Wie spielst du ein MTT?
Einleitung
In diesem Artikel
- Ein Turnier ist eine andere Form des Pokerns
- Unterschiede zum Cashgame
- Ein Turnier und dein Spiel durchläuft mehrere Phasen
Multi Table Tournaments (MTT)
MTTs (Multi Table Tournaments) versprechen das große Geld, beinahe jeder hat im Fernsehen schon die Millionengewinne bei den großen Events gesehen. Wer träumt nicht vom ganz großen Gewinn? Mit einem kleinen Buy-in kannst du das 200- oder 300-fache deines Einsatzes gewinnen.
Dieser und die folgenden Artikel zeigen dir eine Strategie, mit der du No-limit Holdem MTTs in der so genannten Full-Ring-Variante (sieben bis zehn Spieler an einem Tisch) erfolgreich spielen kannst.
Du erfährst, …
- … die Unterschiede zum Cashgame
- … mit welcher Grundstrategie Du erfolgreich bist.
- … wann Du welche Karten spielst.
Die Unterschiede zwischen Cashgame und MTT
In einem MTT kaufst du mit deinem Startgeld eine bestimmte Anzahl von Chips. Wenn du deine Chips verlierst, bist du ausgeschieden. Während du dich im Cashgame jederzeit wieder einkaufen kannst, wenn du deinen Stack verloren hast, geht das in klassischen Turnieren nicht. Eine Ausnahme bilden Rebuy-Turniere, bei denen du für eine begrenzte Zeit wieder Chips nachkaufen kannst. Ist diese Phase vorbei, scheidest du aber ebenfalls aus, wenn deine Chips weg sind.
In einem Turnier kannst du auch nicht einfach aufhören, wenn du keine Lust mehr hast. Du musst solange spielen, bis du ausgeschieden bist oder das Turnier gewonnen hast. Rechne also bereits bei der Anmeldung damit, dass das Turnier lange dauern kann. In großen Turnieren sind vier oder fünf Stunden normal, wenn du es weit schaffst.
Der wesentliche Unterschied zum Cashgame ist aber folgender: Die Blinds in einem Cashgame bleiben immer gleich. Aus diesem Grund kannst du im Cashgame abwarten und auf sehr gute Starthände warten.
In einem Turnier hingegen, steigen die Blinds mit Dauer des Turniers immer weiter an. Du bist früher oder später gezwungen, aktiv zu werden. Außerdem vergrößern sich mit der Zeit auch die Chipstapel deiner Kontrahenten, wenn Leute aus dem Turnier ausscheiden.
Das Verhältnis von deinem Stack zu den Blinds ändert sich in einem Turnier permanent. Deshalb musst du dein Spiel an die Turnierumstände anpassen. Zu Beginn eines Turniers musst du andere Hände spielen als in der späten Phase. Ein guter Turnierspieler passt sich an diese Situation und die Turnierphasen an.
Die verschiedenen Phasen eines Turniers
Ein Turnier teilt sich in mehrere Phasen auf. Passe dein Spiel an und du wirst Erfolg haben.
Die frühe Phase eines Turniers ist geprägt von kleinen Blinds und - im Vergleich dazu - sehr großen Stacks. Die Chipstacks sind noch sehr ausgeglichen, d.h. jeder hat ungefähr gleich viele Chips. Deshalb ähnelt diese Phase eines Turniers dem Cashgame nach der Bigstack-Strategie.
Aufgrund der kleinen Blinds, kannst du sehr viel leichter große Pötte verlieren als gewinnen. Du solltest hier besonders tight spielen und allen schwierigen Entscheidungen aus dem Weg gehen. Das Turnier wird nicht in der frühen Phase gewonnen.
Damit du in dieser Phase erfolgreich spielst, solltest du dir die grundlegenden Artikel für NL-Holdem ansehen.
In der mittleren Phase steigen die Blinds, die Stacks werden im Verhältnis dazu immer kleiner. Außerdem werden durch das Ausscheiden einiger Spieler mehr Chips auf weniger Spieler verteilt. Der durchschnittliche Chipstack steigt an und die Unterschiede zwischen besonders großen und besonders kleinen Stacks werden größer. Der durchschnittliche Chipstack ist oft 30-40BB.
Verfolge mit unterschiedlich großen Stacks unterschiedliche Strategien. Passe dein Spiel entsprechend an. Spiele als Short-/Midstack in dieser Phase tight und lege dich nicht mit den Bigstacks an. Wenn du einen Stack zwischen 15-25 BB hast, solltest du eher restealen. Mit welchen Händen du restealen kannst, erfährst du in diesem Artikel:
In der späten Phase sind die Blinds weiter angestiegen und der durchschnittliche Chipstack ist im Verhältnis noch kleiner geworden, meistens liegt er nur noch bei ca. 20BB. Das Spiel tendiert jetzt eher zum klassischen Push-or-Fold, das du aus SnG’s kennst. Es wird nicht mehr gecallt, sondern gleich All-in gepusht. Die kleinen Stacks kämpfen ums Überleben, die Bigstacks nutzen die Macht ihrer Chips und setzen alle anderen unter Druck. Viele Pötte werden ohne Showdown gewonnen.
Lese die folgenden SnG-Artikel, um in dieser Phase gut zu spielen:
- Betsizing - Wie viel setzen und warum?
- Erweiterte Strategien für das Spiel nach dem Flop
- Vier Standard-Charts für die Push-or-Fold-Phase
Die Bubble ist die entscheidende Phase eines Turniers: kommst du ins Geld oder scheidest du vorher „an der Bubble“ aus und deine Gewinnaussichten platzen wie „Seifenblasen“?
Wenn die besten 100 Spieler ins Geld kommen und noch 110 Spieler übrig sind, hast du oftmals schwierige Entscheidungen zu treffen. Gerade wenn du sehr wenige Chips hast, solltest du keine überstürzten Moves machen und sehr tight spielen. Vor allem die Bigstacks werden dich bei jeder nur denkbaren Gelegenheit vor die Wahl stellen wollen, ob du um dein ganzes Turnier spielen willst.
In dieser Situation ist es sehr schlecht, zu gamblen. Wenn du ausscheidest, bekommst du überhaupt nichts, obwohl du kurz davor standest.
Je nach Turnierart startet die Bubble in der mittleren oder in der späten Phase.
In the Money (ITM) bist du, wenn du die Bubble erfolgreich überstehst. Du bist jetzt im Geld und bekommst meist das ca. 1,5-3 fache deines Buy-ins an Preisgeld. Jetzt kannst du dir auch neue Ziele setzen: den Final Table.
Viele Shortstacks beginnen jetzt, sehr aggressiv zu spielen. Sie spielen Hopp oder Topp: Aufdoppeln oder Ausscheiden. Auch in dieser Phase solltest du nichts überstürzen, aber deine guten Hände aggressiv spielen.
Ein Final Table ist immer ein besonderer Moment im Leben eines Turnierspielers. Denn am Final Table gibt es das richtig große Geld. Insbesondere die ersten drei Plätze versprechen große Preisgelder. Aber gerade am Final Table darfst du nicht leichtsinnig werden.
Nachdem das Spiel an den letzten beiden Tischen sehr aggressiv war, weil shorthanded mit 4-6 Spielern, ist der Final Table wieder Fullring. Das bedeutet, dass nun bessere Starthände unterwegs sind. Dementsprechend solltest du auch hier tight spielen. Entschließt du dich, eine Hand zu spielen, dann spiele sie aggressiv.
Behalte auch die unterschiedlichen Stacksizes im Auge. Es ist sehr unklug, sich als Zweiter in Chips mit dem Chipleader anzulegen, wenn es gleichzeitig einige Shortstacks gibt, die viel weniger Chips als du haben.
Behalte die Auszahlungsstruktur im Auge. Oft kannst du durch tightes Spiel ein sehr viel höheres Preisgeld erreichen.
Auszahlungstruktur und ITM
Wenn du ein Pokerturnier im Internet spielst, bezahlst du das gleiche Startgeld wie deine Mitstreiter. Alle Startgelder setzen sich aus der Startgebühr und der Hausgebühr (Rake) zusammen. Die Summe der Startgebühren ergibt das Preisgeld. Die Hausgebühr wird vom Casino einbehalten.
Eine Ausnahme bilden Turniere mit einem garantierten Preisgeld: Die garantierte Summe wird immer ausgezahlt, auch wenn weniger Startgebühr eingezahlt wurde.
Das Preisgeld wird auf die Platzierungen unterschiedlich verteilt. In der Regel werden die besten 10% aller Spieler ausbezahlt, kommen also "ins Geld“. Meist bekommst du dann "nur" dein 1,5faches Startgeld wieder. Das richtig große Geld wartet erst am Finaltable auf dich.
Besonders die ersten drei Plätze bekommen sehr viel. Du kannst dann das 100- oder 200-fache deiner Startgebühr gewinnen. Der Weg dorthin kann jedoch recht mühsam sein und du musst dabei oft die eine oder andere brenzlige Situation überstehen.
Ziele des Turnierspiels
Dieser Artikel hat dir grundlegende Prinzipien des Turnierspiels gezeigt. Spiele tight und behalte die Rahmenbedingungen des Turniers im Auge. Denke vor allem daran, in welcher Turnierphase du dich befindest. Passe dein Spiel an.
| LINKS | |||||
|
|||||
