turn: (3.25 BB) 9 (2 players)
BB checks, Hero bets, BB raises, Hero calls.

River: (7.25 BB) 8 (2 players)
BB bets, Hero calls.

Final Pot: 9.25 BB

Results:
BB shows [ 2c, 2s ] two pairs, Threes and Twos

Hero shows [ 6c, 6d ] two pairs, Sixes and Threes

Hero wins $553 USD with two pairs, Sixes and Threes.

LÖSUNG


Note:
22 BB-c H-MP3-r, 33h59h8h c/c c/r b

Interpretation: Villain spielt hier auf diesem low Board, das außerhalb Heros Range ist, c/c Flop, c/r Turn, um vielleicht seine Monsterline zu balancen. Außerdem könnte er am Turn einen Flushdraw aufgeschnappt haben. Du musst weiter beobachten, mit welchen Händen er diese Line spielt, und kannst in Zukunft auf jeden Fall hier keinen easy Fold finden.

Beispiel 6
HAND

Known players:
Position:hands/vp$ip/pfr/af/wts/ats/foldbb/w$sd
MP2: 434/49/24/1.0/40/75/12/48
BU: Hero
BB: 1908/35/14/0.6/43/63/12/56
SB: 396/31/12/0.6/35/72/24/50
CO: 68/43/18/0.6/19/64/17/33
MP3:68/41/32/4.4/44/40/27/42

15/30 Fixed-Limit Hold'em (6 handed)

Preflop: Hero is BU with J, A
3 folds, Hero raises, SB folds, BB calls.

Flop: (4.67 SB) 8, 7, 7 (2 players)
BB checks, Hero bets, BB raises, Hero calls.

Turn: (4.33 BB) Q (2 players)
BB checks, Hero checks.

River: (4.33 BB) K (2 players)
BB bets, Hero calls.

Final Pot: 6.33 BB

Results:
Hero shows [ Jc, Ad ] a pair of Sevens

BB shows [ 7d, 5d ] three of a kind, Sevens

BB wins $187 USD with three of a kind, Sevens.

LÖSUNG


Note:
75s 877QK c/r c b

Interpretation: Das genaue Preflopspiel ist hier nicht entscheidend. Es handelt sich hier immer um eine Blinddefense-Situation. Sollte er natürlich preflop 3-betten oder wäre der Pot multiway, müsstest du das eintragen.

Wichtig ist, dass er erst den Flop c/r und dann den Turn noch einmal c/r will in der Hoffnung, dass Hero entweder die Q gehittet hat oder selbst einen Bluff ansetzt. Auf den Checkbehind bettet er selbst den River und versucht keinen erneut c/r. Du musst also in Zukunft sehen, ob er diese Line häufiger spielt oder es ein „Experiment“ war, und auf jeden Fall nicht blind betten, wenn er nach einem Checkraise am Flop
zu dir checkt.

Beispiel 7
HAND

Known players:
Position: hands/vp$ip/pfr/af/wts/ats/foldbb/w$sd
CO: 647/45/24/1.3/44/54/16/46 BU: 656/32/20/1.6/41/57/16/57
BB: 1523/38/13/0.5/39/53/16/53 MP2: 198/41/20/1.1/38/71/28/59
MP3: 179/27/20/3.9/41/73/22/61
SB: Hero

10/20 Fixed-Limit Hold'em (6 handed)

Preflop: Hero is SB with A, J
3 folds, BU raises, Hero 3-bets, BB folds, BU calls.

Flop: (7.00 SB) 8, 8, 7 (2 players)
Hero bets, BU raises, Hero calls.

Turn: (5.50 BB) 8 (2 players)
Hero checks, BU bets, Hero calls.

River: (7.50 BB) J (2 players)
Hero bets, BU calls.

Final Pot: 9.50 BB

Results:
BU shows [ 4s, Ad ] three of a kind, Eights

Hero shows [ Ac, Jc ] a full house, Eights full of Jacks

Hero wins $187 USD with a full house, Eights full of Jacks.

LÖSUNG


Note:
A4o H-SB-3b, V-BU-r, 8878J r b call

Interpretation: Hero 3-bettet preflop aus dem SB gegen das BU-Raise von Villain. Auf dem Flop raist Villain in Position und bettet den Turn. Hero’s Riverdonk callt er nur.

Villains Raise in Position ist hier kein Monster, mit dem er Action induzieren will. Er tut es jedoch auch nicht mit einem Draw für Freecard, sondern mit A high. Er callt Heros Riverdonk, also weißt du auch nicht, ob er den River behindchecken oder bluff(value?)betten wollte. Ob er ein Monster simulieren will oder sich vorne sieht, kannst du nicht sagen. Auf jeden Fall merkst du dir, dass du seinen Flopraises in Position in Zukunft nicht viel Credit gibst.