Aktualisiert am 12 März 26 von

MTT Bankrollmanagement

Einleitung

In diesem Artikel

  • was das Bankrollmanagement und die 1%-Regel sind
  • welchen Einfluss Glück und Pech bei Pokerturnieren haben
  • was der Begriff Varianz bedeutet

Du hast dich sicher bereits mit dem Einfluss von Glück und Pech beim Pokern auseinandergesetzt. Die einen meinen, es sei ein reines Glücksspiel. Das stimmt sicher nicht. Wer jedoch behauptet, in einem Pokerturnier gewinnt immer der beste Spieler, liegt auch nicht ganz richtig.

Im Verlauf des Artikels erfährst du, welche Vorkehrungen du treffen solltest, damit du ein erfolgreicher Turnierspieler wirst und wie du die Balance auf dem Drahtseil zwischen Kapitalerhaltung und Gewinnmaximierung hältst. Die eigene Bankroll lässt sich häufig auch ganz einfach mit den besten verfügbaren Poker Boni boosten.

Bankrollmanagement als Gegenpol zu Glück und Pech

Ein einzelnes Turnier zu gewinnen, erfordert immer das nötige Quäntchen Glück. Ob du es nun in deinem nächsten Turnier haben wirst oder nicht, kannst du aber nie wissen.

Langfristig wirst du zwar sehen, dass du durch gutes Spiel und clevere Entscheidungen ziemlich sicher Erfolg haben wirst. Glück und Pech werden sich mit der Zeit ausgleichen. Kurzfristig kann es in Turnieren aber sehr bescheiden laufen. Im Pokerjargon nennt man so etwas einen Downswing.

Um deine Pokerkarriere nie aufgrund eines Downswings in Gefahr zu bringen, musst du mit deiner Bankroll gut haushalten und darfst nie zuviel in einem Turnier auf Spiel setzen. Man nennt dies Bankrollmanagement.

Deine Bankroll ist dein Kapital, das du geschickt investieren musst, um voranzukommen. Du willst viel gewinnen, wenn du gewinnst, aber von Verlusten nicht schwer getroffen werden. Das erreichst du, wenn du dich an folgende Regel hältst:

Die 100-Buy-ins-Regel

Die Erfahrung hat gezeigt, dass 100-Buy-ins am besten deine Interessen an hohen Gewinnchancen und geringem Verlustrisiko miteinander in Einklang bringt. Spiele keine Turniere, für die du keine 100 Buy-ins hast.

Anders formuliert:

WICHTIG  
Investiere nie mehr als ca. 1% deiner Bankroll in ein Turnier.

Dementsprechend weist dir diese Regel einen genauen Weg, wann du in den Limits auf- bzw. absteigen sollst.

Varianz bei Pokerturnieren

Wenn du bei Wikipedia Varianz eingibst, wird der erste Satz des Artikels lauten: "Die Varianz ist ein Maß, das beschreibt, wie stark eine Messgröße (genauer eine Zufallsgröße) streut.“

Auf Pokerturniere übertragen bedeutet Varianz, dass es nicht immer gerecht läuft. Du wirst Turniere spielen, in denen du einen Run hast. Die Karten kommen für dich wie gemalt und die Chips deiner Gegner wandern quasi von alleine in deine Richtung, wenn du entsprechend setzt.

Andererseits wird es natürlich auch Turniere geben, in denen alles schief geht. Ob es nun aber gut oder schlecht läuft (oder mittelmäßig), kannst du ja vorher nie wissen. Die Karten kommen zufällig. Viele Spieler machen dabei folgenden Fehler: Sie setzen sich emotional zu sehr damit auseinander, ob sie sich nun auf der guten oder schlechten Seite der Varianz befinden.

Es wird dir sicher auch schon widerfahren sein, dass du den Eindruck hattest "Heute läuft echt alles besch...!".

Wenn du bei Pokerturnieren Erfolg haben willst, ist es jedoch sehr wichtig, dass du diese Varianz als einen Teil des Spiels akzeptierst und lernst, damit umzugehen. Unabhängig davon ob es in deinem Turnier bisher gut oder schlecht lief, solltest du dich immer darauf konzentrieren, in der nächsten Hand die bestmögliche Entscheidung zu treffen.

Dieses Prinzip zu verinnerlichen, wird eine entscheidende Vorraussetzung für deinen Erfolg in Pokerturnieren sein, da du dadurch deinen Gegnern neben deinem spielerischen Vorteil (im Pokerjargon nennt man das Edge) auch psychologisch überlegen bist.

Bankrollmanagement und richtige Turnierwahl

Wenn du im Internet Pokerturniere spielen möchtest, wirst du eine riesige Auswahl vorfinden. Die verschieden Pokerseiten bieten quasi im Minutentakt neue Turniere an. Diese sind jedoch keineswegs alle gleich. Neben den gängigsten Formaten "Freezeout" und "Turbo-Turnier" musst du besonders auf „Rebuy-Turniere“ achten, da diese durch das Nachkaufen teurer als das ursprüngliche Startgeld werden können.

In der Silbersektion werden dir die gängigsten Formate "Freezeout", "Turbo-Turnier", "Rebuy-Turnier", "Satellite-Turnier" und "Multitable-SNG" jeweils in einem Artikel vorgestellt. Es kann sehr entscheidend für deine Erfolge sein, wie gut du dir deine Turniere unter diesem Aspekt aussuchst und erkennst, welches Format dir am meisten liegt.

Am wichtigsten ist jedoch, dass du auf die Größe des Startgelds achtest. Es gibt beinahe jedes Turnierformat zu jedem Preis. Im Verlauf dieses Artikels hast du gelernt, dass es auch Durststrecken gibt, die deine Bankroll verkraften muss.

Viele Spieler haben dieses Prinzip nicht verstanden und spielen ihre Turniere immer und immer wieder, bis ihre Bankroll auf Null angekommen ist. Sie sind nicht sorgfältig mit ihrer Bankroll umgegangen und haben kein Geld mehr, um weitere Turniere zu spielen.

Dein Ziel sollte es sein, solchen Problemen aus dem Weg zu gehen. Ein gutes Bankrollmanagement löst dieses Problem von selbst. Dabei gehst du ganz einfach davon aus, deine Bankroll zwar einerseits als Geldbetrag anzusehen, andererseits als eine Summe von Startgeldern für Turniere.

1200$ sind 1200$. Du kannst sie jedoch als 24 Buy-ins für 50$Turniere ansehen, als 120 Buy-ins für ein 10$Turniere oder als 1200 Buy-ins für 1$Turniere, es bleiben jedoch immer 1200$.

Du solltest dir gut überlegen wie du mit deiner Bankroll umgehst. Wenn du mit 1200$ Turniere für 50$ spielst, wirst du recht schnell einen sehr großen Teil deiner Bankroll verlieren können. Wenn du zum Beispiel 12 Turniere in Folge nicht ins Geld kommst (was regelmäßig vorkommt), ist die Hälfte weg. Willst du dieses Risiko in Kauf nehmen?

Wenn du nur 1$ pro Turnier bezahlst, wirst du nur sehr schwer erreichen können, dein gesamtes Geld zu verlieren. Jedoch agierst du jetzt zu vorsichtig und machst zu wenig aus deinem Geld. Schließlich möchtest du ja auch weiter nach oben kommen und ein optimales Risk-Reward.

Es geht also darum, einen bestimmten Anteil deiner Bankroll sinnvoll in Turniere zu investieren, damit das Verlustrisiko und deine Gewinnmöglichkeiten in einem guten Verhältnis zueinander stehen.

Zusammenfassung

Du hast beim Lesen dieses Artikels gesehen, dass es beim Pokern nicht nur darauf ankommt, deine Hände gut zu spielen. Du musst auch mit dem Einfluss von Glück und Pech umgehen können. Sowohl psychologisch als auch finanziell.

Auf der einen Seite solltest du dich nie durch eine Pechsträhne verunsichern lassen oder on tilt gehen. Betrachte diese Fähigkeit als eine Stärke eines guten Pokerspielers und setze es dir als Ziel, irgendwann über Badbeats lachen zu können, während du sie bekommst.

Auf der anderen Seite solltest du dafür sorgen, dass eine Pechsträhne dir nie zu tief in den Geldbeutel greifen kann. Dies zu umgehen, sollte nach diesem Artikel für dich kein Problem mehr sein. Die Antwort auf dieses Problem lautet Bankrollmanagement und ist die einfachste Fähigkeit auf deinem Weg zu einem erfolgreichen Pokerspieler. Dabei musst du nichts anderes können, als Turniere zu meiden, die für dich zu teuer sind. Das sollte dir nicht wirklich schwer fallen.