Aktualisiert am 12 März 26 von

Wie spielst du vor dem Flop?

Herzlich willkommen

In diesem Artikel

  • Wo du sitzt, beeinflusst die Stärke deiner Karten
  • Immer wissen, wie du spielst: Das Starting-Hands-Chart

Herzlich willkommen zum Fixed-Limit-Einsteigerkurs von PokerStrategy. Was wir jetzt vorhaben, ist nicht weniger, als dir in einer Art Crashkurs die derzeit wohl umfassendste und beste Einsteigerstrategie für Fixed Limit Texas Hold'em zu vermitteln.

Dieser Artikel befasst sich mit der Strategie für die erste Setzrunde. Du hast einen guten Tisch gefunden, dich eingekauft und bist endlich im Spiel. Du erhältst deine beiden Karten. Jetzt ist natürlich die Frage, ob dein Blatt gut oder schlecht ist und was du überhaupt damit anfangen sollst.

Das lernst du in diesem Artikel. Du wirst lernen, dass deine Spielweise von deiner Position am Tisch abhängt. Ausgehend davon wirst du anschließend lernen, welche Karten du in der ersten Setzrunde wie spielst.

Der nächste Abschnitt befasst sich mit dem Thema Positionen am Pokertisch.

Video: Das Spiel vor dem Flop
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Den Inhalt dieses Artikels kannst du dir auch als Video anschauen. Klicke dazu einfach auf das linke Bild, um das Videofenster zu öffnen.

Du solltest dennoch auch den Artikel durchlesen, um die Strategie auch wirklich zu verstehen. Dein Pokerkonto wird es dir danken.

Was ist deine Position am Tisch?

JE FRÜHER DEINE POSITION, DESTO BESSERE KARTEN BRAUCHST DU

Position ist im Grunde nur eine andere Darstellungsweise dafür, wie viele Spieler noch nach dir an der Reihe sind. Es ist doch klar: Je mehr Spieler nach dir noch kommen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass einer von ihnen ein besseres Blatt hält.

Deshalb gilt: Je mehr Gegner noch nach dir kommen, also je früher deine Position, desto besser muss deine Hand sein.

Du zählst ausgehend vom Kartengeber entgegen dem Uhrzeigersinn die Plätze ab

Deine Position stellst du fest, indem du vom aktuellen Kartengeber (Button) ausgehend entgegen dem Uhrzeigersinn die Plätze abzählst. Schau dir dazu einfach mal folgende Übersicht an:

     
Blinds
 
Späte
 
Mittlere
 
Frühe
DIE VIER POSITIONSGRUPPEN

Es gibt, wie du vielleicht schon erkannt hast, vier verschiedene Positionsgruppen:

  • 2 späte Positionen
    Der Kartengeber selbst und der Spieler zu seiner Rechten bilden die späte Position.
  • 3 mittlere Positionen
    Die folgenden drei Spieler sind die mittlere Position.
  • 3 frühe Positionen
    Die drei sich daran anschließenden Spieler sind in den frühen Positionen, denn sie müssen in den Setzrunden auch immer früh handeln.
  • 2 Blind-Positionen
    Eine eigene Positionsgruppe bilden die beiden Spieler, die die Blinds bezahlt haben. Der Spieler direkt neben dem Kartengeber ist der Small Blind. Neben ihm sitzt schließlich der Big Blind.
WENN SPIELER DEN TISCH VERLASSEN

Was passiert nun, wenn ein Spieler den Tisch verlässt? Dann fällt einfach die erste der frühen Positionen weg. Es gibt dann also nur noch zwei statt drei frühe Positionen. Geht noch ein Spieler vom Tisch, bleibt sogar nur eine frühe Position übrig.

Ist deine Hand gut spielbar

DAS STARTING-HANDS-CHART
Klicke auf das Bild, um das Chart zu öffnen

Welche Karten du wie am besten spielst, sagt dir das Starting-Hands-Chart von PokerStrategy. Druck es dir einfach aus und du weißt während des Spiels immer ganz genau, was du tust.

Das Chart verbindet drei Informationen:

  • Deine Startkarten
  • Was die Gegner vor dir getan haben
  • Deine Position

Wenn du auf das rechte Bild klickst, öffnet sich das Chart in einem neuen Fenster/Tab als PDF-Dokument.

DIE HANDGRUPPEN

Die spielbaren Startkarten (Hände) sind in fünf verschiedene Gruppen unterteilt, z.B. in starke und mittelstarke Hände.

Wenn du also wissen willst, wie du deine Hand spielst, suchst du erst danach, zu welcher der fünf Gruppen sie gehört. Ist deine Hand nirgendwo vertreten, dann ist sie nicht spielbar und du solltest sie ablegen. Bringt sonst nur Ärger.

Die Karten selbst sind durch Abkürzungen dargestellt. AA steht z.B. für zwei Asse, 99 für zwei Neunen.

  A   Ass
  K   König
  Q   Dame
  J   Bube
  T   Zehn
  9   Neun

Ein s hinter den Karten steht für suited und besagt, dass beide Karten von der gleichen Farbe sind. Beispielsweise steht AQs für Ass Dame in der gleichen Farbe, in Herz, Pik, Karo oder Kreuz. Ein o steht für offsuited und sagt, dass die Karten von verschiedenen Farben sind.

DIE ERSTE SPALTE: WAS HABEN DEINE GEGNER GETAN?
In der ersten Spalte siehst du die möglichen Antworten auf die Frage, was deine Gegner bisher getan haben. Du spielst natürlich anders, wenn z.B. erhöht wurde, denn immerhin deutet das auf starke Karten beim Gegner hin.
ZWEITE BIS SECHSTE SPALTE: DEINE AKTION ENTSPRECHEND DEINER POSITION
Deine Position sagt dir nun, in welcher Spalte du nachschauen musst. Bist du in früher Position, schaust du in der zweiten Spalte nach. Bist du im Big Blind, schaust du in der letzten Spalte nach.
VOR DIR WURDE MEHR ALS EINMAL ERHÖHT

Ein recht einfach zu handhabender Sonderfall tritt ein, wenn vor dir mehr als einmal erhöht wurde. Das Starting-Hands-Chart zeigt ja nur, was du machst, wenn einmal erhöht wurde. Es würde die Übersicht auch nur unnötig aufblähen, den Fall von mehreren Erhöhungen da hineinzunehmen.

Wenn vor dir mehr als einmal erhöht wurde, dann legst du alle Karten weg bis auf die Hände aus der Gruppe der sehr starken Hände, also AA, KK, QQ, AKs und AKo. Mit diesen Händen erhöhst du weiter. Du willst mit diesen Top-Händen schon jetzt maximalen Druck machen.

Einige Beispiele aus der Praxis

BEISPIEL 1- ZWEI KÖNIGE
Karten
Position Frühe Position
Situation Du hast nur einen Spieler vor dir. Dieser steigt aus und du bist an der Reihe.

Ganz klar erhöhst du hier. Mit zwei Königen bist du immer ganz vorne dabei und versuchst, vor dem Flop so viel Geld wie möglich in den Pot zu kriegen.

BEISPIEL 2- ASS KÖNIG
Karten
Position Späte Position
Situation Vor dir steigen alle Spieler aus bis auf einen, der in mittlerer Position erhöht. Der Spieler direkt danach erhöht ein zweites Mal und du bist an der Reihe.

Obwohl die beiden Spieler vor dir schon Stärke demonstriert haben, ist dein Blatt stark genug, um noch eine Erhöhung draufzulegen. Du erhöhst also, denn Ass König ist vor dem Flop einfach eine sehr starke Hand.

BEISPIEL 3- ASS DAME
Karten
Position Späte Position
Situation Ein Spieler in mittlerer Position erhöht. Der Spieler direkt neben ihm geht die Erhöhung mit. Dann bist du an der Reihe.

AQs ist ein schönes Blatt, aber nicht gut genug für eine weitere Erhöhung in dieser Situation. Das Starting-Hands-Chart sagt für den Fall "Genau einer erhöht und min. einer geht mit", dass du die Erhöhung ebenfalls mitgehen solltest.

BEISPIEL 4- ZWEI BUBEN
Karten
Position Mittlere Position
Situation Ein Spieler erhöht in früher Position. Nach ihm steigen alle aus bis zum Spieler direkt vor dir. Der erhöht ein weiteres Mal. Jetzt bist du an der Reihe.

So gut dieses Blatt auch aussehen mag, an dieser Stelle ist es korrekt, mit den beiden Buben auszusteigen. Sehr oft hat in dieser Situation nämlich einer der beiden Spieler ein noch besseres Blatt.

Was tun, wenn nach dir erhöht wird?

Das Starting-Hands-Chart deckt fast alle möglichen Spielsituationen ab, bis auf eine: Wenn du in das Spiel eingestiegen bist und hinter dir erhöht wird. Diese Sonderfälle behandeln wir jetzt.

ES GAB NACH DIR GENAU EINE ERHÖHUNG

Wenn es nur eine Erhöhung gab, dann gehst du auf jeden Fall diese Erhöhung mit jeder Hand mit, mit der du in das Spiel eingestiegen bist. Gehört deine Hand in die Gruppe der sehr starken Hände, also AA, KK, QQ, AKs oder AKo, erhöhst du sogar weiter.

ES GAB NACH DIR MEHR ALS EINE ERHÖHUNG

Bei mehr als einer Erhöhung nach dir musst du schon vorsichtiger agieren, denn das zeigt sehr viel Stärke an. Deshalb gehst du die Erhöhungen jetzt nur noch mit Händen aus der Gruppe der starken Hände mit, also JJ, TT, 99, AQs, AQo und AJs.

Gehört deine Hand in die Gruppe der sehr starken Hände, AA, KK, QQ, AKs oder AKo, erhöhst du wie schon zuvor weiter, denn deine Hand ist stark genug, um schon jetzt massiv Druck zu machen.

BEISPIEL 5 - ZWEI ZEHNEN
Karten
Position Frühe Position
Situation Du erhöhst aus früher Position mit einem Paar Zehnen. Alle steigen aus. Dann erhöht ein Spieler in mittlerer Position ein weiteres Mal.

Für eine weitere Erhöhung ist dein Paar nicht stark genug. Aber aussteigen kommt natürlich auf keinen Fall in Frage. Egal, womit du in das Spiel eingestiegen bist, für nur eine Small Bet mehr, also bei einer Erhöhung, steigst du nicht aus. In diesem Beispiel gehst du die Erhöhung also mit.

Fazit

Herzlichen Glückwunsch. Du hast jetzt schon einen großen Teil der Fixed-Limit-Strategie kennen gelernt. Du weißt jetzt, dass deine Spielweise davon abhängt, in welcher Position du dich befindest. Du weißt auch, welche Karten du wann spielst. Das sagt dir das Starting-Hands-Chart. Und zu guter Letzt weißt du auch, wie du angemessen reagierst, wenn Spieler hinter dir erhöhen.

Im nächsten Artikel Was kannst du treffen? lernst du nun, welche Kartenkombinationen du überhaupt halten kannst, wenn die Gemeinschaftskarten ins Spiel kommen. In den darauf folgenden Artikeln wirst du dann lernen, wie du diese Kartenkombinationen am profitabelsten spielst.